Kontakte knüpfen - auch dazu sind Praktika gut

ZEIT ONLINE : Sie haben sich in einer Studie mit Praktika und studentische Nebenjobs beschäftigt. Wie wichtig sind sie für einen gelungenen Einstieg in den Beruf?

Andreas Sarcletti : Praxiserfahrung ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der entscheidende. Wichtiger sind die Abschlussnote, die Studiendauer und vor allem das studierte Fach. In einigen Bereichen haben diejenigen einen Vorteil, die schon eine fachnahe Berufsausbildung absolviert haben. Sie müssen sich im Studium nicht so sehr um Praxiserfahrungen bemühen.

ZEIT ONLINE : In vielen Studienfächern gibt es kaum oder gar keinen Bezug zum Arbeitsleben. Sind Praktika für Studenten dieser Fächer nicht unverzichtbar?

Sarcletti : Besonders in den Sozialwissenschaften und bei den Sprach- und Kulturwissenschaften sind Praktika wichtig, um überhaupt eine Vorstellung vom Arbeitsmarkt zu bekommen und sich beruflich zu orientieren. In den naturwissenschaftlichen Fächern hingegen sind Praktika weniger bedeutend. Die meisten Studenten in Biologie, Chemie oder Physik wollen promovieren und weiter im wissenschaftlichen Bereich arbeiten.

ZEIT ONLINE : Praktika und Nebenjobs dienen auch dem Knüpfen von Kontakten. Wie groß ist der Nutzen hier tatsächlich?

Sarcletti : Etwa ein Fünftel der offenen Stellen besetzen Unternehmen mit Absolventen, die sie bereits aus einem Praktikum oder von einem Nebenjob kennen.

ZEIT ONLINE : Praktikanten und Studenten, die nebenher jobben, lernen aber unterschiedlich viel, haben Sie festgestellt.