StudentenfragenWas darf ich während des Studiums verdienen?

Die meisten Studenten in Deutschland arbeiten neben dem Studium. ZEIT ONLINE erklärt, welche Auswirkungen Nebenjobs auf Bafög, Stipendium und Kindergeld haben. von Julian Kirchherr

"Ich würde parallel zum Studium gerne jobben. Wie viel darf man als Student verdienen?", fragt der Jura-Student Jan Rediker.  

Lieber Jan Rediker,

während der Vorlesungszeit dürfen Sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Sonst verlieren Sie den Studentenstatus und werden als Arbeitnehmer eingestuft. Dann müssten Sie zum Beispiel auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen. Während der Semesterferien gilt diese zeitliche Beschränkung nicht. Auch die Höhe der Einkünfte hat auf Ihren Studentenstatus dann keinen Einfluss. 

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Ihre Verdienste können aber zusätzliche Zahlungen an die Krankenversicherung bedeuten. Bis zum Ende des 25. Lebensjahres sind Studenten in der Regel beitragsfrei bei ihren Eltern familienversichert. "Die Zuverdienstgrenze für Familienversicherte liegt momentan zumeist bei 450 Euro", sagt Erik Marquardt vom Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (FZS). 

Sofern Sie Ihr Studium teilweise übers Bafög finanzieren, müssen Sie bei einem Nebenjob ebenfalls aufpassen. "Wer Bafög bezieht, kann monatlich etwa 400 Euro brutto anrechnungsfrei hinzuverdienen", sagt Olaf Werner, Anwalt für Hochschulrecht. "Ansonsten verringern Sie Ihren Bafög-Satz."  

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Falls Sie Stipendiat bei einem der zwölf großen Begabtenförderungswerke sind, ist ebenso Vorsicht geboten. "Alle Nebentätigkeiten aus nichtselbständiger Tätigkeit, die den Bruttobetrag von 400 Euro pro Monat überschreiten, werden auf das Grundstipendium angerechnet", sagt Ulla Siebert von der Heinrich-Böll-Stiftung. Selbständige dürfen sogar nur 324 Euro brutto pro Monat hinzuverdienen.

Wer mit einem Stipendium promoviert, darf anrechnungsfrei zumeist bis zu zehn Stunden pro Woche als wissenschaftlicher Mitarbeiter an seinem Institut arbeiten. Alternativ können Sie bis zu fünf Stunden pro Woche außerhalb der Wissenschaft angestellt sein. Das Einkommen, das Sie während dieser Zeit erzielen, ist anrechnungsfrei, ganz gleich, wie viel Sie verdienen. Jede weitere Stunde Arbeit allerdings schrumpft die Förderung.

Unkomplizierter ist die Regelung beim Deutschlandstipendium: Es ist vollkommen einkommensunabhängig und wird nicht auf das Bafög angerechnet. Auch das Kindergeld wird seit 2012 unabhängig vom Einkommen gezahlt.

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Leserkommentare
    • wd
    • 26. April 2013 18:45 Uhr

    Und wenn Sie über 25 Jahre sind und von Ihren Eltern finanziert werden, dann schmälert dieses den steuerfreien Betrag der Eltern.
    Und wenn Sie unter 25 Jahre alt sind, dann erlischt der Kindergeldanspruch ab ????
    In dem Artikel wird so getan, als ob Kinder ihr Studium selbst oder mit Bafög finanzieren.
    Die Realität sieht doch wohl anders aus!

  1. Hallo wd,

    die Mehrheit der Studenten in Deutschland finanziert das Studium tatsächlich, zumindest in Teilen, selbst. Ganz konkret: Rund 65 Prozent der Studenten in Deutschland jobben parallel zum Studium, Tendenz steigend. Der durchschnittliche monatliche Hinzuverdienst liegt bei rund 323 Euro (vgl.: http://www.sueddeutsche.d...). Pro Woche investiert ein Student heutzutage insgesamt 44 Stunden in Uni und Job (vgl.: http://www.sozialerhebung...).

    Was das Kindergeld betrifft, sagt Hochschulanwalt Olaf Werner: "Die Zahlung des Kindergeldes an die Eltern des Studierenden war bis 2011 einkommensabhängig. Überstieg der Zuverdienst des Studierenden eine bestimmte Grenze - und war es nur um einen Cent - entfiel das Kindergeld vollständig und musste zurückgezahlt werden. Seit 2012 wird das Kindergeld dagegen unabhängig vom eigenen Einkommen des in der (Erst-) Ausbildung / Studium befindlichen Kindes gezahlt, so dass sich Studierende unter diesem Gesichtspunkt keine Gedanken mehr über die Höhe ihres Zuverdienstes machen müssen."

    Viele Grüße
    Julian Kirchherr

  2. Ich werde bald Student in Deutschland und habe auch vor, neben dem Studium zu arbeiten, es mir als wertvolle Erfahrung gilt. Auslaendisches Erstsemester zu sein ist ziemlich schwer, umso mehr auch einschuechtern. Ein Job befaehigt irgendeinen, neue Verbindungen zu verfechten, die ihm zur Einfuegung in die neue Gesellschaft helfen wuerden.

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