ZEIT ONLINE : Herr Pitzer, Sie haben Ihr Pharmazie-Studium beendet, nun machen Sie eine Weltreise. Achteinhalb Monate lang. In Ägypten waren Sie schon und auch in Syrien, Jordanien, im Oman und in Indien. Was hat Sie auf Ihrer Reise bisher am stärksten beeindruckt?

Fabian Pitzer : Das unsagbar ineffiziente indische Transportsystem. Für 300 Kilometer kann man locker fünf Stunden brauchen. Irgendwann findet man sich einfach damit ab, mehr Nächte im Schlafwagen als im Hotel zu verbringen. Wenigstens ist der lahme Zug günstig. Für eine Strecke dieser Länge bezahlt man umgerechnet etwa fünf Euro.

ZEIT ONLINE : Aber ansonsten ist eine Weltreise doch bestimmt nicht sonderlich günstig. Wie finanzieren Sie das?

Pitzer : Meine Eltern haben mir netterweise die Flüge bezahlt, als Examensgeschenk. Außerdem habe ich als Student immer gespart, mir nie Auto, Playstation oder sonst etwas gekauft. Die Flüge haben 2600 Euro gekostet. Inzwischen weiß ich, dass ich mit einer Around-the-world-Ticket-Variante wohl etwas günstiger weggekommen wäre als mit Einzelflügen. Für Essen, Übernachtungen und Ausflüge plane ich 1000 Euro pro Monat ein.

ZEIT ONLINE : Die Flüge von Land zu Land stehen also schon fest? Wie haben Sie die Route bestimmt?

Pitzer : Im Studium wollte ich immer nach Vietnam. Aber ich hatte nie Zeit, weil ich auf Klausuren lernen musste oder Praktika gemacht habe. Pharmazie ist sehr stressig. Jetzt ist aus der geplanten Vietnam- eine ganze Weltreise geworden. Da ich sehr gerne fotografiere , habe ich bei flickr und fotocommunity nach schönen Motiven gesucht und nach den Orten, an denen die Fotos aufgenommen wurden. Dann habe ich im Internet nach Informationen gesucht und Freunde gefragt, die schon in den Ländern waren. Die Flüge von Land zu Land sind gebucht, ansonsten bin ich flexibel.

ZEIT ONLINE : Und vor Ort? Suchen Sie Ihre Touren nach Bildern im Reiseführer aus?

Pitzer : Reiseführer sollte man auf keinen Fall einpacken, höchstens eine englische Ausgabe im Land kaufen und dann die Seiten, die man für den betreffenden Tag braucht, für die Hosentasche herausschneiden. Wenn man weiterreist, verschenkt man das Buch an den nächsten Backpacker. Sonst schleppt man sich tot. Der Lonely Planet ist Segen und Fluch zugleich: Was dort drin steht, ist längst kein Geheimtipp mehr und deshalb oft teurer und ausgebucht. Besser ist, man fragt andere Reisende.

ZEIT ONLINE : Wenn schon keine Reiseführer – was muss man auf jeden Fall einpacken?

Pitzer : Schlafsack, Weltstromadapter, Taschenmesser, eine Paketschnur für Wäsche, Kopien aller wichtigen Dokumente. Natürlich habe ich auch diverse Durchfallmittel, Desinfektionszeug und saubere Spritzen dabei – Apothekerkrankheit! Aber es hat sich schon gelohnt: Bei indischen Gewürzen macht selbst der hartgesottenste mitteleuropäische Magen schlapp. Eins meiner Durchfallmittel hat geholfen. Allerdings habe ich mir in Indien beim Blick in die öffentlichen Toiletten, oder besser Löcher, sogar schon mal ein deutsches Regionalbahnklo herbeigesehnt.