Uni Paderborn Gratis-Computer entzweien StudentenschaftSeite 2/2

In der vergangenen Woche machte das Gerücht die Runde, die Netbooks seien mit Geld aus den Studiengebühren bezahlt worden. "Wir haben zu 100 Prozent keine Studiengebühren in Netbooks investiert", versicherte Uni-Kanzler Jürgen Plato den Studenten umgehend. Das Studierendenparlament will nun den NRW-Rechnungshof einschalten, um die Berichte über die Verwendung von Studiengebühren zu prüfen, da aus dem Wintersemester 2007/08 für 24 Prozent dieser Verwendungen detaillierte Belege fehlen.

Die Uni-Leitung spürte den Druck der unzufriedenen Studenten in der vergangenen Woche hautnah. An einer öffentlichen Pressekonferenz mit anschließender Podiumsdiskussion nahmen rund 1000 Studenten teil und protestierten lautstark gegen überfüllte Hörsäle, lange Schlangen in der Mensa und Losverfahren für Seminarplätze.

Knapp 14.500 Studenten sind in Paderborn eingeschrieben – Hörsäle und Seminare gibt es aber nur für etwas mehr als die Hälfte. Schnell kündigte die Uni-Leitung erste Maßnahmen an. Angedacht ist beispielsweise, Seminare in Räume eines benachbarten Technologieparks auszulagern. Ob auch im kommenden Sommersemester wieder Netbooks an die Neuankömmlinge verschenkt werden sollen, ist noch offen.

Lisa hatte sich auf ihr Studium gefreut. Endlich Freiheit, Selbstbestimmung und natürlich Uni-Partys. Doch nach nur drei Wochen ist ihr die Lust vergangen. "Das Studium soll doch eine so schöne Zeit sein. Davon merke ich gerade nicht viel." Ihr Netbook lässt sie jetzt lieber in der Tasche.
 

 
Leser-Kommentare
  1. ...ist es, dass Studenten offenbar die Entscheidung für oder wider einen Studienort in nicht unerheblichem Umfang von Lapalien wie einem 300-EUR-Elektronikartikel abhängig machen. Passt irgendwie zu meinen Erfahrungen mit Bachelor-Abschlüssen und den Begründungen für Studienfachentscheidungen in Bewerbungsgesprächen.

  2. ...denn die Uni steht immer noch in Paderborn. Darüber kann auch ein 200.- Euro Plastikspielzeug nicht hinweghelfen:-)

    • wll
    • 03.11.2009 um 13:49 Uhr

    Missgunst, Neid und Pöbelei. Wo bleibt da die so gerne von den Studenten für sich reklamierte soziale Kompetenz ;-)?

    Übrigens bleiben die Geräte im Besitz der Uni, sie werden also mitnichten "verschenkt", sondern den Studierenden lediglich zur Verfügung gestellt. Nach drei Jahren können diese die Geräte dann erwerben. Angesichts der galoppierenden Veraltung gerade von PCs dürfte das Interesse daran aber überschaubar bleiben.

    "Sturm im Wasserglas", würde ich da mal sagen. Wirft allerdings kein gutes Licht auf die älteren Semester. Oder soll jetzt überall der Status Quo ad infinitum festgeschrieben werden, weil Verbesserungen womöglich nicht allen zugute kommen? Wer im fünften oder sechsten Semester studiert, hat in aller Regel schon einen Computer zu Hause. Von dringendem Bedarf kann man da wohl nicht mehr sprechen...

    Zu meiner Zeit hatten wir Labors, in denen sich fünfzig Studenten vier PCs teilen mussten. Da kam man dann am Wochenende rein, um wenigstens ein oder zwei Stunden weiterarbeiten zu können. Von daher ist die Initiative der Uni Paderborn m. E. nur zu begrüssen.

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    Interessant, wie der Protest-Diskurs hier krampfhaft in ein Neid-Paradigma zu pressen versucht wird. Spricht man mit Studenten, sieht die Situation dagegen schon anders aus: Beklagt werden hier vor allem zwei Dinge - nämlich a) die mangelnde TRANSPARENZ von ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN und bereits getroffenen Entscheidungen zur Verwendung von STUDIENGEBÜHREN; und da ist die Verteilaktion kostenloser Netbooks an alle Erstis "solange Vorrat reicht", während andererseits für die (studienbedingt erst einmal zu begründende) Ausleihe von Laptops im Medienzentrum der Uni noch immer an allen Ecken und Enden Laptops fehlen, ebenso wie internetfähige PC-Arbeitsplätze für Studierende der Kulturwissenschaften, nur EIN Beispiel unter vielen... b) der fragwürdige Sinn, weitere Studenten unter FALSCHER VORSPIEGELUNG GUTER STUDIENBEDINGUNGEN Studienbedingung an eine Uni zu locken, die bereits jetzt schon aus allen Nähten platzt und bei der von einer STUDENTENORIENTIERTEN LEHRE & BETREUUNG einfach keine Rede mehr sein kann...

    Interessant, wie der Protest-Diskurs hier krampfhaft in ein Neid-Paradigma zu pressen versucht wird. Spricht man mit Studenten, sieht die Situation dagegen schon anders aus: Beklagt werden hier vor allem zwei Dinge - nämlich a) die mangelnde TRANSPARENZ von ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN und bereits getroffenen Entscheidungen zur Verwendung von STUDIENGEBÜHREN; und da ist die Verteilaktion kostenloser Netbooks an alle Erstis "solange Vorrat reicht", während andererseits für die (studienbedingt erst einmal zu begründende) Ausleihe von Laptops im Medienzentrum der Uni noch immer an allen Ecken und Enden Laptops fehlen, ebenso wie internetfähige PC-Arbeitsplätze für Studierende der Kulturwissenschaften, nur EIN Beispiel unter vielen... b) der fragwürdige Sinn, weitere Studenten unter FALSCHER VORSPIEGELUNG GUTER STUDIENBEDINGUNGEN Studienbedingung an eine Uni zu locken, die bereits jetzt schon aus allen Nähten platzt und bei der von einer STUDENTENORIENTIERTEN LEHRE & BETREUUNG einfach keine Rede mehr sein kann...

  3. Ist die Behauptung, die schlechte Stimmung unter den Studenten basiere auf Neid und Missgunst wegen einem "geliehenen" Elektrogerät, nicht ein bisschen weit hergeholt?
    Woher will man denn so genau wissen, welche Gründe die schlechte Laune der Studenten hat?
    Es wird nirgendwo im Artikel auch nur ein "älterer" Student erwähnt, der konkret sagt: "Ich finde es blöd, dass die Erstis ein Mini-Notebook und wir nicht." Es wird nur gesagt, es herrsche schlechte Stimmung, und führt dies automatisch auf die Netbooks zurück.

    Vielleicht ist es nicht Neid. Ich würde sagen, die "älteren Semester" ärgern sich einfach nur darüber, soviele "Erstis" zu haben, die die Uni gelinde gesagt überfüllen und damit die Studienbedingungen schlechter geworden sind.
    Die Netbooks scheinen da nur Nebensache zu sein, weil die, zusammen mit dem Wegfall des NCs in einigen Fachbereichen, soviele Ersties anlocken.
    Ganz klar, die Studenten sind sauer auf die Uni. Aber nicht wegen der Netbooks, sondern auch wegen der fehlenden Organisation und dem "Nicht-Nachdenken".
    Das ist keine Seltenheit bei deutschen Universitäten, die sehr häufig ihre eigenen Kapazitäten überschätzen. Hauptsache möglichst viele Studenten anlocken und auch annehmen und sich dann darüber wundern, dass die Studienbedingungen so schlecht geworden sind und die Hörsäle aus allen Nähten platzen.

  4. Ich finde es generell eine gute Idee Erstsemestern ein Netbook zu stellen, weil sie es gut brauchen können, ABER das ist eine Investition die erst dann gemacht werden kann wenn andere prioritäre Investitionen getätigt worden sind. Ich glaube die Studenten ärgern sich eher über zu wenige Plätze und die extreme Überfüllung. Nun glaube ich nicht, dass es sich ausgeht wenn man sich die Notebooks spart, allen einen Platz zu gewähren, aber ein paar Kurse mehr wären wohl drinnen gewesen. In dem Sinne verstehe ich den Unmut (den auch die Erstsemester teilen sollten, ist ja auch in ihrem Interesse!)
    Ich wundere mich wirklich warum eine Uni heutzutage noch versucht Studenten anzulocken bei den prekären Betreuungsverhältnissen die überall herrschen, das ist mir das unverständlichste an dieser ganzen Geschichte!

  5. Interessant, wie der Protest-Diskurs hier krampfhaft in ein Neid-Paradigma zu pressen versucht wird. Spricht man mit Studenten, sieht die Situation dagegen schon anders aus: Beklagt werden hier vor allem zwei Dinge - nämlich a) die mangelnde TRANSPARENZ von ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN und bereits getroffenen Entscheidungen zur Verwendung von STUDIENGEBÜHREN; und da ist die Verteilaktion kostenloser Netbooks an alle Erstis "solange Vorrat reicht", während andererseits für die (studienbedingt erst einmal zu begründende) Ausleihe von Laptops im Medienzentrum der Uni noch immer an allen Ecken und Enden Laptops fehlen, ebenso wie internetfähige PC-Arbeitsplätze für Studierende der Kulturwissenschaften, nur EIN Beispiel unter vielen... b) der fragwürdige Sinn, weitere Studenten unter FALSCHER VORSPIEGELUNG GUTER STUDIENBEDINGUNGEN Studienbedingung an eine Uni zu locken, die bereits jetzt schon aus allen Nähten platzt und bei der von einer STUDENTENORIENTIERTEN LEHRE & BETREUUNG einfach keine Rede mehr sein kann...

    Antwort auf "Tja, ..."
  6. Also jeder der auf Leute neidisch ist, die ein Netbook besitzen, hat noch nie mit so einem Ding gearbeitet. zu kleine Tastatur und ein Bildschirm, von der Größe eines Butterdeckels. Also ich würde das Austeilen der Netbooks viel mehr als verschlechterung der Studienbedingungen sehen... Spass bei Seite. Studenten eines Ingenieurstudiums können mit den kleinen Dingern eh nix anfangen.
    Das Problem der Kapazitätenüberschätzung an Universitäten und Hochschulen sorgt für immer schlechtere Qualität in der Lehre. Da hilft dann so ein Netbook auch nicht weiter. In Brandenburg bekommen die Unis Geld für jeden erfolgreichen Absolventen. Somit wird dann auf die Zahl der Absolventen noch der obligatorische Schwund von 40% draufgelegt und fertig ist die Zahl der Neuimmatrikulationen. Hier muss etwas geschehen.

  7. Ich studiere (noch, aber definitiv nicht mehr lange) an der Uni Paderborn. Die Verhältnisse sind seit diesem Semester absolut verheerend. Die Universitätsleitung meinte hierzu allen Ernstes, sie habe "die jungen Menschen nicht draußen vor der Tür stehen lassen wollen". Dabei geht es im Grunde nur um die Gelder, die die Uni für jeden Studenten kassiert. Außerdem war den Verantwortlichen klar, was sie mit der Netbook-Aktion und der Abschaffung der NCs anrichten würden. Es war ihnen aber völlig gleichgültig; sie hatten sogar noch mit mehr Studenten gerechnet, wie der Rektor erklärte!

    Die älteren Semester sind nicht von den Erstsemestern genervt, weil die ein Netbook haben (wer will schon so ein Billig-Schrott-Ding besitzen), sondern weil die Erstis alles, aber wirklich alles verstopfen und aufgrund der Netbooks sofort als neue Studenten ausgemacht werden können. Sie klimpern in den Vorlesungen auf ihren Dingern rum, sitzen vor der Bibliothek, in der Cafeteria... Man kann mittags nicht einmal mehr einen Platz finden, um sich zum Essen niederzulassen. In der Mensa wurde man schon immer halb totgetreten, jetzt ist das so schlimm geworden, dass vielleicht sogar die Vorlesungszeiten deswegen geändert werden sollen.

    Die Studiengebühren für die Uni Paderborn kann man gleich durch den Schornstein jagen. Professoren haben eine Sprechstunde pro Woche für hunderte von Studenten, die sie betreuen. Stundenlange Warterei ist der Normalfall.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In meinem Kommentar (Nr. 4: "Ein bisschen weit hergeholt?") sprach ich nämlich genau DAS an. Der Autor des Textes, Johannes Jolmes, versucht seinen Lesern ein völlig falsches Bild von den "älteren" Paderborner Studenten zu vermitteln: nämlich, dass sie neidisch auf die Jüngeren sind, weil die ein Netbook bekommen haben, und man selbst nicht. Idiotisch, eine Verzerrung der Tatsachen und die Erschaffung eines Missverständnisses allemal!
    Da hat Herr Jolmes das Problem einfach nicht verstanden, nicht verstehen wollen, oder seinen Artikel so schlecht geschrieben, dass es eben die anderen falsch verstehen.
    [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

    In meinem Kommentar (Nr. 4: "Ein bisschen weit hergeholt?") sprach ich nämlich genau DAS an. Der Autor des Textes, Johannes Jolmes, versucht seinen Lesern ein völlig falsches Bild von den "älteren" Paderborner Studenten zu vermitteln: nämlich, dass sie neidisch auf die Jüngeren sind, weil die ein Netbook bekommen haben, und man selbst nicht. Idiotisch, eine Verzerrung der Tatsachen und die Erschaffung eines Missverständnisses allemal!
    Da hat Herr Jolmes das Problem einfach nicht verstanden, nicht verstehen wollen, oder seinen Artikel so schlecht geschrieben, dass es eben die anderen falsch verstehen.
    [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

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