Studentenvertretung Der Asta ist für alle daSeite 2/2
Jeder Asta muss sich eben überlegen, wie er das Geld der Studenten ausgeben möchte. Will ich die Zentrale der Revolution sein und verblendete Aktionen starten? Oder will ich etwas Vernünftiges machen, was den Studenten wirklich hilft? Wir in Hamburg sind unter manchen Studenten als "Service"-Asta verschrien, und dazu muss man wissen, dass "Service" auf dem Campus ein Kampfbegriff ist. Wir sind aber stolz auf unsere Strukturen und auf die Dienstleistungen die wir neben unserem politischen Engagement anbieten, wie Veranstaltungen, Projekte oder unser Infocafé.
Wir haben ein modernes Office mit zwei Assistentinnen, Computern, einem Zentralserver. Das ist nicht mehr das alte Bild des Asta von der Kifferbude mit Gammelsofas und vollgekritzelten Wänden. Die Buchhaltung haben wir outgesourct an einen professionellen Wirtschaftsprüfer, das kostet zwar, aber so gehen wir sicher, dass mit dem Geld der Studenten nichts Unrechtes passiert. Immer wenn ich Studenten erzähle, wie viel Geld wir verwalten, sagen die: Richtig so. Das darf man doch nicht im Chaos versickern lassen!
Ein Problem können wir aber nicht lösen, das sind die kurzen Legislaturperioden. Ein Asta regiert immer von April bis April. Der Wahlkampf selbst läuft aber von November bis Januar. Das heißt, jedem Asta bleiben effektiv nur neun Monate, um Politik zu machen. Man könnte die Perioden verlängern, aber das ist aus demokratischen Gründen schwierig. Viele der Studenten, die den Asta gewählt haben, wären dann nicht mehr an der Uni, und die Erstsemester wollen nicht erst nach zwei Jahren das erste Mal wählen. Auch für Verantwortlichen wären längere Legislaturperioden schwierig, die Referentinnen und Referenten arbeiten 40 bis 50 Stunden die Woche, ein Asta-Chef 60 bis 70, da bleibt kaum Zeit zum Studieren. Und für zwei Jahre das Studium aussetzen ist ziemlich schwierig.
Das Einzige, was sich wirklich ändern muss in Hamburg, ist die Wahlbeteiligung. Wenn die Studenten sicher sein wollen, dass ihr Asta kein Geld verschwendet, müssen sie zur Wahl gehen und in die entsprechenden Gremien, wie dem Parlament oder der öffentlichen Asta-Sitzungen. Nur wenn es eine Öffentlichkeit gibt, stehen die Verantwortlichen unter Druck, alles richtig zu machen. Wer sich nicht für Politik interessiert, der überlässt das Feld den Radikalen und den Unseriösen.
Séverin Pabsch, 24, studiert Jura und war von April 2009 und bis 06. Mai 2010 Asta-Vorsitzender an der Uni Hamburg.
Protokoll: Justus Bender
- Datum 06.05.2010 - 13:47 Uhr
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"Natürlich ist es nicht so leicht, wie es klingt. Weil bei Asta-Wahlen meist nur 25 Prozent der Studenten zur Wahlurne gehen, begünstigt das die extremen Kräfte"
Frage mich woher diese 25 % kommen sollen.... an den meisten Unis liegt die Wahlbeteiligung unter 10 % und das obwohl manche Wahllokale über eine Woche geöffnet haben.
Diese extrem niedrige Wahlbeteiligung führt häufig dazu, dass besonders Spaßparteien viele Vertreter in den Parlamenten sitzen haben.
Es mag sein, dass es wenige gut funktionierende ASten gibt, aber die meisten sind damit beschäftigt sich und ihre Leute mit Posten zu versorgen... so spart man Studienbeiträge... und verdient ein wenig Geld. Wie sonst erklärt es sich, dass so mancher Dauerstudent ewig im AStA versackt....
Und noch eine Sache. Studienbeitrasboykotte... für die Unmengen an Geld ausgegeben wurde. Da gönnte man sich edle Hochglanzplakate oder Flyer für mehrere tausend Euro...nicht zu vergessen das Gehalt des Notars... und am Ende nahmen von 17.000 Studenten nicht mal 400 an der Aktion teil! Statt aus der Sache zu lernen, will man das gleiche aber wiederholen.... Juchei...
Unter 10% ist meistens auch der Anteil an Geisteswissenschaftlern, Linksaußen und Parteimitgliedern an der Uni. Da das die Hauptzielgruppen von Asta's sind, erklärt sich die niedrige Wahlbeteiligung.
In BW gibt es Gott sei Dank keinen AstA, aber man sollte das Studierendenparlament ebenfalls abschaffen. Es ist (s.o.) weder representativ noch hat es irgendeinen Sinn.
Unter 10% ist meistens auch der Anteil an Geisteswissenschaftlern, Linksaußen und Parteimitgliedern an der Uni. Da das die Hauptzielgruppen von Asta's sind, erklärt sich die niedrige Wahlbeteiligung.
In BW gibt es Gott sei Dank keinen AstA, aber man sollte das Studierendenparlament ebenfalls abschaffen. Es ist (s.o.) weder representativ noch hat es irgendeinen Sinn.
Unter 10% ist meistens auch der Anteil an Geisteswissenschaftlern, Linksaußen und Parteimitgliedern an der Uni. Da das die Hauptzielgruppen von Asta's sind, erklärt sich die niedrige Wahlbeteiligung.
In BW gibt es Gott sei Dank keinen AstA, aber man sollte das Studierendenparlament ebenfalls abschaffen. Es ist (s.o.) weder representativ noch hat es irgendeinen Sinn.
Ich freue mich ja schon über die Einleitung "Viele Asten verschwenden Geld" - nur weil die Zeit mal alle Verschwendungsfälle der letzten zwanzig Jahre in einem Artikel gesammelt hat, ist das noch lange nicht wahr.
Ich frage mich ferner, wo meine Vorredner denn studieren - an "meiner" Uni in BaWü hat das unabhängige Modell eine Wahlbeteiligung von 25%. Aller Studenten, inkl. Auslandsstudenten, Erstsemestern, die vom unabhängigen Modell noch gar nichts wissen, Diplomarbeitern, Studenten im Praktikum, reichen "ooch, ich bleibe noch ein bisschen eingeschrieben, um die Parties mitzumachen"-Studenten etc.
Unter denjenigen Studenten, die tatsächlich an der Uni sind, dürfte die Wahlbeteiligung gar nicht mal wesentlich niedriger sein als bei Europawahlen. Schaffen wir also das Europaparlament ganz ab und lassen die europäische Kommission über Europa bestimmen?
Und die höchsten Wahlbeteiligungen erzielen nicht Geisteswissenschaftler, sondern E-Techniker und Physiker (>40%).
Konstruktive Arbeit ist mittlerweile sogar manchmal mit dem RCDS möglich, der vor einigen Legislaturperioden Gerüchten zufolge eigentlich nur im StuPa saß, um das StuPa möglichst schnell aufzulösen. Wenn jetzt noch die Studierendenvertretung tatsächliche Mitspracherechte bekäme (statt der: "Wenn ihr etwas gegen uns beschließt, ignorieren wir es sowieso"-Einstellung der Universitäten), dann hätten wir an den Unis einige der aktuellen Probleme, z.B. um Bologna, nicht oder wesentlich geringer.
MfG, Parkwaechter
Ich ergänze Parkwaechters Beitrag um die Wahlbeteiligungen in den einzelnen Fachbereichen der letzten Wahlen an seiner und auch meiner Uni. Dann dürfte sehr schnell klar werden, liebe/r asx, dass Ihre Polemik lächerlich ist.
Elektrotechnik: 41,2%
Physik: 40,4%
Wirtschaftswissenschaften: 31,4%
Chemieingenieurwesen: 28,4%
Mathematik: 25,5%
Maschinenbau: 20,5%
Informatik: 18,0%
Geowissenschaften: 16,7%
Geistes- und Sozialwissenschaften: 13,3%
Bauingenieurwesen: 9,0%
Chemie- und Biowissenschaften: 8,3%
Und nun erzählen Sie mal einem Elektrotechniker, Physiker oder Wirtschaftswissenschaftler, dass er Geisteswissenschaftler ist und ins typische Klischee eines Linksaußen und Parteimitglieds passt. Wunderbar! Das also ist die typische Zielgruppe eines AStA.
Das Studierendenparlament meiner Uni arbeitet inzwischen sehr konstruktiv. Sicherlich gibt es mitunter frucht- und sinnlose Debatten, aber konsensorientierte Entscheidungen sind in der Überzahl.
Als Hamburger Student und Fachschaftsvertreter muss ich mal grundlegenden Einspruch einlegen. Die Finanzen sind nun wahrlich nicht das größte Problem unseres Asta´s.
Würde der Asta endlich mal anfangen die Interessen der Studenten zu vertreten und sich auch bei "heißen" Themen wie zuletzt dem Bildungsstreik mal für Studenten einbringen würde und sich nicht darauf beschränken würde studentischen Initiativen beim "machen" zuzugucken um sich dann bei wichtigen Abstimmungen zu enthallten oder gar anders zu stimmen als vollmundig bei Wahlen angekündigt, DANN wäre die Wahlbeteiligung auch nicht so lächerlich gering.
Fachschaften übergreifende Veranstalltungen um evt bei der Vernetzung zu helfen oder Gott bewahre dabei gar Impulse zu setzen kann ich im Übrigen trotz des neuen Postens der meines Wissens dafür extra geschaffen wurde bislang nicht im entferntesten erkennen.
Zur Verteidigung des Astats mag man noch anerkennen dass es unendlich schwer ist den heutigen Studenten zu motivieren sich für Hochschulpolitik zu begeistern aber das entschuldigt nun wirklich nicht das völlige abhanden sein jedwedes Versuches. Der Hamburger Asta scheint sich selbst zu genügen. Schade dass man den Asta nicht evaluieren kann.
PS: Was die Fachschaftsgelder angeht. Die stehen nur Zweckgebunden zur Verfügung. Diese Zwecke sind relativ limitiert und wer z.B. durch Parties Überschuss produziert muss diesen wieder einzahlen in die Asta Kassen. Das legt uns auf langer Sicht doch deutliche Fessel an.
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