Studienreform "Acht Stunden Pflichtprogramm sind Unsinn"
Die Studienreform hat den Stress an der Uni erhöht. Psychotherapeut Rainer Holm-Hadulla erklärt im Interview, warum Studenten Freiraum zum Nachdenken unbedingt brauchen.
ZEIT ONLINE : Sie beraten an der Universität Heidelberg Studenten mit seelischen Problemen. Wie kommen eigentlich die besonders Ambitionierten mit der Studienreform klar?
Rainer Holm-Hadulla : Für Studierende, die in der Lage sind, selbstgesteuert zu lernen und dies aus eigener Motivation heraus tun, ist die Überstrukturierung der neuen Studiengänge ein großes Problem. Es mangelt an Freiräumen zum Nachdenken und zum selbständigen Problemlösen. In der Kreativitätsforschung sind sich Neurobiologen, Psychologen und Kulturwissenschaftler einig: Optimale Resultate ergeben sich im Zusammenspiel aus freiem Denken ohne Vorgaben und strukturiertem Wissenserwerb. Insofern sind acht Stunden Pflichtprogramm kontraproduktiv. Zudem senken zu viele Prüfungen die Motivation, sich auf die fachlichen Themen aus eigenem Interesse einzulassen. Prüfungen sind wichtig, aber sollten nicht zum Selbstzweck werden.

Rainer M. Holm-Hadulla ist Professor für Psychotherapeutische Medizin und leitet die Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks an der Universität Heidelberg. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen hat er die Bücher "Kreativität – Konzept und Lebensstil" und "Leidenschaft – Goethes Weg zur Kreativität" (Vandenhoeck&Ruprecht, 2010 bzw. 2009) veröffentlicht.
ZEIT ONLINE
: Warum sind Freiräume zum Nachdenken so wichtig?
Holm-Hadulla
: Ein Studium dient nicht nur dazu, Wissen zu erwerben, sondern soll auch zum selbständigen Denken befähigen und zur Neukombination erlernter Informationen. Alle Studien zeigen, dass kombinatorisches Denken am besten ohne Zeitdruck und äußere Ablenkungen funktioniert. Wenn sich jemand an einem verschlafenen Nachmittag in der Bibliothek durch ein Buch quält, und immer mal wieder aus dem Fenster schaut und seine Gedanken schweifen lässt, ist das keine verlorene Zeit, sondern von großer Bedeutung. Wenn wir ruhig, gelassen und ziellos nachdenken, sind ganz andere Hirnareale aktiv als wenn wir konzentriert denken. Diese Areale, die man Assoziationskortex nennt, sind ebenso wichtig wie die Areale, die beim konzentrierten Denken aktiv sind.
ZEIT ONLINE : Wie wirkt sich ein stark verschultes Studium auf die Motivation besonders wissbegieriger Studenten aus?
Holm-Hadulla : Wir unterscheiden zwischen intrinsischer Motivation, dem Interesse an der Sache selbst, und extrinsischer Motivation, also zum Beispiel der Belohnung durch Credit Points. Es ist eigentlich ganz einfach: Erhöht man letztere, sinkt die erstere. Es ist vollkommen unsinnig, acht Stunden Pflichtveranstaltungen am Tag abzuhalten und dafür Punkte zu vergeben. Damit erschwert man das selbständige Arbeiten und die Entwicklung verantwortlicher Intellektualität. Das beeinträchtigt übrigens auch die Produktivität und Kreativität der Professoren.
ZEIT ONLINE : Viele entdecken erst im Studium neue Interessen und vielleicht sogar Begabungen.
- Datum 23.07.2010 - 12:36 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 32
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Aus eigener Erfahrung weiss ich wie sinnlos ein Bachelor Studium ohne Master ist, da sollte man lieber gleich eine Lehre beginnen, in der man wenigstens wichtige praktische Erfahrungen sammelt. Wer sich ohne Master bewirbt wird eher belächelt, was soll man mit Book Smarts anfangen? Die kann man nur einarbeiten, was zusätzliche Kosten verursacht.
Und wer auch noch von der Uni dazu "gezwungen" wird vom Diplom in den Bachelor zu wechseln aufgrund von Lehrplanänderungen der verliert komplett die Motivation!
Studieren ist nicht mehr das was es mal war: Freiheit.
Wer sich ohne Master bewirbt wird eben nicht belächelt. Belächelt werden diejenigen, die meinen, dass der Abschluss eine Freikarte für dem Beruf sei und der eigene Einsatz als unwichtig erachten.
Ferner verursacht ein Master-Absolvent die gleichen Kosten, diese müssen, genau wie ein Bachelor-Absolventen, auch eingearbeitet werden.
Ein Absolvent, der direkt aus der Uni im Betrieb einsteigt und die Arbeiten von ersten Tag an fließend beherrscht ist schlicht und ergreifend irrealisitsch!
Wer sich ohne Master bewirbt wird eben nicht belächelt. Belächelt werden diejenigen, die meinen, dass der Abschluss eine Freikarte für dem Beruf sei und der eigene Einsatz als unwichtig erachten.
Ferner verursacht ein Master-Absolvent die gleichen Kosten, diese müssen, genau wie ein Bachelor-Absolventen, auch eingearbeitet werden.
Ein Absolvent, der direkt aus der Uni im Betrieb einsteigt und die Arbeiten von ersten Tag an fließend beherrscht ist schlicht und ergreifend irrealisitsch!
aus eigener anschauung heraus weis ich, dass diese neue struktur an den universitäten im grunde nichts anderes bewirkt als dass freies denken und der gleichen abgetötet wird... gut weiter kommen nur die die das sagen was dem dozenten genehm ist... oder wenn man gute beziehungen über verwandtschaften hat... dann kommt man auch gut durch die uni...
gruß Marc Aurel
Wer sich ohne Master bewirbt wird eben nicht belächelt. Belächelt werden diejenigen, die meinen, dass der Abschluss eine Freikarte für dem Beruf sei und der eigene Einsatz als unwichtig erachten.
Ferner verursacht ein Master-Absolvent die gleichen Kosten, diese müssen, genau wie ein Bachelor-Absolventen, auch eingearbeitet werden.
Ein Absolvent, der direkt aus der Uni im Betrieb einsteigt und die Arbeiten von ersten Tag an fließend beherrscht ist schlicht und ergreifend irrealisitsch!
Wenn ich mir die Bachelor-Studenten in meiner Umgebung so ansehe, dann glaube ich nicht, dass die im Studium weniger lernen als ich als Diplomstudent bis zum sechsten Semester; die Grundlagen sind eher noch ausgeweitet worden. Und alles ab dem sechsten Semester war früher Spezialisierung, das ist halt heute in den Master ausgelagert.
Was flöten geht, ist die Flexibilität: wer einen Teil seines Studiums noch nebenher mit Arbeit finanzieren muss (immer noch die meisten), dem fehlt im neuen System Zeit für Praktika, Auslandsaufenthalte, Sprachkurse etc. Wenn man vor 15 Jahren nach 13 Semestern sein Diplom hatte, dann hatte man all das eben auch noch mit in diese Zeit packen können, profitierte aber über die gesamte Studiendauer vom günstigen Status des "Student-Seins" (Mensa-Essen, Eintritte, Nahverkehr, Telefon etc.).
In einem verschulten Studium hat man zwar seinen Abschluss schneller, muss aber danach erst all die Erfahrungen machen, die am Arbeitsmarkt ebenfalls verlangt werden. Da man aber formal kein Student mehr ist, wird das alles schwieriger und teurer.
Durch Studiengebühren und Bologna-Reform werden die Studiendauern nur auf dem Papier gedrückt (manche fangen erst gar nicht an, manche hören früher auf, alle werden eher fertig). An den volkswirtschaftlichen Kosten einer umfassenden Bildung hat sich aber nichts geändert -- sie werden nur, dem neoliberalen Duktus unserer Zeit folgend, ungeniert aufs Individuum abgewälzt.
Mir tun die heutigen Studenten daher leid.
Hat Herr Professor wirklich dieses Wort benutzt? Kreativitaet? Erstaunen.Haette er Realitaet gesagt,an die Studenten sich anzupassen haetten ,neben 8Stunden Pflichtprogramm noch mit Ueberstunden,persoenlichen Kraenkungen und Magengeschwueren zu belasten waeren,ja dann waere ihm zu glauben.Man moechte ihn beinahe fragen, wie er es denn bei sich am Institute haelt, mit Stellenbesetzungen. Werden bei ihm auch "passgenaue" Kandidaten auf halbe Stellen mit 2-Jahresvertrag gesetzt, die dann doch 60Stunden die Woche arbeiten sollen (und eben um die 900Euro Netto dafuer herauskriegen),und sich noch bloede anreden lassen muessen dafuer,dass sie nicht nebenbei noch Zeit haben das eigene Forschungsprojekt fuer die "Weiterqualifizierung" rechtzeitig hzu beenden?.... Neugier, Wissbegier, schon auf den Schulen ist dafuer kein Platz, und von Motivation brauchen wir nicht zu reden, die Motivation ist ein Zertifikat zu erhalten, damit man beim Job-Roulette vielleicht etwas bessere Chancen hat.... Die meisten Studenten wollen doch gar nicht mehr lesen und die Professoren und wiss.Mitarbeiter sind froh drum. Denn was der Student nicht liest, muessen auch sie nicht gelesen haben. Wissen ist vor-kontrolliert. Von der ERstsemester Klausur bis zur disserttation, alles in einfache, pfadabhaengige pressbar. Sonst offenbarte sich ja noch dass der zertifizierte Professor oder Doktor einen Lektuererueckstand habe. Nach wie vor gilt in Deutschalnd: Erhalten wir die Sturktuyren, aber bitte: keine Inhalte!
Ich stimme Ihrem Beitrag völlig zu. Jüngst war eine Stelle an der Uni Greifswald ausgeschrieben: eine halbe Stelle (also 20h/Woche) als Lehrkraft für besondere Aufgaben für einen promovierten (sic!) Menschen, der dann neben Verwaltungsaufgaben, Sprechstunden, Klausuren- und Prüfungsbetreuung, Studienfachberatung, lustigen Gremiensitzungen u.a. insgesamt 8-10h/Lehre absolvieren soll. Wann soll diese denn bitte adäquat vorbereitet werden in einem geisteswissenschaftlichen Fach? Dies kann unweigerlich nur zu einer weiteren Verschlechterung und eben auch Verschulung der Lehre führen, denn im BA sind eigentlich nur noch "klassische" Stoffe lehrbar. Damit geht auf lange Sicht Wissen verloren, welches über den Kanon hinausgeht!! Welches Glück hatte ich doch, dass ich mir im Studium meine Seminare selber aussuchen und gegebenenfalls auch wieder verlassen durfte! BA und MA ist hingegen für alle Beteiligten, für Studenten ebenso wie für Dozenten (sofern sie ihr Fach nicht bereits zu lieben verlernt haben), unendlich bedauernswert. (Vorteile sind mir im Übrigen bislang noch nicht untergekommen). Für das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben, wird ist die Bachlerisierung schlicht eine Katastrophe!
Ich stimme Ihrem Beitrag völlig zu. Jüngst war eine Stelle an der Uni Greifswald ausgeschrieben: eine halbe Stelle (also 20h/Woche) als Lehrkraft für besondere Aufgaben für einen promovierten (sic!) Menschen, der dann neben Verwaltungsaufgaben, Sprechstunden, Klausuren- und Prüfungsbetreuung, Studienfachberatung, lustigen Gremiensitzungen u.a. insgesamt 8-10h/Lehre absolvieren soll. Wann soll diese denn bitte adäquat vorbereitet werden in einem geisteswissenschaftlichen Fach? Dies kann unweigerlich nur zu einer weiteren Verschlechterung und eben auch Verschulung der Lehre führen, denn im BA sind eigentlich nur noch "klassische" Stoffe lehrbar. Damit geht auf lange Sicht Wissen verloren, welches über den Kanon hinausgeht!! Welches Glück hatte ich doch, dass ich mir im Studium meine Seminare selber aussuchen und gegebenenfalls auch wieder verlassen durfte! BA und MA ist hingegen für alle Beteiligten, für Studenten ebenso wie für Dozenten (sofern sie ihr Fach nicht bereits zu lieben verlernt haben), unendlich bedauernswert. (Vorteile sind mir im Übrigen bislang noch nicht untergekommen). Für das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben, wird ist die Bachlerisierung schlicht eine Katastrophe!
Ich stimme Ihrem Beitrag völlig zu. Jüngst war eine Stelle an der Uni Greifswald ausgeschrieben: eine halbe Stelle (also 20h/Woche) als Lehrkraft für besondere Aufgaben für einen promovierten (sic!) Menschen, der dann neben Verwaltungsaufgaben, Sprechstunden, Klausuren- und Prüfungsbetreuung, Studienfachberatung, lustigen Gremiensitzungen u.a. insgesamt 8-10h/Lehre absolvieren soll. Wann soll diese denn bitte adäquat vorbereitet werden in einem geisteswissenschaftlichen Fach? Dies kann unweigerlich nur zu einer weiteren Verschlechterung und eben auch Verschulung der Lehre führen, denn im BA sind eigentlich nur noch "klassische" Stoffe lehrbar. Damit geht auf lange Sicht Wissen verloren, welches über den Kanon hinausgeht!! Welches Glück hatte ich doch, dass ich mir im Studium meine Seminare selber aussuchen und gegebenenfalls auch wieder verlassen durfte! BA und MA ist hingegen für alle Beteiligten, für Studenten ebenso wie für Dozenten (sofern sie ihr Fach nicht bereits zu lieben verlernt haben), unendlich bedauernswert. (Vorteile sind mir im Übrigen bislang noch nicht untergekommen). Für das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben, wird ist die Bachlerisierung schlicht eine Katastrophe!
Bei Ingenieuren ist es völlig normal, seine Promotion neben der Lehre voranzutreiben. Das Lehrdeputat liegt auch üblicherweise bei 4 Stunden für eine Vollzeitstelle und nicht bei 8-10. Selbstverständlich kommt dann noch Verwaltung und Vorbereitung hinzu, die sich auf höhere Stundenzahlen addieren. Insgesamt bleibt aber sicher die Hälfte der Zeit zum Promovieren übrig. Was gibt es dann zu jammern? Hier wird offensichtlich ein Sonderfall herausgepickt.
Vermutlich ist der Bachelor in erster Linie ein Problem der Geisteswissenschaftgen, denn bei Ingenieuren und auch bei Betriebswirten hat sich eigentlich nicht viel gegenüber der früher schon vorhandenen Verschulung geändert. Gibt es eine Statistik zu "Überforderung", die nach Studienrichtungen differenziert?
Was es zu jammern gibt? Das haben Sie wohl falsch verstanden - die Rede war hier von mittlerweile üblichen halben (!) Stellen für bereits Promovierte (das heißt also Menschen, die eventuell eine Familie zu ernähren haben). Ich habe keine Ahnung, wieviel Zeit Sie in den Ingenieurwissenschaften durchschnittlich für eine Lehrveranstaltung (2SWS) benötigen. In den Geisteswissenschaften sind dies nach jüngsten Umfragen ca. 4-8 Stunden pro Veranstaltung (sofern ein neuer Stoff vorbereitet und nicht das ewig Gleiche wiederholt wird - und: ja wir Geisteswissenschaftler tun nach Möglichkeit genau das: neben den "Klassikern" immer wieder Neues auch in der Lehre präsentieren). Da können Sie sich vermulich ausrechnen, wieviel Arbeitszeit das dann bei 8-10 SWS Lehre (ohne das übliche Beiwerk) ausmacht, oder? Ich selber habe übrigens auch noch auf einer "alten", halben Stelle promoviert, das war - Gott sei's gelobt und gepfiffen - in der Tat machbar, und auch meine jetztige Mitarbeiterstelle ist völlig in Ordnung. Leider sterben diese Stellen aber allmählich aus. Wenn ich jetzt eine halbe Stelle unter den oben genannten Bedingungen als "Lehrfuzzi" annehmen müsste, wäre das schlicht ein Rückschritt (und Motivationskiller).
Auch in den Ingenieurwissenschaften werden Lehrveanstaltungen vorbereitet. Bei 8-10 SWS Lehre auf einer Teilzeitstelle bei 4-8 Stunden Vorbereitung sollte man sich dann vielleicht auf weniger Veranstaltungen mit höherer Qualität beschränken. und selbst, wenn es so wäre - eine halbe Stelle sind 20 Stunden.
Es wird auch niemand gezwungen, zu promovieren. Die Promotion ist kein Regelabschluss, sondern das "Sahnehäubchen".
Was es zu jammern gibt? Das haben Sie wohl falsch verstanden - die Rede war hier von mittlerweile üblichen halben (!) Stellen für bereits Promovierte (das heißt also Menschen, die eventuell eine Familie zu ernähren haben). Ich habe keine Ahnung, wieviel Zeit Sie in den Ingenieurwissenschaften durchschnittlich für eine Lehrveranstaltung (2SWS) benötigen. In den Geisteswissenschaften sind dies nach jüngsten Umfragen ca. 4-8 Stunden pro Veranstaltung (sofern ein neuer Stoff vorbereitet und nicht das ewig Gleiche wiederholt wird - und: ja wir Geisteswissenschaftler tun nach Möglichkeit genau das: neben den "Klassikern" immer wieder Neues auch in der Lehre präsentieren). Da können Sie sich vermulich ausrechnen, wieviel Arbeitszeit das dann bei 8-10 SWS Lehre (ohne das übliche Beiwerk) ausmacht, oder? Ich selber habe übrigens auch noch auf einer "alten", halben Stelle promoviert, das war - Gott sei's gelobt und gepfiffen - in der Tat machbar, und auch meine jetztige Mitarbeiterstelle ist völlig in Ordnung. Leider sterben diese Stellen aber allmählich aus. Wenn ich jetzt eine halbe Stelle unter den oben genannten Bedingungen als "Lehrfuzzi" annehmen müsste, wäre das schlicht ein Rückschritt (und Motivationskiller).
Auch in den Ingenieurwissenschaften werden Lehrveanstaltungen vorbereitet. Bei 8-10 SWS Lehre auf einer Teilzeitstelle bei 4-8 Stunden Vorbereitung sollte man sich dann vielleicht auf weniger Veranstaltungen mit höherer Qualität beschränken. und selbst, wenn es so wäre - eine halbe Stelle sind 20 Stunden.
Es wird auch niemand gezwungen, zu promovieren. Die Promotion ist kein Regelabschluss, sondern das "Sahnehäubchen".
Dieses Interview spricht mir aus der Seele. Ich empfinde es als befreiend, dass jemand mit wissenschaftlicher u. beruflicher Authorität den Konflikt anspricht, mit dem ich mich täglich konfrontiert sehe.
Insbesondere der Punkt der intrinsischer und extrinsischer Motivation. Es ist schwer für Menschen mit Idealen, die etwas vom Studium erwarten. Fragen beantworten wollen. Die Studienreform ist nur von _dem einen_ Studenten ausgegangen.
Ich studiere Politikwissenschaft und ich war entsetzt als in der Einführungsvorlesung die Studenten die Begriff 'policy, polity und politics' zwar kannten und bennen konnten, allerdings nicht verstanden mit ihnen zu arbeiten. Es waren dann solche Studenten, die einfach alles auswendig gelernt hatten, die Begriffe nicht wirklich verstanden und am Ende eine 1,3 geschrieben haben.
Hier wird einem nämlich bewusst, dass es egal ist, was man neben den Folien sonst noch lernt. Es zählen nur die Folien. Und je näher die Klausuren rücken, je mehr man sich Gedanken darüber macht, ob man die Klausuren besteht, desto größer wird der lähmende Konflikt zwischen intrinsischem und extrinsischem Lernen. Der Konflikt zwischem dem Wunsch zu lernen und der Pflicht zu bestehen.
Ich freue mich schon auf den August. Denn dann ist meine Klausurenphase vorbei und ich darf Hausarbeiten schreiben. Wenigstens hier hat man noch ein wenig Freiheit.
...zwischen dem Wunsch zu lernen und der Pflicht zu bestehen.
Das möchte ich dann auch nochmal als Master Student unterstreichen.
Ich schreibe hier, weil ich mir Gedanken mache: Gedanken über meine Hochschule, Gedanken über andere Studenten, über andere Studiengänge, über ein über das Maß hinaus nicht gerecht werdendes Lernpensum, das Studenten aufgezwungen wird um im System Universität heute zu bestehen und zu bestehen(bewusste Doppeldeutigkeit).
Worin unterscheidet sich das heutige Lehren und Lernen an Universitäten von dem einstigen Gedankengut des "Nürnberger Trichter-Prinzips"?*
Ich kann am besten aus meiner individuellen Situation heraus berichten, aber auch über die Situation von Kollegen und Freunden, die mir nahe stehen, die meist so denken und sich sehr oft im Stich gelassen fühlen von den Universitäten bis hin zum deutschen Bildungssystem.
Ich hoffe für alle, dass es anderswo, anders sein wird, aber ich befürchte, ich irre mich und es wird sich vieles gleichen. Danke Bologna!
Kommentarseiten wie diese können nur kurz zum Ausdruck bringen wie problematisch die Situation an, ich hoffe nur "einigen" deutschen Hochschulen ist.
Um mich ganz kurz zu fassen:
* "Worin..?" Meine Antwort, sie ist sehr einfach: In nichts!
!Von Anfang des Studiums an, den Studenten wieder mehr Freiheiten gewähren! Das Studium soll in meinen Augen Spaß machen und keinen Frust erzeugen! Wenn ich für Dinge lernen muss, die für mich keine Bedeutung haben, für meine spätere Tätigkeit nicht einmal wichtig sind, warum Klausuren darüber?Warum CP´s? MEHR FREIHEITEN! BITTE!
P.s.: Ich studiere auf Lehramt in Bochum.
...zwischen dem Wunsch zu lernen und der Pflicht zu bestehen.
Das möchte ich dann auch nochmal als Master Student unterstreichen.
Ich schreibe hier, weil ich mir Gedanken mache: Gedanken über meine Hochschule, Gedanken über andere Studenten, über andere Studiengänge, über ein über das Maß hinaus nicht gerecht werdendes Lernpensum, das Studenten aufgezwungen wird um im System Universität heute zu bestehen und zu bestehen(bewusste Doppeldeutigkeit).
Worin unterscheidet sich das heutige Lehren und Lernen an Universitäten von dem einstigen Gedankengut des "Nürnberger Trichter-Prinzips"?*
Ich kann am besten aus meiner individuellen Situation heraus berichten, aber auch über die Situation von Kollegen und Freunden, die mir nahe stehen, die meist so denken und sich sehr oft im Stich gelassen fühlen von den Universitäten bis hin zum deutschen Bildungssystem.
Ich hoffe für alle, dass es anderswo, anders sein wird, aber ich befürchte, ich irre mich und es wird sich vieles gleichen. Danke Bologna!
Kommentarseiten wie diese können nur kurz zum Ausdruck bringen wie problematisch die Situation an, ich hoffe nur "einigen" deutschen Hochschulen ist.
Um mich ganz kurz zu fassen:
* "Worin..?" Meine Antwort, sie ist sehr einfach: In nichts!
!Von Anfang des Studiums an, den Studenten wieder mehr Freiheiten gewähren! Das Studium soll in meinen Augen Spaß machen und keinen Frust erzeugen! Wenn ich für Dinge lernen muss, die für mich keine Bedeutung haben, für meine spätere Tätigkeit nicht einmal wichtig sind, warum Klausuren darüber?Warum CP´s? MEHR FREIHEITEN! BITTE!
P.s.: Ich studiere auf Lehramt in Bochum.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren