YouTube-Star PsyOxford tanzt den Gangnam-Style

Rappende YouTube-Stars sind im Debattierklub der Uni Oxford selten zu Gast. Wenn doch, fangen sogar anzugtragende Elite-Studenten an zu tanzen. Von P. Farrell von 

Der koreanische Rapper Psy zu Gast in Oxford

Der koreanische Rapper Psy zu Gast in Oxford  |  © Jonathan Dunbar (Oxford Union)

Ja, er hat es getan. Park Jae-sang, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Psy, hat beide Arme gekreuzt, die Beine nach außen gespreizt und ist dann zum Beat seines YouTube-Hits Gangnam Style abwechselnd von dem linken auf den rechten Fuß gesprungen. Links, rechts, links, rechts. Ein Fingerzeig von ihm genügte, um alle Studenten in der Oxford Union , dem renommierten Debattierklub der Universität Oxford , von ihren Sitzen zu reißen und ihm nachzutanzen. Einige im Anzug, manche sogar im Talar. Links, rechts, links, rechts. So sieht es also aus, wenn YouTube-Star auf Elite trifft. Dabei hatte der Nachmittag in der Oxford Union ziemlich langweilig begonnen: mit Warten.

Seit fast einer halben Stunde halten Studenten ihr Smartphone im Filmmodus auf den Eingang gerichtet. Es gibt keinen freien Platz mehr in Englands zweitältestem Debattierklub. Die Mitglieder der Union, fast ausschließlich Studenten der Universität Oxford, sitzen eng aneinander gedrückt auf dunklen Holzbänken. Die Mamorbüsten an den Wänden schauen mit gerunzelter Stirn auf die jungen Leute. Gelegentlich knarren die Holzdielen, wenn vereinzelt Nachzügler darüber huschen.

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Als Psy dann endlich erscheint, enttäuscht er seine Fans fast ein wenig. Weder springt er im Tanzschritt zum Rednerpult, noch trägt er eines seiner extravaganten Glitzer-Outfits. Nein, er schreitet aufrecht mit schwarzem Anzug und weißem Haifischkragen-Hemd zur Stirnseite des Saales, in dem schon Albert Einstein , Bill Clinton und der Dalai Lama mit den Studenten gesprochen haben.

Die Sonnenbrille darf er aufbehalten

Das einzige an ihm, was nicht ganz zu den ehrwürdigen Ölgemälden an den Wänden passt, ist seine Sonnenbrille. Das scheint auch Psy zu merken. Deshalb lässt er kurzerhand in bester Internet-Manier abstimmen und kommt zu dem Ergebnis, dass er sie aufbehalten darf. Seit Gangnam Style mit fast fünf Millionen Likes zum beliebtesten YouTube-Video aller Zeiten gekürt worden ist und dem Südkoreaner einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde beschert hat, dürfte ihm das Like-Prinzip der sozialen Netzwerke gefallen.

Als Psy zu sprechen beginnt, ist es mucksmäuschenstill. Keine Zettel liegen vor ihm, er spricht frei. Seinen ersten Worte mit rauer, aber sonorer Stimme: " Wow, it’s Oxford. " Der Saal johlt – das Eis ist gebrochen. Sein Englisch ist amerikanisch gefärbt und spiegelt die Jahre wider, die er nach seiner Schulzeit in Boston verbracht hat.

Leserkommentare
    • sabu420
    • 08. November 2012 11:48 Uhr

    Interessant liebe Zeit, jetzt weiß ich dass selbst Elitemenschen (schlechte) Musik hören.

  1. und habe irgendwie das Gefühl meine Zeit verschwendet zu haben. Danke dafür!

    P.S.: Eines kann die Zeit wirklich, von oben herab schreiben.

  2. Redaktion

    Hallo, wir freuen uns immer über Kritik. Noch mehr freuen wir uns, wenn Sie eine konkrete Begründung liefern statt einfach drauflos zu schimpfen. Grüße aus der Redaktion.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ziel: Entlarvung von Obrigkeitshörigkeit, Bildungsaffinität und dirigistischem Bildungsauftrag.

    Begründung: Amüsant, wie sehr die Zeit englischsprachige Eliteuniversitäten ins Licht rückt. Die Mehrzahl ihrer Leser bzw. deren Kinder (bildungsaffine, "neuliberal"-grün, wertorientierte MIttelschicht) scheint an denselben zu studiernen ,während gleichzeitig gemeinsames Lernen und Bildungsinklusion gepredigt wird. Manche sind natürlich more equal than others.
    Ich glaube ich münze mein 1,0 Abitur auch mal in ein Studium an einer solchen Hochschule um. Bringen wirds nicht, sofern ich nicht Mathematik und Nebenfach VWL mache

    Na dann versuche ich's mal ... dieser Artikel hat absolut keinen Nachrichtenwert. Ein Rapper ist zu Gast an einer 'Elite'uni in Großbritannien, plaudert aus dem Nähkästchen und tanzt ein bisschen rum. Die Studenten tanzen mit, trotz Anzug und Talar - Sensation.

  3. Ziel: Entlarvung von Obrigkeitshörigkeit, Bildungsaffinität und dirigistischem Bildungsauftrag.

    Begründung: Amüsant, wie sehr die Zeit englischsprachige Eliteuniversitäten ins Licht rückt. Die Mehrzahl ihrer Leser bzw. deren Kinder (bildungsaffine, "neuliberal"-grün, wertorientierte MIttelschicht) scheint an denselben zu studiernen ,während gleichzeitig gemeinsames Lernen und Bildungsinklusion gepredigt wird. Manche sind natürlich more equal than others.
    Ich glaube ich münze mein 1,0 Abitur auch mal in ein Studium an einer solchen Hochschule um. Bringen wirds nicht, sofern ich nicht Mathematik und Nebenfach VWL mache

    Antwort auf "Zielführende Kritik "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    thema verfehlt!

    der schüler hatte die aufgabe einen vorgelegten artikel zu beurteilen, gegebenenfalls auch zu kritisieren.

    dies ist ihm nicht gelungen, die these verfehlt die aufgabenstellung vollends, die begründung ist keine begründung sondern teil seiner these.

    eine ungenügende leistung!

  4. 5. Kritik

    Na dann versuche ich's mal ... dieser Artikel hat absolut keinen Nachrichtenwert. Ein Rapper ist zu Gast an einer 'Elite'uni in Großbritannien, plaudert aus dem Nähkästchen und tanzt ein bisschen rum. Die Studenten tanzen mit, trotz Anzug und Talar - Sensation.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Zielführende Kritik "
  5. thema verfehlt!

    der schüler hatte die aufgabe einen vorgelegten artikel zu beurteilen, gegebenenfalls auch zu kritisieren.

    dies ist ihm nicht gelungen, die these verfehlt die aufgabenstellung vollends, die begründung ist keine begründung sondern teil seiner these.

    eine ungenügende leistung!

    Antwort auf "ahso so genehm?"
    • simlei
    • 08. November 2012 16:44 Uhr

    Ich frage mich, warum Leute sich hier abreagieren, nur weil sie der Artikel nicht interessiert. Diese Kommentare sind doch der Inbegriff von uninteressant; sie verstopfen außerdem die Seite.
    Ich habe das genannte Video ein paar mal gesehen. Es ist einfach (für viele anscheinend) harmloser, guter fun.

    Zum Thema: Ich wundere mich, warum der Typ in den Debattierclub eingeladen wird; andererseits waren dort sicher auch schon andere Sternchen ohne Bezug zur Wissenschaft oder Politik.
    Laut Artikel war das Ganze wohl nur eine Rede und Q&A, oder? Warum macht man so etwas in einem Debattierclub ^^

  6. Es ist doch wunderbar, daß die Menschen weltweit durch das Internet solch einen erfrischenden Spaß erleben dürfen.

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