StudentenIch will doch nur wohnen

Eine Bleibe zu finden, war noch nie so schwer wie heute. Fünf Studenten erzählen von ihrer persönlichen Wohnungsnot – und Unterkünften in Fitnessstudios. von 

Viele Studenten, wenig Platz: Das gilt in diesem Semester nicht nur für Vorlesungen und Seminare, sondern auch für bezahlbaren Wohnraum. Studentenwohnheime können den Ansturm an Erstsemestern schon lange nicht mehr bewältigen, vielerorts gibt es vierstellige Wartelisten. "In mehr als zehn Deutschen Städten mussten wir bereits Notunterkünfte einrichten", sagt Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks. Mindestens 25.000 weitere günstige Wohnheimplätze würden bundesweit benötigt. 

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Besonders in Metropolen wie Hamburg oder München (siehe Grafik) ist es für Studenten wegen stark steigender Mietpreise schwierig, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Auch in kleineren Städten sind die immer höheren Studentenzahlen zu spüren: In Siegen muss ein Fitnessstudio als Übergangsquartier für wohnungssuchende Studenten herhalten. Und in Frankfurt an der Oder – nicht gerade ein Studenten-Magnet – gibt es plötzlich Wartelisten für die Wohnheime und kaum freie Zimmer in WGs.

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Für die nächsten Jahren ist keine Entspannung in Sicht: Die Wohnungsnot der Studierenden werde sich 2013 sogar verschlimmern , prophezeite jüngst der Präsident des Deutschen Studentenwerks, Dieter Timmermann.

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Experten sind sich einig: Die Lage ist katastrophal. Was bleibt einem jetzt noch übrig? Fünf Studenten erzählen, wie es ihnen bei der Wohnungssuche ergangen ist – und wie sie am Ende doch noch ein Dach über dem Kopf gefunden haben

Leserkommentare
    • Marobod
    • 22. Oktober 2012 19:01 Uhr

    gibt es auch hier in marburg, ich habe damals 4 Monate auf einer Couch gehaust , in der WG meines Bruders, wir haben uns dann zusammen auf Wohnungssuche begeben und im Januar eine Wohnung gehabt, die im Febuuar bezugsfertig war. Das problem sind manchmal nicht die knappen Wohnraeume, sondern vielmehr die unverschaemt hohen preise fuer teilweise unterirdische Wohnsituationen, gerade hier in Marburg, kann man schonmal fuer ein Rattenloch 350 Euro zahlen "duerfen" ich hatte zumindest Glueck mit meiner Wohnung, aht aber lange genug gedauert.

    Wuensche den Neulingen alles gute

  1. jedoch die Studenten selber schuld, da sie alles auf einmal haben wollen. Möglichst 5 Min. zu Fuß zur Uni und in bester Wohnlage aber dennoch günstig zu mieten. Sowas gibt es eben nur selten. Einfach ma 20-30 Min mitm Fahrrad zur Uni dann findet man auch meistens was

    Eine Leserempfehlung
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    Nein, ihre Aussage ist falsch.

    geht es etwa um Berlin, so haben Sie sicher recht - da sind 50m² für 300 Warm in guter Lage ja auch kein Problem.

    Anderswo - etwa Hamburg, bekommt man für das Geld bestenfalls ein Wohnklo im miesesten Stadtteil.

    ...über die Lage in den genannten Städten, bevor Sie so eine Aussage treffen. Ich leben auf 18m² in einem Studentenwohnheim in München, 15km abseits vom Stadtzentrum und zahle nich nur 500 Euro Miete, sondern auch noch über 60 Euro monatlich für meine überteuerte Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel. Mein Studentenwohnheim hat Wartezeiten von 2 oder 3 Semestern - nicht unüblich für München.

    • lutzmax
    • 23. Oktober 2012 9:42 Uhr

    Lieber Herr random10,

    welch unreflektierte und vor Allem uninformierte Aussage.
    Für 20-30 Minuten mit dem Fahrrad zur Uni würde die meisten Studenten in Großstädten sonst was geben.

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    .
    ... weshalb die ordentliche Ausstattung der Campi mit studentischem Wohnraum eigentlich eine staatliche/hoheitliche Aufgabe wäre ...

    Das geht aber natürlich nur mit einem starken Staat, der die dafür benötigten Mittel auch einnimmt (gerechtes Steuersystem) und bei den Ausgaben keine doofe Klientelpolitik betreibt (Bankenrettung, Möven-Pigs alimentieren) sondern in Zukunft = unabhängige Bildung investiert.

    Da waren wir schon mal wesentlich näher dran, damals in den siebzigern, als die Sozialdemokratie noch von sozialen und demokratischen Sozialdemokraten gemacht wurde. (Anstatt, wie heute, von neoliberalem Gesocks).

    Zeigen Sie mir doch z.B. einmal IN Berlin die Wohnung, die NICHT in 30min Umkreis einer Uni ist.....

  3. .
    ... weshalb die ordentliche Ausstattung der Campi mit studentischem Wohnraum eigentlich eine staatliche/hoheitliche Aufgabe wäre ...

    Das geht aber natürlich nur mit einem starken Staat, der die dafür benötigten Mittel auch einnimmt (gerechtes Steuersystem) und bei den Ausgaben keine doofe Klientelpolitik betreibt (Bankenrettung, Möven-Pigs alimentieren) sondern in Zukunft = unabhängige Bildung investiert.

    Da waren wir schon mal wesentlich näher dran, damals in den siebzigern, als die Sozialdemokratie noch von sozialen und demokratischen Sozialdemokraten gemacht wurde. (Anstatt, wie heute, von neoliberalem Gesocks).

  4. Nein, ihre Aussage ist falsch.

    Antwort auf "Oftmals sind"
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    ...die Aussage ist vollkommen richtig!
    Erlebe ich jeden Tag in Dresden.

    negativ auslegen. Ich schrieb bewusst "oftmals", eben weil dies nicht für jede Stadt gilt.

  5. Da kann ich nur lachen!
    Nicht nur Studenten suchen bezahlbaren Wohnraum, sondern auch immer mehr Menschen die jeden Tag auf Arbeit gehen, und nicht genug verdienen.
    Und die Studenten, die eine Wohnung haben, bestzen diese als WG für Jahre. Diese Wohnungen sind dann weg vom Markt, obwohl viele Familien in den Städten nach bezahlbarem Wohnraum suchen.
    Meine Lösung: Studentenwohnheime am Stadtrand!

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    • 15thMD
    • 22. Oktober 2012 21:10 Uhr

    Das ist ein Witz oder? 15000 Studenten sollen jeden Tag von Stadtrand bis zu Uni (diese ist übrigends zusammen mit den Studentenwohnheimen häufig rel weit weg vom Zentrum) pendeln? Und dann kommen Sie wahrsch. wieder und beschweren sich über volle Busse und Bahnen.

    Btw, was wollen diese Familien denn in der Innenstadt? Und warum können die Eltern nicht zur Arbeit mit Bahn und Bus fahren? Arbeiten die überhaupt in der Stadt?

    Außerdem finden sich außer zu Semesteranfang in den meisten Städten Wohnungen, die auch für Familien geeignet sind. Bei den Studenten ist ja nur das Problem, dass sie alle auf einmal kommen.

    Anderer Ansatz: Alle Menschen werden bei der Wohungssuche gleich gewichtet. Einfach 1000 Wohnheimsplätze neben der Uni (Warum eigentlich am Stadtrand, was ist das für ne blöde Idee. WEnn dann an die Uni und nicht auf die andere Seite der Stadt.) und schon hat auch die in der Innenstadt arbeitende Bevölkerung genügend Wohnungen zur Verfügung.

    Erst denken, dann schreiben bitte.

    • niknik
    • 22. Oktober 2012 21:51 Uhr

    zumal Familien mit Kindern an Stadtrandgebieten mehr Ruhe und Möglichkeiten zur Entfaltung haben. Was soll ein Kind in der Innenstadt?

    Allgemein denke ich aber, dass es genügend Wohnungen gibt, die allerdings oftmals nur per Makler mit mind. 2 x Kaltmiete Provision vergeben werden. Habe den Eindruck zumindest von Nürnberg.

    Studenten und Familien sind gleichermaßen Opfer der katastrophalen Wohn/Mietsituation in vielen Städten. Beide Gruppe werden des Weiteren gleichermaßen bei der Wohnungssuche benachteiligt. Sollte es da wirklich fruchtbar sein, dass diese sich auch noch untereinander die Köpfe einschlagen und den Schwarzen Peter zuschieben?

    Meine Lösung: Wohnheime für arme Menschen und Familien am Stadtrand!

    Viele Grüße aus unserer Studenten-WG im Prenzlauer Berg!

  6. 7. Nee...

    ...die Aussage ist vollkommen richtig!
    Erlebe ich jeden Tag in Dresden.

    Antwort auf "Falsch."
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    Schön, was Sie da so in Dresden erleben. Ich habe momentan 4 Erstsemester bei mir einquartiert. Fahrzeit mit dem Rad bis zur Uni: knapp 40 Minuten. Die teilen sich sicher nicht aus lauter Spaß an der Freude die drei Matrazen...

  7. Entscheidung über den Studienort einbeziehen ? Oder?
    Und es gibt halt Städte, da ist selbst mit besserer finanzieller Ausstattung als der eines Studenten die Wohnungssuche ein Problem.
    Da muss man schon mal nachdenken, ob man echt dort hin muss.

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    Welcher Student kann darüber entscheiden wo er studiert?
    NC und anderes.

    • lycka
    • 22. Oktober 2012 21:07 Uhr

    Nein, man kann das Wohnungsangebot nicht immer mit in die Entscheidung für einen Studienplatz einbeziehen. Mitunter bekommt man eben im September irgendeinen Platz. Den nimmt man dann. Genauso wie es das Beispiel von Toni hier zeigt.

    Die Wohnungssuche ist wirklich ein zentrales Problem. Ich bin letztes Jahr von einer Unistadt in eine andere gezogen, gemeinsam mit einigen KollegInnen. Und keine/r von uns hat direkt eine Wohnung oder auch nur ein WG-Zimmer gefunden; ich habe weit über 40 Zimmer angesehen und bestimmt halb so viele Wohnungen. Drei Monate habe ich auf wechselnden Sofas wechselnder Leute geschlafen; mit der Suche angefangen habe ich, sobald ich wusste, dass es diese Stadt sein würde.

    Studenten – wie auch MitarbeiterInnen von Unis – kommen alle zur gleichen Zeit in eine Stadt und suchen eine Unterkunft. Und beide Gruppen wissen mitunter erst im September, wo sie im Oktober studieren oder lehren werden. Kein Einzelfall.

    Das zweite Problem ist der horrende Preis: selbst für kleine WG-Zimmer über Nachtclubs werden leicht mal 400 Euro fällig. Wie das für einen Studienanfänger mit 560 Euro Bafög (die, das sollte dazu gesagt werden, vermutlich erst im Februar erstmalig ausgezahlt werden) zu leisten sein soll, ist mir völlig schleierhaft. Dennoch: auch solche Zimmer werden von bis zu 100 Leuten besichtigt.

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  • Schlagworte Fitnessstudio | Immatrikulation | Jura | Möbel | Student | Berlin
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