Berufserfahrung "Spaßpraktika bringen nichts"
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 Wer unzufrieden ist, sollte das sagen

ZEIT ONLINE : Sollte man als Praktikant seine Unzufriedenheit direkt äußern?

Meier : Gerade im Praktikum ist es wichtig, dass beide Seiten bereits im Vorstellungsgespräch klären, was für sie wichtig ist. Bewerber sollten fragen, was die Aufgaben sind. So haben sie die Möglichkeit, einschätzen zu können, ob sie das lernen können, was sie lernen wollen.

ZEIT ONLINE : Und wenn sich schon während des Praktikums abzeichnet, dass es die absolute Katastrophe ist?

Meier : Dann muss man sich überlegen, ob es die Zeit wert ist oder ob es nicht klüger ist, einen anderen Platz zu suchen. Wenn getroffene Absprachen nicht eingehalten werden ist es hilfreich das Gespräch mit dem Betreuer oder Chef zu suchen.

ZEIT ONLINE : Müssen Praktikanten nicht befürchten, dann als Querulanten zu gelten?

Meier : Eigentlich verbaut man sich nichts. Denn wenn das Unternehmen nicht mal ein Praktikum anbieten kann, das einen zufriedenstellt, dann will man es doch auch später nicht als Arbeitgeber haben.

ZEIT ONLINE : Trotzdem gibt es doch sicher Dinge, die man als Praktikant auf keinen Fall tun sollte.

Meier
: Man sollte eben immer bedenken, dass man ein Praktikum macht und realistische Ansprüche stellen. Natürlich gehört es im Praktikum dazu, dass man die eine oder andere weniger anspruchsvolle Aufgabe erledigt, die vielleicht nicht so viel Spaß macht.

ZEIT ONLINE : Ab welchem Zeitpunkt sollte man sich für Praktika bewerben, von denen man etwas für den späteren Beruf lernen will?

Meier
: Von Anfang an. Immerhin investiert man einiges an Zeit. Reine Spaßpraktika bringen nichts. In der Zeit ist es klüger, einen Nebenjob zu machen, der Spaß macht und bei dem man mehr verdient als im Praktikum.

ZEIT ONLINE : Sie haben ja sicher selbst das eine oder andere Praktikum absolviert. Was war im Nachhinein ihre wichtigste Erkenntnis?

Meier
: Dass Kommunikation enorm wichtig ist. Bewerber sollten sich im Vorfeld mit sich und mit der Stelle auseinandersetzen und sich fragen: Welche Erwartungen habe ich? Was möchte ich lernen? Auch im Praktikum sollte man immer sagen, was gefällt und was nicht. Wenn man grundsätzlich Engagement zeigt, darf man auch kritisch sein.

 
Leser-Kommentare
  1. oder anders: Erwartet jemand, dass Arbeit immer Spaß macht? Und das die Belastung immer unterschiedlich ist, ist wohl auch normal. Wenn sie keine Aufgaben haben, dann sollen sie sich welche suchen oder halt einen anderen Prakitkumsplatz

  2. Scheint inzwischen noch so ein Portal zu geben, das sogar schon etwas größer ist. Neulich waren die Gründer bei uns an an der Uni und haben Bewertungen gesammelt. Coole Sache: http://meinpraktikum.de

  3. Habe http://www.prakti-test.de schon selbst für die Suche nach einem Praktikum genutzt und bin froh, dass wir Studenten nun auch eine Möglichkeit haben auf frühere Praktikumsberichte zurückzugreifen. @Peter_K: Guter Tipp! Für mich wirkt die Seite wegen der wohl starken Zusammenarbeit mit Unternehmen aber irgendwie nicht ganz so objektiv wie andere Angebote (z.B. auch vom DGB).

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