Noch steht kaum etwas in meinem Lebenslauf. Wie finde ich trotzdem einen guten Praktikumsplatz?, fragt der BWL-Student Alexander Pasenih.

Lieber Alexander Pasenih,

im Lebenslauf kann man oft mehr schreiben, als man auf Anhieb erwartet. Wer zum Beispiel als Nachhilfelehrer sein Bafög aufbessert oder im Fußballverein die Jugendmannschaft leitet, zeigt, dass er engagiert ist und im Team arbeiten kann. "So etwas gehört unbedingt in die Unterlagen", sagt Petra Ruthven-Murray von der Studienberatung planZ.

Für viele Arbeitgeber sind solche Erfahrungen genauso viel Wert wie Sprachkenntnisse, gute Noten oder erste Praktika. Auch ein außergewöhnliches Hobby kann Interessen wecken. "Arbeitgeber suchen Kompetenzen und Persönlichkeit. Überlegen Sie sich, wie Sie mit Ihren Unterlagen Ihre Lebensgeschichte erzählen können", sagt Ruthven-Murray.

Kleine Unternehmen im Blick haben

Gerade Praktikumsplätze bei bekannten Unternehmen sind begehrt. Ihre Chancen auf ein interessantes Praktikum können Sie maximieren, wenn Sie sich auch die Angebote kleinerer Unternehmen anschauen. "Mittelständische Betriebe haben oftmals spannende Aufgaben zu bieten, tun sich wegen des unbekannten Namens aber schwerer, gute Leute zu finden", sagt der Karriere-Coach Florian Prittwitz-Schlögl.

Kontakt zu kleineren Unternehmen können Sie besonders gut über das eigene Netzwerk aufbauen. "Die Bedeutung von Kontakten ist nicht zu unterschätzen", sagt Studienberater Jan Bohlken. Aber auch viele Praktika bei größeren Unternehmen kommen über Empfehlungen und Tipps von Freunden und Bekannten zustande.

Einen Überblick zu verschiedenen Praktikumsgebern in Deutschland bietet meinpraktikum.de. Weitere hilfreiche Verzeichnisse gibt es außerdem bei UNICUM oder Stepstone. Viele Universitäten betreiben auch eigene Praktikumsbörsen.

Im Schnitt absolviert ein Student fünf Praktika bis zum ersten richtigen Job. Ohne Praktika ist der Einstieg in den Beruf beinahe unmöglich. Dennoch sollten Studenten beim ersten Praktikumsangebot nicht unbedingt direkt zuschlagen.

"Ein gutes Praktikum dient der beruflichen Orientierung. Das Lernen muss im Vordergrund stehen", sagt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. Wenn ein Praktikumsgeber vor allen Dingen will, dass der Student einfache Verwaltungsaufgaben erledigt, lohnt es sich, weiterzusuchen oder notfalls ein begonnenes Praktikum abzubrechen.

Wer als Praktikant im Unternehmen einen Mehrwert liefert, darf auch eine Bezahlung einfordern. Der DGB empfiehlt, dass ein Praktikum mit mindestens 300 Euro pro Monat entlohnt werden sollte. Doch rund 40 Prozent der Praktika in Deutschland sind unbezahlt. Die Vergütung bei bezahlten Praktika liegt bei durchschnittlich 550 Euro im Monat.