Science Cheerleading Pompoms für die Wissenschaft

Wie begeistert man Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe? In den USA jubeln die "Science Cheerleaders" der Wissenschaft zu. Von Meike Fries

Man kann ja schlau sein und trotzdem Spaß haben. Die Science Cheerleaders bei der Arbeit

Man kann ja schlau sein und trotzdem Spaß haben. Die Science Cheerleaders bei der Arbeit

Mädchen und junge Frauen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, ist bekanntlich oftmals nicht ganz einfach. Etliche staatliche Programme versuchen hierzulande, die Studentinnenzahlen in den männerdominierten Disziplinen zu steigern. Weithin bekannt ist der Girls Day, der alljährlich Schülerinnen an Werkbänke und Bunsenbrenner lockt.

Es geht auch aber anders: Darlene Cavalier, Amerikanerin und Mitarbeiterin des US-Magazins Discover , hat in Philadelphia die "Science Cheerleaders" gegründet. Diese huldigen turnend nicht einer Football-Mannschaft, sondern der Wissenschaft als solche. Bewerben kann sich jede geistig wie körperlich bewegliche Frau mit Hochschulabschluss. Ingenieurinnen, Computerchipentwicklerinnen, Neuroforscherinnen – sogar eine Sexualforscherin ist dabei. Cavalier sagt: "Wir wollen Mädchen vermitteln, dass Wissenschaft nicht nur etwas für seltsam aussehende Nerds ist. Man kann klug sein und trotzdem Spaß haben."

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Ihren ersten Auftritt hatten sie kürzlich auf dem Science and Engineering Festival in Washington D.C.. Cavalier ist sich sicher, dass ihre Botschaft ankam. "Viele Mädchen und ihre Eltern waren begeistert. Durch uns verstehen sie, dass man sich nicht für eine Sache entscheiden muss. Man kann Forscherin und Cheerleader sein". Das sagt sie so leicht. Denn zu dieser Erkenntnis mussten ihre Cheerleader erst einmal selbst gelangen. "Im Job verschwiegen alle ihre Leidenschaft für Pompons, beim Cheerleading verloren sie niemals ein Wort darüber, dass ihr Herz zu allererst für Wissenschaft und Forschung schlägt."

Cavallier kannte das aus ihrem eigenen Leben. Sie jubelte in den neunziger Jahren fürs Basketballteam der Philadelphia 76ers. Im Job erzählte sie es niemandem. "Irgendwann kam es raus. Die Kollegen waren ziemlich überrascht, und dann fanden sie es toll." Dass Frauen mit tiefem Dekolleté und hohen Stiefeln die Hüften für die Forschung schwingen, finden aber nicht alle zielführend. "Wir werden natürlich diskriminiert und angefeindet. Es sind immer feministische Wissenschaftlerinnen, die uns vorhalten, wir würden uns selbst zu Sexobjekten degradieren."

Doch das schreckt Cavalier nicht. Sie ist von ihrer Mission überzeugt: "Irgendwann wird es im ganzen Land Science Cheerleaders geben!"
 

 
Leser-Kommentare
    • carol
    • 26.11.2010 um 9:34 Uhr

    das ist ja so arm. Geek sein ist cool. leider sind die nicht cool.

    schauen sie sich um. ist denn durch die "technik" und die tolle "wissenschaft" wirklich alles so toll?

    nein, und deshalb ist das alles auch nicht cool.

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    • VMK
    • 27.11.2010 um 15:21 Uhr

    Natürlich können wir auch auf die "Technik" und die tolle "Wissenschaft" pfeifen - dann sitze ich eben bei Kerzenlicht statt der Strahlung einer Energiesparlampe an meinem MacBook und schreibe Kommentare für Zeit Online ;)

    Um die Science Cheerleaders zu verstehen muss man wissen, dass in den USA Menschen, die sich für naturwissenschaftliche Fächer begeistern als pickelige Nerds angesehen werden die als verklemmt, eigenbrötlerisch und kulturbefreit.

    Natürlich gibt es derartige Klischees auch in Deutschland. Stichwort: "Karohemd und Samenstau - Ich studier’ Maschinenbau…" Nur sind derartige Stereotypen in den Vereinigten Staaten viel tiefer manifestiert. Interessenten empfehle ich die Serie "Greek".

    Ich finde dass es schon einmal schlechtere Ideen gab. Sicherlich können die Science Cheerleaders in diesem Zusammenhang Rollenmodelle für Mädchen als auch Jungen sein und sie ermutigen, sich über ein naturwissenschaftliches/technisches Studienfach zu informieren.

    • VMK
    • 27.11.2010 um 15:21 Uhr

    Natürlich können wir auch auf die "Technik" und die tolle "Wissenschaft" pfeifen - dann sitze ich eben bei Kerzenlicht statt der Strahlung einer Energiesparlampe an meinem MacBook und schreibe Kommentare für Zeit Online ;)

    Um die Science Cheerleaders zu verstehen muss man wissen, dass in den USA Menschen, die sich für naturwissenschaftliche Fächer begeistern als pickelige Nerds angesehen werden die als verklemmt, eigenbrötlerisch und kulturbefreit.

    Natürlich gibt es derartige Klischees auch in Deutschland. Stichwort: "Karohemd und Samenstau - Ich studier’ Maschinenbau…" Nur sind derartige Stereotypen in den Vereinigten Staaten viel tiefer manifestiert. Interessenten empfehle ich die Serie "Greek".

    Ich finde dass es schon einmal schlechtere Ideen gab. Sicherlich können die Science Cheerleaders in diesem Zusammenhang Rollenmodelle für Mädchen als auch Jungen sein und sie ermutigen, sich über ein naturwissenschaftliches/technisches Studienfach zu informieren.

    • VMK
    • 27.11.2010 um 15:21 Uhr

    Natürlich können wir auch auf die "Technik" und die tolle "Wissenschaft" pfeifen - dann sitze ich eben bei Kerzenlicht statt der Strahlung einer Energiesparlampe an meinem MacBook und schreibe Kommentare für Zeit Online ;)

    Um die Science Cheerleaders zu verstehen muss man wissen, dass in den USA Menschen, die sich für naturwissenschaftliche Fächer begeistern als pickelige Nerds angesehen werden die als verklemmt, eigenbrötlerisch und kulturbefreit.

    Natürlich gibt es derartige Klischees auch in Deutschland. Stichwort: "Karohemd und Samenstau - Ich studier’ Maschinenbau…" Nur sind derartige Stereotypen in den Vereinigten Staaten viel tiefer manifestiert. Interessenten empfehle ich die Serie "Greek".

    Ich finde dass es schon einmal schlechtere Ideen gab. Sicherlich können die Science Cheerleaders in diesem Zusammenhang Rollenmodelle für Mädchen als auch Jungen sein und sie ermutigen, sich über ein naturwissenschaftliches/technisches Studienfach zu informieren.

    Antwort auf "ist arm"

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