Rundfunkbeitrag : Bafög rettet Studenten vor der GEZ

Ab Januar sollen auch Studenten pro Monat rund 18 Euro Rundfunkbeitrag an die GEZ zahlen. Das Deutsche Studentenwerk rät, schnell Bafög zu beantragen.
© Patrick Pleul/dpa/lbn

Der neue Rundfunkbeitrag könnte den Staat viel Geld kosten. Denn die Einführung des Rundfunkbeitrags im nächsten Jahr macht es für Studenten noch attraktiver, Bafög zu beantragen – auch wenn sie nur einen geringen Betrag erhalten.

Studenten, die alleine wohnen und kein Bafög erhalten, müssen wie alle anderen Bürger ab 2013 rund 18 Euro pro Monat zahlen. Das Deutsche Studentenwerk ruft deshalb dazu auf, Ausbildungsförderung zu beantragen. "Wir empfehlen den Studenten, nun einen Bafög-Antrag zu stellen. Als Bafög-Geförderter bekommt man nicht nur Geld vom Staat, man spart auch monatlich die 17,98 Euro Rundfunkbeitrag", sagt Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde im Gespräch mit ZEIT ONLINE .

Dadurch lohnt sich Bafög künftig auch für Studenten, die sonst nur sehr wenig Geld bekämen. Der genaue Bafög-Betrag richtet sich nach dem Einkommen der Eltern und dem eigenen Verdienst durch Nebenjobs. Das Studentenwerk geht davon aus, dass viele Studenten zwar ein Anrecht auf die Förderung ihrer Ausbildung haben, aber bis heute noch keinen Antrag gestellt haben.

Wohngemeinschaften können sich künftig die Kosten teilen

Bislang zahlen nur diejenigen Bürger für die Angebote von ARD , ZDF und Deutschlandradio, die ihre Geräte angemeldet haben. Studenten, die Bafög beziehen, konnten sich bisher zwar mit einem Antrag von der Rundfunkgebühr befreien lassen, doch viele Studenten umgehen dies, indem sie einfach gar keine Geräte anmeldeten. "Ich habe keine Lust, mich anzumelden, wenn ich als Bafög-Empfänger doch sowieso nichts zahlen muss", sagt etwa der 21-jährige Student Raphael aus Berlin . "Erst wenn die GEZ mir im nächsten Jahr einen Brief schickt, werde ich mich anmelden. Vorher nicht." Bisher hat er die Briefe der GEZ, die im Januar in Beitragsservice umbenannt wird, einfach ignoriert. Auch im nächsten Jahr wird Raphael, der neben seinem Computer auch einen Fernseher und ein Radio besitzt, zwar nichts zahlen, dafür aber eine Befreiung beantragen müssen.

Wie viele Studenten ein Anrecht auf Bafög hätten, dieses aber bisher nicht beanspruchen, ist statistisch nicht erfasst. Im Jahr 2011 erhielten 644.000 Studenten – etwa jeder vierte – Bafög. Im Schnitt werden laut Studentenwerk 413 Euro pro Monat ausgezahlt. Diese Summe ist nicht sehr weit von der Höchstgrenze von 670 Euro entfernt. Das weist darauf hin, dass viele Studenten, denen nur eine niedrige Ausbildungshilfe zustehen würde, bisher ganz auf diese verzichten.

Das Wichtigste im Überblick

Bafög-Anträge sind bei vielen Studenten unbeliebt, da man mehrere Formulare ausfüllen, sein Vermögen nachweisen und weitere Belege abgeben muss. Das Geld erhalten Studenten erst ab dem Monat, in dem sie den Antrag stellen. Sie müssen allerdings nicht alle Formulare gleichzeitig abgeben, sondern können, um die Frist zu wahren, zunächst auch nur eines der Formulare einreichen.

Bewohner von Wohngemeinschaften können sich in Zukunft aussuchen, wer den Beitrag zahlt. Denn ab 2013 gilt: eine Wohnung, ein Beitrag. "Dies ist ein klarer Vorteil für Wohngemeinschaften, deren Bewohner bislang jeweils einzeln für ihre Geräte bezahlen", sagt eine zuständige Sprecherin des Senders WDR . Es sei aber nicht möglich, dass jemand, der vom Beitrag befreit ist, sich für die ganze WG anmeldet. Die Befreiung vom Beitrag gilt nur für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner.
 

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Kommentare

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Aufwand für die Antragstellung

Das eigentliche Problem für Bafög Empfänger ist doch, dass der Antrag jedes Jahr neu gestellt werden muss. Vergisst man dies, bzw. wird die Frist nicht eingehalten sind die Gebühren fällig. Noch komplizierter war dies, wenn man als Student zwei Wohnsitze (z.B. Hauptwohnsitz am Studienort und Zweitwohnsitz bei den Eltern) hatte.

Als findiger Student umging man dies einfach, indem man sich nicht angemeldet hat. Zudem hat man dadurch der GEZ den ganzen Verwaltungsaufwand gespart. Ab nächstem Jahr dürfte diese dann mit einer Flut von Anträgen rechnen - viel Spaß mit dem ganzen Bürokratieaufwand.