Gewohnter Ausblick für Corinna: Die Landschaft hinter der Zugscheibe

ZEIT ONLINE : Du hast Deine Wohnung aufgegeben und reist seitdem mit der Bahn durch Deutschland. Seit wann bist du unterwegs?

Corinna von der Groeben : Seit September habe ich die Bahncard 100 und dafür keinen festen Wohnsitz mehr. Insgesamt ein Jahr will ich unterwegs sein.

ZEIT ONLINE : Du bist aber an einer Universität eingeschrieben.

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von derGroeben : Ich bin gerade in meinem Meisterschülerjahr an der Kunstakademie in Karlsruhe. Seit meinem Diplomabschluss im Sommer habe ich ein Jahr Zeit, um an Projekten zu arbeiten, die im Anschluss ausgestellt werden. Ich studiere also noch, kann meine Zeit aber frei einteilen. Die Bahnreise ist eine Mischung aus Freizeit und Arbeit: Ich gehe überall in Deutschland mit alten Klassenkameraden Mittag essen, die ich sonst nicht treffen würde. Aber ich treffe auch Künstler und arbeite mit ihnen zusammen. Außerdem kann ich ganz spontan zu Ausstellungen fahren. Einmal habe ich abends einen Artikel über ein Fotofestival in Leipzig gelesen und bin am nächsten Morgen aus Karlsruhe hingefahren. Das würde ich sonst nicht machen.

ZEIT ONLINE : Wird aus deinem Jahr auf Schienen ein Kunstprojekt?

von derGroeben : Das überlege ich mir noch. Ich fotografiere unterwegs und schreibe auch auf, wo ich war, bei wem ich übernachtet habe, ob ich gestresst bin oder Spaß habe. Aber das ist nicht das Hauptziel meiner Reise. Ich mache das eher für mich als für andere: Ich blogge nicht und auch aus Facebook bin ich vorher ausgetreten. Ich wollte Deutschland besser kennenlernen und rausfinden, wie es ist, Backpacker im eigenen Land zu sein.

ZEIT ONLINE : Wie kamst Du auf die Idee?