Debatte Natur- versus Geisteswissenschaft
Es ist ein ewiger Streit: Naturwissenschaftler können angeblich nur Auswendiglernen und Geisteswissenschaftler lange schlafen. Philipp Alvares versucht zu schlichten.
Medizinstudent Martin hat es wirklich nicht leicht. Jeden Tag muss er um fünf Uhr aufstehen, während sich Mitbewohnerin und Pädagogikstudentin Susanne zu dieser frühen Stunde gerade erst in ihr Kissen kuschelt. Martin knurrt oft der Magen, denn vor lauter Praktika und Lernerei hat er keine Zeit, einkaufen zu gehen. Und dann muss er ab und an noch Susanne trösten, weil die schon heult, wenn sie am nächsten Tag um 12 in die Uni muss.
Martin ist die Hauptfigur eines YouTube-Films, der im Sendung-mit-der-Maus-Stil den harten Alltag eines Medizinstudenten zeigt. Ganz anders sieht es aus bei seiner Mitbewohnerin, der faulen, tagträumenden Geisteswissenschaftlerin.
Da haben wir sie: Die ebenso gängigen wie hartnäckigen Klischees im uralten Streit zwischen Geistes- und Naturwissenschaftlern. Wer arbeitet mehr? Wessen Wissenschaft ist wissenschaftlicher? Wer lernt nur auswendig? Wer kann kritischer denken? Es sind immer die gleichen Fragen, die diskutiert werden. Und ein Blick in die Kommentarfelder unter vielen Artikeln bei ZEIT ONLINE zeigt, wie verhärtet die Fronten sind.
Da sind einerseits angehende Physiker, Chemiker oder Ingenieure, die ihren Selbstwert aus 60-Stunden-Wochen beziehen und ein Monopol auf sinnvolle Entdeckungen beanspruchen. Die Gegenseite aus Soziologen, Politologen und Historiker profiliert sich damit, intellektuell mehr zu können, als nur stumpf Formeln zu pauken und überhaupt über eine formidable Allgemeinbildung zu verfügen. Auf Nebenschauplätzen konkurrieren dazu noch zukünftige Mediziner und Zahnmediziner, Psychologen und Pädagogen, Betriebs- und Volkswirte, Normal- und Lehramtsstudenten oder Uni- und FH-Absolventen.
- Datum 10.10.2012 - 13:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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jetzt als beispiel für naturwissenschaft herhalten muss???
mediziner sind wie ingenieure anwender wissenschaftlicher kenntnisse
viele glauben deshalb diese währen selber wissenschaftler
das ist wie bwler oder buchhalter als mathematiker zu bezeichnen
mediziner sind wie ingenieure anwender wissenschaftlicher kenntnisse
viele glauben deshalb diese währen selber wissenschaftler
das ist wie bwler oder buchhalter als mathematiker zu bezeichnen
Zu 1. : Weil da das Klischee dann auch stimmt, dass die Formeln auswendig lernen.
Als normaler Naturwissenschaftler geht es um das Verstehen, nicht um das auswendig lernen..
Das Problem ist doch eigentlich der Begriff Geistes"wissenschaften". Da wird suggeriert es handle sich um Wissenschaft, der englische Begriff "Arts" ist da zutreffender.
Das sind durchaus Wissenschaften.
Wissenschaft versucht, Erkenntnisse über die Dinge zu erlangen, wie sie sind. Genau das versuchen Geisteswissenschaften ebenso wie Naturwissenschaften.
Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Geistes- und Sozialwissenschaften betrachten den Menschen, während Natur- und Ingenieurswissenschaften Dinge betrachten. (Psychologie ist eher ein Zwischending, die armen Schweine)
Warum können Geisteswissenschaften aber nicht so genaue Gesetze und dergleichen herausfinden und postulieren wie Ingenieurs- und Naturwissenschaften? Das liegt in der Natur ihres Untersuchungsgegenstandes.
Dinge (Atome, Maschinen, Teilchen) nehmen ihre Umwelt nicht wahr. Sie unterliegen den physikalischen/chemischen/whatever Naturgesetzen.
Geistes- und Sozialwissenschaften untersuchen Menschen, die ihre Umwelt wahrnehmen. Allerdings nehmen Sie sie nicht so wahr, wie sie ist, sondern gefiltert, perspektivisch und selektiv (man nennt das: Perzeptionswirklichkeit). Das Problem ist aber, dass Menschen auf der Grundlage ihrer Wahrnehmung handeln und nicht auf der Grundlage der Welt, wie sie ist. Die Geistes- und Sozialwissenschaften können aber nicht vorhersagen, wie dieser oder jener Mensch die Welt wahrnimmt. Deshalb können sie keine exakten Vorhersagen und allgemeinen Gesetze formulieren, die so sicher sind, wie Naturgesetze.
Wissenschaften sind beide. Klingt komisch, ist aber so.
(Hab beide Arten von Wissenschaften tw. studiert)
... wohl nicht so recht in die Wissenschaftsgeschichte geschaut, was? Oder in die Organigramme der amerikanischen Unis. Die Fakultaeten in denen Geisteswissenschaften gelehrt werden heissen, zurecht, in der Regel Faculty for Arts and Sciences. Waehrend Naturwissenschaften sich in anderen finden.
Die Trennung Geistes/Naturwiss. ist so ziemlich eine Erfindung der politischen Verwaltung des 19.Jh.... Und nebenbei bemerkt: Die Kultur des Auswendiglernens anstatt des Verstehens ist in allen Faechern verbreitet, und wird gerade an deutschen Unis gepflegt. Bei manchen Naturwissenschaftlern und bei Medizinern faellt das immer wieder in dann auf wenn sie in der vielmals als Nahe ausgelobten "Praxis" scheitern. Bei Geisteswissenschaftlern (und wenn wir weiter differenziern wollen Sozial-, Kulturlwissenschaftlern) ist das in der Praxis und in der Theorie so. Nur, die koennen es oft wegerklaeren, eine Fehlbehandlung oder einen explodierten Reaktor kann man nicht leicht wegerklaeren.
Wie schon der Wortsinn sagt: Eine Wissenschaft "schafft" "Wissen". Und dazu gehört Geschichte ebenso wie Ägyptologie, Soziologie und Philologie.
Die Arroganz der Naturwissenschaftler bezüglich ihres Glaubens, sie wären die einzige Wissenschaft, ist, gelinde gesagt, lächerlich. Und zwar so lächerlich, dass jeder Nicht-Naturwissenschaftler darüber lacht.
Ein Jurastudent.
ein reiner anwender von wissen,pädagogen etwa ist in dem sinne eher ein künstler als ein wissens produzent der dieses eigenständig vermehrt
das gilt dann einfach für alle die nicht in der forschung tätig sind
ob geist oder natur ist da egal
"Das Problem ist doch eigentlich der Begriff Geistes"wissenschaften". Da wird suggeriert es handle sich um Wissenschaft, der englische Begriff "Arts" ist da zutreffender."
Ach ja? Und was bedeutet der BEGRIFF "Wissenschaft"? Gibt es eine Definition, die für alle Wissenszweige und Disziplinen gilt? Wer befindet verbindlich darüber? Wandelt sich das Verständnis von "Wissenschaft" historisch? Ist "Wissenschaft" ein normativer Begriff?
Solche Fragen gehen die Naturwissenschaften durchaus an. Aber es sind ersichtlich Fragen, die sich im Rahmen der Naturwissenschaften nicht behandeln und entscheiden ließen. Denn Begriffe, Normen und ihre Geschichte lassen sich weder im Labor noch in der freien Natur beobachten und dadurch zu einer Klärung bringen.
Ein Naturwissenschaftler, der über sein Tun ein wenig nachdenkt, wird schnell gewahr werden, dass es nicht durch eine Kluft von den Geisteswissenschaften getrennt ist. Und ich füge kühn hinzu: Ein Naturwissenschaftler, der NICHT über Sinn, Zweck und Grenzen seines Tuns nachtdenkt, mag vielleicht ein guter Handwerker sein, aber er verdient eigentlich nicht das Prädikat der Wissenschaftlichkeit.
findet sich der erste, der sich erblödet. Text oben nicht gelesen? Nicht nur, dass Sie reflexhaft jene Haltung reproduzieren, auf die der Artikel kritisierend hindeutet("gängigen wie hartnäckigen Klischees"), sondern auch inhaltlich scheint nicht allzu viel bei Ihnen angekommen zu sein. Baradin macht es schon sehr gut, aber für Sie fasse ich es extra nochmal in kurzen Sätzen zusammen:
Im Artikel steht völlig richtig "Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Fächern. Natur- und Geisteswissenschaftler sehen die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sie bedienen sich jeweils eigener, an ihren jeweiligen Untersuchungsgegenstand angepasster Methoden, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen."
"an ihren jeweiligen Untersuchungsgegenstand angepassten Methoden"!!! Das bedeutet, dass die vermeintlich >harten< Forschungsmethoden der Naturwissenschaften nicht bei den vermeintlich "weichen" Geisteswissenschaften greifen (um in der Dichotomie zu bleiben, ist ja auch für Sie einfacher), weil der Untersuchungsgegenstand ein anderer ist (ideographisch vs. nomothetisch, Natur vs. Geist usw.). So nur in Kürze. Alles verstanden?
...aber um mal als Geisteswissenschaftler (Student) meinen Senf dazuzugeben: Jede Wissenschaft hat ihre Methoden, Theorien, Fachsprache. Keine ist per se einfach. Gib einem Naturwissenschaftler ein Buch von Foucault zu lesen, oder einen Wälzer über Bildungstheorie und er schaut dich ebenso wie ein Auto an wie ein Geisteswissenschaftler mit einem Werk über Teilchenphysik. Ich würde immer noch schätzen, dass einige Naturwissenschaften den meisten schwerer fallen würden, aber dank ATI-Effekt (Psychologie) kann ich locker sagen: Keiner kann alles können. Was heißt denn "schwerer"? Kann man das messen? Ich glaube nicht. Ebensowenig wie man Hochschulqualität "messen" kann.
Ein Addendum: Ich finde, dass jede Wissenschaft insofern ein winziges bisschen Philosophie lehren sollte, dass die Grundregeln wissenschaftlicher Erkenntnis in Hinblick auf den eigenen Fachbereich klar sind. Ich finde es faszinierend, aber beängstigend, wenn so etwas wie das hier passiert: http://psychcentral.com/n...
Da geht es um Psychologen, die eine rechtliche Gutachtenfrage beantworten wollen, indem sie Veröffentlichungen u.ä. vergleichen, was allgemein keine gute Idee ist. Dies in einem Themenbereich, in dem bekannt ist, dass insgesamt ein Überfluss an schlecht durchgeführten Studien besteht und dass viele Menschen stark voreingenommen sind. Und das im Fachbereich, der den Versuchsleitereffekt (geht um bias) festgestellt hat. -_-
Das sind durchaus Wissenschaften.
Wissenschaft versucht, Erkenntnisse über die Dinge zu erlangen, wie sie sind. Genau das versuchen Geisteswissenschaften ebenso wie Naturwissenschaften.
Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Geistes- und Sozialwissenschaften betrachten den Menschen, während Natur- und Ingenieurswissenschaften Dinge betrachten. (Psychologie ist eher ein Zwischending, die armen Schweine)
Warum können Geisteswissenschaften aber nicht so genaue Gesetze und dergleichen herausfinden und postulieren wie Ingenieurs- und Naturwissenschaften? Das liegt in der Natur ihres Untersuchungsgegenstandes.
Dinge (Atome, Maschinen, Teilchen) nehmen ihre Umwelt nicht wahr. Sie unterliegen den physikalischen/chemischen/whatever Naturgesetzen.
Geistes- und Sozialwissenschaften untersuchen Menschen, die ihre Umwelt wahrnehmen. Allerdings nehmen Sie sie nicht so wahr, wie sie ist, sondern gefiltert, perspektivisch und selektiv (man nennt das: Perzeptionswirklichkeit). Das Problem ist aber, dass Menschen auf der Grundlage ihrer Wahrnehmung handeln und nicht auf der Grundlage der Welt, wie sie ist. Die Geistes- und Sozialwissenschaften können aber nicht vorhersagen, wie dieser oder jener Mensch die Welt wahrnimmt. Deshalb können sie keine exakten Vorhersagen und allgemeinen Gesetze formulieren, die so sicher sind, wie Naturgesetze.
Wissenschaften sind beide. Klingt komisch, ist aber so.
(Hab beide Arten von Wissenschaften tw. studiert)
... wohl nicht so recht in die Wissenschaftsgeschichte geschaut, was? Oder in die Organigramme der amerikanischen Unis. Die Fakultaeten in denen Geisteswissenschaften gelehrt werden heissen, zurecht, in der Regel Faculty for Arts and Sciences. Waehrend Naturwissenschaften sich in anderen finden.
Die Trennung Geistes/Naturwiss. ist so ziemlich eine Erfindung der politischen Verwaltung des 19.Jh.... Und nebenbei bemerkt: Die Kultur des Auswendiglernens anstatt des Verstehens ist in allen Faechern verbreitet, und wird gerade an deutschen Unis gepflegt. Bei manchen Naturwissenschaftlern und bei Medizinern faellt das immer wieder in dann auf wenn sie in der vielmals als Nahe ausgelobten "Praxis" scheitern. Bei Geisteswissenschaftlern (und wenn wir weiter differenziern wollen Sozial-, Kulturlwissenschaftlern) ist das in der Praxis und in der Theorie so. Nur, die koennen es oft wegerklaeren, eine Fehlbehandlung oder einen explodierten Reaktor kann man nicht leicht wegerklaeren.
Wie schon der Wortsinn sagt: Eine Wissenschaft "schafft" "Wissen". Und dazu gehört Geschichte ebenso wie Ägyptologie, Soziologie und Philologie.
Die Arroganz der Naturwissenschaftler bezüglich ihres Glaubens, sie wären die einzige Wissenschaft, ist, gelinde gesagt, lächerlich. Und zwar so lächerlich, dass jeder Nicht-Naturwissenschaftler darüber lacht.
Ein Jurastudent.
ein reiner anwender von wissen,pädagogen etwa ist in dem sinne eher ein künstler als ein wissens produzent der dieses eigenständig vermehrt
das gilt dann einfach für alle die nicht in der forschung tätig sind
ob geist oder natur ist da egal
"Das Problem ist doch eigentlich der Begriff Geistes"wissenschaften". Da wird suggeriert es handle sich um Wissenschaft, der englische Begriff "Arts" ist da zutreffender."
Ach ja? Und was bedeutet der BEGRIFF "Wissenschaft"? Gibt es eine Definition, die für alle Wissenszweige und Disziplinen gilt? Wer befindet verbindlich darüber? Wandelt sich das Verständnis von "Wissenschaft" historisch? Ist "Wissenschaft" ein normativer Begriff?
Solche Fragen gehen die Naturwissenschaften durchaus an. Aber es sind ersichtlich Fragen, die sich im Rahmen der Naturwissenschaften nicht behandeln und entscheiden ließen. Denn Begriffe, Normen und ihre Geschichte lassen sich weder im Labor noch in der freien Natur beobachten und dadurch zu einer Klärung bringen.
Ein Naturwissenschaftler, der über sein Tun ein wenig nachdenkt, wird schnell gewahr werden, dass es nicht durch eine Kluft von den Geisteswissenschaften getrennt ist. Und ich füge kühn hinzu: Ein Naturwissenschaftler, der NICHT über Sinn, Zweck und Grenzen seines Tuns nachtdenkt, mag vielleicht ein guter Handwerker sein, aber er verdient eigentlich nicht das Prädikat der Wissenschaftlichkeit.
findet sich der erste, der sich erblödet. Text oben nicht gelesen? Nicht nur, dass Sie reflexhaft jene Haltung reproduzieren, auf die der Artikel kritisierend hindeutet("gängigen wie hartnäckigen Klischees"), sondern auch inhaltlich scheint nicht allzu viel bei Ihnen angekommen zu sein. Baradin macht es schon sehr gut, aber für Sie fasse ich es extra nochmal in kurzen Sätzen zusammen:
Im Artikel steht völlig richtig "Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Fächern. Natur- und Geisteswissenschaftler sehen die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sie bedienen sich jeweils eigener, an ihren jeweiligen Untersuchungsgegenstand angepasster Methoden, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen."
"an ihren jeweiligen Untersuchungsgegenstand angepassten Methoden"!!! Das bedeutet, dass die vermeintlich >harten< Forschungsmethoden der Naturwissenschaften nicht bei den vermeintlich "weichen" Geisteswissenschaften greifen (um in der Dichotomie zu bleiben, ist ja auch für Sie einfacher), weil der Untersuchungsgegenstand ein anderer ist (ideographisch vs. nomothetisch, Natur vs. Geist usw.). So nur in Kürze. Alles verstanden?
...aber um mal als Geisteswissenschaftler (Student) meinen Senf dazuzugeben: Jede Wissenschaft hat ihre Methoden, Theorien, Fachsprache. Keine ist per se einfach. Gib einem Naturwissenschaftler ein Buch von Foucault zu lesen, oder einen Wälzer über Bildungstheorie und er schaut dich ebenso wie ein Auto an wie ein Geisteswissenschaftler mit einem Werk über Teilchenphysik. Ich würde immer noch schätzen, dass einige Naturwissenschaften den meisten schwerer fallen würden, aber dank ATI-Effekt (Psychologie) kann ich locker sagen: Keiner kann alles können. Was heißt denn "schwerer"? Kann man das messen? Ich glaube nicht. Ebensowenig wie man Hochschulqualität "messen" kann.
Ein Addendum: Ich finde, dass jede Wissenschaft insofern ein winziges bisschen Philosophie lehren sollte, dass die Grundregeln wissenschaftlicher Erkenntnis in Hinblick auf den eigenen Fachbereich klar sind. Ich finde es faszinierend, aber beängstigend, wenn so etwas wie das hier passiert: http://psychcentral.com/n...
Da geht es um Psychologen, die eine rechtliche Gutachtenfrage beantworten wollen, indem sie Veröffentlichungen u.ä. vergleichen, was allgemein keine gute Idee ist. Dies in einem Themenbereich, in dem bekannt ist, dass insgesamt ein Überfluss an schlecht durchgeführten Studien besteht und dass viele Menschen stark voreingenommen sind. Und das im Fachbereich, der den Versuchsleitereffekt (geht um bias) festgestellt hat. -_-
... sinnlos, das ist richtig. Aber nicht bedeutungslos.... Und genau das ist der Punkt der Debatte zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften, der hier aber nicht beruerht wird, weil es hier um Studiumsorganisation geht, und unterschiedliche Studentensubkulturen, denen sich aber genuegend Studenten entziehen, es gibt stinkfaule Medizinstudenten und hochgestresste Philosophiestudenten. Medizin, so nebenbei, ist eigentlich keine Wissenschaft, sondern - wo das Ziel ist, Arzt zu werden - eher ein Handwerk, ein wichtiges, komplexes und zurecht gut, zuweilen aber im gesellschaftlichen Vergleich ueberbezahltes, auch intern (Vgl. Radiologen vs. Hausaerzte, sowohl in Dt. als auch in den USA).... Um es kurz zu machen, die Ueberschrift ist missverstaendlich. Es muesste heissen, mindestens, "Ein Studienfach-Debatte", damit es klarer wird. Aber eventuell faellt so was ja nur einem Geisteswissenschaftler auf.
Danke für die Hinweis! Das ist leider nicht ganz klar
Danke für die Hinweis! Das ist leider nicht ganz klar
Das sind durchaus Wissenschaften.
Wissenschaft versucht, Erkenntnisse über die Dinge zu erlangen, wie sie sind. Genau das versuchen Geisteswissenschaften ebenso wie Naturwissenschaften.
Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Geistes- und Sozialwissenschaften betrachten den Menschen, während Natur- und Ingenieurswissenschaften Dinge betrachten. (Psychologie ist eher ein Zwischending, die armen Schweine)
Warum können Geisteswissenschaften aber nicht so genaue Gesetze und dergleichen herausfinden und postulieren wie Ingenieurs- und Naturwissenschaften? Das liegt in der Natur ihres Untersuchungsgegenstandes.
Dinge (Atome, Maschinen, Teilchen) nehmen ihre Umwelt nicht wahr. Sie unterliegen den physikalischen/chemischen/whatever Naturgesetzen.
Geistes- und Sozialwissenschaften untersuchen Menschen, die ihre Umwelt wahrnehmen. Allerdings nehmen Sie sie nicht so wahr, wie sie ist, sondern gefiltert, perspektivisch und selektiv (man nennt das: Perzeptionswirklichkeit). Das Problem ist aber, dass Menschen auf der Grundlage ihrer Wahrnehmung handeln und nicht auf der Grundlage der Welt, wie sie ist. Die Geistes- und Sozialwissenschaften können aber nicht vorhersagen, wie dieser oder jener Mensch die Welt wahrnimmt. Deshalb können sie keine exakten Vorhersagen und allgemeinen Gesetze formulieren, die so sicher sind, wie Naturgesetze.
Wissenschaften sind beide. Klingt komisch, ist aber so.
(Hab beide Arten von Wissenschaften tw. studiert)
Dass sich dieser Mythos von unumstoesslichen Naturgesetzen auch immer noch am Leben halten kann. Es gibt sie einfach nicht. Bis vor 100 Jahren wurde die Newtonschen Mechanik als allgemeingueltig angesehen. Oder das Schalenmodell fuer den Atomaufbau. Oder das immer noch genutzte Ideale-Gas-Gesetz, das als Annaehrung der Beschreibung der "Realitaet" dient. Jede Erkenntnis, jedes formuliere Gesetz wird irgendwann scheitern, weil es an seine Grenzen stoesst. Das ist auch voellig egal. Es vollzieht sich ein Paradigmenwechsel und die "Suche nach der Wahrheit" startet von einem anderen Punkt erneut. Das haben alles Wissenschaften gemeinsam.
Ob Physik, Psychologie oder Philosophie, man denkt immer in Konstrukten. Jeder Fachbereich trennt sich dabei von seinem Ansatzpunkt ab, um die Welt begreifbar zu machen (Denkkollektive). Dabei nutzt jede Wissenschaft ein pfadabhaengiges Modell zum beobachten und verstehen. Das Orbitalmodell ist nur ein Konstrukt des Menschen um zu begreifen, wie sich kleinste Teile verhalten. Das Badewannen-Modell von Coleman ist ein Versuch zu begreifen, wie Gesellschaft und Individuum zusammen haengt. Jede wissenschaftliche These, jedes Modell ist immer nur ein Modell und niemals mehr als das und kann verfallen (nach Thomas Kuhn muessen sie es sogar). Daher kann es etwas wie ein Naturgesetz nicht geben. Die einzige 'Wissenschaft', die fuer sich die Wahrheit beansprucht, ist die Theologie und genau dieser Punkt, grenzt sie von den anderen ab.
finden doch genauso viel oder genauso wenig von dem heraus, was IST, wie die Geisteswissenschaften, denn ihre Untersuchungsmethoden sind von Menschen erdacht und werden von Menschen interpretiert! Und zwar noch nicht einmal von einem Querschnitt der Menschheit, sondern von den einzelnen Wissenschaftlern oder meinetwegen auch einzelnen Teams. Als unsere bekannte Physiker Anfang des 20.Jahrhunderts durch bestimmte Versuche zu dem Ergebnis kamen, daß es Materie, wie man sich das bis dahin in der Physikwissenschaft vorgestellt hatte, garnicht gibt, stellten sie außerdem auch fest, daß bei einem Versuchsergebnis auch immer der Experimentator mit seiner individuellen Denkweise und Versuchsanordnung mit einbezogen werden müsse!
Ich würde es so definieren: Die Wissenschaften versuchen alle, die Wirklichkeit so eng wie möglich einzukreisen,aber ein Teil von ihr bleibt trotzdem immer verborgen.
Vielleicht wollen deshalb viele Menschen wegen dieser ewigen Unzulänglichkeit lieber an einen Gott glauben, von dem sie sich vorstellen können, daß er alles weiß und alles kann..
Besser wäre es aber M.E. , wenn sich alle Menschen immer wieder ein Türchen zu eigenen neuen Erkenntnissen offen halten würden, indem sie zugeben, daß sie sich immer wieder irren können und daß ihr Bewusstsein immer wieder der Erweiterung bedarf, weil nämlich sonst geistiger Stillstand eintritt, der sich dann etwa bei den Wissenschaftlern als Fachidiotie äussert und bei den Gottgläubigen als Fanatismus.
Die Naturwissenschaften liefern mathematisch und/oder experimentell überprüfbare Ergebnisse - die sind zwar nicht unumstößliche Wahrheiten, denn die Quantenmechanik zeigt uns eine prinzipielle Grenze der Erkenntnisfähigkeit auf, aber sie liefern Vorhersagen, die sich überprüfen lassen, ja mehrnoch sie lassen Prognosen zu, etwa ob eine Region Erbeben zu erwarten hat oder die Sonnenaktivität in den nächsten Jahren zunimmt.
Dies können die historischen Wissenschaften und die Philosophie nicht leisten und die Sozialwissenschaften nur in extrem grober Näherung.
Der Physiker kann sagen: Die Bahn des Neptun um die Sonne war letztes Jahr so und wird nächstes Jahr so sein (mit 99,999999% Wahrscheinlichkeit).
Der Historiker kann sagen: Caesar wurde durch Cassius und Brutus ermordet, aber nicht der Diktator von X wird nächstes Jahr durch Y mit 99,99999% Eintrittswahrscheinlichkeit ermordet.
Dies ist der Vorzug der mathematischen Wissenschaften, daher ihre mittlerweile überlegene gesellschaftliche Stellung. Übrigens war vor ca. 100 Jahren noch der Altphilologe angesehener als der Physiker oder gar der Ingenieur. Die Verschiebung der Wertschätzungen beruht auf Abwendung vom Jenseitigen (seit der Renaissance, Theoloie nicht mehr als Leitdisziplin), der Industrialisierung (seit dem 19. Jhd., Bedeutung der Mechanik) und Technisierung unserer Welt (20./21. Jhd., Anwendungen von Elektrizität und moderner Physik). Ein Naturgesetz ist dies aber nicht.
Theologie ist schon wieder eine unzulässige Einengung, denn es gibt selbstverständlich nicht-theistische Religionen wie den Buddhismus, die einen hohen Wahrheitsanspruch haben. Aus dem Buddhismus ist auch mein Beispiel für Wahrheit entlehnt, das Letztgültige. Es ist dies die Leerheit der Leerheit. Da wir Sprache zu Beschreibng nutzen und dies mmer eine unzulässige Verkürzung darstellt, eine Abstraktion und niemals mit der Realität gleichzusetzen ist, gilt dies auch für die tiefste Wahrheit, den letzten Grund, die sogenannte Leerheit. Daher ist auch diese leer von einer echten, inhärenten Wirklichkeit. Also kommt man nicht zu einer sprachlichen Repräsentation der Realität, es sei denn, man bewegt sich auf einer konventionellen Ebene. Diese reicht aber mmer nur so weit, wie Wahrnehmung und Logik und Sprache es zulassen. Der sich anscließende Hintergrund ist aber von unendlicher Tiefe. Daher ist keine Theorie und keine Wissenschaft absolut.
Dass sich dieser Mythos von unumstoesslichen Naturgesetzen auch immer noch am Leben halten kann. Es gibt sie einfach nicht. Bis vor 100 Jahren wurde die Newtonschen Mechanik als allgemeingueltig angesehen. Oder das Schalenmodell fuer den Atomaufbau. Oder das immer noch genutzte Ideale-Gas-Gesetz, das als Annaehrung der Beschreibung der "Realitaet" dient. Jede Erkenntnis, jedes formuliere Gesetz wird irgendwann scheitern, weil es an seine Grenzen stoesst. Das ist auch voellig egal. Es vollzieht sich ein Paradigmenwechsel und die "Suche nach der Wahrheit" startet von einem anderen Punkt erneut. Das haben alles Wissenschaften gemeinsam.
Ob Physik, Psychologie oder Philosophie, man denkt immer in Konstrukten. Jeder Fachbereich trennt sich dabei von seinem Ansatzpunkt ab, um die Welt begreifbar zu machen (Denkkollektive). Dabei nutzt jede Wissenschaft ein pfadabhaengiges Modell zum beobachten und verstehen. Das Orbitalmodell ist nur ein Konstrukt des Menschen um zu begreifen, wie sich kleinste Teile verhalten. Das Badewannen-Modell von Coleman ist ein Versuch zu begreifen, wie Gesellschaft und Individuum zusammen haengt. Jede wissenschaftliche These, jedes Modell ist immer nur ein Modell und niemals mehr als das und kann verfallen (nach Thomas Kuhn muessen sie es sogar). Daher kann es etwas wie ein Naturgesetz nicht geben. Die einzige 'Wissenschaft', die fuer sich die Wahrheit beansprucht, ist die Theologie und genau dieser Punkt, grenzt sie von den anderen ab.
finden doch genauso viel oder genauso wenig von dem heraus, was IST, wie die Geisteswissenschaften, denn ihre Untersuchungsmethoden sind von Menschen erdacht und werden von Menschen interpretiert! Und zwar noch nicht einmal von einem Querschnitt der Menschheit, sondern von den einzelnen Wissenschaftlern oder meinetwegen auch einzelnen Teams. Als unsere bekannte Physiker Anfang des 20.Jahrhunderts durch bestimmte Versuche zu dem Ergebnis kamen, daß es Materie, wie man sich das bis dahin in der Physikwissenschaft vorgestellt hatte, garnicht gibt, stellten sie außerdem auch fest, daß bei einem Versuchsergebnis auch immer der Experimentator mit seiner individuellen Denkweise und Versuchsanordnung mit einbezogen werden müsse!
Ich würde es so definieren: Die Wissenschaften versuchen alle, die Wirklichkeit so eng wie möglich einzukreisen,aber ein Teil von ihr bleibt trotzdem immer verborgen.
Vielleicht wollen deshalb viele Menschen wegen dieser ewigen Unzulänglichkeit lieber an einen Gott glauben, von dem sie sich vorstellen können, daß er alles weiß und alles kann..
Besser wäre es aber M.E. , wenn sich alle Menschen immer wieder ein Türchen zu eigenen neuen Erkenntnissen offen halten würden, indem sie zugeben, daß sie sich immer wieder irren können und daß ihr Bewusstsein immer wieder der Erweiterung bedarf, weil nämlich sonst geistiger Stillstand eintritt, der sich dann etwa bei den Wissenschaftlern als Fachidiotie äussert und bei den Gottgläubigen als Fanatismus.
Die Naturwissenschaften liefern mathematisch und/oder experimentell überprüfbare Ergebnisse - die sind zwar nicht unumstößliche Wahrheiten, denn die Quantenmechanik zeigt uns eine prinzipielle Grenze der Erkenntnisfähigkeit auf, aber sie liefern Vorhersagen, die sich überprüfen lassen, ja mehrnoch sie lassen Prognosen zu, etwa ob eine Region Erbeben zu erwarten hat oder die Sonnenaktivität in den nächsten Jahren zunimmt.
Dies können die historischen Wissenschaften und die Philosophie nicht leisten und die Sozialwissenschaften nur in extrem grober Näherung.
Der Physiker kann sagen: Die Bahn des Neptun um die Sonne war letztes Jahr so und wird nächstes Jahr so sein (mit 99,999999% Wahrscheinlichkeit).
Der Historiker kann sagen: Caesar wurde durch Cassius und Brutus ermordet, aber nicht der Diktator von X wird nächstes Jahr durch Y mit 99,99999% Eintrittswahrscheinlichkeit ermordet.
Dies ist der Vorzug der mathematischen Wissenschaften, daher ihre mittlerweile überlegene gesellschaftliche Stellung. Übrigens war vor ca. 100 Jahren noch der Altphilologe angesehener als der Physiker oder gar der Ingenieur. Die Verschiebung der Wertschätzungen beruht auf Abwendung vom Jenseitigen (seit der Renaissance, Theoloie nicht mehr als Leitdisziplin), der Industrialisierung (seit dem 19. Jhd., Bedeutung der Mechanik) und Technisierung unserer Welt (20./21. Jhd., Anwendungen von Elektrizität und moderner Physik). Ein Naturgesetz ist dies aber nicht.
Theologie ist schon wieder eine unzulässige Einengung, denn es gibt selbstverständlich nicht-theistische Religionen wie den Buddhismus, die einen hohen Wahrheitsanspruch haben. Aus dem Buddhismus ist auch mein Beispiel für Wahrheit entlehnt, das Letztgültige. Es ist dies die Leerheit der Leerheit. Da wir Sprache zu Beschreibng nutzen und dies mmer eine unzulässige Verkürzung darstellt, eine Abstraktion und niemals mit der Realität gleichzusetzen ist, gilt dies auch für die tiefste Wahrheit, den letzten Grund, die sogenannte Leerheit. Daher ist auch diese leer von einer echten, inhärenten Wirklichkeit. Also kommt man nicht zu einer sprachlichen Repräsentation der Realität, es sei denn, man bewegt sich auf einer konventionellen Ebene. Diese reicht aber mmer nur so weit, wie Wahrnehmung und Logik und Sprache es zulassen. Der sich anscließende Hintergrund ist aber von unendlicher Tiefe. Daher ist keine Theorie und keine Wissenschaft absolut.
Also ich als Naturwissenschaftler muss natürlich sagen, dass wir Nawis natürlich die Besseren sind. Egal worum es geht. Immer. Und überhaupt.
Die ganze Debatte, so sie nicht aus reinem Standesdünkel geführt wird, beruht meiner Ansicht nach auf 2 Punkten:
1. Die Ausbildung.
Wenn man die Arbeitszeiten vergleicht, wird man tatsächlich ein gewaltiges Missverhältnis festellen. Das ganze wird durch die dämlichen Credits nur noch angeheizt, den beim Bachelor haben alle 180. Was aber goar nix aussagt.
Bei den Geistes- und Sozialwissenschaften ist es relativ leichter, einfach durchzukommen. Da gibt es nicht die seit bei Nawis jeher üblichen Quoiten von 50% Abbrechern. Das heißt natürlich auch, das viele minderkompetente durchkommen.
Was es nicht heißt, ist, dass ein richtig guter Geistes- und Soz.- Wissenschaftler nicht richtig gut sein muss.
Bei den Nawis wird einfach härter aussortiert.
2. Das Ansehen in der Gesellschaft
Da man für die Geisteswissenschaften scheinbar keine eigene Sprache braucht, wie die Mathematik, können auch viel mehr Laien mitreden und mitdenken.
Nawis sind in der Gesellschaft schlechter angesehen, gelten als verschrobenes Völkchen (gut, ein Körnchen mag dran sein), das man zwar braucht, aber zu dem man nicht zu enge Verbindungen hat.
Zu naturwissenschaftlichen Themen darf sich in der Presse jeder noch so Nichtexperte als Autorität äußern, beispielsweise Theologen, die über Nukleartechnologie referieren.
Zu Ihrem 2. Punkt: Ich glaube Sie haben einen Kern erfasst, aber man muss dies praezisieren. Denn auch in Geisteswissenschaft spricht man eigene Sprachen, Theoriesprachen, wenn Sie so wollen, deren Grammatiken und Konzepte erlernt werden muessen, die - wie mathemat. Formeln - als Werkzeuge dienen, die Wirklichkeit "greifbar" zu machen was be-greifen und ein-greifen beinhaltet: Begriff. Weil aber diese Begriffssprachen aehnlich wie Alltagssprache aussehen, zum Teil deren Sprachstruktur mitbenutzen, glauben in der Tat viele "Laien" mitreden zu koennen, bzw. viele Absolventen reden "dem Laien nach dem Munde", statt in ordentlicher wissenschaftlicher Begriffssprache, um sich populaer zu halten (z.B. so per Daumen 80% der deutschen Soziologie koennen Sie heute von der Qualitaet her locker in die Tonne treten). Um nur einen Fall zu nennen, da wurde einer Professorin in USA die Festanstellung durch ein Gremium aus Adminsitratoren verweigert, da sie zwar als weltweite Expertin auf ihrem Fachgebiet gelte laut Empfehlung, aber fuer einen "unbedeutenden und unbekannten Bereich", naemlich Kant.... Alles ist Sprache: Weil man aber heute "gefaellig sein will", es geht ja auch um Prestige und Geld, tut man sich schwer den Laien zu sagen, Sie moegen doch ab und an, Verzeihung fuer die deutlichen Worte, einfach mal das Maul halten. Naturwissenschaftler haben es nicht besser: Siehe die Schiksale von Gutachten zu Endlagerstaetten.
Dielektrikum, Sie sprechen zwei ganz wichtige Punkte an:
1) Es ist - und das sage ich als Sozialwissenschaftler mit einigen Jahren Lehrerfahrung - dort tatsächlich einfacher, durchzukommen. Das liegt aber nicht daran, dass Sozial- (oder Geistes-)Wissenschaften weniger wissenschaftlich wären, sondern daran, dass sie schlecht gelehrt und geprüft werden. Vieles kann man nicht wirklich gut "wegerklären", aber immerhin noch so, dass sich ein warmherziger Prof erbarmt und ne 2,7 drunterschreibt.
2) Nicht jeder Laie kann z.B. in der Politikwissenschaft mitreden - da Politik aber im Gegensatz zu z.B. Quantenphysik etwas alltäglich Erlebbares ist, zu dem fast jeder irgendeine Meinung hat, meinen viele, gleichberechtigt mitdiskutieren zu können, auch wenn die Beiträge tief aus dem Bauch kommen. Es ist als Sozialwissenschaftler echt schwer, das zu vermitteln, ohne arrogant zu wirken. Wenn man sich hinter Formeln und arkanen Forschungsgegenständen verschanzen kann, ist das viel einfacher.
Man muss allerdings dazusagen, dass die Sprache Mathematik manchmal auch fälschlicherweise den Eindruck "harter Wissenschaft" vermittelt. Die besten Berechnungen taugen nichts, wenn Fragen schlecht gestellt oder Ergebnisse falsch interpretiert werden. Gerade in der medizinischen Forschung habe ich manchmal den Eindruck, als wenn viele nur "Rezepte nachkochen" und von Wissenschaftstheorie keine Ahnung haben. Resultat sind Studien, die nur wissenschaftlich ausschauen.
"Zu naturwissenschaftlichen Themen darf sich in der Presse jeder noch so Nichtexperte als Autorität äußern, beispielsweise Theologen, die über Nukleartechnologie referieren".
Och, da erinnere ich gerade den umgekehrten Fall, als ein paar exponierte Neurowissenschaftler ein neues Weltbild verkündeten und über die Frage der Willensfreiheit im Vorübergehen entschieden. Eine Frage, über die Philosophen seit 2000 Jahren, der Sache nach wohl noch viel länger streiten.
Also mit diesem Beitrag haben Sie sich jetzt Ihrer eigenen Unwissenschaftlichkeit überführt. Zunächst einmal gehen Sie nicht werturteilsfrei an die Thematik heran sondern versuchen von Anfang an nur, Ihre eigene Meinung zu verifizieren - und das resultiert dann in einer Methodik, die weder in den NW noch in den GW als wissenschaftlich gelten dürfte. Sie betrachten jeweils nämlich nur die eine Seite der Medaille.
Zur Hypothese der Arbeitszeit. Wie definieren Sie denn Arbeitszeit? Ist das für Sie die Präsenzzeit im Hörsaal respektive Seminarraum? Dann mögen Sie mit ihrer Schlussfolgerung recht haben, aber die Definition ist schlicht und ergreifend sinnlos. Die Frage ist doch eher: Wie lange beschäftigt sich der Wissenschaftler mit seinem Thema? Und da ergibt sich ein Problem: Wie wollen Sie das messen? Das ist natürlich nicht so einfach zu messen wie die Präsenzzeit. Aber Wissenschaft heißt nicht, den einfachsten Weg zu gehen, sondern den richtigen. Jedenfalls war ihr Schluss voreilig und falsch.
Zur Abbrecherquote. Stimmt. In meinen beiden Sozialwissenschaften lag die Quote nicht bei 50%. Sie lag bei 70%. Den Schuh, dass viele Minderkompetente durchkommen, müssen Sie sich daher wohl eher selbst anziehen - solange Sie in diesem einfachen Denkmuster verharren wollen.
Und Punkt 2. ist ja nun wirklich lachhaft. Ich weiß ja nicht, ob sie philosophische, politische oder gesellschaftliche Debatten verfolgen, aber da mischt sich nun wirklich Hinz und Kunz ein.
Zu Ihrem 2. Punkt: Ich glaube Sie haben einen Kern erfasst, aber man muss dies praezisieren. Denn auch in Geisteswissenschaft spricht man eigene Sprachen, Theoriesprachen, wenn Sie so wollen, deren Grammatiken und Konzepte erlernt werden muessen, die - wie mathemat. Formeln - als Werkzeuge dienen, die Wirklichkeit "greifbar" zu machen was be-greifen und ein-greifen beinhaltet: Begriff. Weil aber diese Begriffssprachen aehnlich wie Alltagssprache aussehen, zum Teil deren Sprachstruktur mitbenutzen, glauben in der Tat viele "Laien" mitreden zu koennen, bzw. viele Absolventen reden "dem Laien nach dem Munde", statt in ordentlicher wissenschaftlicher Begriffssprache, um sich populaer zu halten (z.B. so per Daumen 80% der deutschen Soziologie koennen Sie heute von der Qualitaet her locker in die Tonne treten). Um nur einen Fall zu nennen, da wurde einer Professorin in USA die Festanstellung durch ein Gremium aus Adminsitratoren verweigert, da sie zwar als weltweite Expertin auf ihrem Fachgebiet gelte laut Empfehlung, aber fuer einen "unbedeutenden und unbekannten Bereich", naemlich Kant.... Alles ist Sprache: Weil man aber heute "gefaellig sein will", es geht ja auch um Prestige und Geld, tut man sich schwer den Laien zu sagen, Sie moegen doch ab und an, Verzeihung fuer die deutlichen Worte, einfach mal das Maul halten. Naturwissenschaftler haben es nicht besser: Siehe die Schiksale von Gutachten zu Endlagerstaetten.
Dielektrikum, Sie sprechen zwei ganz wichtige Punkte an:
1) Es ist - und das sage ich als Sozialwissenschaftler mit einigen Jahren Lehrerfahrung - dort tatsächlich einfacher, durchzukommen. Das liegt aber nicht daran, dass Sozial- (oder Geistes-)Wissenschaften weniger wissenschaftlich wären, sondern daran, dass sie schlecht gelehrt und geprüft werden. Vieles kann man nicht wirklich gut "wegerklären", aber immerhin noch so, dass sich ein warmherziger Prof erbarmt und ne 2,7 drunterschreibt.
2) Nicht jeder Laie kann z.B. in der Politikwissenschaft mitreden - da Politik aber im Gegensatz zu z.B. Quantenphysik etwas alltäglich Erlebbares ist, zu dem fast jeder irgendeine Meinung hat, meinen viele, gleichberechtigt mitdiskutieren zu können, auch wenn die Beiträge tief aus dem Bauch kommen. Es ist als Sozialwissenschaftler echt schwer, das zu vermitteln, ohne arrogant zu wirken. Wenn man sich hinter Formeln und arkanen Forschungsgegenständen verschanzen kann, ist das viel einfacher.
Man muss allerdings dazusagen, dass die Sprache Mathematik manchmal auch fälschlicherweise den Eindruck "harter Wissenschaft" vermittelt. Die besten Berechnungen taugen nichts, wenn Fragen schlecht gestellt oder Ergebnisse falsch interpretiert werden. Gerade in der medizinischen Forschung habe ich manchmal den Eindruck, als wenn viele nur "Rezepte nachkochen" und von Wissenschaftstheorie keine Ahnung haben. Resultat sind Studien, die nur wissenschaftlich ausschauen.
"Zu naturwissenschaftlichen Themen darf sich in der Presse jeder noch so Nichtexperte als Autorität äußern, beispielsweise Theologen, die über Nukleartechnologie referieren".
Och, da erinnere ich gerade den umgekehrten Fall, als ein paar exponierte Neurowissenschaftler ein neues Weltbild verkündeten und über die Frage der Willensfreiheit im Vorübergehen entschieden. Eine Frage, über die Philosophen seit 2000 Jahren, der Sache nach wohl noch viel länger streiten.
Also mit diesem Beitrag haben Sie sich jetzt Ihrer eigenen Unwissenschaftlichkeit überführt. Zunächst einmal gehen Sie nicht werturteilsfrei an die Thematik heran sondern versuchen von Anfang an nur, Ihre eigene Meinung zu verifizieren - und das resultiert dann in einer Methodik, die weder in den NW noch in den GW als wissenschaftlich gelten dürfte. Sie betrachten jeweils nämlich nur die eine Seite der Medaille.
Zur Hypothese der Arbeitszeit. Wie definieren Sie denn Arbeitszeit? Ist das für Sie die Präsenzzeit im Hörsaal respektive Seminarraum? Dann mögen Sie mit ihrer Schlussfolgerung recht haben, aber die Definition ist schlicht und ergreifend sinnlos. Die Frage ist doch eher: Wie lange beschäftigt sich der Wissenschaftler mit seinem Thema? Und da ergibt sich ein Problem: Wie wollen Sie das messen? Das ist natürlich nicht so einfach zu messen wie die Präsenzzeit. Aber Wissenschaft heißt nicht, den einfachsten Weg zu gehen, sondern den richtigen. Jedenfalls war ihr Schluss voreilig und falsch.
Zur Abbrecherquote. Stimmt. In meinen beiden Sozialwissenschaften lag die Quote nicht bei 50%. Sie lag bei 70%. Den Schuh, dass viele Minderkompetente durchkommen, müssen Sie sich daher wohl eher selbst anziehen - solange Sie in diesem einfachen Denkmuster verharren wollen.
Und Punkt 2. ist ja nun wirklich lachhaft. Ich weiß ja nicht, ob sie philosophische, politische oder gesellschaftliche Debatten verfolgen, aber da mischt sich nun wirklich Hinz und Kunz ein.
Gruppen bilden, sich zur Abgrenzung eine Identität zulegen, durch diese sich über andere Gruppen stellen und diese dann versuchen zu missionieren. Das ist menschliche Natur. Ob dazu dann Religion, Nationalität, Kultur und/oder Ideologie im Großen oder hier im Kleinen die verschiedenen Wissenschaften herhalten müssen ist dabei völlig egal.
... wohl nicht so recht in die Wissenschaftsgeschichte geschaut, was? Oder in die Organigramme der amerikanischen Unis. Die Fakultaeten in denen Geisteswissenschaften gelehrt werden heissen, zurecht, in der Regel Faculty for Arts and Sciences. Waehrend Naturwissenschaften sich in anderen finden.
Die Trennung Geistes/Naturwiss. ist so ziemlich eine Erfindung der politischen Verwaltung des 19.Jh.... Und nebenbei bemerkt: Die Kultur des Auswendiglernens anstatt des Verstehens ist in allen Faechern verbreitet, und wird gerade an deutschen Unis gepflegt. Bei manchen Naturwissenschaftlern und bei Medizinern faellt das immer wieder in dann auf wenn sie in der vielmals als Nahe ausgelobten "Praxis" scheitern. Bei Geisteswissenschaftlern (und wenn wir weiter differenziern wollen Sozial-, Kulturlwissenschaftlern) ist das in der Praxis und in der Theorie so. Nur, die koennen es oft wegerklaeren, eine Fehlbehandlung oder einen explodierten Reaktor kann man nicht leicht wegerklaeren.
Wie schon der Wortsinn sagt: Eine Wissenschaft "schafft" "Wissen". Und dazu gehört Geschichte ebenso wie Ägyptologie, Soziologie und Philologie.
Die Arroganz der Naturwissenschaftler bezüglich ihres Glaubens, sie wären die einzige Wissenschaft, ist, gelinde gesagt, lächerlich. Und zwar so lächerlich, dass jeder Nicht-Naturwissenschaftler darüber lacht.
Ein Jurastudent.
das war nicht arrogant gemeint. Meiner Meinung nach ist alles wichtig, vorallem Menschen die sich über den Zustand der Gesellschaft Gedanken machen!
Aber um Haarspalterei zu betreiben: Schaffen Historiker neues Wissen oder graben sie altes Wissen, welches im Unvermögen irgendwie eine stabile Gesellschaft zu schaffen vergessen wurde, wieder aus?
Liebe Grüße, und nicht grantig werden...
Die Definition von Wissenschaft ist keineswegs durch Alles was "Wissen" schaft erschöpft.
Im Gegenteil: Wissenschaft ist ein sehr spezifischer Prozess, um einen Erkenntnisgewinn (kontrolliert!) herbeizuführen. Dieser Prozess beinhaltet uA sowas wie "Aufstellen einer Hypothese", "Messen von Sachverhalten" oder "Verfifikation der Ergebnisse".
Es sind also nicht alle Prozesse, die zu einem Erkenntnisgewinn führen auch als wissenschaftlich zu bezeichnen. Insofern ist das Argument bzgl des Wortsinns völlig falsch. Das sollte man auch als Jurist wissen...
das war nicht arrogant gemeint. Meiner Meinung nach ist alles wichtig, vorallem Menschen die sich über den Zustand der Gesellschaft Gedanken machen!
Aber um Haarspalterei zu betreiben: Schaffen Historiker neues Wissen oder graben sie altes Wissen, welches im Unvermögen irgendwie eine stabile Gesellschaft zu schaffen vergessen wurde, wieder aus?
Liebe Grüße, und nicht grantig werden...
Die Definition von Wissenschaft ist keineswegs durch Alles was "Wissen" schaft erschöpft.
Im Gegenteil: Wissenschaft ist ein sehr spezifischer Prozess, um einen Erkenntnisgewinn (kontrolliert!) herbeizuführen. Dieser Prozess beinhaltet uA sowas wie "Aufstellen einer Hypothese", "Messen von Sachverhalten" oder "Verfifikation der Ergebnisse".
Es sind also nicht alle Prozesse, die zu einem Erkenntnisgewinn führen auch als wissenschaftlich zu bezeichnen. Insofern ist das Argument bzgl des Wortsinns völlig falsch. Das sollte man auch als Jurist wissen...
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