StudiengängeWie finde ich das passende Studienfach?

Wer auch kurz vor Bewerbungsschluss noch ratlos ist, was er studieren möchte, dem wird hier geholfen. Denn es gibt einige Wege, die die Wahl erleichtern können. von 

Selbsteinschätzung

Wer den passenden Studiengang sucht, sollte erst einmal sich selbst einschätzen: Interessen, Neigungen und Fähigkeiten in allen Lebensbereichen können darauf verweisen, welcher Studiengang geeignet ist und welche Fachrichtung eher nicht passt. Folgende Fragen helfen bei der Selbsteinschätzung: Was tue ich gern? Was fällt mir besonders leicht oder schwer? Welche Eigenschaften zeichnen mich aus? Was sind meine Ziele – für mein Studium und im Allgemeinen?

Fremdeinschätzung

Auch Freunde und Familie können helfen, die eigenen Stärken zu erkennen – manchmal auch solche, an die man selbst nicht gedacht hätte. Dass man zum Beispiel bei der Organisation der Schulparty alles im Griff hatte oder schon als Kind besonders gerne Spielzeug auseinandergebaut hat, kann auf Talente verweisen. Außerdem kann man Familie oder Freunde bitten, Berufe, die sie sich für einen vorstellen können, zu notieren.

Anzeige

Noten

Welche Begabungen man hat und was einen besonders interessiert, zeigt sich oft auch an den Schulnoten. Fällt einem Mathe schwer, sollte darauf achten, ob man in einem Wunschfach viel Statistik braucht. Und wer noch nie gerne Vokabeln gelernt hat, sollte beachten, welche Sprachvoraussetzungen internationale Studiengänge fordern. Wichtige Fragen sind: In welchen Fächern bin ich wegen welcher Talente gut? In welchen Studienfächern sind Dinge relevant, in denen ich in der Schule besonders gut oder schlecht war?

Selbsteinschätzungstest

Das Internet bietet einige, meist kostenlose Selbsteinschätzungstests, die einem die Entscheidung zwar nicht abnehmen, aber einige Anregungen für die Studien- und Berufswahl liefern können. Weil diese Tests standardisiert sind, sollte man mehrere machen und die Ergebnisse vergleichen. Einige Beispiele sind der Test des Landes Baden-Württemberg, der Test des Landes Nordrhein-Westfalen in fünf Teilen, der Selbsteinschätzungs- und Fähigkeitstest der Uni Bochum, der Test der Bundesagentur für Arbeit, oder der 20-minütige Test mit Fragen zur Berufswahl vom Verlag Hans Huber (Kosten: 12,50 Euro).

Studienberatung

Berater können helfen, passende Studien- oder Berufsrichtungen anhand der persönlichen Interessen auszuloten. Einen Vorschlag für das perfekte Studienfach sollte man aber nicht erwarten. Beratung bieten die Akademischen Berater des Hochschulteams bei der Bundesagentur für Arbeit. Auch die Beratung der Zentralen Studienberatung an Hochschulen steht jedem offen, der sich für ein Studium interessiert. Kontakt gibt es über die Hochschul-Homepages und zum Teil über Facebook.  

Schnupperstudium

Einige Hochschulen bieten ein Schnupperstudium, bei dem man reguläre Vorlesungen und Seminare (oft sind es Grundlagen- und Einführungsveranstaltungen) ab und zu oder regelmäßig ein Semester lang besuchen kann, ohne Prüfungen schreiben zu müssen. Manchmal muss man sich allerdings anmelden.

Fragen an Studenten

Wer wissen will, wie es sich an einer bestimmten Hochschule studiert oder wie sich ein bestimmtes Fach anfühlt, kann auch mit Studenten sprechen. Will man nicht einfach jemanden auf dem Campus ansprechen, lohnt es sich, die Fachschaft zu kontaktieren oder sich in sozialen Netzwerken wie Facebook umzusehen. Dort gibt es oft spezielle Hochschulgruppen. Außerdem sollte man die Hochschulen in der engeren Wahl, wenn irgendwie möglich, vorher ansehen. Das lohnt sich, selbst wenn dabei Geld für Zugfahrt und Jugendherberge draufgeht. Wer nicht einfach allein über den Campus schlendern will, kann zu einer Infoveranstaltung oder einem Tag der offenen Tür kommen.

Leserkommentare
  1. Zum Beispiel ist doch jeden unbenommen, sich einfach in Vorlesungen des Wunschfaches zu setzen und zu gucken, ob einen der Stoff anspricht. Dafür muss man sich weder zu einem Schnupperstudium anmelden noch sonst irgendeinen Verwaltungsakt absolvieren.

    Freunde und Verwandte zu fragen ist sicherlich hilfreich, aber wenn ich selber nicht mehr weiß, dass ich als Kind gerne Spielzeug auseinandergenommen habe, dann ist das wohl auch keine herausragende Eigenschaft von mir. Zudem sich ja dann noch die Frage stellt, ob man das Spielzeug auch wieder zusammengesetzt bekommen hat :-p Eine Party organisieren können ist in jedem Studiengang sinnvoll ;-).

    Sich von vornherein zu überlegen, was man eigentlich werden will, ist sicher kein schlechter Rat, insbesondere wenn ein geisteswissenschaftliches Studium favorisiert wird. Aber zu eng sollte man da auch nicht auswählen, das ist fatal, wenn das Studium nur für einen engen Einsatzbereich qualifiziert und man im Verlauf (nicht gleich zu Beginn) bemerkt, dass der Beruf doch nicht das richtige ist (Beispiel Lehramtsstudium!)

    Sich gründlich über mögliche Berufsbilder informieren, evtl. durch Praktika - A&O! Die Kombination aus 1,2-Abi und "was mit Menschen machen" führte schon viele ungeeignete Leute ins Psychologiestudium.

    Eine Leserempfehlung
  2. Der Link zum Test in NRW funzt nicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Liebe hafensonne,

    vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Link geändert.

    Herzliche Grüße,

    Nicole Sagener

  3. Liebe hafensonne,

    vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Link geändert.

    Herzliche Grüße,

    Nicole Sagener

    Antwort auf "@redaktion"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • tbuck
    • 10. Juli 2013 13:14 Uhr

    Liebe Redaktion,

    der Link zum Test des Landes NRW lautet: www.studifinder.de
    Die derzeitige Verlinkung verweist lediglich auf den Orientierungstest für Fachhochschulen.

    • Dirksn
    • 09. Juli 2013 16:18 Uhr

    Ich will ja nix sagen aber es gibt andere Tests die gut sind und die fehlen und meiner Meinung nach besser sind und auch kostenlos... nur mal drei, die ich besser finde: http://www.deine-studienw... oder hier http://www.uniturm.de/stu... oder http://www.iba-erfurt.com...

  4. Neben der Möglichkeit in einige Fächer gezielt auszuprobieren, wie oben beschrieben, gibt es auch Angebote, bei denen man für ein Semester oder Jahr viele verschiedene Studienrichtungen ausprobiert oder auch eine breites Fundament zieht. So z.B. das Leibniz Kolleg in Tübingen oder das Orientierungsstudium in Witten/Herdecke.

    Mehr dazu:
    http://www.uni-tuebingen.... und
    http://www.uni-wh.de/kult...

  5. ... für eine Redaktionsempfehlung.

    Seh ich ganz genauso! Lasst Euch nicht stressen. Und wenn Eure Eltern Euch nicht unterstützen können - geht arbeiten, macht Freiwilligendienst, macht low-budget, Arbeitsvisum in Australien, was weiß ich. Aber fangt bloß nicht mit BWL an, nur weil Ihr glaubt, damit später richtig Geld zu verdienen. Sucht Euern Platz, ohne Euch zu verlieren.

    Nur Ihrem letzten Absatz (in Klammern) kann ich nicht so recht beipflichten. Wer weiß, wo er hinwill, für den ist das Studium nicht automatisch wie Schule. Und bekanntermaßen herrscht unter Akademikern - den oft erfolglosen Geisteswissenschaftlern zum Trotz - eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, und ganz so schlecht verdient man i.d.R. auch nicht. Aber ansonsten Chapeau für Ihren Beitrag!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Liebe Schüler,"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Fachhochschulen | Berufswahl | Student | Test
Service