Wer nach einem Praktikum sucht, sollte sich schon vorher überlegen, was er da lernen will

ZEIT ONLINE : Herr Meier, welche Unternehmen kommen besser bei den Studenten an: kleine oder große?

André Meier
: Das ist ganz unterschiedlich. Man merkt aber, dass sich Studenten mit den kleinen Unternehmen stärker identifizieren. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch nicht, dass sie diese deshalb bevorzugen. Große Firmen haben mehr Stellen zur Verfügung und konnten so bei prakti-test schon einige positive Bewertungen sammeln.

ZEIT ONLINE : Welche Unternehmen bewerten Studenten kritischer?

Meier
: Im Schnitt bekommen die großen Unternehmen bessere Bewertungen als die kleinen. Bekannte Firmen können es sich einfach nicht leisten, ein katastrophales Praktikum anzubieten. Gleichzeitig ist die Spannbreite bei den Bewertungen der Kleinunternehmen enorm groß. So schneiden sie einerseits häufiger schlecht ab, weil es keine richtige Praktikantenbetreuung gibt oder im Praktikum zu wenig zu tun war. Andererseits findet man genau dort auch richtige Begeisterung: Die Studenten loben das gute Arbeitsklima und finden es toll, dass sie voll in die Abläufe integriert worden sind.

ZEIT ONLINE : Wenn Sie ein allgemeines Stimmungsbild zeichnen müssten: Sind die Studenten eher zufrieden oder unzufrieden mit ihren Praktika?

Meier
: Wir haben bislang mehr positive als negative Bewertungen. Das hat uns ein wenig überrascht, denn normalerweise machen die Leute auf solchen Bewertungsseiten ihrem Ärger Luft. Hier gibt es wirklich viele, die ein Praktikum weiterempfehlen. Dennoch finden sich auch ein paar richtig schwarze Schafe. Das kann man auf unserer Seite alles nachlesen.

ZEIT ONLINE : Reagieren die Unternehmen auf die Kritik der Studenten?

Meier
: Es kommt vor, dass sich die Arbeitgeber an uns wenden, weil sie ihr Image beschädigt sehen. Würden sie von vornherein bessere Praktika anbieten, gäbe es das Problem aber gar nicht. Außerdem können Unternehmen immer einen Kommentar zu den Vorwürfen abgeben. Das haben bislang aber nur wenige in Anspruch genommen.

ZEIT ONLINE : Was bemängeln Studenten am häufigsten?

Meier
: Ein Klassiker ist, dass man nur die billige Arbeitskraft ist, die unspannende Aufgaben zu erledigen hat. Vor allem bei Kleinunternehmen ist ein häufiger Kritikpunkt, dass Praktikanten eine Vollzeitstelle ersetzen. Es gibt kleine Firmen, die von Praktikanten leben. Manchmal gibt es aber auch gar keine Aufgaben und der Student bekommt das Gefühl vermittelt, dass er nicht gebraucht wird.