Was ist anders als in der Schule?

Der Student:

An der Uni hat man keinen Lehrer, der fragt, ob man seine Hausaufgaben gemacht hat oder warum man nicht zum Unterricht erschienen ist. Man muss sich selber dazu motivieren, hinzugehen und zu lernen. In der ersten Zeit fand ich das ganz schön schwer, aber man stellt sich dann doch schnell darauf ein. Man muss seine Woche so strukturieren, dass man genug Zeit zum Lernen findet.

Die Professorin:

An den Universitäten ist Eigenverantwortung gefragt. Außerdem ist Uni nicht so allgemeinbildend wie Schule, man konzentriert sich ja auf sein Fach. Uni unterscheidet sich auch dadurch von Schule, dass wir hier Wissenschaft betreiben. Professoren sind auch Lehrer, aber zuerst einmal Forscher.

Wie schwierig ist ein Studium?

Der Student:

Die größte Hürde ist, früh mit dem Lernen anzufangen und außerdem sechs bis acht Semester am Ball zu bleiben. Ich finde, wenn man das hinbekommt, ist es gut zu machen. Man wächst ja auch mit dem Stoff, den man schon bewältigt hat.

Die Professorin:

Wie gut man durchs Studium kommt, hängt auch vom eigenen Zeitmanagement ab – und davon, dass man sich Themen sucht, die einen wirklich interessieren. Wichtig ist, dass man dranbleibt. Ein Studium ist zu schaffen, sonst hätten wir etwas falsch gemacht. Unsere Aufgabe als Professoren ist es ja, Studiengänge zu entwerfen, die man auch packen kann, wenn man es richtig angeht.

Wie viele Stunden studiert man am Tag?

Der Student:

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Wir Wirtschaftsstudenten sind etwa 30 Stunden pro Woche in Kursen an der Uni. Wenn man alles vor- und nachbereitet, braucht man dafür noch mal die Hälfte der Zeit. Dann kommt man im Semester locker auf einen Neunstundentag. Vor allem die Klausurvorbereitung darf man nicht unterschätzen! Zwei, drei Tage reichen nicht. Eine Woche ist das Mindeste, aber dann müsste man schon zwölf bis sechzehn Stunden durchlernen, wenn man vorher gar nichts gemacht hat.

Die Professorin:

Die Studenten teilen sich ihre Zeit frei ein, abgesehen von jenen Kursen, die verpflichtend sind. Da kann es schon mal passieren, dass man bis in die Nacht arbeitet, wenn eine Klausur oder die Abgabe für eine Hausarbeit kurz bevorsteht. Wenn man nebenbei gelernt hat, den Stoff durchdacht hat und nur noch auffrischen muss, geht die Vorbereitung auf eine Klausur natürlich schneller.

Woher kriegt man seinen Stundenplan?

Der Student:

Den stellen wir uns selber zusammen. Ich mache das über das Online-Portal unserer Uni. Da sucht man sich die Vorlesungen und Übungen raus, klickt sie an und druckt sich das als Stundenplan aus. Ich trage mir zuerst die Vorlesungen ein, die einen festen Termin haben. Daneben lege ich die Liste mit den Übungen und schaue, wann ich sie gut einpassen kann, damit ich noch Zeit finde für Nebenjobs und nicht um sechs aufstehen muss.

Die Professorin:

Im Modulhandbuch jedes Studiengangs steht, welche Veranstaltungen man besuchen und bestehen muss, damit man den Abschluss bekommt. Neben diesen Pflichtveranstaltungen gibt es Wahlpflichtkurse, bei denen man aus verschiedenen Angeboten wählen kann. Hilfe bekommt man bei der Fachstudienberatung oder auch bei der Fachschaft, also der Studentenvertretung eines Fachs. Dort gibt es häufig auch Musterstundenpläne, an denen man sich orientieren kann.