MedikamentenkonsumDie ständige Angst, zu scheitern
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Aktiv gegen den Druck vorgehen

ZEIT ONLINE: Was muss sich ändern?

Schleim: Wir sollten die Regeln des Wettbewerbs nicht als Naturkonstante akzeptieren und stattdessen aktiv gegen den Druck vorgehen. In den 60er und 70er Jahren hat man sich viel stärker damit beschäftigt, unter welchen Umständen wir studieren und arbeiten wollen. Es gab feste Termine, bei denen sich Studenten getroffen haben, um zu diskutieren, wie sie sich den Studienalltag vorstellen. Heute würden sie darüber lachen oder fragen, ob es dafür Credit Points gibt.

Stephan Schleim
Stephan Schleim

Stephan Schleim ist Professor für Neurophilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Theorie und Kommunikation von Psychologie, Psychiatrie und Hirnforschung.

ZEIT ONLINE: Was können Universitäten konkret tun? 

Schleim: Wir sollten weniger gegeneinander kämpfen und mehr miteinander sprechen. Darüber, unter welchen Umständen wir eigentlich studieren und leben möchten. Die Universitäten wurden jahrelang auf unternehmerisches Denken und Wettbewerb getrimmt, doch ich bezweifle, dass dies der Wissenschaft guttut. Tatsächlich haben selbst die meisten Professoren dadurch an Freiheit verloren. Es dürfte noch etwas dauern, bis viele dies einsehen und etwas an ihren Arbeitsbedingungen ändern.

ZEIT ONLINE: Hatten Sie im Studium selbst einmal das Bedürfnis, Psychopharmaka zu nehmen?

Schleim: Ich habe in der Schule mal mit Koffeintabletten experimentiert. Aber das hat mir wenig gebracht – also habe ich es gelassen.

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Leserkommentare
  1. Mein Vater hat zu dem Thema eine ganz eigene Hypothese:

    Unsere Studentengeneration sei in unvorstellbarem Wohlstand aufgewachsen und wurde von vorne bis hinten verhätschelt, verglichen mit früheren Generationen. Dazu zähle auch weniger körperliche Arbeit und weniger Verantwortung im Haushalt. Schließlich musste man "früher" schon mit 14 in die Ausbildung starten etc...

    Die ganz normale "Härte des Lebens" träfe uns daher viel härter und unvorbereiteter. Zumindest käme uns das so vor.

    In Wahrheit aber sei die real zu erbringende Arbeitsleistung gesunken (Wie auch immer er das messen möchte)... ^^

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    Sehe ich ähnlich. Und wenn man sich alte Dokumentationen von Studentenveranstaltungen ansieht kann man sehen, dass sich die Interessenlage in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat. Ging damals die 68er Generation auf die Straße, um gegen „den Muff von 1000 Jahren“ zu kämpfen, steht heute nicht selten nur noch der nächste Surfurlaub im Mittelpunkt.

    Für meine Generation war die Jugend leichter als die vorangegange Generation und ich denke es ist fair zu sagen, dass die jetzigen Studenten i.d.R. eine noch bessere/leichtere Jugend gehabt haben könnten, wenn eine pauschale Einschätzung gültig sein kann.

    Wenn sonst nichts, dann ist die mediale Ablenkung durch mobile Endgeräte omnipräsent und nimmt, schätze ich, viel Platz ein, der ansonsten frei wäre für Fokussierung auf Relevantes.

    ... und dazu zähle ich mich (leider) auch, haben in keiner Weise die "Härten" des Lebens kennengelernt und die Erfahrung des Scheiterns kennen wir kaum. Auch nicht, dass man für ein Ziel auch mal mehrere Jahre kämpfen muss.

    Die interessantesten Menschen die ich kenne haben in ihrem Leben schon viel kämpfen müssen. Diese machen sich über die Problemchen der heutigen Studenten lustig.
    Viele Studenten sind durch die jahrelange Wohlstandserziehung psychisch einfach nicht in der Lage, Belastung auszuhalten. Da kommt einiges auf und zu...

    Auf der anderen Seite verstehe ich es nur zu gut. Wir stellen die Sinnfrage zu unserem Tun und stellen oft fest dass es keinen Sinn gibt. Wozu für ein Studium abrackern, wenn es danach nur schlecht bezahlte Jobs gibt mit der man keine Familie ernähren kann? Wozu das alles, obwohl die Welt ringsherum den Bach hinuntergeht. Motivation ist eine wichtige Energiequelle, wer nicht ausreichend davon hat, schafft nicht viel.

    Ich muss meinem alten Herrn auch insoweit zustimmen, dass der Kontrast von Wattebausch-Jugend und anschließendem knallharten Wettbewerb schon krasser ist als früher.

    Und natürlich macht dieser heftige Kontrast vielen zu schaffen, daher zum Teil vielleicht auch der plötzliche Anstieg der Burn-Outs.

    Die Motivation im Studium (=psychische Energie) nimmt natürlich auch ab, wenn man 5,5 Jahre bis zum Masterabschluss braucht, mit Praktika und Ausland und dem ganzen anderen fast vollständig sinnlosen Döhns, um dann in den wenigen Assessment-Centern die man machen "darf" sich gegen 300 andere Bewerber durchsetzen muss, nur um nach einem Jahr als Trainee wieder rauszufliegen. Die permanente Prüfung eben.

    Im selben Alter hat man mit Abi und Ausbildung bereits seit Jahren ein höheres Gehalt, in der Ausbildung oft schon ein Jobangebot, wo Studenten nochmal ganz von vorne anfangen müssen, und seit Jahren prekär leben und die Gebühren ranschaffen müssen.

    Meine Empfehlung für Abiturienten: Bloß nicht studieren, lieber eine Ausbildung im kaufmännischen oder technischen Bereich und die Energie statt dessen in den Aufsteig legen.

    • Klüger
    • 11. Dezember 2012 12:53 Uhr

    ... habe in den späten 80ern und frühen 90ern studiert.

    Mein Vater (Jahrgang 1938) hat gesagt, als Student der VWL hat er damals zwar fleißig gerabeitet, aber es war alles geregelt. Veranstaltungen von 8 bis 20:00 Uhr gab es da nicht.

    Auch in der Arbeitswelt nicht.

    Ist Wochenendarbeit und Abends erst um 18:30 oder später Feierabend machen eher normal für mich, war bei ihm das die Ausnahme.

    Natürlich hat er auch deutlich mehr verdient!

    Ich denke eher, das die Motivation das Problem ist sowie die menschenfeindliche Ideologie, wie im Artikel und manchen Kommentaren schon angesprochen.

    Die Generationen der Nachkriegszeit bis in die 80er haben für sich gearbeitet und dafür, das es ihren Kindern mal besser geht.

    Eine Arbeitsstelle war sozialversichert und unbefristet.

    Ein Normalverdiener konnte locker eine Familie ernähren und auch Wohneigentum erwerben.

    Gleichzeitig wusste man, dass die Rente im Alter reicht, wenn man durchhielt.

    Heute? Muss man das wirklich alles aufzählen?

    Mach ich aber trotzdem, für diejenigen, die glauben, heute wäre alles besser.

    Doppelverdiener - reicht für eine Familie gerade, um über die Runden zu kommen.

    Normalverdiener (ca. 2500 EUR brutto) = Armutsrente, es sei denn, man hat privat vorgesorgt. Nur, wer kann die PV bezahlen?

    Chance auf festen und unbefristeten sozialversicherungspflichtigen Job?

    Davon kann man in vielen Branchen nur noch träumen.

    Kurz - heute muss der Einzelne sehen, wo er bleibt.

    Wer am Boden liegt, wird noch getreten.

    • Banause
    • 11. Dezember 2012 13:06 Uhr

    Lieber Dr. Econ,

    ich möchte der Hypothese Ihres Vaters nicht gänzlich widersprechen, allerdings bin ich der Meinung, dass man das nicht so vergleichen kann. Es klingt zwar plausibel (vroomfondel), aber es ist nicht pauschalisierbar.

    Früher musste man vielleicht härter Arbeiten, aber dafür waren die Erwartungshaltungen stabiler.

    Heutzutage wird von möglichst vielen verlangt, dass sie Abitur machen und im Anschluss studieren. Wer beispielsweise eine Ausbildung macht, ist schon ein Stück weit am Arbeitsmarkt abgehängt (hier im Artikel wird ja auch von Studenten geredet).

    Als Student muss man dann nicht nur Wissen in einem Fach erwerben und eine Fremdsprache lernen. Es wird erwartet, dass man fachübergreifend und gleich mehrere Fremdsprachen lernt.

    Desweiteren muss man Flexibilität beweisen, am besten mit Aufenthalt im Ausland. Es wird ein gekonntes Auftreten erwartet. Außerdem reicht es nicht mehr, sich um sich selbst zu kümmern, man muss auch soziale Kompetenzen mitbringen.

    Gleichzeitig soll man immer einen Blick auf aktuelle Entwicklungen haben. Man soll Medienkompetenzen haben, was die "mediale Ablenkung durch mobile Endgeräte" (vroomfondel) zum Erlernen des Umgangs mit diesen Geräten nötig macht.

    Darüber hinaus kommt dann noch der gesellschaftliche Druck, gesund und effizient zu leben. Als Verbraucher muss man ständig vergleichen und Wissen über Produkte erwerben.

    Das alles, während man den Leuten heutzutage immer weniger vertrauen kann.

    ..., aber mal eine Frage, wieviele Bewerbungen hat Ihr Vater jemals geschrieben?

    Bei meinem Vater war es genau eine - danach Übernahme und Arbeit bis zur Rente im selben Betrieb in der selben Stadt.

    Heute gibt es auch noch Leute die mit 16 Ihre Ausbildung machen. Der Unterschied von Heute zu früher ist, dass man damals 40 Jahre im gleichen Betrieb arbeiten konnte und gut genug bezahlt wurde um als Geselle ein Haus zu bauen. Den Luxus haben heute selbst viele Studenten nicht mehr.

    Die Generation unserer Väter hatte vielleicht eine Kindheit und Jugend die schwerer war als die unsere, aber der Wirtschaftsboom in dem diese Generation in das Arbeitsleben eingestiegen ist, sucht seinesgleichen.

    • LaSilas
    • 11. Dezember 2012 11:57 Uhr

    Jeder gegen jeden. Immer höher, schneller und weiter soll der Mensch. Als Arbeitskraft soll er höchst optimal verwertet werden für den Profit anderer. Der Mensch ist eine Wurst für das BIP und die imperialistischen Träume von Politikern, die einen autoritären Großstaat in Europa wollen.

    Auf der Strecke geblieben ist der gesunde Menschenverstand und Entspannung ist nicht mehr vorgesehen. Wenn das BIP bei niedrigen Kapitalsteuern ständig wachsen muss, ist gnadenlose Konkurrenz die Folge - und der Niedergang von Natur und Umwelt.

    Gnadenloser Konkurrenzkampf macht unglücklich. Die Kooperation von Menschen führt viel eher zu Fortschritten für alle:

    'Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren' von Joachim Bauer

    'Kampf oder Kooperation? Der renommierte Medizinprofessor und Psychotherapeut Joachim Bauer widerlegt die weit verbreitete These, der Mensch sei primär auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt. Ausgehend von aktuellsten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zeigt er, dass das menschliche Handeln vielmehr durch das Streben nach Zuwendung, Wertschätzung und Kooperation bestimmt wird.'

    http://www.amazon.de/Prin...

    "Zusammenarbeit: Was unsere Gesellschaft zusammenhält"
    Richard Sennett

    http://www.amazon.de/Zusa...

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    ..., geistig und körperlich, weil der Mensch eben nur als Mittel zum Zweck der Kapitalverwertung angesehen wird.
    Ich empfehle Erich Fromm, der hat's recht eingängig analysiert: "Der moderne Kapitalismus braucht Menschen, die in großer Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren wollen, deren Geschmack standardisiert ist und leicht vorausgesehen und beeinflußt werden kann. Er braucht Menschen, die sich frei und unabhängig vorkommen und meinen, für sie gebe es keine Autorität, keine Prinzipien und kein Gewissen – und die trotzdem bereit sind, sich kommandieren zu lassen, zu tun, was man von ihnen erwartet, und sich reibungslos in die Gesellschaftsmaschinerie einzufügen; Menschen, die sich führen lassen, ohne daß man Gewalt anwenden müßte, die sich ohne Führer führen lassen und die kein eigentliches Ziel haben außer dem, den Erwartungen zu entsprechen, in Bewegung zu bleiben, zu funktionieren und voranzukommen. […] Jeder glaubt sich dann in Sicherheit, wenn er möglichst dicht bei der Herde bleibt und sich in seinem Denken, Fühlen und Handeln nicht von den anderen unterscheidet" (Die Kunst des Liebens) "Der Konsumideologie liegt der Wunsch zugrunde, die ganze Welt zu verschlingen, der Konsument ist der ewige Säugling, der nach der Flasche schreit. (Haben oder Sein. ))

    • ST_T
    • 11. Dezember 2012 12:09 Uhr

    Sondern muss mir nur mein Studium angucken:
    Jedes Semester 2-5 Klausuren/Hausarbeiten etc., von denen JEDE in die Wertung einfließt und die eigentliche Abschlussprüfung (BA-Thesis) höchstens EIN DRITTEL der Leistung ausmacht, der Student steht immer unter Dauerdruck.
    Nebenbei noch arbeiten ist schon schwer, Praktika kann man in der "vorlesungsfreien Zeit" aufgrund der vielen Prüfungen fast vergessen.

    Dafür brauch ich keinen "Neurophilosophen", der mir diesen simplen kausalen Zusammenhang erklären muss.

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    • match
    • 11. Dezember 2012 12:26 Uhr

    Ich, brauche dafür keinen anderen. Merken sie selbst das es genau darum geht.

    "Dafür brauch ich keinen 'Neurophilosophen', der mir diesen simplen kausalen Zusammenhang erklären muss"

    Sehen Sie, auch Sie beteiligen sich daran, "überflüssige Menschen" aus der Gesellschaft auszusortieren. In Ihrem Fall sind Neurophilosophen überflüssig wie ein Kropf, für Andere sind es vielleicht Hartz-IV-Empfänger, für wieder Andere Zuwanderer, die irgendwie "entsorgt" gehören.

    Ich glaube, diese Art von Denken gab es in den 60er Jahren tatsächlich nicht in dem Maße.

    Statt zu erkennen, was die Markt-Ideologie mit dem Menschen anstellt, fallen leider viel zu viele auf sie herein und machen mit bei diesem Hamsterrad, in dem sich atomisierte Einzelkämpfer-"Individuen" (auch so eine neoliberale Neuentdeckung) panisch eine Position auf Kosten Anderer in der Gesellschaft erkämpfen wollen und dabei gegen alles treten, was sich vermeintlich in der Hierarchie weiter unten befindet.

    Es ist schon Jahre her, dass ich Michel Houellebecques (oder Hullebeck, wie auch immer er sich schreibt...) "Ausweitung der Kampfzone" gelesen habe, aber es will mir nicht aus dem Kopf, wie sehr er damit Recht hatte, wie die Wettbewerbs-Ideologie sich auf mehr und mehr Lebensbereiche ertreckt und langsam die Fundamente der abendländischen Kultur wegfrißt.

    Irgend ein US-Thinktank hat mal ausgerechnet, daß 20% der Menschheit genügen, die Weltwirtschaft am Laufen zu halten. Die restlichen 80% sind "überflüssig" und müssen irgendwie bei Laune gehalten werden. Neurophilosophen gehören dazu, nicht wahr?

    Danke, dass Sie meinem Erklärungsversuch zustimmen.

    Es spricht für Ihr Auffassungsvermögen, wenn Sie diesen Zusammenhang auch ohne "Neurophilosophen" erkennen.

    Manch anderem fällt das aber vielleicht schwerer – genau das ist ja der Punkt bei meiner Vermutung zum Anstieg des (Pharmaka-)Medikamentenkonsums, dass viele Menschen das Problem am falschen Ort sehen, in sich selbst, und nicht der Struktur, in der sie sich befinden.

    Die Konsequenz ist dann, sich auf die Symptombehandlung zu konzentrieren, anstatt die Problemursache zu beheben. Dafür ist es doch vielleicht gar nicht einmal schlecht, einen Neurophilosophen zu haben, der auf diese alternative Sichtweise hinweist. Wenn Sie das auch ohne können, umso besser für Sie.

  2. ANGST generiert SUCHT! - Solange die Software dysfunktional operiert, kann jedwedes Suchtverhalten relativ leicht korrigiert werden, indem die jeweilig aufgesetzte, verzerrende Anwendung wieder entfernt wird. Ist jedoch das Betriebssystem, der Verstand, dysfunktional angelegt oder geschädigt, bedarf es aufwendiger Therapien mit wenig Hoffnung auf Erfolg. Das Problem kann nur behoben werden, indem das defiziente Programm durch ein effizientes ersetzt wird. Hier empfiehlt sich eine gemeinsame Gestalt-Therapie, wo, in “Praxis situativer Ästhetik”, Prägungen expedientell ersetzt werden können und durch “Eigengeneration in einem kollektiven Prozess” die perzipientelle Annahme der neuen Programme durch den Patienten gewährleistet ist.
    TEXT: http://jetzt.sueddeutsche...

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    • alkyl
    • 11. Dezember 2012 12:32 Uhr

    Allein den Sinn vermag ich nicht zu erkennen. Vielleicht sollte ich mal ein bisschen expedientieren gehen.

    • agffm1
    • 11. Dezember 2012 13:43 Uhr

    Selbstzweifel scheinen nicht zu ihren Schwächen zu gehören.

    "Das Problem kann nur behoben werden..." Sie glauben wirklich, die beschriebene Problematik könne einfach mal "behoben" werden?

    "Hier empfiehlt sich..." Wer empfiehlt? Sie? Oder empfiehlt sich die Gestalt-Therapie selbst?

    Woher wissen Sie das alles?

    Der Text war jetzt aber sehr aus dem Kontext gerissen. Habe mir den ganzen Artikel auf sueddeutsche durchgelesen und danach auch erschlaut... mit dem Text allein, den Sie da gepostet haben, hätte ich rein gar nichts anfangen können (und andere wohl auch nicht).

    Dennoch: Vielen Dank für den Link, er war erhellend.

  3. Wer Psychopharmaka oder Drogen benötigt um eine geforderte Leistung zu erbringen sollte sich überlegen ob er sich die Leiste nicht etwas zu hoch gesteckt hat.

    Immerhin wird die Leistung die restliche Lebenszeit eingefordert.

    Vielleicht sollten solche Menschen lieber etwas solides Handwerkliches lernen wir brauchen nicht nur Studierte.

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    • pepe423
    • 11. Dezember 2012 12:31 Uhr

    > Wer Psychopharmaka oder Drogen benötigt um eine geforderte
    > Leistung zu erbringen sollte sich überlegen ob er sich die
    > Leiste nicht etwas zu hoch gesteckt hat.

    Das stimmt wohl. Allerdings gilt heute "Den Letzten beissen die Hunde", und das Resultat kann man jederzeit im ÖPNV und auf öffentlichen Plätzen live erleben.

    Der Herr Professor hat aber absolut Recht dass dies kein individuelles sondern ein gesellschaftliches Problem ist. Egal wie sich alle anstrengen und fördern, es wird immer einen Letzten geben, der uns allen Angst macht. Nur dass es dann allen anderen auch kollektiv schlechter geht.

    Der Schlüssel ist, sich wieder auf eine soziale (humane) Gemeinschaft zu besinnen, dass der Letzte kein Deut schlechter dran ist oder verachtenswerter ist als alle anderen.

  4. Sehe ich ähnlich. Und wenn man sich alte Dokumentationen von Studentenveranstaltungen ansieht kann man sehen, dass sich die Interessenlage in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat. Ging damals die 68er Generation auf die Straße, um gegen „den Muff von 1000 Jahren“ zu kämpfen, steht heute nicht selten nur noch der nächste Surfurlaub im Mittelpunkt.

    Antwort auf "Prägung?"
    • pepe423
    • 11. Dezember 2012 12:19 Uhr

    Woher kommt dieser Rundumschlag, Ritalin und Koffein in eine Ecke zu stellen?

    Wahrscheinlich nimmt die ueberwaeltigende Mehrheit der Erwachsenen mehrmals pro Tag einen Kaffee zu sich. Nach allem was man weiss, sind Koffeintabletten genauso gut bzw haben noch weniger Nebeneffekte. Wenn man mal langfristig zuviel Koffein nimmt gewoehnt sich der Koerper daran, und in so einem Extremfall ist eine Entwoehnung innerhalb von einer Woche ohne grosse Schwierigkeiten erledigt.

    Fuer mich der ideale Begleiter wenn man mal eine wichtige Deadline hat, und wesentlich besser als Kaffee, Coke oder Schokolade.

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    Unter der Überschrift heißt es "Ob Ritalin oder Koffeintabletten: Immer mehr Studenten greifen zu Psychopharmaka" - Koffeintabletten sind ABSOLUT keine Psychopharmaka. Und abgesehen davon stimme ich damit überein, dass diese mindestens ebenso harmlos wie Kaffee sind, der täglich von Millionen Leuten getrunken wird.

  5. Für meine Generation war die Jugend leichter als die vorangegange Generation und ich denke es ist fair zu sagen, dass die jetzigen Studenten i.d.R. eine noch bessere/leichtere Jugend gehabt haben könnten, wenn eine pauschale Einschätzung gültig sein kann.

    Wenn sonst nichts, dann ist die mediale Ablenkung durch mobile Endgeräte omnipräsent und nimmt, schätze ich, viel Platz ein, der ansonsten frei wäre für Fokussierung auf Relevantes.

    Antwort auf "Prägung?"
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    Es faengt bereits in der Grundschule an, wo Lehrer und Eltern mit der Beihilfe von Aerzten "Verhaltensstoerungen", Konzentrationsdefizite und Leistungsdefizite mit Ritalin "therapieren" statt den muehseligeren Weg traditioneller Lehre und Erziehung zu gehen. Es ist schon erstaunlich wie sich die Medien ueber Lance Armstrong und den Profiradsport echauffierrn koennen ohne auch nur ein Wort ueber den Ritalinmissbrauch zu verlieren.
    Der Umsatz dieser Substanz, die eine aehnliche Wirkung wie Kokain hat und die die Leistungsfaehigkeit in der Tat steigert, ist in Deutschland rasant gestiegen.
    Ueber Leistungsdruck zu lamentieren ist keine Entschuldigung. Denn genau wie bei den Radprofis wird dieser "Leistungsdruck" ja gerade durch die gedopten Studenten erzeugt. Das fuehrt aehnlich wie bei den Radprofis langsam ode sicher dazu, dass Alle die mit im Notenwettbewerb mithalten wollen auch dopen muessen. Nur kann man das Studieren nicht so leicht wie den Radsport abschaffen.

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  • Schlagworte Wissenschaft | Bologna-Prozess | Krankenkasse | Krankheit | Medikament | Praktikum
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