Das Ausschlussverfahren

SO GEHT ES: Wer nicht genau weiß, was er will, kann sich erst einmal klarmachen, was er auf keinen Fall möchte. Kommt es zum Beispiel gar nicht infrage, etwas Technisches zu studieren oder an einer Hochschule weit weg von Freunden und Familie anzufangen?

DAS KANN ES: Helfen, die eigenen Prioritäten zu erkennen. Ein Vorteil: Die Methode ist einfach anzuwenden. "Es fällt uns oft leichter, zu entscheiden, was wir nicht wollen, als uns zu überlegen, was wir wollen", sagt die Berliner Psychologin und Therapeutin Sandra Jankowski.

DAS KANN ES NICHT: Das Ausschlussverfahren setzt auf das, was man ablehnt. Auf der Strecke kann dabei das bleiben, was man sich wünscht. "Bei wichtigen Entscheidungen sollte man sowohl positive als auch negative Kriterien berücksichtigen", rät Jankowski.

Die Pro-und-Kontra-Liste

SO GEHT ES: Auf die eine Seite kommt, was für einen bestimmten Studiengang spricht, zum Beispiel die Hochschule mit guten Lernbedingungen. Auf der anderen Seite stehen die Gründe dagegen, etwa ein Umzug in die Kleinstadt.

DAS KANN ES: Einem helfen, die Vor- und Nachteile einer Entscheidung abzuwägen. Man verschafft sich einen Überblick und ordnet seine Gedanken. Im besten Fall stehen am Ende auf der einen Seite mehr Punkte als auf der anderen. "Es ist eine sehr systematische, überlegte Methode, man sollte dafür allerdings möglichst viele Argumente sammeln", sagt Jankowski.

DAS KANN ES NICHT: Eine Pro-und-Kontra-Liste zeigt nicht, wie wichtig einem die einzelnen Argumente sind. Die Psychologin rät deswegen dazu, die einzelnen Argumente mit Punkten zu gewichten: Die tolle Hochschule bekommt zum Beispiel drei Punkte, der Umzug einen Punkt – oder andersherum. Am Ende entscheidet die Punktmehrheit.

Der externe Beobachter

SO GEHT ES: Man versetzt sich in die Rolle eines guten Freundes und überlegt, was dieser einem raten würde. Denn oft ist es leichter, jemand anderem bei einer Entscheidung zu helfen, als selbst eine zu treffen. "Für diese Methode sollte man sich etwas Zeit nehmen und sich zurückziehen", rät Sandra Jankowski.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2015/2016.

DAS KANN ES: Man gewinnt Abstand zum eigenen Gedankenchaos. Indem man sich in die Rolle eines Freundes versetzt, bleibt man positiv und gibt gut gemeinte Ratschläge, so wie man es bei einem realen Freund auch tun würde.

DAS KANN ES NICHT: Freunde, ob imaginäre oder echte, geben nicht immer sachliche Tipps. Außerdem braucht es etwas Geduld, um sich auf das Rollenspiel einzulassen.

Der Münzwurf

SO GEHT ES: Manchmal hätte man gerne alles: das selbstbestimmte Studentenleben mit den langen Semesterferien und das duale Studium mit der Jobgarantie. Halten sich Vor- und Nachteile die Waage, kann man eine Münze werfen.

DAS KANN ES: Beim Münzwurf geht es nicht darum, den Zufall entscheiden zu lassen, sondern darum, die eigenen Gefühle spontan zu überprüfen. Ist die Münze gefallen, merkt man sofort, ob man zum Beispiel erleichtert ist, dass nicht die andere Option oben liegt. "Bei einer guten Entscheidung sollten Kopf und Bauch im Einklang sein. Rational getroffene Entscheidungen können so noch einmal überprüft werden", sagt Sandra Jankowski. Stehen mehr als zwei Optionen zur Wahl, kann ein Würfel weiterhelfen.

DAS KANN ES NICHT: Zu würfeln oder eine Münze zu werfen ist eine schnelle, gefühlsbetonte Methode. Dabei kommen wohlüberlegte Argumente oft zu kurz. Gerade bei der Studienentscheidung sind langfristige Ziele aber sehr wichtig. Deshalb sollte man diese Methode am besten mit anderen Methoden kombinieren, zum Beispiel mit der Pro-und-Kontra-Liste.

Die Entkatastrophisierung

SO GEHT ES: Ein Studium mit guten Gehaltsaussichten, aber dafür ein spießiger Job? Oder das Traumfach und die Angst davor, später ohne feste Stelle dazustehen? Manchmal enden alle Entscheidungsszenarien in der Katastrophe. "Dann kann es helfen, sich drei Szenarien vorzustellen: den schlimmsten, den besten und den wahrscheinlichsten Fall, der nach einer Entscheidung eintritt. Für alle drei Szenarien überlegt man sich einen Plan", sagt Sandra Jankowski.

DAS KANN ES: Das Verfahren bringt vor allem etwas, wenn man dazu neigt, die negativen Folgen überzubewerten. Mit einer Vorstellung aller Szenarien fühlt man sich gewappnet. Vieles erscheint nicht ganz so dramatisch wie auf den ersten Blick, und man erkennt, dass manche Folgen einer Entscheidung umkehrbar sind.

DAS KANN ES NICHT: Helfen, wenn man zwischen mehreren Optionen schwankt. Um zu einer Entscheidung zu kommen, ist die Entkatastrophisierung nur ein erster Schritt.