Die Kursbeschreibung klingt so absurd, dass sie sich eigentlich niemand ausgedacht haben kann. "Ein akademischer Abschluss oder gar eine Promotion kann beim Zugang zu bestimmten Berufen, beispielsweise Bauhelfer, eine große Einstellungshürde sein." So steht es schwarz auf weiß im Programmheft der Kreisvolkshochschule Osterode. Angeboten wird der Kurs angeblich vom örtlichen Jobcenter.

Weiter heißt es: "In diesem Kurs versuchen wir, durch Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderung auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen." Ein entsprechender Kurs für Frauen sei in Vorbereitung.

Gibt's das? Ein Angebot, das verweichlichte Akademiker nach Jahren des Bücherwälzens wieder das Anpacken lehrt?

Ein verfrühter Aprilscherz

Viele konnten sich das durchaus vorstellen. Der Freitag berichtete in seiner Onlineausgabe, man habe nicht schlecht gestaunt, als eine Leserin die Redaktion auf den Kurs aufmerksam machte – und das Angebot zunächst für einen "schlechten Scherz" hielt. Eine "kurze Überprüfung" habe aber ergeben, dass es den Kurs "anscheinend doch" gebe. Ein freier Journalist bot ZEIT ONLINE in einer E-Mail an, den Kurs einem Praxischeck zu unterziehen und selbst die Metamorphose vom Akademiker zum Bauarbeiter durchzumachen. Dazu kamen unzählige Reaktionen auf Facebook und Twitter. Ein User kommentierte: "Witzig, aber nicht nur."

Aber natürlich gibt es den Kurs nicht. Wer genau hinsah, konnte es ahnen: Kursbeginn 01.04.2013 – ein Aprilscherz, wie er im Buche steht. Medien, Autoren und das Social Web mussten ihren Spott schnell revidieren. Der Freitag schrieb in einem Update: "Da der Kurs angeblich am ersten April 2013 starten soll, kann es sich auch um einen verfrühten (und böswilligen) Aprilscherz handeln." Der freie Autor schrieb 20 Minuten später, er müsse seinen Themenvorschlag leider wieder zurückziehen.