StudentenfragenKann ich mit meiner Hausarbeit Geld verdienen?

Bei mehreren Anbietern können Studenten ihre Haus- oder Abschlussarbeiten im Internet zum Verkauf anbieten. Wir erklären, wie es funktioniert und was es einbringt. von Christian Endt

"Ich habe gehört, dass man seine Hausarbeiten im Internet verkaufen kann. Wie funktioniert das? Und lohnt es sich?" fragt Bettina Ostermann.

Liebe Bettina Ostermann,

im deutschsprachigen Raum gibt es eine Reihe von Webseiten, auf denen Sie akademische Texte zum Verkauf anbieten können, beispielsweise Grin, Xinxii oder Academon. Die meisten Anbieter prüfen vorher, ob die Arbeit  wissenschaftlichen Standards entspricht. Bei Grin etwa werden rund zehn Prozent der eingereichten Texte abgelehnt – zum Beispiel, weil sie kein Literaturverzeichnis enthalten.

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Wenn Ihre Arbeit die redaktionelle Prüfung erfolgreich durchlaufen hat, wird sie als E-Book auf der Website angeboten, manchmal auch auf großen Plattformen wie Amazon oder iBookstore. Der Autor wird an den Einnahmen für jedes verkaufte Exemplar beteiligt. Die genauen Verkaufspreise und der Anteil, den der Autor als Vergütung erhält, variieren je nach Anbieter und Art der Arbeit. In der Regel kann man mit 40 bis 70 Prozent des Netto-Verkaufspreises rechnen. Bei einigen Anbietern gibt es die Alternative, die Rechte an dem Text für einen Festbetrag an den Verlag zu verkaufen – dafür bekommt man in der Regel rund zehn Euro.

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Welche Variante mehr Geld einbringt, hängt stark vom Thema ab. Patrick Hammer, der Geschäftsführer des Grin Verlags, sagt: "Naturwissenschaften sind eher wenig nachgefragt, am besten laufen BWL, Psychologie und Pädagogik." Etwa fünf Prozent der Veröffentlichungen fänden gar keinen Käufer.   

Bei populären Themen kann es also durchaus lukrativ sein, die eigenen Hausarbeiten zum Kauf anzubieten. In jedem Fall eine Einnahmequelle bietet der Verkauf zum Festpreis.

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Leserkommentare
    • Hainuo
    • 21. April 2013 1:10 Uhr

    Also Abschlussarbeiten können ja eventuell noch sinnvoll sein, aber ich würde niemals die Hausarbeiten meiner Kommilitonen kaufen wollen. Auch Bachelorarbeiten würde ich nicht kaufen. Zumal die Anbieter wahrscheinlich gerade jene sind, die mit ihrer Arbeit total zufrieden sind, weil der Dozent wieder mal ne 1,0 hat rausspringen lassen. Ich würde mich schämen, lieblos dahingeklatschte Hausarbeiten auch noch zu veröffentlichen...

    2 Leserempfehlungen
  1. An welcher Uni haben Sie denn studiert/studieren Sie? An meiner Uni muss man schon für gute Noten kämpfen. Eine 1 setzt ziemlich viel vorraus, da arbeitet man schon mindestens zwei Wochen an der Arbeit, ohne Literaturecherche, (jedenfall in Germanistik), im Bachelor. Dahinklatschen kann man keine Hausarbeit einfach so...das ist ein Klischee! Oder halt ne üble Uni mit demotivierten Dozenten. Was natürlich schlimm ist. Ich finde die Idee mit der Hausarbeit gut...so können Studenten vielleicht auch mal qualitativ gute Arbeiten einsehen, sich orientieren und inspirieren lassen. Nur viel Geld sollte es dann nicht kosten.

    4 Leserempfehlungen
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    und schreiben voraus mit Doppel-R? Und nur zwei Wochen Arbeit bedeutet, dass das nicht "dahingeklatscht" ist??? Nun ja, besonders hohe Ansprüche haben Sie wohl auch nicht.
    Eine Hausarbeit sollte doch der Tatsache Rechnung tragen, dass man die Basisinformationen aus dem Seminar mit eingearbeitet hat und sich darüber hinaus im Spezialgebiet über den Forschungsstand informiert (was nicht nur Literaturrecherche ist, sondern die Lektüre und deren Evaluation für das eigene Thema beinhaltet). Dann muss man noch die intellektuelle Eigenarbeit (auch und gerade in der Germanistik) zu diesem Thema leisten, die Arbeit strukturieren, formulieren, die Zitate richtig platzieren, die Literaturliste vorbereiten, die Arbeit tippen, Korrektur lesen, eventuell ein Handout entwerfen. Das soll in 2 Wochen gehen (man besucht doch noch ein paar andere Seminare und Vorlesungen!)
    Doktorarbeiten müssen veröffentlicht werden. Normalerweise bekommt man sie nur über die Fernleihe (gegen Kopiergebühren) aus der Ursprungsuni. Hausarbeiten verkaufen würde bedeuten, dass sie einen wichtigen Beitrag für die Forschungsarbeit eines anderen Studenten (oder Professors) leisten könnten, (der dann daraus korrekt zitieren können müsste, was insofern schwierig werden dürfte, als es keine Veröffentlichung ist). Bei einer zweiwöchigen Arbeit eines Anfängers wäre ich bezüglich der Qualität außerdem sehr skeptisch.
    Das bedeutet, wer verkauft, macht Geld damit, dass er wissentlich etwas zum Plagiieren zur Verfügung stellt.

  2. Ich persoenlich wuerde meine wissenschaftliche Arbeit niemals kostenpflichtig verkaufen wollen. Bin da weniger Realist als Visionaer von freier Bildung.

    Wer aber seine Arbeit verkaufen moechte, sollte auch an andere Dienste denken, die zwar mehr Eigenregie erfordern, dafuer aber auch weniger Umsatzbeteiligung nehmen.

    Ziemlich gelungen finde ich gumroad.com. Dort kann man Dateien direkt hochladen und generiert einen Bezahllink, den man dann selbst bewerben und verteilen kann oder auf seinem Blog posten kann.

    Eine Leserempfehlung
    • x30st
    • 21. April 2013 14:28 Uhr

    Und - darf man das so einfach machen? Oder könnte es da Ärger mit der Uni/dem Dozenten geben?

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    Ich unterschreibe doch nicht extra vor Abgabe der Arbeit, dass das eine reine Eigenleistung ist, und dann dürfen Uni und/oder Dozent beim Verkauf mitreden?!

  3. Ich unterschreibe doch nicht extra vor Abgabe der Arbeit, dass das eine reine Eigenleistung ist, und dann dürfen Uni und/oder Dozent beim Verkauf mitreden?!

    Antwort auf "Darf man das denn?"
  4. und schreiben voraus mit Doppel-R? Und nur zwei Wochen Arbeit bedeutet, dass das nicht "dahingeklatscht" ist??? Nun ja, besonders hohe Ansprüche haben Sie wohl auch nicht.
    Eine Hausarbeit sollte doch der Tatsache Rechnung tragen, dass man die Basisinformationen aus dem Seminar mit eingearbeitet hat und sich darüber hinaus im Spezialgebiet über den Forschungsstand informiert (was nicht nur Literaturrecherche ist, sondern die Lektüre und deren Evaluation für das eigene Thema beinhaltet). Dann muss man noch die intellektuelle Eigenarbeit (auch und gerade in der Germanistik) zu diesem Thema leisten, die Arbeit strukturieren, formulieren, die Zitate richtig platzieren, die Literaturliste vorbereiten, die Arbeit tippen, Korrektur lesen, eventuell ein Handout entwerfen. Das soll in 2 Wochen gehen (man besucht doch noch ein paar andere Seminare und Vorlesungen!)
    Doktorarbeiten müssen veröffentlicht werden. Normalerweise bekommt man sie nur über die Fernleihe (gegen Kopiergebühren) aus der Ursprungsuni. Hausarbeiten verkaufen würde bedeuten, dass sie einen wichtigen Beitrag für die Forschungsarbeit eines anderen Studenten (oder Professors) leisten könnten, (der dann daraus korrekt zitieren können müsste, was insofern schwierig werden dürfte, als es keine Veröffentlichung ist). Bei einer zweiwöchigen Arbeit eines Anfängers wäre ich bezüglich der Qualität außerdem sehr skeptisch.
    Das bedeutet, wer verkauft, macht Geld damit, dass er wissentlich etwas zum Plagiieren zur Verfügung stellt.

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    • JKF
    • 21. April 2013 20:12 Uhr

    ... ist leider kaum möglich. Ich weiß nicht, wann und was Sie studiert haben, Herr / Frau Kleist, aber in meinem Studium (Lehramt Fremdsprachen) ist es leider eine Unsitte, zusätzlich zu den Klausuren und Referaten so viele Hausarbeiten als Leistungsnachweis einzufordern, dass auf die kompletten Semester"ferien" verteilt maximal zwei Wochen pro Arbeit übrig bleiben. Ich habe regelmäßig 5-6 Arbeiten am Ende eins Semesters anfertigen müssen, nach Adam Riese, bei ca. 12 Wochen Semesterferien, sind das eben in etwa nur 2 Wochen pro Arbeit. Und da wir meist um die 20-30 Semesterwochenstunden (nur die Anwesenheitszeit in den Kursen, dazu kommen noch enorm zeitaufwändige Referatsgruppenvorbereitungstreffen (!), normale Vor- und Nachbereitung etc.) haben, bleibt auch während des Semesters leider zu wenig Zeit, um die Arbeiten bereits vorher anzufertigen.

    Allerdings gebe ich Ihnen hinsichtlich des Inhalts Recht - eine Arbeit, die, incl. Literatur-Recherche, einen Zeitaufwand von 2 Wochen nicht überschreitet, ist meist nicht sehr tiefgehend und umfassend. Das ist auch etwas, was mich während des Studiums enorm gestört hat: die Oberflächlichkeit, zu der man gezwungen wird, um die Masse an Kursen, Referaten, Hausarbeiten ab- bzw. anzufertigen, die von einem verlangt wird.

    Zwar traurig, aber so läuft's eben. Zumindest bei uns.

    • JKF
    • 21. April 2013 20:12 Uhr

    ... ist leider kaum möglich. Ich weiß nicht, wann und was Sie studiert haben, Herr / Frau Kleist, aber in meinem Studium (Lehramt Fremdsprachen) ist es leider eine Unsitte, zusätzlich zu den Klausuren und Referaten so viele Hausarbeiten als Leistungsnachweis einzufordern, dass auf die kompletten Semester"ferien" verteilt maximal zwei Wochen pro Arbeit übrig bleiben. Ich habe regelmäßig 5-6 Arbeiten am Ende eins Semesters anfertigen müssen, nach Adam Riese, bei ca. 12 Wochen Semesterferien, sind das eben in etwa nur 2 Wochen pro Arbeit. Und da wir meist um die 20-30 Semesterwochenstunden (nur die Anwesenheitszeit in den Kursen, dazu kommen noch enorm zeitaufwändige Referatsgruppenvorbereitungstreffen (!), normale Vor- und Nachbereitung etc.) haben, bleibt auch während des Semesters leider zu wenig Zeit, um die Arbeiten bereits vorher anzufertigen.

    Allerdings gebe ich Ihnen hinsichtlich des Inhalts Recht - eine Arbeit, die, incl. Literatur-Recherche, einen Zeitaufwand von 2 Wochen nicht überschreitet, ist meist nicht sehr tiefgehend und umfassend. Das ist auch etwas, was mich während des Studiums enorm gestört hat: die Oberflächlichkeit, zu der man gezwungen wird, um die Masse an Kursen, Referaten, Hausarbeiten ab- bzw. anzufertigen, die von einem verlangt wird.

    Zwar traurig, aber so läuft's eben. Zumindest bei uns.

    Eine Leserempfehlung
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    • JKF
    • 21. April 2013 20:26 Uhr

    ... Das ist im (Sprachen-?) Lehramts-Studium besonders pervers, meiner Meinung nach. Die Noten sind nicht mehr wirklich Distinktionsmerkmal und entsprechen keineswegs den Kriterien der Reliabilität, Objektivität und Validitität, wie sie sollten! Begriffe, die uns gerade im Lehramtsstudium ständig um die Ohren gehauen werden. Ich kenne Kommilitoninnen, denen die Tränen in den Augen standen, weil sie "nur" 13 Punkte auf ein Referat bekommen hatten... Die guten Noten werden viel zu selbstverständlich verteilt, so dass sie eigentlich keine Aussagekraft mehr haben. Eine 2 ist bei uns nicht "gut". Eine 2 ist ein Desaster!

    Gerade in Bezug auf das Referendariat wird diese Absurdität besonders deutlich: Ein Student mit einem Examens-Schnitt von über 2,... bekommt meist gar keinen Referendariatsplatz mehr, sondern darf erst mal ein paar Warterunden einlegen.

    PS: Wie sollen wir später unsere Schüler "fair" bewerten können, Leistung als solche wertschätzen und durch gute Noten belohnen und dadurch von schlechterer Leistung absetzen können, wenn wir im Studium gelernt haben, dass es eigentlich egal ist, welche Leistung man bringt, irgendwie kommt man am Ende immer durch und alle kriegen in etwa die gleiche Note?

    • JKF
    • 21. April 2013 20:26 Uhr

    ... Das ist im (Sprachen-?) Lehramts-Studium besonders pervers, meiner Meinung nach. Die Noten sind nicht mehr wirklich Distinktionsmerkmal und entsprechen keineswegs den Kriterien der Reliabilität, Objektivität und Validitität, wie sie sollten! Begriffe, die uns gerade im Lehramtsstudium ständig um die Ohren gehauen werden. Ich kenne Kommilitoninnen, denen die Tränen in den Augen standen, weil sie "nur" 13 Punkte auf ein Referat bekommen hatten... Die guten Noten werden viel zu selbstverständlich verteilt, so dass sie eigentlich keine Aussagekraft mehr haben. Eine 2 ist bei uns nicht "gut". Eine 2 ist ein Desaster!

    Gerade in Bezug auf das Referendariat wird diese Absurdität besonders deutlich: Ein Student mit einem Examens-Schnitt von über 2,... bekommt meist gar keinen Referendariatsplatz mehr, sondern darf erst mal ein paar Warterunden einlegen.

    PS: Wie sollen wir später unsere Schüler "fair" bewerten können, Leistung als solche wertschätzen und durch gute Noten belohnen und dadurch von schlechterer Leistung absetzen können, wenn wir im Studium gelernt haben, dass es eigentlich egal ist, welche Leistung man bringt, irgendwie kommt man am Ende immer durch und alle kriegen in etwa die gleiche Note?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
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