Feiertage Wie Studenten Weihnachten verbringen
Bei den Eltern in der deutschen Provinz, im Studentenwohnheim im Ausland oder allein zuhause? Wir haben uns unter Studenten umgehört, was sie an Weihnachten machen.
- Datum: 21.12.2011 - 17:55 Uhr
© Tobias Jochheim
Gerrit Cziehso, 23, studiert Wirtschaftswissenschaften im 7. Semester an der TU Dortmund
"Meine Familie ist normalerweise weit verstreut, Weihnachten ist das einzige Mal im Jahr, wo wir uns alle sehen. Nach Essen und Bescherung gehe ich Heiligabend mit dem Weihnachtsgeld in der Tasche noch feiern – das ist auch schon Tradition. Was nervt, ist dieser ganze Konsum-Quatsch. Alle drehen komplett durch, weil ja jeder unbedingt das größte Geschenk anschleppen muss. Ich bemühe mich, mich davon nicht anstecken zu lassen."
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Carlos Villela, 30, promoviert in Entwicklungspolitik an der Ruhr-Uni Bochum
"In diesem Jahr feiere ich gar nicht. Weihnachten fällt einfach aus. Ich stecke mitten in einer Trennung, das wird mein erstes Weihnachtsfest alleine. Geschenke, Essen, Musik – ich halte mich aus allem komplett raus. An Heiligabend werde ich wohl fernsehen und früh ins Bett gehen. Umso mehr freue ich mich auf das neue Jahr. Wie sagt man? 'Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …'"
© Tobias Jochheim
Jana Reuter, 22, studiert Sozialökonomik im 5. Semester an der Uni Erlangen-Nürnberg (derzeit im Auslandssemester in Göteborg)
"Dieses Jahr feiere ich nicht mit meiner Familie, sondern mit vielen internationalen Studenten in einer Gemeinschaftsküche in meinem Göteborger Studentenwohnheim. Mit Weihnachtsschinken, Weihnachtsknäckebrot und Weihnachtsbier. Die Schweden haben von fast allem eine Weihnachtsversion, sogar von der Milchpackung grinst mir eine Kuh mit Nikolausmütze entgegen. Großartig!
Und nervige Musik, aggressive Werbung, überteuerter Glühwein und ein bisschen Geschenke-Stress gehören einfach dazu. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen bei mir noch richtig Weihnachtsstimmung aufkommt!"
© Tobias Jochheim
Tobias Möcking, 25, studiert Sport, Gesundheit und Prävention im 3. Semester an der Deutschen Sporthochschule Köln
"Ich freue mich auf jeden Fall volles Programm auf Weihnachten zuhause! Gutes Essen, gutes Bier, guter Wein... und das alles in gemütlicher Atmosphäre am Kamin mit meinen Eltern, meiner Freundin und den besten Brüdern der Welt. Am zweiten Weihnachtstag geht's dann zur Familie meiner Freundin. Ihre Mutter kommt gebürtig aus Tschechien und kocht sehr gut, so dass ich mich auch da auf das Essen freue. Das einzige was mich nervt, sind die Kopfschmerzen vom Sliwowitz am nächsten Tag – der Pflaumenschnaps wird nämlich großzügig ausgeschenkt…"
© Tobias Jochheim
Laura Fiesel, 23, studiert Wirtschaftswissenschaften im 7. Semester an der TU Dortmund
"Ich freue mich nicht erst auf Heiligabend, sondern schon auf den 23. Dezember. Dann fahre ich zu meinen Eltern, zum Baum schmücken und Bratäpfel essen. Statt in die Kirche zu gehen, gucken wir jedes Jahr alle gemeinsam die Muppets-Weihnachtsgeschichte – früher auf Videokassette, heute auf DVD. Nach der Bescherung fahren wir zu Freunden und feiern gemeinsam mit ihnen und viel Sekt am warmen Kamin. Danach strömt das ganze Dorf in ein Café, wo bis 2 oder 3 Uhr einfach erzählt wird. Bis dahin stört mich allerdings, wie voll die Innenstädte sind. Alle sind gestresst und unachtsam. Wenn ich vor die Tür gehe, werde ich ständig fast umgerannt. Weihnachtsmusik hingegen finde ich schön – und empfehle allen die Christmas Radio App!"
© Tobias Jochheim
Gregor Damm, 24, studiert im 9. Semester Politikmanagement an der Uni Duisburg-Essen
"Ich freue mich besonders auf das Zusammensein und Essen mit meiner Familie. Aus Tradition gibt es bei uns nichts übertrieben Großes und Ausgefallenes, sondern Bockwurst mit Kartoffelsalat. Am Ersten Weihnachtstag geht es dann mit allen alten Freunden zu einer der besten Partys des Jahres. Was nervt: Die Winterpause! Keine Bundesliga, kein DFB-Pokal, keine Champions League. Auch die Dauerbeschallung mit Last Christmas macht mich fertig. Die vollen Innenstädte sind mir dagegen völlig egal – ich kaufe eh alle Geschenke im Internet."
© Tobias Jochheim
Laura Wloka, 22, studiert Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Orientalistik im 4. Semester an der Ruhr-Uni Bochum
"Ich freue mich auf die Feier mit meiner Familie, komplett mit Auftritt des Christkinds für meine beiden kleinen Cousinen. Außerdem wird es statt des bei uns traditionellen polnischen Karpfengerichts endlich Abwechslung auf dem Küchentisch geben: Raclette! Was mich wirklich nervt, ist der Stress. Bis zum 23. Dezember stehen noch Klausuren an. Erst danach ist in meinem Kopf wirklich Weihnachten. Nach einem Uni-Tag von acht bis 20 Uhr nervt auch das Weihnachtsgedudel in der Stadt – dabei schlendere ich eigentlich so gerne über den Weihnachtsmarkt."
© Tobias Jochheim
Florian Röderer, 19, studiert Kunstgeschichte und Französisch im 1. Semester an der Ruhr-Uni Bochum
"Das Feiern mit meinen Eltern gehört einfach dazu. Ich freue mich auf die Besinnlichkeit, den gemeinsamen Kirchgang, das 3-Gänge-Menü und die Bescherung am späten Abend. An Heiligabend muss ich noch arbeiten. Das ist aber nur halb so schlimm. Ich packe im Buchladen Geschenke ein und viele Kunden sind froh und erleichtert, dass sie das nicht selbst machen müssen. Manche sind natürlich auch ungeduldig. Wirklich genervt bin ich aber von nichts. Der Job zum Beispiel hat ja auch dazu geführt, dass ich meine eigenen Geschenke schneller und schöner einpacke. Und Weihnachtsmusik mag ich auch – sogar Last Christmas ."
© Tobias Jochheim
Christoph Ehren, 24, hat sein Studium "Sport und Leistung" an der Deutschen Sporthochschule Köln abgeschlossen
"Weihnachten wird bei uns immer traditionell mit der Familie gefeiert – und das finde ich auch gut so. Meine Schwester kommt aus dem Norden mit Ihrem Mann angereist; ebenso meine Tante aus Wuppertal. Ich freue mich besonders auf das Essen, das wir durch die Fondue-Töpfe jagen werden: Feinstes Fleisch. Das ist in unserer Familie so wichtig, dass sogar die Band meines Zwillingsbruders so heißt, in der ich hin und wieder gastiere. Nerven lasse ich mich in der Weihnachtszeit von gar nichts, auch wenn es mit den Geschenken mal wieder mächtig knapp wird. Aber die schönen Seiten überwiegen einfach: Lecker Glühwein mit den Jungs zum Beispiel, eine Woche Trainingspause – und gemütlichere Klamotten als letztens bei der Bachelor-Abschlussparty."
- Quelle: ZEIT ONLINE
- Adresse: http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2011-12/umfrage-weihnachten/komplettansicht
- Datum: 21.12.2011 - 17:55 Uhr
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Krass. Keiner geht in die Kirche
einer!
.. finde ich sehr gut!
Es gibt schon einige gläubige Studenten. Die sind nur in der erheblichen Minderzahl. Ich denke sogar, dass es mehr praktizierende Muslime als Christen unter Studenten gibt.
Das grundlegende Problem mit der Kirche besteht darin, dass man im Studium wissenschaftliches Arbeiten lehrt, d. h. zum Beispiel keine Annahmen ohne Quelle einfach zu akzeptieren. Und jetzt sollen sie plötzlich an die Geschichten um Jesus glauben und in die Kirche gehen? Das würde bei den meisten doch innere Konflikte auslösen.
Das heißt nicht, dass Studenten ungläubig sind. Mir sind viele begegnet, die schon einen gewissen Glauben besitzen. Der legt sich jedoch nicht auf eine bestimmte Religion fest, sondern geht mehr in die Richtung »irgend etwas wird es da schon geben, das wir noch nicht erkannt haben oder nie erkennen werden«.
einer!
.. finde ich sehr gut!
Es gibt schon einige gläubige Studenten. Die sind nur in der erheblichen Minderzahl. Ich denke sogar, dass es mehr praktizierende Muslime als Christen unter Studenten gibt.
Das grundlegende Problem mit der Kirche besteht darin, dass man im Studium wissenschaftliches Arbeiten lehrt, d. h. zum Beispiel keine Annahmen ohne Quelle einfach zu akzeptieren. Und jetzt sollen sie plötzlich an die Geschichten um Jesus glauben und in die Kirche gehen? Das würde bei den meisten doch innere Konflikte auslösen.
Das heißt nicht, dass Studenten ungläubig sind. Mir sind viele begegnet, die schon einen gewissen Glauben besitzen. Der legt sich jedoch nicht auf eine bestimmte Religion fest, sondern geht mehr in die Richtung »irgend etwas wird es da schon geben, das wir noch nicht erkannt haben oder nie erkennen werden«.
MINT-Studenten sind mal wieder sehr zahlreich zu Wort gekommen.
Entfernt. Bemühen Sie sich um einen sachlichen und konstruktiven Kommentarstil. Die Redaktion/mak
Liegt wohl and der Zusammensetzung des Zeit Redaktionsteams
... die Ruhrgebietshochschulen zu sein.
Da wird es aber nichts mit dem Weihnachtsessen "bei den Eltern in der deutschen Provinz". Denn fast jeder der hier studiert, hat die Eltern gleich um die Ecke.
Entfernt. Bemühen Sie sich um einen sachlichen und konstruktiven Kommentarstil. Die Redaktion/mak
Liegt wohl and der Zusammensetzung des Zeit Redaktionsteams
... die Ruhrgebietshochschulen zu sein.
Da wird es aber nichts mit dem Weihnachtsessen "bei den Eltern in der deutschen Provinz". Denn fast jeder der hier studiert, hat die Eltern gleich um die Ecke.
einer!
.. finde ich sehr gut!
Warum?
Warum?
Warum?
es jedoch für sehr gut Halte das Menschen irrationale Überzeugungen jeder Art ablehnen find ich dies sehr gut.
es jedoch für sehr gut Halte das Menschen irrationale Überzeugungen jeder Art ablehnen find ich dies sehr gut.
Es wurde ja hier schon oft angesprochen, dass MINT-Studenten hier systematisch ausgeklammert werden. Woher rührt nur diese nicht mehr ganz so latente Abneigung der Zeit-Redaktion?
Da werden einerseits Artikel über die Wahl des "richtigen" Studienfachs geschrieben und dann ständig diese Art der Selektion.
Tja, warum keine MINT-Studenten?
Als MINT-Student sehe ich da zwei Gründe, die allerdings sehr subjektiver Natur sind:
Zum einen: MINT-ler sind weniger in den "lauten" Dingen engagiert, weil die meisten Studiengänge der "klassichen Wissenschaften" (Mathe Physik, Chemie, Biologie und andere) einfach extrem (zeit-)aufwendig sind. Da bleibt eben wenig bis gar keine Zeit, sich medienwirksam zu engagieren.
Auf der anderen Seite werden die MINT-Fächer immer als unverzichtbar, aber irgendwie mit einem Makel behaftet (so jedenfalls meine, begrenzte Wahrnehmung) gesehen. Besonders, weil ohne Mathematik nichts geht, was für die meisten "nicht Eingeweihten" sowieso eine Erfindung des Teufels ist. (Auch das größte Hindernis in der Schule: Nicht der schlechte Unterricht, sondern die Einstellung von vorn herein: "Mathe verstehe ich sowieso nicht, ist alles Mist!" zu sagen. )
Allerdings muss man als "Auserwählter (ja, in diesem Beitrag ist (Selbst-)Ironie zu finden)fair sein und sich die Zahlen anschauen, es gibt einfach mehr Leute, die nicht-MINT-Fächer studieren. In einer Stichprobe von diesem sehr kleinen Umfang ist es da nicht weiter verwunderlich, dass sie weniger vertreten sind. Allerdings, für ein Gesamtbild wäre es schön gewesen, generell eine breitere Fächerbasis darzustellen.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk
Tja, warum keine MINT-Studenten?
Als MINT-Student sehe ich da zwei Gründe, die allerdings sehr subjektiver Natur sind:
Zum einen: MINT-ler sind weniger in den "lauten" Dingen engagiert, weil die meisten Studiengänge der "klassichen Wissenschaften" (Mathe Physik, Chemie, Biologie und andere) einfach extrem (zeit-)aufwendig sind. Da bleibt eben wenig bis gar keine Zeit, sich medienwirksam zu engagieren.
Auf der anderen Seite werden die MINT-Fächer immer als unverzichtbar, aber irgendwie mit einem Makel behaftet (so jedenfalls meine, begrenzte Wahrnehmung) gesehen. Besonders, weil ohne Mathematik nichts geht, was für die meisten "nicht Eingeweihten" sowieso eine Erfindung des Teufels ist. (Auch das größte Hindernis in der Schule: Nicht der schlechte Unterricht, sondern die Einstellung von vorn herein: "Mathe verstehe ich sowieso nicht, ist alles Mist!" zu sagen. )
Allerdings muss man als "Auserwählter (ja, in diesem Beitrag ist (Selbst-)Ironie zu finden)fair sein und sich die Zahlen anschauen, es gibt einfach mehr Leute, die nicht-MINT-Fächer studieren. In einer Stichprobe von diesem sehr kleinen Umfang ist es da nicht weiter verwunderlich, dass sie weniger vertreten sind. Allerdings, für ein Gesamtbild wäre es schön gewesen, generell eine breitere Fächerbasis darzustellen.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk
es jedoch für sehr gut Halte das Menschen irrationale Überzeugungen jeder Art ablehnen find ich dies sehr gut.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc
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