Ideenportal : Zehn Ideen für eine bessere Uni

Das Portal unigestalten.de listet über 450 Ideen für einen schöneren Uni-Alltag auf. Sie stammen von Studenten, Professoren und Ehemaligen. Wir stellen zehn davon vor.

Ob Blind Dates für die Mensa oder ein Garten auf dem Uni-Dach: Auf der Website unigestalten.de ist aus Vorschlägen von Studenten, Professoren und Ehemaligen ein riesiger Fundus an Ideen für den Hochschulalltag entstanden. Hervorgegangen ist das Portal aus einem Ideenwettbewerb der Jungen Akademie, einem Zusammenschluss verschiedener Nachwuchswissenschaftler und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Wir präsentieren zehn Ideen, mit denen jeder seinen Uni-Alltag ein kleines bisschen besser machen kann.

Nickerchen zwischen den Vorlesungen
Wer viel lernt, muss auch viel feiern – da kommt der Schlaf gerne mal zu kurz. Um den Uni-Alltag dennoch ausgeruht meistern zu können, bieten sogenannte Schlaf- oder Napboxen die Möglichkeit für ein Nickerchen zwischen den Vorlesungen. An Flughäfen hat das Konzept bereits Erfolg: Für ein paar Euro mieten müde Geschäftsleute die Boxen im Halbstundentakt. Noch steckt das Modell in den Kinderschuhen; der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es etwa mit Doppelbett-Boxen?

Gegen Lampenfieber bei Referaten
Das Herz schlägt bis zum Hals, die Knie werden weich: Ein Referat ist für manche ein Horrorerlebnis. Wie wär’s mit Rat von Bühnen-Profis? Schauspieler und Regisseure kennen eine Menge Tipps für den sicheren Auftritt: Atemtechniken und Rhetoriktricks mindern nicht nur die Nervosität, sondern kitzeln auch die Freude am Vortragen heraus. Professoren aus Jena und Heidelberg haben bereits Fortbildungen für nervöse Doktoranden initiiert. Wer solch ein Seminar auch an seiner Uni anbieten will, fragt einfach bei der nächsten Schauspielschule an – oder wendet sich an einen schauspielenden Kommilitonen.

Aus Filmen lernen
Ob Jurassic Park, Matrix oder Avatar – die futuristischen Technologien in Filmen werden immer ausgefeilter und wirken manchmal erstaunlich realistisch. Doch was steckt wirklich hinter den Ideen aus Hollywood? Das könnte man bei einem Filmabend mit dem Prof untersuchen. Erst den Film schauen, dann die Visionen der Hollywood-Autoren auf ihre Umsetzbarkeit prüfen. Auch die Kooperation mehrerer Fachrichtungen ist möglich: Während Naturwissenschaftler der Frage nachgehen, ob aus einem Tropfen Dinosaurierblut tatsächlich eine ganze Art wiederbelebt werden kann, könnten Geisteswissenschaftler die Parallelen zwischen Matrix und Platons Höhlengleichnis untersuchen.

Blind Dates für die Mensa
Tobi schmatzt, Maria lästert und Celine redet ohne Pause: Wer keine Lust hat, immer mit den gleichen Kommilitonen in der Mensa zu sitzen, sollte an seiner Uni die "Lunch Buddy"-Idee umsetzen. Über eine Internetplattform meldet man sich zum akademischen Blind Date an. Ein Zufallsgenerator entscheidet, wer mit wem an einem Tisch sitzt. Denkbar ist auch, die Paarungen nach vorher angegebenen Vorlieben zusammenzustellen. So trifft Tobi einen Sitznachbarn, dem innere Werte wichtiger sind als Tischmanieren. Maria findet eine Lästerschwester. Und Celine einen wortkargen Kommilitonen, der ihren Worten gebannt lauscht.

Gute Ideen für den Uni-Alltag sammeln
In vielen Unternehmen sind Ideenwerkstätten schon etabliert: Portale im Intranet, auf denen Mitarbeiter ihre Ideen und Anregungen für einen besseren Alltag veröffentlichen. Das kann ein moderner Seifenspender sein oder flexiblere Arbeitszeiten. Da im Hochschulalltag bekanntlich nur wenig wirklich rund läuft, sind Tipps, die den Alltag erleichtern, Gold wert. Als Anreiz werden die Ideengeber finanziell prämiert, sobald ein Konzept realisiert worden ist.

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Kommentare

44 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

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Sie sprechen mir aus der Seele, die vorgestellten "Ideen" sind bis auf die freie Woche infantil und mehr oder weniger unnütz.

Wenn das die Vision einer "besseren" Uni sein soll, frage ich mich, wo noch die Zeit und Motivation herkommen soll, etwas zu lernen, mit dem man etwas anfangen kann!?

Die wirklichen Misstände werden durch ein bisschen Kuschelecke nicht besser und der Pseudoakademiker (weil dem Abschlusszeugnis nach) wundert sich, dass die Welt nicht mit weichen Matten ausgelegt ist. (Die Misere vieler Geistes- und Sozialwissenschaften, der Richtungen "irgendwas mit Medien oder Menschen": es werden Akademiker ausgebildet, auf die die Welt nicht wartet)

Die Uni soll kein Ort keine Bildungswüste sein, aber sie ist oder viel mehr: sollte kein Kindergarten sein.

Sich wohlfühlen, die Förderung von "soft-skills" und all dieses "neumodische Zeug" ist wichtig. Aber nicht dominierend, denn am Ende zählt nicht, wie toll die Studienzeit war, sondern wie viel man gelernt hat.

Wie messen wir Misere?

Ich finde es interessant, wie immer wieder von der "Misere" gesprochen wird, ohne ein Zielkriterium zu nennen, um das es so mies steht.

Was ist also mies? Die Ausbildung? Und wenn, für wen ist diese mies? Ein Blick in das "gelobte Land" (USA nicht Israel) zeigt, dass es um die Ausbildung der Massen nicht viel besser bestellt ist, die Ausbildung der Eliten jedoch ausgesprochen gut ist. In Deutschland ist es eher anders herum.

Wie messen wir mies? Anzahl der Absolventen? Anzahl der "guten" Absolventen? Messen wir überhaupt das richtige? Sollten wir vielleicht Anzahl der Publikationen messen oder Anzahl der Nobelpreisträger?

Deutschland buttert jedes Jahr Milliarden in die Bildung und trotzdem ist alles mies. Vielleicht übersehe ich etwas, aber da selbst an einer Uni beschäftigt, kann ich das "mies" nicht wirklich nachvollziehen.

.....

Genau. Der Artikel sollte eigentlich nur aus zwei Wörtern bestehen: "Mehr" und "Geld"! (Vgl. den hervorragenden Kommentar von AMD) Vielleicht auch: "Individuellere" und "Betreuung". Oder: "Größere" und "Hörsäle". Revolutionäre Ideen! Sollte man unbedingt mal ansprechen.

Mal ehrlich: Was soll die ganze Aufregung? Beinahe jeder dieser Vorschläge würde in meinen Augen einen Beitrag zur Verbesserung des Uni-Alltags leisten und ließe sich vergleichsweise leicht verwirklichen. Realitätsferne sieht anders aus. Wieso muss man immer wieder die immer gleichen Forderungen wiederkäuen? Und was ist an Napboxen, Unigärten, Bookcrossing, Rhetorikkursen etc. infantil?

P.S.: Wie lautet noch mal die Definition von "Artikel"?

Im Sinne des Beitrags

In der Universität Potsdam ereignet sich derzeit ein Skandal und keiner regt sich auf. Die Studienbedingungen werden sukzessive verschlimmert und alle lassen es mit sich machen. Wie soll man denn richtig studieren, wenn in der Mensa nur 0,3er Flaschen Bier angeboten werden...?

@1: Machen, was man kann - nichts anderes

Tja, vielleicht geht es einfach erst einmal darum, zu machen, was man machen kann. Und noch nicht um das, was man ohnehin nicht machen kann, z.B. als Studierender oder Prof die Bedingungen an der ganzen Uni flächendeckend zu verbessern.

Übrigens zeichnet sich ein Studium im besten Fall dadurch aus, daß man zum Nachdenken angeregt wird. Jede Überlegung und jede Phantasie sofort mit wütenden Angriffen als "Infantilität", "Narzissmus" etc. zu bombardieren, ist nicht wirklich weiterführend. Die Welt ist - nicht zuletzt an den Unis - ohnehin kein wirklich lebensfreundlicher Ort, warum sollte man also nicht als Student, Prof oder auch nur Gast an der Uni mal darüber nachdenken, was eigentlich alles *möglich* wäre? Mit den vielen, allzuvielen *Un*möglichkeiten ist man ja ohnehin immer konfrontiert.

Aber vielleicht muß man einfach mehr getan haben, als nur studiert zu haben, um zu fassen, warum so etwas wie phantasievolle Ideen einen echten, faßbaren Nutzen haben, nur eben nicht in Heller und Pfennig...

OGv Oyamat

In Oxford und Cambridge gibt es KEINE reading week

Das ist ein Irrtum. In Oxbridge sind die drei terms nur je acht Wochen lang, es gibt, im Gegensatz zu vielen anderen englischen Unis, KEINE reading week. Ob diese eine solch gute Idee ist, wage ich auch zu bezweifeln. Meiner Erfahrung nach wird die Zeit von den Studenten nicht zur Aufarbeitung des Stoff der vergangenen Wochen genutzt ...