Ein Studenten-ABC

A

ASTA Kurz für Allgemeiner Studierendenausschuss, so etwas wie die studenteneigene Regierung. Wer neugierig auf Hochschulpolitik ist und die Interessen von Studenten vertreten will, kann für den Ausschuss kandidieren und sich von seinen Kommilitonen für ein Jahr wählen lassen. Die Mitglieder verhandeln zum Beispiel über den Preis des Semestertickets, organisieren Vorträge, Demos und Partys oder beraten bei Fragen zum Bafög.

AUDIMAX Das Auditorium maximum, Lateinisch für den größten Hörsaal einer Uni. Er bietet vielen Hundert, mancherorts sogar mehr als tausend Studenten Platz. Meist sitzt man auf fest verankerten Klappstühlen wie in einem Amphitheater in ansteigenden Reihen. Im Audimax finden nicht nur die Vorlesungen in den Massenfächern statt, hier können auch Kinofilme und WM-Spiele gezeigt werden und Abschlussfeiern über die Bühne gehen.

B

BACHELOR Erster Hochschulabschluss nach sechs bis acht Semestern. Zur Wahl stehen rund 8.400 Bachelorstudiengänge an deutschen FHs und Unis. Studenten des Ein-Fach-Bachelors konzentrieren sich auf ein Fach. Beim Zwei-Fach-Bachelor studiert man zwei Hauptfächer oder ein Hauptfach und ein Nebenfach. Etwa drei Viertel der Uni-Absolventen und gut die Hälfte der FH-Absolventen machen laut einer DZHW-Studie direkt im Anschluss noch einen Master.

BAFÖG Geld vom Staat für Studenten. Eine Hälfte ist geschenkt, die andere ein zinsloses Darlehen. Fünf Jahre nach der Förderungshöchstdauer wird zurückgezahlt.

C

CAFETE mit Betonung auf der zweiten Silbe. An vielen Unis das gebräuchliche Wort für Cafeteria. Beliebter Aufenthaltsort für die Zeit zwischen zwei Vorlesungen. Hier gibt es Schokoriegel, Aufbackcroissants, belegte Brötchen, Kaffee, manchmal auch Bier und Wein.

CREDIT POINTS, auch ECTS-Punkte (benannt nach dem European Credit Transfer System). Das, was jeder Bachelorstudent sammelt – neben Fachwissen natürlich. 180 Punkte gilt es zu erwerben, dann hat man seinen Abschluss. Credit Points (CP) sind keine Noten. Sie werden für den Arbeitsaufwand vergeben, den ein Student damit hat, in eine Veranstaltung zu gehen und sie vor- und nachzubereiten (auch Workload genannt). Meistens muss man auch eine Hausarbeit oder Klausur schreiben, ein Referat halten oder eine mündliche Prüfung bestehen. Noten aus Kursen, die mehr Credit Points haben, werden im Abschlusszeugnis stärker gewichtet.

C. T./S. T. An der Uni ist Zuspätkommen erlaubt. Allerdings nur innerhalb der "akademischen Viertelstunde" und wenn die Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis mit den Buchstaben c. t. gekennzeichnet ist ("cum tempore", zu Deutsch: "mit Zeit"). Eine Vorlesung um 10 Uhr c. t. beginnt also um 10.15 Uhr. Anders beim Zusatz s. t. ("sine tempore", "ohne Zeit"). Hier besser zur vollen Stunde im Hörsaal sitzen.

D

DOZENTEN sind die Lehrenden an FHs und Universitäten. Das kann zum Beispiel eine Professorin sein, aber auch deren wissenschaftlicher Mitarbeiter oder ein Privatdozent.

E

EXMATRIKULATION Gegenteil von Immatrikulation , anders gesagt: der Rauswurf. Unter anderem droht er jenen, die sich nicht rechtzeitig zum Semester zurückmelden (siehe Rückmeldung) oder bei Prüfungen zu oft durchgefallen sind. Spätestens nach Abschluss des Studiums wird auch jeder andere exmatrikuliert und damit aus dem Personenverzeichnis gestrichen.

ERSTI Student im ersten Semester. Sollte auf keinen Fall die O-Woche verpassen.

F

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2016/17.

FACHBIBLIOTHEKEN sind in verschiedenen Gebäuden untergebracht und sammeln Bücher speziell zu einem Fach, zum Beispiel für Erziehungswissenschaft, Kulturgeschichte oder Physik (vergleiche Zentralbibliothek).

FACHSCHAFT ist für Studenten die erste Anlaufstelle bei Fragen zu ihrem Fach. Es gibt eine Fachschaft Wirtschaft, eine Fachschaft Philosophie und so weiter. In deren Büro findet man häufig ein durchgesessenes Sofa, gebrauchte Lehrbücher, alte Klausuren und informierte Studenten, die in Hochschulgremien mitarbeiten, Orientierungswochen und Partys organisieren und einem auch Tipps zum Stundenplan geben können.

FAKULTÄT oder Fachbereich: eine Lehr- und Forschungsabteilung an der Hochschule. Zur Geisteswissenschaftlichen Fakultät zum Beispiel gehören unter anderem Germanistik, Anglistik und Geschichte, zur Juristischen Fakultät zählen alle rechtswissenschaftlichen Lehrstühle.

H

HAUSARBEIT hat nichts mit Staubsaugen zu tun, kann aber durchaus lästig sein: wenn man in den Semesterferien eigentlich ins Ausland will und stattdessen in der Bibliothek sitzt. Eine Hausarbeit anzufertigen bedeutet, systematisch eine wissenschaftliche Fragestellung zu untersuchen, dafür zahlreiche Bücher zu lesen, sich darüber Gedanken zu machen, die Ergebnisse zu Papier zu bringen und pünktlich beim Dozenten abzugeben. Besonderes Kennzeichen: Fußnoten am unteren Rand jeder Seite, in denen man seine Quellen nennt.

HIWI oder wissenschaftliche Hilfskraft. Bezeichnet Studenten, die für einen Professor arbeiten. Dafür erhalten sie mindestens 8,50 Euro pro Stunde und einen Einblick in den Wissenschaftsbetrieb. Hiwis recherchieren für ihren Prof, arbeiten an Forschungsprojekten mit, pflegen die Homepage des Lehrstuhls, müssen aber auch kopieren und Bücher aus der Bibliothek holen.

I

IMMATRIKULATION oder Einschreibung. Sie ist die Eintrittskarte ins Studentenleben: ohne Immatrikulation kein Studium. Bei diesem Vorgang erhält man im Studierendensekretariat eine Matrikelnummer, also eine Nummer im Personenverzeichnis der Hochschule. Sie steht auf dem Studentenausweis, und man muss sie bei Prüfungen und auf Hausarbeiten angeben.

K

KOMMILITONEN Klassenkameraden gibt es an der Uni nicht, dafür wimmelt es von Kommilitonen, auch Studienkollegen oder einfach Mitstudenten genannt. Ihr Merkmal: Sie besuchen dieselbe Hochschule – ihr Alter, Semester oder Studienfach ist unerheblich.

L

LABORPRAKTIKA In diesen Kursen führen Studenten naturwissenschaftlicher und technischer Fächer Versuche durch, um den Stoff aus den Vorlesungen anzuwenden.