Die Studenten kommen früher in die Beratung
Holm-Hadulla : Das wird mit der neuen Studienstruktur schwieriger. Aber man sollte die alten Studiengänge mit ihren riesigen Abbrecherquoten auch nicht idealisieren. Es gibt Studierende, die nicht oder nicht gut selbständig arbeiten können. Für sie ist eine starke Strukturierung, besonders in den geisteswissenschaftlichen Fächern, ein guter Weg, für einige ist das sogar ein Segen.
ZEIT ONLINE : Was hat sich in der psychologischen Beratung verändert?
Holm-Hadulla: Wir stellen fest, dass die Studierenden früher zu uns kommen. Der erhöhte Druck im Studium mag eine Rolle spielen. Wichtiger scheint jedoch zu sein, dass eine professionelle Beratung kein Stigma mehr darstellt und es sich herumgesprochen hat, dass ein großer Teil der Studierenden von wenigen Sitzungen sehr profitieren kann.
ZEIT ONLINE : Worunter leiden die Studenten, die in die Beratung kommen?
Holm-Hadulla : Zu uns kommen 600 Studierende pro Jahr, wir haben zudem 1300 Anfragen per Email und Telefon. Darunter sind einige wenige Fälle mit sehr eingreifenden Störungen, wie Psychosen oder schweren Depressionen. Etwa die Hälfte unserer Klienten leidet unter leichten oder mittelschweren Depressionen, Ängsten und Persönlichkeitsstörungen. Die andere Hälfte kommt mit Anpassungs- und Orientierungsproblemen zu uns, die für die Entwicklungsphase typisch sind. Das blieb über die letzten 20 Jahre konstant und Sie finden ähnliche Häufigkeiten auch in anderen Ländern. Es gibt natürlich viele "klassische" Probleme des Erwachsenwerdens, die ganz unabhängig von Zeitströmungen im Studium auftreten: Konflikte mit Autonomie und Abhängigkeit oder Selbstwertprobleme zum Beispiel.
Die Gedanken schweifen zu lassen ist keine verlorene Zeit
ZEIT ONLINE : Gibt es neue Krankheitsbilder, mit denen sie in der Beratung konfrontiert sind?
Holm-Hadulla: Bei einigen Studentinnen Anfang 20 haben wir bedrohliche Anzeichen von Magersucht. Das ist für uns in der Beratung ganz neu. Anorexie ist keine typische Stressreaktion, zudem beginnen die Erkrankungen üblicherweise sehr viel früher, in der Pubertät. Möglicherweise waren diese Fälle eine Reaktion auf den höheren Druck im Studium und die Verengung von Perspektiven.
ZEIT ONLINE : Was sollten die Unis tun, um die Belastung für ihre Studenten zu senken?
Holm-Hadulla:
Sie sollten berücksichtigen, dass es sehr unterschiedliche Lerntypen gibt, und mehr Freiräume schaffen für diejenigen, die selbständig lernen können und wollen. Um das akademische Arbeiten wieder stärker zu betonen, sollte es weniger Pflichtkurse geben und Prüfungen sollten flexibler sein. Warum sollte man einer Studentin, die aus eigenem Antrieb eine glänzende Arbeit zu einem Thema verfasst hat und einige Prüfungen schon mit guten Noten bestanden hat, nicht den Freiraum lassen, selbständig auszuwählen, was sie weiterbringt und was nicht?
Die Fragen stellte Meike Fries
- Datum 23.07.2010 - 12:36 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 32
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Aus eigener Erfahrung weiss ich wie sinnlos ein Bachelor Studium ohne Master ist, da sollte man lieber gleich eine Lehre beginnen, in der man wenigstens wichtige praktische Erfahrungen sammelt. Wer sich ohne Master bewirbt wird eher belächelt, was soll man mit Book Smarts anfangen? Die kann man nur einarbeiten, was zusätzliche Kosten verursacht.
Und wer auch noch von der Uni dazu "gezwungen" wird vom Diplom in den Bachelor zu wechseln aufgrund von Lehrplanänderungen der verliert komplett die Motivation!
Studieren ist nicht mehr das was es mal war: Freiheit.
Wer sich ohne Master bewirbt wird eben nicht belächelt. Belächelt werden diejenigen, die meinen, dass der Abschluss eine Freikarte für dem Beruf sei und der eigene Einsatz als unwichtig erachten.
Ferner verursacht ein Master-Absolvent die gleichen Kosten, diese müssen, genau wie ein Bachelor-Absolventen, auch eingearbeitet werden.
Ein Absolvent, der direkt aus der Uni im Betrieb einsteigt und die Arbeiten von ersten Tag an fließend beherrscht ist schlicht und ergreifend irrealisitsch!
Wer sich ohne Master bewirbt wird eben nicht belächelt. Belächelt werden diejenigen, die meinen, dass der Abschluss eine Freikarte für dem Beruf sei und der eigene Einsatz als unwichtig erachten.
Ferner verursacht ein Master-Absolvent die gleichen Kosten, diese müssen, genau wie ein Bachelor-Absolventen, auch eingearbeitet werden.
Ein Absolvent, der direkt aus der Uni im Betrieb einsteigt und die Arbeiten von ersten Tag an fließend beherrscht ist schlicht und ergreifend irrealisitsch!
aus eigener anschauung heraus weis ich, dass diese neue struktur an den universitäten im grunde nichts anderes bewirkt als dass freies denken und der gleichen abgetötet wird... gut weiter kommen nur die die das sagen was dem dozenten genehm ist... oder wenn man gute beziehungen über verwandtschaften hat... dann kommt man auch gut durch die uni...
gruß Marc Aurel
Wer sich ohne Master bewirbt wird eben nicht belächelt. Belächelt werden diejenigen, die meinen, dass der Abschluss eine Freikarte für dem Beruf sei und der eigene Einsatz als unwichtig erachten.
Ferner verursacht ein Master-Absolvent die gleichen Kosten, diese müssen, genau wie ein Bachelor-Absolventen, auch eingearbeitet werden.
Ein Absolvent, der direkt aus der Uni im Betrieb einsteigt und die Arbeiten von ersten Tag an fließend beherrscht ist schlicht und ergreifend irrealisitsch!
Wenn ich mir die Bachelor-Studenten in meiner Umgebung so ansehe, dann glaube ich nicht, dass die im Studium weniger lernen als ich als Diplomstudent bis zum sechsten Semester; die Grundlagen sind eher noch ausgeweitet worden. Und alles ab dem sechsten Semester war früher Spezialisierung, das ist halt heute in den Master ausgelagert.
Was flöten geht, ist die Flexibilität: wer einen Teil seines Studiums noch nebenher mit Arbeit finanzieren muss (immer noch die meisten), dem fehlt im neuen System Zeit für Praktika, Auslandsaufenthalte, Sprachkurse etc. Wenn man vor 15 Jahren nach 13 Semestern sein Diplom hatte, dann hatte man all das eben auch noch mit in diese Zeit packen können, profitierte aber über die gesamte Studiendauer vom günstigen Status des "Student-Seins" (Mensa-Essen, Eintritte, Nahverkehr, Telefon etc.).
In einem verschulten Studium hat man zwar seinen Abschluss schneller, muss aber danach erst all die Erfahrungen machen, die am Arbeitsmarkt ebenfalls verlangt werden. Da man aber formal kein Student mehr ist, wird das alles schwieriger und teurer.
Durch Studiengebühren und Bologna-Reform werden die Studiendauern nur auf dem Papier gedrückt (manche fangen erst gar nicht an, manche hören früher auf, alle werden eher fertig). An den volkswirtschaftlichen Kosten einer umfassenden Bildung hat sich aber nichts geändert -- sie werden nur, dem neoliberalen Duktus unserer Zeit folgend, ungeniert aufs Individuum abgewälzt.
Mir tun die heutigen Studenten daher leid.
Hat Herr Professor wirklich dieses Wort benutzt? Kreativitaet? Erstaunen.Haette er Realitaet gesagt,an die Studenten sich anzupassen haetten ,neben 8Stunden Pflichtprogramm noch mit Ueberstunden,persoenlichen Kraenkungen und Magengeschwueren zu belasten waeren,ja dann waere ihm zu glauben.Man moechte ihn beinahe fragen, wie er es denn bei sich am Institute haelt, mit Stellenbesetzungen. Werden bei ihm auch "passgenaue" Kandidaten auf halbe Stellen mit 2-Jahresvertrag gesetzt, die dann doch 60Stunden die Woche arbeiten sollen (und eben um die 900Euro Netto dafuer herauskriegen),und sich noch bloede anreden lassen muessen dafuer,dass sie nicht nebenbei noch Zeit haben das eigene Forschungsprojekt fuer die "Weiterqualifizierung" rechtzeitig hzu beenden?.... Neugier, Wissbegier, schon auf den Schulen ist dafuer kein Platz, und von Motivation brauchen wir nicht zu reden, die Motivation ist ein Zertifikat zu erhalten, damit man beim Job-Roulette vielleicht etwas bessere Chancen hat.... Die meisten Studenten wollen doch gar nicht mehr lesen und die Professoren und wiss.Mitarbeiter sind froh drum. Denn was der Student nicht liest, muessen auch sie nicht gelesen haben. Wissen ist vor-kontrolliert. Von der ERstsemester Klausur bis zur disserttation, alles in einfache, pfadabhaengige pressbar. Sonst offenbarte sich ja noch dass der zertifizierte Professor oder Doktor einen Lektuererueckstand habe. Nach wie vor gilt in Deutschalnd: Erhalten wir die Sturktuyren, aber bitte: keine Inhalte!
Ich stimme Ihrem Beitrag völlig zu. Jüngst war eine Stelle an der Uni Greifswald ausgeschrieben: eine halbe Stelle (also 20h/Woche) als Lehrkraft für besondere Aufgaben für einen promovierten (sic!) Menschen, der dann neben Verwaltungsaufgaben, Sprechstunden, Klausuren- und Prüfungsbetreuung, Studienfachberatung, lustigen Gremiensitzungen u.a. insgesamt 8-10h/Lehre absolvieren soll. Wann soll diese denn bitte adäquat vorbereitet werden in einem geisteswissenschaftlichen Fach? Dies kann unweigerlich nur zu einer weiteren Verschlechterung und eben auch Verschulung der Lehre führen, denn im BA sind eigentlich nur noch "klassische" Stoffe lehrbar. Damit geht auf lange Sicht Wissen verloren, welches über den Kanon hinausgeht!! Welches Glück hatte ich doch, dass ich mir im Studium meine Seminare selber aussuchen und gegebenenfalls auch wieder verlassen durfte! BA und MA ist hingegen für alle Beteiligten, für Studenten ebenso wie für Dozenten (sofern sie ihr Fach nicht bereits zu lieben verlernt haben), unendlich bedauernswert. (Vorteile sind mir im Übrigen bislang noch nicht untergekommen). Für das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben, wird ist die Bachlerisierung schlicht eine Katastrophe!
Ich stimme Ihrem Beitrag völlig zu. Jüngst war eine Stelle an der Uni Greifswald ausgeschrieben: eine halbe Stelle (also 20h/Woche) als Lehrkraft für besondere Aufgaben für einen promovierten (sic!) Menschen, der dann neben Verwaltungsaufgaben, Sprechstunden, Klausuren- und Prüfungsbetreuung, Studienfachberatung, lustigen Gremiensitzungen u.a. insgesamt 8-10h/Lehre absolvieren soll. Wann soll diese denn bitte adäquat vorbereitet werden in einem geisteswissenschaftlichen Fach? Dies kann unweigerlich nur zu einer weiteren Verschlechterung und eben auch Verschulung der Lehre führen, denn im BA sind eigentlich nur noch "klassische" Stoffe lehrbar. Damit geht auf lange Sicht Wissen verloren, welches über den Kanon hinausgeht!! Welches Glück hatte ich doch, dass ich mir im Studium meine Seminare selber aussuchen und gegebenenfalls auch wieder verlassen durfte! BA und MA ist hingegen für alle Beteiligten, für Studenten ebenso wie für Dozenten (sofern sie ihr Fach nicht bereits zu lieben verlernt haben), unendlich bedauernswert. (Vorteile sind mir im Übrigen bislang noch nicht untergekommen). Für das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben, wird ist die Bachlerisierung schlicht eine Katastrophe!
Ich stimme Ihrem Beitrag völlig zu. Jüngst war eine Stelle an der Uni Greifswald ausgeschrieben: eine halbe Stelle (also 20h/Woche) als Lehrkraft für besondere Aufgaben für einen promovierten (sic!) Menschen, der dann neben Verwaltungsaufgaben, Sprechstunden, Klausuren- und Prüfungsbetreuung, Studienfachberatung, lustigen Gremiensitzungen u.a. insgesamt 8-10h/Lehre absolvieren soll. Wann soll diese denn bitte adäquat vorbereitet werden in einem geisteswissenschaftlichen Fach? Dies kann unweigerlich nur zu einer weiteren Verschlechterung und eben auch Verschulung der Lehre führen, denn im BA sind eigentlich nur noch "klassische" Stoffe lehrbar. Damit geht auf lange Sicht Wissen verloren, welches über den Kanon hinausgeht!! Welches Glück hatte ich doch, dass ich mir im Studium meine Seminare selber aussuchen und gegebenenfalls auch wieder verlassen durfte! BA und MA ist hingegen für alle Beteiligten, für Studenten ebenso wie für Dozenten (sofern sie ihr Fach nicht bereits zu lieben verlernt haben), unendlich bedauernswert. (Vorteile sind mir im Übrigen bislang noch nicht untergekommen). Für das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben, wird ist die Bachlerisierung schlicht eine Katastrophe!
Bei Ingenieuren ist es völlig normal, seine Promotion neben der Lehre voranzutreiben. Das Lehrdeputat liegt auch üblicherweise bei 4 Stunden für eine Vollzeitstelle und nicht bei 8-10. Selbstverständlich kommt dann noch Verwaltung und Vorbereitung hinzu, die sich auf höhere Stundenzahlen addieren. Insgesamt bleibt aber sicher die Hälfte der Zeit zum Promovieren übrig. Was gibt es dann zu jammern? Hier wird offensichtlich ein Sonderfall herausgepickt.
Vermutlich ist der Bachelor in erster Linie ein Problem der Geisteswissenschaftgen, denn bei Ingenieuren und auch bei Betriebswirten hat sich eigentlich nicht viel gegenüber der früher schon vorhandenen Verschulung geändert. Gibt es eine Statistik zu "Überforderung", die nach Studienrichtungen differenziert?
Was es zu jammern gibt? Das haben Sie wohl falsch verstanden - die Rede war hier von mittlerweile üblichen halben (!) Stellen für bereits Promovierte (das heißt also Menschen, die eventuell eine Familie zu ernähren haben). Ich habe keine Ahnung, wieviel Zeit Sie in den Ingenieurwissenschaften durchschnittlich für eine Lehrveranstaltung (2SWS) benötigen. In den Geisteswissenschaften sind dies nach jüngsten Umfragen ca. 4-8 Stunden pro Veranstaltung (sofern ein neuer Stoff vorbereitet und nicht das ewig Gleiche wiederholt wird - und: ja wir Geisteswissenschaftler tun nach Möglichkeit genau das: neben den "Klassikern" immer wieder Neues auch in der Lehre präsentieren). Da können Sie sich vermulich ausrechnen, wieviel Arbeitszeit das dann bei 8-10 SWS Lehre (ohne das übliche Beiwerk) ausmacht, oder? Ich selber habe übrigens auch noch auf einer "alten", halben Stelle promoviert, das war - Gott sei's gelobt und gepfiffen - in der Tat machbar, und auch meine jetztige Mitarbeiterstelle ist völlig in Ordnung. Leider sterben diese Stellen aber allmählich aus. Wenn ich jetzt eine halbe Stelle unter den oben genannten Bedingungen als "Lehrfuzzi" annehmen müsste, wäre das schlicht ein Rückschritt (und Motivationskiller).
Auch in den Ingenieurwissenschaften werden Lehrveanstaltungen vorbereitet. Bei 8-10 SWS Lehre auf einer Teilzeitstelle bei 4-8 Stunden Vorbereitung sollte man sich dann vielleicht auf weniger Veranstaltungen mit höherer Qualität beschränken. und selbst, wenn es so wäre - eine halbe Stelle sind 20 Stunden.
Es wird auch niemand gezwungen, zu promovieren. Die Promotion ist kein Regelabschluss, sondern das "Sahnehäubchen".
Was es zu jammern gibt? Das haben Sie wohl falsch verstanden - die Rede war hier von mittlerweile üblichen halben (!) Stellen für bereits Promovierte (das heißt also Menschen, die eventuell eine Familie zu ernähren haben). Ich habe keine Ahnung, wieviel Zeit Sie in den Ingenieurwissenschaften durchschnittlich für eine Lehrveranstaltung (2SWS) benötigen. In den Geisteswissenschaften sind dies nach jüngsten Umfragen ca. 4-8 Stunden pro Veranstaltung (sofern ein neuer Stoff vorbereitet und nicht das ewig Gleiche wiederholt wird - und: ja wir Geisteswissenschaftler tun nach Möglichkeit genau das: neben den "Klassikern" immer wieder Neues auch in der Lehre präsentieren). Da können Sie sich vermulich ausrechnen, wieviel Arbeitszeit das dann bei 8-10 SWS Lehre (ohne das übliche Beiwerk) ausmacht, oder? Ich selber habe übrigens auch noch auf einer "alten", halben Stelle promoviert, das war - Gott sei's gelobt und gepfiffen - in der Tat machbar, und auch meine jetztige Mitarbeiterstelle ist völlig in Ordnung. Leider sterben diese Stellen aber allmählich aus. Wenn ich jetzt eine halbe Stelle unter den oben genannten Bedingungen als "Lehrfuzzi" annehmen müsste, wäre das schlicht ein Rückschritt (und Motivationskiller).
Auch in den Ingenieurwissenschaften werden Lehrveanstaltungen vorbereitet. Bei 8-10 SWS Lehre auf einer Teilzeitstelle bei 4-8 Stunden Vorbereitung sollte man sich dann vielleicht auf weniger Veranstaltungen mit höherer Qualität beschränken. und selbst, wenn es so wäre - eine halbe Stelle sind 20 Stunden.
Es wird auch niemand gezwungen, zu promovieren. Die Promotion ist kein Regelabschluss, sondern das "Sahnehäubchen".
Dieses Interview spricht mir aus der Seele. Ich empfinde es als befreiend, dass jemand mit wissenschaftlicher u. beruflicher Authorität den Konflikt anspricht, mit dem ich mich täglich konfrontiert sehe.
Insbesondere der Punkt der intrinsischer und extrinsischer Motivation. Es ist schwer für Menschen mit Idealen, die etwas vom Studium erwarten. Fragen beantworten wollen. Die Studienreform ist nur von _dem einen_ Studenten ausgegangen.
Ich studiere Politikwissenschaft und ich war entsetzt als in der Einführungsvorlesung die Studenten die Begriff 'policy, polity und politics' zwar kannten und bennen konnten, allerdings nicht verstanden mit ihnen zu arbeiten. Es waren dann solche Studenten, die einfach alles auswendig gelernt hatten, die Begriffe nicht wirklich verstanden und am Ende eine 1,3 geschrieben haben.
Hier wird einem nämlich bewusst, dass es egal ist, was man neben den Folien sonst noch lernt. Es zählen nur die Folien. Und je näher die Klausuren rücken, je mehr man sich Gedanken darüber macht, ob man die Klausuren besteht, desto größer wird der lähmende Konflikt zwischen intrinsischem und extrinsischem Lernen. Der Konflikt zwischem dem Wunsch zu lernen und der Pflicht zu bestehen.
Ich freue mich schon auf den August. Denn dann ist meine Klausurenphase vorbei und ich darf Hausarbeiten schreiben. Wenigstens hier hat man noch ein wenig Freiheit.
...zwischen dem Wunsch zu lernen und der Pflicht zu bestehen.
Das möchte ich dann auch nochmal als Master Student unterstreichen.
Ich schreibe hier, weil ich mir Gedanken mache: Gedanken über meine Hochschule, Gedanken über andere Studenten, über andere Studiengänge, über ein über das Maß hinaus nicht gerecht werdendes Lernpensum, das Studenten aufgezwungen wird um im System Universität heute zu bestehen und zu bestehen(bewusste Doppeldeutigkeit).
Worin unterscheidet sich das heutige Lehren und Lernen an Universitäten von dem einstigen Gedankengut des "Nürnberger Trichter-Prinzips"?*
Ich kann am besten aus meiner individuellen Situation heraus berichten, aber auch über die Situation von Kollegen und Freunden, die mir nahe stehen, die meist so denken und sich sehr oft im Stich gelassen fühlen von den Universitäten bis hin zum deutschen Bildungssystem.
Ich hoffe für alle, dass es anderswo, anders sein wird, aber ich befürchte, ich irre mich und es wird sich vieles gleichen. Danke Bologna!
Kommentarseiten wie diese können nur kurz zum Ausdruck bringen wie problematisch die Situation an, ich hoffe nur "einigen" deutschen Hochschulen ist.
Um mich ganz kurz zu fassen:
* "Worin..?" Meine Antwort, sie ist sehr einfach: In nichts!
!Von Anfang des Studiums an, den Studenten wieder mehr Freiheiten gewähren! Das Studium soll in meinen Augen Spaß machen und keinen Frust erzeugen! Wenn ich für Dinge lernen muss, die für mich keine Bedeutung haben, für meine spätere Tätigkeit nicht einmal wichtig sind, warum Klausuren darüber?Warum CP´s? MEHR FREIHEITEN! BITTE!
P.s.: Ich studiere auf Lehramt in Bochum.
...zwischen dem Wunsch zu lernen und der Pflicht zu bestehen.
Das möchte ich dann auch nochmal als Master Student unterstreichen.
Ich schreibe hier, weil ich mir Gedanken mache: Gedanken über meine Hochschule, Gedanken über andere Studenten, über andere Studiengänge, über ein über das Maß hinaus nicht gerecht werdendes Lernpensum, das Studenten aufgezwungen wird um im System Universität heute zu bestehen und zu bestehen(bewusste Doppeldeutigkeit).
Worin unterscheidet sich das heutige Lehren und Lernen an Universitäten von dem einstigen Gedankengut des "Nürnberger Trichter-Prinzips"?*
Ich kann am besten aus meiner individuellen Situation heraus berichten, aber auch über die Situation von Kollegen und Freunden, die mir nahe stehen, die meist so denken und sich sehr oft im Stich gelassen fühlen von den Universitäten bis hin zum deutschen Bildungssystem.
Ich hoffe für alle, dass es anderswo, anders sein wird, aber ich befürchte, ich irre mich und es wird sich vieles gleichen. Danke Bologna!
Kommentarseiten wie diese können nur kurz zum Ausdruck bringen wie problematisch die Situation an, ich hoffe nur "einigen" deutschen Hochschulen ist.
Um mich ganz kurz zu fassen:
* "Worin..?" Meine Antwort, sie ist sehr einfach: In nichts!
!Von Anfang des Studiums an, den Studenten wieder mehr Freiheiten gewähren! Das Studium soll in meinen Augen Spaß machen und keinen Frust erzeugen! Wenn ich für Dinge lernen muss, die für mich keine Bedeutung haben, für meine spätere Tätigkeit nicht einmal wichtig sind, warum Klausuren darüber?Warum CP´s? MEHR FREIHEITEN! BITTE!
P.s.: Ich studiere auf Lehramt in Bochum.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren