"Ich habe gehört, dass man seine Hausarbeiten im Internet verkaufen kann. Wie funktioniert das? Und lohnt es sich?" fragt Bettina Ostermann.

Liebe Bettina Ostermann,

im deutschsprachigen Raum gibt es eine Reihe von Webseiten, auf denen Sie akademische Texte zum Verkauf anbieten können, beispielsweise Grin, Xinxii oder Academon. Die meisten Anbieter prüfen vorher, ob die Arbeit  wissenschaftlichen Standards entspricht. Bei Grin etwa werden rund zehn Prozent der eingereichten Texte abgelehnt – zum Beispiel, weil sie kein Literaturverzeichnis enthalten.

Wenn Ihre Arbeit die redaktionelle Prüfung erfolgreich durchlaufen hat, wird sie als E-Book auf der Website angeboten, manchmal auch auf großen Plattformen wie Amazon oder iBookstore. Der Autor wird an den Einnahmen für jedes verkaufte Exemplar beteiligt. Die genauen Verkaufspreise und der Anteil, den der Autor als Vergütung erhält, variieren je nach Anbieter und Art der Arbeit. In der Regel kann man mit 40 bis 70 Prozent des Netto-Verkaufspreises rechnen. Bei einigen Anbietern gibt es die Alternative, die Rechte an dem Text für einen Festbetrag an den Verlag zu verkaufen – dafür bekommt man in der Regel rund zehn Euro.

Welche Variante mehr Geld einbringt, hängt stark vom Thema ab. Patrick Hammer, der Geschäftsführer des Grin Verlags, sagt: "Naturwissenschaften sind eher wenig nachgefragt, am besten laufen BWL, Psychologie und Pädagogik." Etwa fünf Prozent der Veröffentlichungen fänden gar keinen Käufer.   

Bei populären Themen kann es also durchaus lukrativ sein, die eigenen Hausarbeiten zum Kauf anzubieten. In jedem Fall eine Einnahmequelle bietet der Verkauf zum Festpreis.