Zwei von drei Studenten arbeiten laut Studentenwerk neben dem Studium. Die meisten von ihnen kellnern, kopieren oder kassieren. Dabei gibt es noch ganz andere Nebenjobs. Wir stellen ausgefallene Arbeitsfelder vor.

Claqueur

Wer lieber klatscht statt klotzt, eignet sich prima als Claqueur. Der Job besteht darin, "richtig Stimmung zu machen", wie Klaus Bernhard sagt. Er ist Eventmanager bei der Firma Rent-A-Fan. In ganz Deutschland schickt das Unternehmen seine Claqueure zu Rockkonzerten, Messen und Informationstagen, deren Veranstalter Angst vor zu wenigen Besuchern haben. Abgesehen von politischen Ereignissen wie Demonstrationen und Parteitagen gibt es keine Tabus. Der Lohn ist üppig: Fürs Klatschen, Anfeuern und Feiern bekommen die Claqueure je nach Auftrag 15 bis 20 Euro Stundenlohn. Eventmanager Bernhard zufolge hat das viele Jobsuchende überzeugt: 6.000 Stimmungsmacher seien schon in der Rent-A-Fan-Datenbank registriert, ungefähr drei Viertel von ihnen Studenten. Zudem sei der Job sehr flexibel: "Die Events finden ziemlich kurzfristig statt und man kann von Mal zu Mal entscheiden, ob man Lust hat, hinzugehen." Allerdings ist auch die Arbeit eines Claqueurs nicht ohne Nachteile: "Wie viel Geld man monatlich verdient, ist nicht vorherzusagen. Für manche Claqueure gibt es nur ein bis zwei Aufträge im Jahr", sagt Bernhard. Und lustig sind die Veranstaltungen auch nicht immer. So mancher Claqueur wurde schon für eine Beerdigung gebucht.

Hauswächter

Ein Hauswächter hingegen weiß genau, was er verdient: exakt null Euro. Dafür aber wohnt er dort, wo es sich kaum ein Student leisten kann: in großzügigen, verlassenen Bauten, einem Schloss etwa, einer Luxusvilla oder einem alten Herrenhaus. Und dafür zahlt er keine horrenden Mieten, sondern nur 185 Euro Verwaltungsgebühr. Aufgaben hat der Hauswächter nicht, er muss nur wohnen. Die Idee dahinter: Leerstehende Häuser verlieren schnell an Wert, weil die Gebäudesubstanz verfällt. Bewohner aber heizen, lüften und helfen so, das Haus instand zu halten. Außerdem stehen Prunkbauten oft fernab von Wohnsiedlungen, daher sind die Hauswächter auch aus einem anderen Grund nützlich: Sie schützen vor Vandalismus, Graffiti und Diebstahl. Allerdings kann der Traum vom eigenen Schloss schnell vorbei sein: Wenn sich ein Käufer findet, dann müssen die Hauswächter binnen wenigen Wochen ausziehen. "Damit eignet sich das Angebot sehr gut für Studenten, denn die haben oft noch keine Kinder und sind flexibel", sagt Dirk Rahn von der Firma Camelot, die Hauswächter vermittelt. Das oberste Gebot für einen Hauswächter sei Verlässlichkeit, daher würden die Kandidaten in persönlichen Gesprächen ausgewählt und die bewohnten Objekte regelmäßig kontrolliert. Die anvertraute Immobilie muss pfleglich behandelt werden, Studentenpartys sind verboten. Neben den Luxusvillen schickt Camelot auch Hauswächter in ausgefallenere Gebäude: In Berlin etwa wohnt ein Student in einem leerstehenden Krankenhaus, anderswo hütet ein Mitarbeiter ein altes Gefängnis.