Praktikantin Nina Windisch mit Götz Alsmann bei der WDR-Unterhaltungssendung "Zimmer frei!" © WDR/Dietmar Seip

Wer in Köln studiert und was mit Medien machen will, muss mal für den WDR gearbeitet haben, das stand für mich fest. Als ich mich dort zum ersten Mal für ein Praktikum beworben hatte, war ich allerdings nicht genommen worden. Ich hätte ja noch gar keine journalistische Erfahrung, hieß es damals.

Also begann ich, welche zu sammeln: als freie Mitarbeiterin bei der Kölnischen Rundschau , als Praktikantin an der Kölner Oper und bei Radio Köln . Das hat den WDR überzeugt und ich bekam eine vierwöchige Hospitanz in meiner Wunschredaktion, der Unterhaltungssendung Zimmer frei .

Die ist beim WDR Kult: Seit mehr als 15 Jahren begrüßen die Moderatoren Götz Alsmann und Christine Westermann jeden Sonntag um 22.15 Uhr einen prominenten Gast im Studio. Der muss sich im Interview, in Spielen und beim Musizieren beweisen.

In den ersten drei Wochen arbeitete ich in der Redaktion. Ich entwickelte Spiele, suchte Hintergrundmusik aus und buchte Schauspieler. Auch die Leute waren so, wie man das vom Fernsehen immer hört: alle ein bisschen durchgeknallt. Jeder duzte sich, es herrschte ein salopper Ton – und trotzdem eine sehr professionelle Arbeitsatmosphäre. Bei so vielen Mitarbeitern muss das auch sein! Von Redaktion und Requisite über Maske, Kostüm und Komparsen bis hin zu den Reinemachkräften sind etwa 80 Leute an einer Sendung beteiligt.

Mein Auftritt kommt gut an

In meiner letzten Woche fanden täglich Aufzeichnungen statt. Für den Sänger Roger Cicero hatten wir uns ein besonderes Spiel ausgedacht: Beim überdimensionalen Billard sollten er und die Moderatoren sich als lebende Queues auf Rollbrettern gegen eine riesige Billardkugel schieben. Bei den Proben merkten wir schnell, dass es jemanden brauchte, der diese Kugel immer wieder auf die Startposition rollte. Da fragte die Redaktionsassistentin: Willst du das nicht machen?

Ich sagte ja und wunderte mich ein bisschen, als plötzlich die Kostümbildnerin meine Maße nehmen wollte. Ich dachte, ich würde einfach etwas schlichtes schwarzes anziehen, damit ich niemandem auffalle. Aber am nächsten Tag hing da dieses superglamouröse blaue Paillettenkostüm aus dem WDR-Fundus.

Vor der Aufzeichnung wurde ich geschminkt und aufwendig frisiert. Ich saß länger in der Maske als Götz Alsmann und Christine Westermann! Aber das hat sich gelohnt. Obwohl ich fürchterliches Lampenfieber hatte, kam mein Auftritt gut an. Auch nach meinem Praktikum wurde ich regelmäßig als Spieleassistentin eingesetzt.

Inzwischen bin ich mit meinem Studium fertig und arbeite hauptberuflich fürs Fernsehen – als Spieleentwicklerin. Ohne das Praktikum wäre es wohl nie dazu gekommen.

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