Buchauszug Die Droge Leistung hat mich krank gemacht
Burn-out gilt als Phänomen der Arbeitswelt. Doch bereits junge Menschen neigen zur krankhaften Überforderung. Ein Student schreibt, wie ihn der Stress krank gemacht hat.
Vor fast drei Jahren hatte ich ein Burn-out. Mein innerer Motor gab ruckartig seinen Geist auf, und das war für mich völlig unbegreiflich. Ich war Anfang 20 und voller Zuversicht, allen Herausforderungen im Leben gewachsen zu sein.
Gleich zu Beginn meines Studiums fühlte ich mich unterfordert. Also übernahm ich eine ehrenamtliche Tätigkeit nach der anderen – ob in studentischen Organisationen, in der Hochschulpolitik, in Sozialprojekten oder bei interkulturellen Jugendbegegnungen im Ausland. Jedem, der sich über mein enormes Pensum wunderte, erklärte ich aus tiefer Überzeugung, dass mein Engagement für mich eine Ehrensache sei.
Doch viel mehr sah ich meine ehrenamtlichen Tätigkeiten als Mittel zur Selbstoptimierung. Auf der Suche nach dem nächsten Projekt stellte ich mir stets zwei Fragen: Welche meiner Kompetenzen sollte ich noch ausbauen? Und: Wo finde ich die nächste Herausforderung, um meine Defizite zu beheben? Hatte ich das Gefühl, in einem Projekt nichts Neues mehr lernen zu können, verlor ich schlagartig das Interesse daran.

Der Artikel ist ein editierter Auszug aus "Was bildet ihr uns ein? Eine Generation fordert die Bildungsrevolution". Das Buch ist ein Sammelband mit Beiträgen junger Autoren zwischen 19 und Anfang 30 und wurde von Bettina Malter und Ali Hotait herausgegeben.
Ich verglich mich ständig mit anderen. Und da ich immer eine Person fand, gegenüber der ich bei mir Defizite sah, setzte ich mir immer wieder neue Optimierungsziele. Dieses Denken hatte mich durchdrungen. Ich war nicht mehr imstande zu hinterfragen. Mein Credo war: Wenn ich mir beinahe unerreichbare Ziele setze, erreiche ich effektiv mehr als bei realistisch gesetzten Zielen.
Da ich meinen zu hohen Erwartungen nie gerecht werden konnte, nahm ich auch Erfolge nicht mehr als solche wahr. Im Gegenteil: Ich sah überhaupt keine Fortschritte und deshalb keinen Grund, mich zu erholen, mich zu belohnen oder schlicht nichts zu tun.
Jede Tätigkeit beurteilte ich hinsichtlich ihrer Effizienz. Ich wollte nur sinnvolle, produktive Tätigkeiten machen. Ich hörte auf zu lesen, Musik zu hören und mit Freunden ins Kino zu gehen. Wenn ich las, dann nur Zeitungen und Fachliteratur. Im Radio hörte ich ausschließlich Informationssendungen. Wochenenden füllte ich mit Seminaren, Urlaube wurden zu Bildungs- und Kulturreisen. Hauptsache Programm.
Meine Zeit erschien mir schlicht zu kostbar, um sie für Entspannung und Unterhaltung zu verschwenden. Das ging so weit, dass ich mich bei gemeinsamen Fernsehabenden mit Freunden unwohl fühlte, teilweise reagierte ich mit starken Migräneanfällen. Mein Körper strafte mich, wenn ich mich meinem Effizienzstreben widersetzte. So wurde mein Freundeskreis immer mehr zum Netzwerk, Verabredungen bekamen Meeting-Charakter.
Mein Leben kippte in der eigentlich besten Phase des Studiums, während des Erasmus-Aufenthaltes. Ich bekam einen der begehrtesten Plätze an einer Top-Universität in England, war in Hochstimmung, als ich sogar ein Stipendium bekam. Ich hatte mir vorgenommen, die Zeit im Ausland zu genießen, mir endlich die überfällige Pause nehmen und den ganzen Stress zurücklassen. Doch was folgte, waren die schlimmsten Monate überhaupt.
- Datum 07.01.2013 - 18:41 Uhr
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Seit Jahren lassen sich die Menschen immer kürzer takten angeblich aus alternativlos ökonomischen und wirtschaftlichen Zwängen. Vorbei die Zeiten der Globetrotter, Lebenskünstler und Savoir Vivre. Wieviel Menschen leben heute so, dass wenn sie morgen sterben, nichts bereuen müssen????
Es gibt sie schon noch, diejenigen, die aus dem Takt geratenen. Wenn sie aber keine besonderen künstlerischen Eigenschaften haben, kommen sie in der medialen Wahrnehmung nicht vor.
Das könnte aber Sinnbild einer Zuspitzung des Verteilungskampfes sein, der uns so zur Gewohnheit geworden ist, dass er gar nicht mehr hinterfragt wird. Und wenn da doch mal jemand fragt (wie Enno Schmidt oder Götz Werner), dann wird auf den Weg gezeigt, den wir gekommen sind: "Dieser Weg ist unser Schicksal!"
Alternativlos? Nur für den Eingetakteten.
Ein Rad, das aus seiner Balance ist, rollt definitiv schlechter, aber es macht besser auf sich aufmerksam.
Und die Unwucht ist nachweislich nicht der Wohlfahrtstaat. Eine Frage der Zeit, wann es zum Auswuchten kommt.
en werden, kommentiert jedoch den Kommentar literarisch!)
Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,
sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.
Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
unter der Schultern durchsichtigem Sturz
und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;
und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.
Das Problem ist, dass man Reue als Gewinn, nicht Verlust, leben können muss. Das wussten bereits der gute Epikur oder der noch bessere Seneca ("Briefe an Lucilius", "Über die Ausgeglichenheit der Seele" und "Über den Zorn")
Was wir vollkommen verlernt haben ist, aus erfahrener Reue zu lernen - sei's Reue wegen Taten gegen andere, sei's wegen Taten gegen uns selbst - um schließlich durch das, was uns zur Reue gebracht hat, eine wirkliche Erfahrung zu erleben, ein Höhersteigen, Mehrwerden, ein Wachsen. Wir leben auch Reue vielmehr so, wie der Student beschrieben hat: wir merken sie, aber wir erfahren sie nicht in ihrer vollen Gänze ("Therapie und dann weiter wie vorher"). Wir erleiden sie mehr als dass wir sie voll durchleben. Das Ziel auch für das Credo, jeden Tag wie seinen lezten zu leben, ist es nicht, reuelos zu leben, sondern sie so zu leben, dass man selbst für jede erlebte Reue noch denken kann: ich würde es 1000 Mal wieder so machen und niemals ohne diese Erfahrung von Reue!
Wir machen aber nur die ersten zwei Schritte (Zusammenbruch, Reue) gehen aber nie den ganzen Weg zu Ende bis zum reinigenden Regenguss und das machen wir mit sehr, sehr vielen Dingen so (Trauer, Liebe, Freude, Hass usw.). Wir bleiben nach der ersten Selbsterkenntnis immer in dieser stecken und nehmen das immerhin-einmal-Bemerkthaben schon als ganze Erfahrung, wo dieses aber nur das erste Lüftchen eines nötigen Sturms ist, den wir fortwährend verschleppen. Daher "drückende Luft" allerorten in uns.
Es gibt sie schon noch, diejenigen, die aus dem Takt geratenen. Wenn sie aber keine besonderen künstlerischen Eigenschaften haben, kommen sie in der medialen Wahrnehmung nicht vor.
Das könnte aber Sinnbild einer Zuspitzung des Verteilungskampfes sein, der uns so zur Gewohnheit geworden ist, dass er gar nicht mehr hinterfragt wird. Und wenn da doch mal jemand fragt (wie Enno Schmidt oder Götz Werner), dann wird auf den Weg gezeigt, den wir gekommen sind: "Dieser Weg ist unser Schicksal!"
Alternativlos? Nur für den Eingetakteten.
Ein Rad, das aus seiner Balance ist, rollt definitiv schlechter, aber es macht besser auf sich aufmerksam.
Und die Unwucht ist nachweislich nicht der Wohlfahrtstaat. Eine Frage der Zeit, wann es zum Auswuchten kommt.
en werden, kommentiert jedoch den Kommentar literarisch!)
Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,
sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.
Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
unter der Schultern durchsichtigem Sturz
und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;
und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.
Das Problem ist, dass man Reue als Gewinn, nicht Verlust, leben können muss. Das wussten bereits der gute Epikur oder der noch bessere Seneca ("Briefe an Lucilius", "Über die Ausgeglichenheit der Seele" und "Über den Zorn")
Was wir vollkommen verlernt haben ist, aus erfahrener Reue zu lernen - sei's Reue wegen Taten gegen andere, sei's wegen Taten gegen uns selbst - um schließlich durch das, was uns zur Reue gebracht hat, eine wirkliche Erfahrung zu erleben, ein Höhersteigen, Mehrwerden, ein Wachsen. Wir leben auch Reue vielmehr so, wie der Student beschrieben hat: wir merken sie, aber wir erfahren sie nicht in ihrer vollen Gänze ("Therapie und dann weiter wie vorher"). Wir erleiden sie mehr als dass wir sie voll durchleben. Das Ziel auch für das Credo, jeden Tag wie seinen lezten zu leben, ist es nicht, reuelos zu leben, sondern sie so zu leben, dass man selbst für jede erlebte Reue noch denken kann: ich würde es 1000 Mal wieder so machen und niemals ohne diese Erfahrung von Reue!
Wir machen aber nur die ersten zwei Schritte (Zusammenbruch, Reue) gehen aber nie den ganzen Weg zu Ende bis zum reinigenden Regenguss und das machen wir mit sehr, sehr vielen Dingen so (Trauer, Liebe, Freude, Hass usw.). Wir bleiben nach der ersten Selbsterkenntnis immer in dieser stecken und nehmen das immerhin-einmal-Bemerkthaben schon als ganze Erfahrung, wo dieses aber nur das erste Lüftchen eines nötigen Sturms ist, den wir fortwährend verschleppen. Daher "drückende Luft" allerorten in uns.
Wenn ich mal behaupten darf, dass der durchschnittliche Jugendliche/Twen in seiner *Freizeit* das Internet 3 Stunden und mehr benutzt ist das kein Wunder, benoetigt es doch eine sehr hohe kognitive Aufmerksamkeit, wenn man durch den Wald marschiert oder was auch immer, wird keine so hohe Aufmerksamkeit benoetigt, dazu kommt noch, dass man sich kaum noch bewegt und keinen Ausgleich hat ... Soziale Kontakte finden immer weniger statt wegen Automatisierung von allen moeglichen Dingen wo Menschen sich frueher noch untereinander austauschen mussten ...
Dank Internet sieht man ueberall nur noch Hochleister ...
Ein Studium in Regelstudienzeit mit TOP Noten und Auslandsaufenthalt ist nichts besonderes sondern eine selbstverstaendlichkeit, was ist eigentlich heute noch etwas Besonderes?
Das sehe ich auch so, dass bei vielen Dingen einfach der natürliche Ausgleich wie echte soziale Kontakte und auch Bewegung fehlen. Unsere mediale Landschaft trägt eine enorme Schuld daran, finde ich. ich denke aber, dass der Leistungsdruck, den dieser Student an sich selber erfährt und leider auch er selber wohl der Verursacher ist, da er sich hohe Ziele setzte, sind doch ziemlich anders als ihn vielleicht Angestellte in Unternehmen erfahren. Da geht in der Regel der Druck von der Chefetage aus. Und die Leute die unter hohem Zeit- und psychischem Druck arbeiten, können eigentlich nicht so viel dafür. Es geht einfach über deren natürlicher Leistungsfähigkeit hinaus und verursacht enormen Stress. Leider habe ich diese Tendenz in den letzten Jahren in zunehmenden Maße beobachtet und finde es eigentlich nicht so richtig das Burn-out-Syndrom immer wieder als selbst gemacht darzustellen. Das ist es in den seltensten Fällen. Aus meiner Sicht ist es ein ganz klares Produkt unserer Gesellschaft und auch zunehmender Unmenschlichkeit in Unternehmen. Leider aber wird das in diesem Artikel und auch in vielen Talkshows immer etwas abstrakt oder als selbst gemacht dargestellt. Finde ich nicht okay!
"Dank Internet sieht man ueberall nur noch Hochleister ..."
Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Allerdings ist der Mensch einfach nicht dafür geschaffen, pausenlos mit der ganzen Welt zu konkurrieren. Genau dazu verleiten die Medien, insbesondere das Internet, heutzutage jedoch fortwährend.
Auf der einen Seite der 24-jährige Start-up Millionär, der sein Studium ( inkl. Auslandsaufenthalte in London, New York und Tokyo ) nur der Form halber beendet und am besten noch durch diverse Modeljobs finanziert hat sowie fließend 6 Sprachen spricht, auf der anderen Seite das bemitleidenswerte Hartz 4 Opfer, das diesen Winter wohl ohne Heizung verbringen muss. Extreme werden als Normalfall betrachtet und Mittelmaß wird zum Problem ( und zumindest in finanzieller Hinsicht ist es das auch, macht ein "nur" durschnittliches Einkommen doch ein bürgerliches Leben in vielen größeren Städten fast unmöglich ). Aufgerieben zwischen unerreichbaren Idealen und der Panik vor dem sozialen Abstieg, ist es kein Wunder wenn da oftmals recht schnell ausgebrannt wird.
Das sehe ich auch so, dass bei vielen Dingen einfach der natürliche Ausgleich wie echte soziale Kontakte und auch Bewegung fehlen. Unsere mediale Landschaft trägt eine enorme Schuld daran, finde ich. ich denke aber, dass der Leistungsdruck, den dieser Student an sich selber erfährt und leider auch er selber wohl der Verursacher ist, da er sich hohe Ziele setzte, sind doch ziemlich anders als ihn vielleicht Angestellte in Unternehmen erfahren. Da geht in der Regel der Druck von der Chefetage aus. Und die Leute die unter hohem Zeit- und psychischem Druck arbeiten, können eigentlich nicht so viel dafür. Es geht einfach über deren natürlicher Leistungsfähigkeit hinaus und verursacht enormen Stress. Leider habe ich diese Tendenz in den letzten Jahren in zunehmenden Maße beobachtet und finde es eigentlich nicht so richtig das Burn-out-Syndrom immer wieder als selbst gemacht darzustellen. Das ist es in den seltensten Fällen. Aus meiner Sicht ist es ein ganz klares Produkt unserer Gesellschaft und auch zunehmender Unmenschlichkeit in Unternehmen. Leider aber wird das in diesem Artikel und auch in vielen Talkshows immer etwas abstrakt oder als selbst gemacht dargestellt. Finde ich nicht okay!
"Dank Internet sieht man ueberall nur noch Hochleister ..."
Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Allerdings ist der Mensch einfach nicht dafür geschaffen, pausenlos mit der ganzen Welt zu konkurrieren. Genau dazu verleiten die Medien, insbesondere das Internet, heutzutage jedoch fortwährend.
Auf der einen Seite der 24-jährige Start-up Millionär, der sein Studium ( inkl. Auslandsaufenthalte in London, New York und Tokyo ) nur der Form halber beendet und am besten noch durch diverse Modeljobs finanziert hat sowie fließend 6 Sprachen spricht, auf der anderen Seite das bemitleidenswerte Hartz 4 Opfer, das diesen Winter wohl ohne Heizung verbringen muss. Extreme werden als Normalfall betrachtet und Mittelmaß wird zum Problem ( und zumindest in finanzieller Hinsicht ist es das auch, macht ein "nur" durschnittliches Einkommen doch ein bürgerliches Leben in vielen größeren Städten fast unmöglich ). Aufgerieben zwischen unerreichbaren Idealen und der Panik vor dem sozialen Abstieg, ist es kein Wunder wenn da oftmals recht schnell ausgebrannt wird.
...und die wahrgenommenen Anforderungen sind keine hinreichende Erklärung. Da stimmt bei unserer Generation was im Inneren nicht, was die Wahrnehmung derart beeinflusst, dass wir die objektiv günstigsten Umstände aller Zeiten, sicher und relativ abgesichert zu leben, als derart prekär wahrnehmen, dass wir von Angst getrieben, bei Fehlern völlig ausgestoßen zu werden, in die chronische Erschöpfung laufen.
Diese Wahrnehmung permanenter Unsicherheit kommt aus dem familiären Umfeld und den Botschaften, die dort vermittelt werden - über die Welt und die Beziehungen. Unsere Eltern sind eine Generation, die mit vom Krieg traumatisierten Eltern großgeworden ist, die sich zur Verdrängung an den Wiederaufbau geklammert haben und dafür auch mit Aufschwung belohnt wurden. Die emotionale Haltlosigkeit der Kriegsgeneration blieb darüber unbemerkt. Was nicht ist, kann aber nicht weitergegeben werden. Die Strategie "Leistung gegen Anerkennung" hat auch noch für unsere Eltern weitgehend funktioniert. Wir hingegen sind soweit weg vom Auslöser und so sehr mit wandelnden Welten konfrontiert, dass die Erschöpfung, die nicht unsere ist, als Symptom zu Tage tritt.
Wir sind diejenigen, die Ansprüche nicht nur überempfindlich wahrnehmen, sondern auch übererfüllen möchten, noch bevor der andere sie überhaupt wahrgenommen hat. Die Gegenleistung, die wir dafür verlangen - Anerkennung als perverse Form der Liebe - kann überhaupt kein Wirtschaftssystem liefern. Weil keines dafür zuständig ist.
Blendet man zurück zur kriegstraumatisierten Generation, deren Aufbauwillen in Wirtschaftswunderzeiten, so stand alles unter dem Leistungs- und Erfolgswillen: "Wir sind wieder wer." Aufgearbeitet wurden die Kriegstraumata keineswegs. Funktionieren und Leistung erbringen war angesagt für die Kriegs- und Nachkriegskindergeneration. Die 68er zeigten hier lediglich die Negativform in ihrer Revolte. Dort galt die Leistungsideologie des "richtigen Bewußtsein", das sich mit dem Marsch durch die Institutionen wendehalsmäßig umgedrehen ließ.
Woran soll sich die junge Generation auch halten, wenn die emotionale Aufarbeitung von transgenerational vermittelten dsydunktionalen Kompensationsmustern von verdrängter Schuld und Scham von den vorherigen Generationen nicht geleistet wurde? Diese unbewältigten Tabus weiter zu schleppen und nicht einem offenen gesellschaftlichen Diskurs zuzuführen, bedeutet, die junge Generation mit dysfunktional illusionären und kompensatorischen Leistungsanforderungen zu überziehen, denen sie auf Boden des historischen Hintergrunds niemals gewachsen sein können.
Die Grundhaltung muß eine andere werden. Die Tabus und die emotionalen Traumata aufzuarbeiten, das ist ein Transgenerationen-Auftrag, den die jetzige (Vor)Rentnergeneration noch zu leisten hat. Und nicht die Jugend, die überhaupt nichts für das angstgetriggerte gesellschaftliche Klima dieses Erbes kann.
hat mit Liebe nichts zu tun - wird aber gerne so dargestellt. Das führt u.a. auch dazu, daß man sich seine Partner nicht nach Sympathie, sondern nach Status aussucht - und beim geringsten Problem kriselts dann in der Partnerschaft.
Problembewältigung braucht vor allem eins - Geduld - und die ist in unserer Gesellschaft kaum vorgesehen.
wie ich finde!
Allerdings macht dieser Mechanismus, das was sie "pervers" nennen, auch vor den anderen Lebenswelten nicht halt. Dass "man" etwas (bezahltes) leisten müsse, ist nicht nur zum Kriterium fürs (Über)Leben geworden, sondern auch Maßstab für die Anerkennung im privaten Umfeld.
Gerade die Familien mit dieser Prägung, wie Sie sie schildern, beobachten und beurteilen heute Ihre Kinder enger und ängstlicher denn je darauf, ob diese "richtig" sind. Und das Richtigsein bemisst sich in den Augen von Eltern und Großeltern danach, ob jemand "Erfolg" hat und auch sonst tut, was man ihm sagt.
Diese permanente Aufmerksamkeit wird als "Liebe" getarnt, als Gutmeinen, ist aber doch in Wirklichkeit MISSTRAUEN, die ängstliche Beobachtung eines Menschen, dem man nicht traut. Und diese Beobachtung seiner selbst als potenzielle Gefahr, gegen die man ständig "anleisten" muss, übernehmen Menshcen von ihren Eltern - schon mangels alternativer Erfahrungsmöglichkeit.
Das erzeugt eine Art Borderline: Menschen, für die diese Art Liebe zwar gefährlich ist, die sich aber auch nicht zutrauen, ohne diese klarzukommen.
Den Erfolg des Nachwuchses zum Kriterium für Anerkennung zu machen ist eine Form von Ausbeutung, die als Selbstausbeutung fortgeführt wird.
Der Pädagoge Janusz Korczak hat das sehr drastisch formuliert: Jedes Kind hat ien Recht auf den eigenen Tod.
Blendet man zurück zur kriegstraumatisierten Generation, deren Aufbauwillen in Wirtschaftswunderzeiten, so stand alles unter dem Leistungs- und Erfolgswillen: "Wir sind wieder wer." Aufgearbeitet wurden die Kriegstraumata keineswegs. Funktionieren und Leistung erbringen war angesagt für die Kriegs- und Nachkriegskindergeneration. Die 68er zeigten hier lediglich die Negativform in ihrer Revolte. Dort galt die Leistungsideologie des "richtigen Bewußtsein", das sich mit dem Marsch durch die Institutionen wendehalsmäßig umgedrehen ließ.
Woran soll sich die junge Generation auch halten, wenn die emotionale Aufarbeitung von transgenerational vermittelten dsydunktionalen Kompensationsmustern von verdrängter Schuld und Scham von den vorherigen Generationen nicht geleistet wurde? Diese unbewältigten Tabus weiter zu schleppen und nicht einem offenen gesellschaftlichen Diskurs zuzuführen, bedeutet, die junge Generation mit dysfunktional illusionären und kompensatorischen Leistungsanforderungen zu überziehen, denen sie auf Boden des historischen Hintergrunds niemals gewachsen sein können.
Die Grundhaltung muß eine andere werden. Die Tabus und die emotionalen Traumata aufzuarbeiten, das ist ein Transgenerationen-Auftrag, den die jetzige (Vor)Rentnergeneration noch zu leisten hat. Und nicht die Jugend, die überhaupt nichts für das angstgetriggerte gesellschaftliche Klima dieses Erbes kann.
hat mit Liebe nichts zu tun - wird aber gerne so dargestellt. Das führt u.a. auch dazu, daß man sich seine Partner nicht nach Sympathie, sondern nach Status aussucht - und beim geringsten Problem kriselts dann in der Partnerschaft.
Problembewältigung braucht vor allem eins - Geduld - und die ist in unserer Gesellschaft kaum vorgesehen.
wie ich finde!
Allerdings macht dieser Mechanismus, das was sie "pervers" nennen, auch vor den anderen Lebenswelten nicht halt. Dass "man" etwas (bezahltes) leisten müsse, ist nicht nur zum Kriterium fürs (Über)Leben geworden, sondern auch Maßstab für die Anerkennung im privaten Umfeld.
Gerade die Familien mit dieser Prägung, wie Sie sie schildern, beobachten und beurteilen heute Ihre Kinder enger und ängstlicher denn je darauf, ob diese "richtig" sind. Und das Richtigsein bemisst sich in den Augen von Eltern und Großeltern danach, ob jemand "Erfolg" hat und auch sonst tut, was man ihm sagt.
Diese permanente Aufmerksamkeit wird als "Liebe" getarnt, als Gutmeinen, ist aber doch in Wirklichkeit MISSTRAUEN, die ängstliche Beobachtung eines Menschen, dem man nicht traut. Und diese Beobachtung seiner selbst als potenzielle Gefahr, gegen die man ständig "anleisten" muss, übernehmen Menshcen von ihren Eltern - schon mangels alternativer Erfahrungsmöglichkeit.
Das erzeugt eine Art Borderline: Menschen, für die diese Art Liebe zwar gefährlich ist, die sich aber auch nicht zutrauen, ohne diese klarzukommen.
Den Erfolg des Nachwuchses zum Kriterium für Anerkennung zu machen ist eine Form von Ausbeutung, die als Selbstausbeutung fortgeführt wird.
Der Pädagoge Janusz Korczak hat das sehr drastisch formuliert: Jedes Kind hat ien Recht auf den eigenen Tod.
dass der Autor in seiner Jugend offenbar zu wenig von den Romanen von Michael Ende mitbekommen hat. ;)
... zeigt, dass das Grundproblem so neu gar nicht ist.
... zeigt, dass das Grundproblem so neu gar nicht ist.
"[...] Also übernahm ich eine ehrenamtliche Tätigkeit nach der anderen [...]. Jedem, der sich über mein enormes Pensum wunderte, erklärte ich aus tiefer Überzeugung, dass mein Engagement für mich eine Ehrensache sei."
Als ich das las, musste ich spontan an den unvergessenen Eugen Roth denken, der die in diesem Artikel beschriebene Entwicklung schon in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ganz prägnant auf den Punkt brachte. Ich darf zitieren:
Allzu Eifrig
Ein Mensch sagt - und ist stolz darauf -
Er geh in seinen Pflichten auf.
Bald aber, nicht mehr ganz so munter,
Geht er in seinen Pflichten unter.
wieder die Kapitalismus-Gier-Debatte losgeht: Selbstüberforderer sind SELBST schuld. Gerade in einer Leistungsgesellschaft ist derjenige wertvoller der länger durchhält, was bedeutet, der länger zufrieden ist.
Die Selbstüberforder verderben das Arbeitsklima, den Schnitt und kosten den AG eine Menge Geld, wenn sie mit Bandscheibenvorfall, Migräne oder Depression ausfallen.
daß Überforderung den Arbeitgeber Geld kostet - und was kostet es den betroffenen Menschen? Ich rede hier nicht von Geld - ich rede von den seelischen Folgen, von Freundschaften, die zerbrechen, von Depressionen, die sich entwickeln können und die ein Leben jahrelang schwierig machen können.
Sie haben offenbar das Prinzip Kosten-Nutzen-Analyse auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen - es wäre doch besser, sich dem Menschen zu widmen als nur darüber nachzudenken, welche Kosten dem AG entstehen.
Natuerlich ist am Ende der Selbstueberforderer selbst Schuld. Aber leider weiss man das immer erst nachher. Es ist ja schon so, wie der Autor beschreibt, dass man fuer einen bestimmten Zeitraum, manchmal auch ueber Jahre, das Pensum gut aufrecht erhalten kann. Leider weiss man ja noch nicht, dass es irgendwann nach hinten losgeht. Nur ist es dann leider zu spät mit grossen Kosten fuer das Individuum und den Arbeitgeber.
Ich frage mich immer nur, wie die Menschen frueher, die mit viel groesseren Katastrophen umgehen mussten denn geistig so gesund geblieben sind?
Doch Ihnen fehlt leider völlig das Verständnis dafür, dass wir als Menschen das Produkt einer Gesellschaft sind. Irgendwoher haben wir unsere Ideen und Vorstellungen. Und die haben wir aus den Medien und unserem Umfeld, das sie auch wiederum aus den Medien hat.
Sie machen ihm übrigens genau das zum Vorwurf was die Medien von ihm verlangen: Dass er sein Schicksal in seine Hand nimmt und losmacht.
Nur wer nimmt einen solchen Menschen an die Hand und sagt "Stopp"? Wenn man Glück hat, dann ist es ein Partner oder die Eltern, wenn die selber noch ein Verständnis für sowas haben.
Als ehemaliges Burn-Out-Opfer weiß ich natürlich, dass ich in meiner Art selbst dafür verantwortlich bin, was ich mache. Aber ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht, woher es kommt. Und ich sage es Ihnen: Nicht von mir.
Der Autor und ich haben Glück gehabt: Wir haben es ziemlich früh erlitten und können jetzt dafür sorgen, dass wir nie wieder in sowas geraten. Wenn die Umstände es zulassen.
ich denke auch der Schluss, die Gesellschaft oder Medien bzw. das Internet sei an der Misere des Jungen Mannes Schuld, wie viele Kommentare behaupten und auch der Autor seber z.T. sagt, ist zu oberflächlich.
in erster Linie sollte er sich Fragen warum er offenbar ein so geringes Selbstwertgefühl hat, dass er so viel Selbstbestätigung in Form von Leistungsnachweisen für nötig hält. Da spielt mit Sicherheit das direkte soziale Umfeld und Das Elternhaus eine wesentlich größere Rolle als das Internet.
Da man beim Schreiben Ihr Gesicht nicht sehen kann, müssen Sie Satire anders kennzeichnen. Die Leute denken noch, Sie meinen das ernst.
falls sie mich meinen: ich meine das bitterernst...
daß Überforderung den Arbeitgeber Geld kostet - und was kostet es den betroffenen Menschen? Ich rede hier nicht von Geld - ich rede von den seelischen Folgen, von Freundschaften, die zerbrechen, von Depressionen, die sich entwickeln können und die ein Leben jahrelang schwierig machen können.
Sie haben offenbar das Prinzip Kosten-Nutzen-Analyse auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen - es wäre doch besser, sich dem Menschen zu widmen als nur darüber nachzudenken, welche Kosten dem AG entstehen.
Natuerlich ist am Ende der Selbstueberforderer selbst Schuld. Aber leider weiss man das immer erst nachher. Es ist ja schon so, wie der Autor beschreibt, dass man fuer einen bestimmten Zeitraum, manchmal auch ueber Jahre, das Pensum gut aufrecht erhalten kann. Leider weiss man ja noch nicht, dass es irgendwann nach hinten losgeht. Nur ist es dann leider zu spät mit grossen Kosten fuer das Individuum und den Arbeitgeber.
Ich frage mich immer nur, wie die Menschen frueher, die mit viel groesseren Katastrophen umgehen mussten denn geistig so gesund geblieben sind?
Doch Ihnen fehlt leider völlig das Verständnis dafür, dass wir als Menschen das Produkt einer Gesellschaft sind. Irgendwoher haben wir unsere Ideen und Vorstellungen. Und die haben wir aus den Medien und unserem Umfeld, das sie auch wiederum aus den Medien hat.
Sie machen ihm übrigens genau das zum Vorwurf was die Medien von ihm verlangen: Dass er sein Schicksal in seine Hand nimmt und losmacht.
Nur wer nimmt einen solchen Menschen an die Hand und sagt "Stopp"? Wenn man Glück hat, dann ist es ein Partner oder die Eltern, wenn die selber noch ein Verständnis für sowas haben.
Als ehemaliges Burn-Out-Opfer weiß ich natürlich, dass ich in meiner Art selbst dafür verantwortlich bin, was ich mache. Aber ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht, woher es kommt. Und ich sage es Ihnen: Nicht von mir.
Der Autor und ich haben Glück gehabt: Wir haben es ziemlich früh erlitten und können jetzt dafür sorgen, dass wir nie wieder in sowas geraten. Wenn die Umstände es zulassen.
ich denke auch der Schluss, die Gesellschaft oder Medien bzw. das Internet sei an der Misere des Jungen Mannes Schuld, wie viele Kommentare behaupten und auch der Autor seber z.T. sagt, ist zu oberflächlich.
in erster Linie sollte er sich Fragen warum er offenbar ein so geringes Selbstwertgefühl hat, dass er so viel Selbstbestätigung in Form von Leistungsnachweisen für nötig hält. Da spielt mit Sicherheit das direkte soziale Umfeld und Das Elternhaus eine wesentlich größere Rolle als das Internet.
Da man beim Schreiben Ihr Gesicht nicht sehen kann, müssen Sie Satire anders kennzeichnen. Die Leute denken noch, Sie meinen das ernst.
falls sie mich meinen: ich meine das bitterernst...
Das Leistungsverständnis galt schon im letzten Jahrhundert, das war gut so und ist nichts Neues. Auch die Kämpfe der Interessengruppen und Meinungsmultiplikatoren gab es schon, wie auch den rasanten Wandel oder Wegfall dutzender Berufsgruppen und das ganz normale Geltungsbedürfnis. Nur scheint irgendwie der Ruhepol komplett abhanden gekommen zu sein. Im beruflichen, universitären, familiären Umfeld - überall sickert der Zeitgeist mehr oder weniger direkt in das Leben und Denken ein. Mir scheint, die gesellschaftlichen Netzwerke sind nicht mehr Herr der rasanten technischen Entwicklungen und zeigen immer mehr Züge einer Panikgesellschaft, in denen das Individuum sich selbst aufreibt und gar nicht mehr die Frage zu stellen wagt: wozu das ganze und was bedeutet eigentlich Glück und Wertschätzung?
Auch Selbstüberforderer sind der Kausalität unterworfen - und die Tatsache, daß diese Fälle weitaus gehäufter vorkommen, als in den älteren Generationen (die freilich mit weit weniger Druck aufgewachsen sind), zeigt doch, daß da Entwicklungen am Werk sind, die das Individuum übersteigen.
Oder anders: wenn man schon Kleinkinder einer Situation aussetzt, in der Anerkennung von rein quantifizierbarer Leistung abhängig ist, kann man denen wenig Schuld geben, wenn aus Ihnen am Ende emotionale Wracks werden.
Wenn das Individuum der Idee verfallen sollte um 4 Uhr die den "off" Knopf zu drücken, und tschüss zu sagen, wird es in vielen Miljieus merkwürdig beäugt, bis es dann angesprochen wird, das ja schon viele vor ihm frühestens um 20 Uhr den entsprechenden Knopf gedrückt haben.
Andere rühmen sich am Wochenende unentgeldlich Überstunden für einen Betrieb geleistet zu haben und verlangen das auch von allen nachfolgenden Arbeitnehmergenerationen.
Ich spreche ungern von Schuld, aber wenn wir es Eigenverantwortung nennen wollen, so stimme ich zu. Wir alle sind erwachsen, treffen unsere eigenen Entscheidungen und müssen mit ihnen leben. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir uns neu entscheiden und neu handeln können - anders als wir es bislang getan haben. Meist erkennen wir doch erst dann, wenn wir mit der automatisierten Übererfüllung gesellschaftlicher Werte wie Leistung, Fitness, Funktionsfähigkeit, schmerzhaft auf die Nase gefallen sind, dass wir geirrt haben. Statt uns also, wie hier an anderer Stelle geschehen, über die kostenverursachenden Menschen mit Burnout zu beklagen, sollten wir solche Geschichten als Impuls verstehen, unsere eigene Lebensführung infrage zu stellen. Denn wer mit sich, seinem Beruf, seinem Körper, sienem Leben etc. im Reinen ist, wird sicherlich nie einen Burnout bekommen.
Wenn das Individuum der Idee verfallen sollte um 4 Uhr die den "off" Knopf zu drücken, und tschüss zu sagen, wird es in vielen Miljieus merkwürdig beäugt, bis es dann angesprochen wird, das ja schon viele vor ihm frühestens um 20 Uhr den entsprechenden Knopf gedrückt haben.
Andere rühmen sich am Wochenende unentgeldlich Überstunden für einen Betrieb geleistet zu haben und verlangen das auch von allen nachfolgenden Arbeitnehmergenerationen.
Ich spreche ungern von Schuld, aber wenn wir es Eigenverantwortung nennen wollen, so stimme ich zu. Wir alle sind erwachsen, treffen unsere eigenen Entscheidungen und müssen mit ihnen leben. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir uns neu entscheiden und neu handeln können - anders als wir es bislang getan haben. Meist erkennen wir doch erst dann, wenn wir mit der automatisierten Übererfüllung gesellschaftlicher Werte wie Leistung, Fitness, Funktionsfähigkeit, schmerzhaft auf die Nase gefallen sind, dass wir geirrt haben. Statt uns also, wie hier an anderer Stelle geschehen, über die kostenverursachenden Menschen mit Burnout zu beklagen, sollten wir solche Geschichten als Impuls verstehen, unsere eigene Lebensführung infrage zu stellen. Denn wer mit sich, seinem Beruf, seinem Körper, sienem Leben etc. im Reinen ist, wird sicherlich nie einen Burnout bekommen.
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