Wohngemeinschaften Du kommst hier nicht reinSeite 3/3
Bei diesen Terminen traf ich jede Menge Leute, die von nervigen WG-Castings, irren Zimmer-Vermietern und kruden Bedingungen erzählten. Sie wurden nach ihrem Glauben gefragt oder mussten versichern, auf keinen Fall Mitglied der FDP zu sein. In manchen Wohngemeinschaften war es verboten, Besuch zu bekommen. Unter den Bewerbern für kleine Wohnungen waren sehr viele Studenten. Sie alle konnten die Abkürzung WG nicht mehr hören, genau wie ich.
Dass Wohngemeinschaften bei Studenten immer unbeliebter werden, bestätigt das Studentenwerk Berlin. Dort heißt es: Die Nachfrage nach Einzelappartements steigt. Eine Studie ergab: Nur noch jeder vierte Student lebt in einer WG. Wie viele von ihnen zufrieden sind, weiß man nicht. Auch nicht, ob sie vorher eine Ausbildung zum Alten- oder Tierpfleger gemacht haben.
Wie weit ich wohl gehen würde, um ein WG-Zimmer zu ergattern, muss ich mich nicht mehr fragen. Ich habe eine Wohnung gefunden.
- Datum 08.10.2009 - 12:16 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich kann dem ganzen nur zu stimmen. Glücklicherweise hat man in Berlin die Möglichkeit einfach alleine zu wohnen. In Köln beispielsweise sind die Mieten so astronomisch, dass die WG die einzige Alternative ist - oder ein Studienkredit.
Kann ihm weder zustimmen noch widerlegen was er da schreibt.
Doch es ist ein Ding der Höfflichkeit sein Handy bei solchen Gesprächen aus zuschalten.
Wenn er dann nicht genommen ist, ists selbst schuld!!!
Zum erfolgreichen Zusammenleben gehören einige grundlegende, wenn auch nicht immer ausformuliert und als Schilder ausgedruckt aufgehängte Regeln des menschlichen Miteinanders, die man zumindest teilweise kennen sollte. Ich würde einer Person, die meine volle Zeit in Anspruch nimmt, selbst aber nur zu 50 % anwesend ist, weil sie mit den anderen ihrer Geltungs-, Karrieresucht oder Profilneurose frönen will, unverzüglich die Tür weisen. Mit so jemanden unter einem Dach!? Hah! Vielen Dank. Wäre das in München etwa anders?
Zum erfolgreichen Zusammenleben gehören einige grundlegende, wenn auch nicht immer ausformuliert und als Schilder ausgedruckt aufgehängte Regeln des menschlichen Miteinanders, die man zumindest teilweise kennen sollte. Ich würde einer Person, die meine volle Zeit in Anspruch nimmt, selbst aber nur zu 50 % anwesend ist, weil sie mit den anderen ihrer Geltungs-, Karrieresucht oder Profilneurose frönen will, unverzüglich die Tür weisen. Mit so jemanden unter einem Dach!? Hah! Vielen Dank. Wäre das in München etwa anders?
Das einzige Problem ist nur, dass es für Studenten (ohne festes Einkommen) genauso schwer ist, eine Wohnung zu finden und diese zu mieten, weil auch die Vermieter mitlerweile keine Lust mehr auf Leute haben, die nicht zahlen oder die Wohnung abwracken. Verlangt werden Schufaauskunft, Kopie des Persos, Maximalkaution, ebensohohe Mietbürgschaft der Eltern Gehaltsnachweis der Eltern, Gehaltsnachweis (Zitat: "Ein Studentenjob zählt nicht, denn der ist befristet") und was weiß ich, nur um sich bewerben zu können.
Die einzigen Alternativen bestehen im Studentenwohnheim, bei Mutti oder in den Randbezirken in der Platte. Ersteres ist knapp, zweiteres nicht immer möglich und sinnvoll und letzteres sicher nicht optimal. Wenn man also kein Geld für die Provision ausgeben will oder kann und die Eltern sich die Mietbürgschaft nicht leisten können sieht es schlecht aus.
Der Höhepunkt, den ich erlebte, war eine Wohnung direkt an der S-Bahn Herrmannstraße (Ringbahn). Hier meinte der Vermieter, dass mein Gehalt das dreifache der Miete betragen müsste. Ich hätte ihm am liebsten an den Kopf geworfen, dass wenn ich das dreifache verdienen würde, ich mir nicht so eine ranzige Wohnung anschauen müsste.
Ich habs zweimal versucht und mich jedesmal geärgert. Meine Erfahrungen reichen von nicht benutzten WC Spülungen! eines 24 Stunden am Tag im Bett vor-sich-her-gammelnden Muttersöhnchen bis zum Selbstmordversuch des verprellten Ex-Freundes einer [ entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Die häufig kritisierten Auswahlverfahren bei der WG-Suche zeigen doch, daß die Genossinnen und Genossen mit dem Begriff Wohngemeinschaft etwas bestimmtes verbinden. Denn viele Leute, die eine Bleibe in einer WG suchen, sind eigentlich gar keine WG-Menschen. Du, lieber Autor, gehörst vermutlich auch dazu. Immerhin hast Du das Glück, über ein gesellschaftlich akzeptiertes Erscheinungsbild und Berufsumfeld zu verfügen, sodaß Dir die Türen der Einraumwohnungen vom Eigentum mit einem Lächeln aufgestoßen werden. Freue Dich darüber und führe Dein Leben ohne WG. Hätteste vielleicht eh keine Freude dran gehabt.
Hey,
ich will jetzt nicht mit Klischees anfangen oder den großen Mann von Welt raushängen lassen - aber Geschichten über krude WGs höre ich öfter, aber immer nur aus Deutschland. Irgendwie scheint es in Deutschland 'anders' zu sein, sich eine Wohnung oder Haus mit mehreren Menschen zu teilen und daher scheint diese Wohnart auch 'andersartige' Menschen anzuziehen.
Ich studiere in den Niederlanden und Freunde von mir in England. In beiden Ländern ist es stinknormal in einem Zimmer zu wohnen wenn man nicht an Familie oder Beziehung gebunden ist. Das ist nichts weiter als purer Pragmatismus: selbst im struktuschwachen Osten der Niederlande und in den Studentenstädten kriegt man ein zumutbares (besitzt Heizung, ist isoliert, alle Wände 'vollständig') Appartement von 30qm nicht unter 400€ - in Deutschland kann für den Preis eine kleine Familie wohnen. In England soll's genauso sein. Wo man wohnt ist also anfangs vor allen Dingen eine Geldfrage und tatsächlich verbindet viele Zusammenwohnende nicht wirklich viel. Nichtsdestotrotz machen es viele, es hat ja gewaltige Vorteile: irgendjemand in der Nähe hat immer Zigaretten/Kaffee/Bier, 'nen guten Film, die Putzfrau ist billiger zu viert bezahlt, man kann immer mit *jemandem* rumhängen usw.
Aber von der eigenen Familie wird man dann immer schief angeschaut weil man auf nem Zimmer wohnt - ob man denn Hippie wäre oder irgendwie "alternativ" - lol.
Sehr schöner Artikel, hat man doch selbst schon oft Geschichten dieser Art gehört. Da bin ich doch froh in einer WG zu leben, die mich essen lässt, was ich möchte! Wohngemeinschaften haben aber doch im Allgemeinen eine Zielgruppe: Tweens mit Freizeit am Nachmittag, Schlafzeiten zwischen 1 und 9 Uhr und Partyleidenschaft. Was nicht mich verwundern lässt, wenn ein Karieremensch in diesen WG nicht gerade sein Biotop findet.
schon damals gab es abstruse Vorstellungen in den (Studenten) WGs.
Schon damals wollten viele lieber in ein App. einziehen.
Also: alles nix Neues. Der Artikel hätte exakt so auch in "Der Zeit" von damals stehen können.
Letztlich ist es wie mit der Mode: alles kommt irgendwann wieder....
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