Es ist ein regnerischer Montagmorgen auf dem Campus der Universität Trier . So früh, um halb acht, liegt das Universitätsgelände noch weitgehend ausgestorben da, doch eine kleine Gruppe von Studenten ist schon munter.

Dass sie freiwillig so früh aufstehen, hat einen Grund: Sie alle wollen herausfinden woher eigentlich das Essen stammt, das sie jeden Mittag in der Mensa auf den Teller bekommen. "Back-to-the-roots-Tour" heißt diese Initiative des Studentenwerks , bei der neugierige Studenten die Lieferanten vor Ort besuchen können. Hungrig, das darf schon verraten werden, wird heute keiner bleiben.

Neun Studenten steigen in den kleinen Reisebus, der für die Rundfahrt gemietet wurde. Sie studieren die unterschiedlichsten Fächer, aber alle eint die Neugier: Was esse ich da eigentlich jeden Tag?

Der Bäcker erzählt vom Bio-Wahn

"Ich esse sehr gerne und sehr viel", erzählt die 25-jährige Sinologiestudentin Kawai Chung, "dabei achte ich auch darauf, gut und nachhaltig zu leben und möchte darum auch gerne wissen, woher mein Essen kommt." Geschichtsstudent Florian Metz war schon letztes Jahr mit auf Tour. Dass er noch einmal mitfahren würde, war ihm damals schon klar: "Es war sehr interessant und lecker", sagt er. Und das frühe Aufstehen? "Opfer muss man bringen!"

Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studentenwerkes, begrüßt die Truppe: "Wir werden uns heute durch die Region essen, schmecken und tasten." Seine Kollegin Alexandra Wagner-Casser, die beim Studentenwerk für die Verpflegung zuständig ist, verteilt erst einmal heißen Kaffee.

Um Viertel vor acht gibt es den ersten Stopp bei Bäcker Bollig. In der Backstube werden bereits die letzten Handgriffe getätigt; ein Bäcker steht eben früher auf als ein Student. Es ist heiß und riecht gut. Bäcker Bollig, der schon seit zwei Uhr nachts wach ist, führt persönlich durch die Backstube. Er spricht von seiner Arbeit, den Herausforderungen durch die EU-Vorschriften, dem Bio-Wahn, erklärt die einzelnen Maschinen und beantwortet geduldig Fragen.

Um halb neun piepst ein Ofen und für die Gruppe ist es das Zeichen zum Aufbruch, denn der Tagesplan ist eng bemessen. Als kleines Abschiedsgeschenk gibt es für jeden ein warmes Croissant. Von außen schlägt der Regen gegen die Scheiben, doch im Inneren des Busses herrscht gute Stimmung. Die Müdigkeit ist verflogen, auch dank des starken Kaffees von Frau Wagner-Casser.