Lernen kann Spaß machen. Manchmal muss man einfach nur anfangen

ZEIT ONLINE : Herr Deimann, Sie forschen über Motivation. Zum Jahresanfang fassen auch Studenten wieder alle möglichen guten Vorsätze. Was kann man tun, um diese in die Tat umzusetzen?

Markus Deimann : Man sollte seine Vorsätze klug formulieren. Sie müssen den eigenen Fähigkeiten entsprechen, erreichbar sein. Sich vorzunehmen, in einem Semester zehn Scheine oder so und so viele Credit Points zu erlangen, ist vollkommen unrealistisch. So übernimmt man sich, am Ende erzeugt das nur Frust. Man sollte sich ehrlich fragen, was man wirklich schaffen kann. Es ist besser, wenig zu machen, das aber gründlich.

ZEIT ONLINE : Welche Tricks gibt es?

Deimann : Es hilft, die Vorsätze so konkret zu formulieren, dass sie sich irgendwann automatisieren. Zum Beispiel: Jeden Montag um neun Uhr möchte ich an meinem Schreibtisch sitzen und arbeiten. Das kann man sich auch auf einen Zettel schreiben und an den Kühlschrank hängen. Nach einer gewissen Zeit hat das den Effekt, dass man am Montagmorgen gar nicht mehr darüber nachdenkt, was man tun soll, sondern einfach anfängt. Genauso wie wenn man beim Autofahren vom zweiten in den dritten Gang schaltet.

ZEIT ONLINE : Vorsätze wie "Ich will bessere Noten schreiben und mehr lernen" bringen also nichts?

Deimann : Solche Vorsätze können sehr unmotivierend sein. Konkrete Ziele haben den Vorteil, dass man sie auch steigern kann wenn man merkt, dass man mehr schaffen kann.

ZEIT ONLINE : Unter Studenten ist Aufschieben ja weit verbreitet . Wie kann man es in den Griff bekommen, wenn man die Abgabe der Hausarbeit oder die Anmeldung zur Prüfung immer wieder aufschiebt?