RundfunkbeitragBafög rettet Studenten vor der GEZ

Ab Januar sollen auch Studenten pro Monat rund 18 Euro Rundfunkbeitrag an die GEZ zahlen. Das Deutsche Studentenwerk rät, schnell Bafög zu beantragen. von Andreas Maisch

Der neue Rundfunkbeitrag könnte den Staat viel Geld kosten. Denn die Einführung des Rundfunkbeitrags im nächsten Jahr macht es für Studenten noch attraktiver, Bafög zu beantragen – auch wenn sie nur einen geringen Betrag erhalten.

Studenten, die alleine wohnen und kein Bafög erhalten, müssen wie alle anderen Bürger ab 2013 rund 18 Euro pro Monat zahlen. Das Deutsche Studentenwerk ruft deshalb dazu auf, Ausbildungsförderung zu beantragen. "Wir empfehlen den Studenten, nun einen Bafög-Antrag zu stellen. Als Bafög-Geförderter bekommt man nicht nur Geld vom Staat, man spart auch monatlich die 17,98 Euro Rundfunkbeitrag", sagt Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde im Gespräch mit ZEIT ONLINE .

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Dadurch lohnt sich Bafög künftig auch für Studenten, die sonst nur sehr wenig Geld bekämen. Der genaue Bafög-Betrag richtet sich nach dem Einkommen der Eltern und dem eigenen Verdienst durch Nebenjobs. Das Studentenwerk geht davon aus, dass viele Studenten zwar ein Anrecht auf die Förderung ihrer Ausbildung haben, aber bis heute noch keinen Antrag gestellt haben.

Wohngemeinschaften können sich künftig die Kosten teilen

Bislang zahlen nur diejenigen Bürger für die Angebote von ARD , ZDF und Deutschlandradio, die ihre Geräte angemeldet haben. Studenten, die Bafög beziehen, konnten sich bisher zwar mit einem Antrag von der Rundfunkgebühr befreien lassen, doch viele Studenten umgehen dies, indem sie einfach gar keine Geräte anmeldeten. "Ich habe keine Lust, mich anzumelden, wenn ich als Bafög-Empfänger doch sowieso nichts zahlen muss", sagt etwa der 21-jährige Student Raphael aus Berlin . "Erst wenn die GEZ mir im nächsten Jahr einen Brief schickt, werde ich mich anmelden. Vorher nicht." Bisher hat er die Briefe der GEZ, die im Januar in Beitragsservice umbenannt wird, einfach ignoriert. Auch im nächsten Jahr wird Raphael, der neben seinem Computer auch einen Fernseher und ein Radio besitzt, zwar nichts zahlen, dafür aber eine Befreiung beantragen müssen.

Wie viele Studenten ein Anrecht auf Bafög hätten, dieses aber bisher nicht beanspruchen, ist statistisch nicht erfasst. Im Jahr 2011 erhielten 644.000 Studenten – etwa jeder vierte – Bafög. Im Schnitt werden laut Studentenwerk 413 Euro pro Monat ausgezahlt. Diese Summe ist nicht sehr weit von der Höchstgrenze von 670 Euro entfernt. Das weist darauf hin, dass viele Studenten, denen nur eine niedrige Ausbildungshilfe zustehen würde, bisher ganz auf diese verzichten.

Leserkommentare
  1. Dass ein Student an sich kein Einkommen hat ist also egal, Forderungen kann man trotzdem stellen.

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  2. Es gibt keine Wahl. Ob ich TV gucke oder nicht. Ob ich Radio höre oder nicht. Ganz einfach egal, ich habe zu zahlen! Gibt es eigentlich weltweit ein ähnliches System aus Abzocke?

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    Außerdem ist die Berechnung pro Haushalt eine völlig hirnrissige Konstruktion. Nicht Klingelschilder und Wohnungstüren schauen fern, sondern Menschen. Also wenn schon, dann eine Gebühr pro Kopf.

    Nennt sich Steuern und Daseinsvorsorge. Wer nicht schwimmen kann, finanziert trotzdem Badeanstalten mit. Der Unterschied ist bloß, daß man in Deutschland die Staatsferne der Medien garantieren wollte und sich für separate Beiträge entschied statt direkt über Steuern die Finanzierung zu sichern -- wie es andere Länder in Europa machen.

    • tja_ja
    • 24. Dezember 2012 17:16 Uhr

    keinen Kommilitonen der Fernsehen guckt oder sonst wie die Angebote der öffentlich rechtlichen nutzt. Gründe: schlechtes Programm, keine Zeit. Diverse haben kein Recht auf Bafög, weil die Eltern angeblich zu hohes Einkommen haben, aufgrund von Schulden fürs Eigenheim monatlich aber ganz schön knapsen müssen. Außerdem sollten sich die Öffentlich Rechtlichen auf ihren Bildungsauftrag besinnen und beschränken. Ich habe kein Interesse Sportlizenzen, teure Moderatoren wie den Seniorenunterhalter Markus Lanz, Günther Jauch, Illner oder unseren Gummibärchenkönig zu finanzieren. Ist das der Bildungsauftrag? Diesen überteuerten Müll will ich nicht finanzieren müssen. Die Justiz darf sich schon mal auf tausende von Einzelklagen von Studenten gefasst machen. Am besten sollte jeder Haushalt klagen, damit ein Jahr lang keine Gebühre gezahlt werden [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke, die Redaktion/jk

    8 Leserempfehlungen
  3. 13. Tja...

    ich werde keinen Cent für religiöse propaganda, volksmusik und speziesistische kochshows hergeben.

    we'll see.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "GEZ diese komiker"
    • Altlas
    • 25. Dezember 2012 1:54 Uhr

    ...die ich in meinem Haushalt benutze sind 18 EUR monatlich einfach nur unverschämt. Abgesehen davon, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich das letzte mal öffentlich-rechtliche genutzt hätte... (Ich habe nichtmal einen Fernseher)

    Wurde die Gez Gebühr einst nicht zur Existenzsicherung der freien Berichterstattung und des Bildungsauftrages erhoben?

    Das Leben wäre auch um einiges einfacher, wenn ich die GEZ wäre. Ich wäre einfach da, würde abkassieren, technischen Fortschritt und sonstige Veränderungen einfach ignorieren und weitermachen, wie bisher...

    Ich werde erst die neuen Gebühren zahlen, wenn ein Gericht mich dazu Ende 2013 auffordert, falls überhaupt...

    3 Leserempfehlungen
  4. So sagt ja unsere Politik, wir haben vom neuen Rundfunkstaatsvertrag ja nur Vorteile. Kein kompliziertes Regelwerk mehr. Es muss einfach jeder zahlen der ne Wohnung hat. Fühlt sich dann auch keiner mehr ungerecht behandelt, der seinen Fernseher nur für die Playstation benutzt. Kein kompliziertes Tarifwerk mehr, jeder zahlt einfach nur einen Tarif und selbstverständlich den Höheren. Die GEZ gibt es auch nicht mehr, alle Mitarbeiter werden 1:1 in eine neue Gesellschaft transferiert... oder die GEZ benennt sich einfach nur um um das negative Image loszuwerden.

    Und das Schönste: Die Schnüffelei an der Haustür ist auch zuende. Dieselben Mitarbeiter schnüffeln jetzt nämlich beim Vermieter und bei den Einwohnermeldeämtern.

    Also: Alles wird gut, liebe Bürger.

    Ach, wie lassen wir uns Deutsche doch nach Strich und Faden verarschen. Kann sich noch jemand erinnern wie es hiess, dass für PCs auch gezahlt werden soll? Damals, wo es noch keine Mediatheken gab, die das rechtfertigten? Da war der Protest gross. Und die Antwort unserer Ministerpräsidenten? "Ja, der Vertrag ist jetzt unterschrieben und tritt in 4 Jahren für 4 Jahre in Kraft. Da können wir leider nichts mehr machen. Aber wir werden in 4 Jahren die Proteste berücksichtigen und das mit dem nächsten Vertrag ändern." Aber was interessiert die schon ihr Geschwätz von gestern...

    3 Leserempfehlungen
    • BP89
    • 24. Dezember 2012 13:58 Uhr

    Sie schreiben: "

    Sonst ist mit Post von der GEZ zu rechnen"

    Ja und ? Was passiert dann schlimmes ?

    Ich habe bis jetzt keine GEZ Gebühren gezahlt, weil ich auch keinen Fernseher oder ähnliches habe.... !

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    • 2b
    • 24. Dezember 2012 14:19 Uhr

    Anzahl der Wohnungen?
    http://www.rundfunkbeitra...

  5. ich habe noch nie GEZ gezahlt, seit 6 Jahren. einfach briefe ignorieren. die GEZ hat keinen Inkasso. bin gespannt, wie die GEZ das Geld Ende 2013 eintreiben will, von denen die sich nicht anmelden. werde ich dann vom Inkasso angeschrieben? lass mich überraschen...

    2 Leserempfehlungen
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    ich werde keinen Cent für religiöse propaganda, volksmusik und speziesistische kochshows hergeben.

    we'll see.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte ARD | WDR | ZDF | Bafög | Ausbildungsförderung | Brief
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