StudentenprojektEin Keks hält den Kaffee warm

Studenten haben einen umweltfreundlichen Deckel für Coffee-to-go-Becher entworfen. Der hält dicht und schmeckt, versichert Entwicklerin Dorothee Ott im Interview. von Malte Laub

Der Cookie-to-go, entwickelt von Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie

Der Cookie-to-go, entwickelt von Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie  |  © privat

Durchschnittlich 20 Liter Coffee-to-go trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Eine Umweltsünde, schließlich landen Becher und Deckel danach direkt im Müll. Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie haben eine umweltschonende Lösung entwickelt: Cookie-to-go, den essbaren Kaffeedeckel. Wie der Keks heißen Kaffee im Becher hält, erklärt die 23-jährige Dorothee Ott im Interview.

ZEIT ONLINE: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, einen essbaren Kafeedeckel zu entwickeln?

Dorothee Ott: Wir haben nach einer Produktidee für den Trophelia-Wettbewerb gesucht. Dort werden innovative ökologische Produkte für die Lebensmittelwirtschaft prämiert. Wir kamen schnell auf das Thema Müll. Die Innenstädte sind ziemlich verdreckt, besonders die zertretenen Coffee-to-go-Deckel fielen uns auf. Wir haben uns dann genauer über Coffee-to-go informiert und Studien gelesen. In Deutschland werden jährlich mehr als 6,5 Milliarden von diesen Deckeln benutzt. Oft landen sie im Rinnstein. Würde man sie stapeln, wäre der Turm 32.800 Kilometer hoch. Da dachten wir uns: Warum nicht mal einen essbaren Deckel kreieren?

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ZEIT ONLINE: Was ist das für ein Gebäck?

Ott: Es ist ein ganz normaler amerikanischer Cookie, der genau auf einen Coffee-to-go-Becher passt. Wir haben ihn in drei Geschmacksrichtungen hergestellt: Natürlich gibt es eine klassische Schokovariante, außerdem eine süße in Mandel-Kirsch und einen etwas kräftigeren Apfel-Haferflocken-Keks. Der Geschmack war uns sehr wichtig. Essbares Geschirr gibt es zwar bereits – aber das schmeckt oft nach Pappe und wird darum doch weggeworfen.

ZEIT ONLINE: Hält der Deckel denn dicht, wenn der Kaffee beim Gehen hin und her schwappt oder der Becher umfällt? 

Ott: Ja. Man sollte den Becher zwar nicht minutenlang falsch herum halten und warten, bis der Keks durchweicht. Aber wenn der Kaffee umfällt, sorgt der Cookie dafür, dass nichts ausläuft. Beim Gehen hält er sowieso dicht, trotz des Kaffeedampfes. Man kann übrigens auch ein Trinkloch hineinknabbern, aber dann schließt er natürlich nicht mehr vollständig.

Leserkommentare
  1. 1. .....

    Die Idee finde ich super, würde ich gerne ausprobieren!

    6 Leserempfehlungen
  2. Auf den ersten Blick eine leckere Idee.

    Ich frage mich nur, ob der Keks durch den Kaffeedampf von unten nicht irgendwie matschig-klebrig wird ?

    Das finde ich bei Keksen dann wieder nicht so schmackhaft.

  3. Wer keine Lust auf den Cookie hat wirft nun also noch zusätzlich zum Becher Lebensmittel in den Müll. Eine ökologische Innovation kann ich nicht wirklich erkennen.

    Eine Leserempfehlung
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    So, wie ich das verstanden habe, kann man den Keks zum Kaffee essen, oder danach, wenn man mag - und verschiedene Geschmacksrichtungen sind vorgesehen. Da wird also durchaus weniger weggeworfen.
    Was Kaffee am potentiell weichen Keks betrifft, würde ich sagen, dass es ja genug Leute gibt, die alles mögliche Gebäck absichtlich in Kaffee tunken, und wenn das Rezept stimmt, warum sollte das nicht auch schmecken - die Oberseite bleibt, denke ich, auch mindestens immer knuspriger.
    - Ich finde die Idee jedenfalls gut, ich würde Kaffee plus Keks Kaffee plus Plastik sofort vorziehen.

    • Saciel
    • 05. Juli 2013 21:38 Uhr

    Da hast du aber irgendwie zu kurz gedacht.

    Klar, da wird ein Keks weggeworfen... aber dieser Keks ist zu 100% ökologisch abbaubar, im Gegensatz zum Plastikbecher!

  4. Schämen! Die Deutsche Sprache zu verunstalten!
    Anglizismen sind ja gut und schön, wenn es dafür nix gescheites auf Deutsch gibt, aber "Coffee to go" kann man dann doch ohne schlechtes Gewissen mit "Kaffee zum Mitnehmen" übersetzen, oder "Mitnehmkaffee" oder sonstwas.

    Btw: Ich bin nicht beeindruckt. Hätten die Herren ... ich mein natürlich ist es eine gute Idee, was rede ich ... einen Cantuccinideckel erfunden, sie könnten all mein Geld nehmen :)

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    Also nicht nur die Idee, sondern auch die Steilvorlage von "Creedinger".
    Tut mir leid, aber da muss ich jetzt ein bischen Salz in die Wunde streuen. Wer auf solch hohem Ross daherkommt, hat auch Salz verdient.

    "Schämen sollte sich der Autor" "Schämen! Die Deutsche Sprache zu verunstalten!" ""Coffee to go" kann man dann doch ohne schlechtes Gewissen mit "Kaffee zum Mitnehmen" übersetzen"

    Soweit so gut. Ich stimme Ihnen durchaus zu, Anglizismen sollte man nur eingeschränkt benutzen und ohne finde ich es auch schöner. Aber und jetzt Salz bitte...

    "Btw: Ich bin nicht beeindruckt [...]"

    Also, Creedinger, "BTW" ist eine Abkürzung für die drei urdeutschen Wörter "by the way".
    Schämen sollte sich der Kommentator! Schämen! BTW - mal abgesehen von der Tatsache, dass es sich um eine unnötige Abkürzung handelt - kann man doch ohne schlechtes Gewissen mit "übrigens" übersetzen, oder "im Übrigen" oder sonstwas.

    Scheiß Anglizismen, die fucken mich voll up!

    In diesem Sinne..oder heißt es in this sense? ;)

    "coffee to go" ist weder eine deutsche Art, Kultur noch Produkt.
    Lassen wir es doch tolerant beim "coffee to go".
    Deswegen ja auch der "american cookie" als Deckel.
    Französisches Brötchen klingt doch auch komisch, wenn man Baguette sagen kann ;)

  5. Warum ist denn der Deckel eigentlich nicht aus dem gleichen Material wie der Becher? Kann das jemand, ohne auf Vermutungen zurückgreifen zu müssen, wissenschaftlich begründen?

  6. So, wie ich das verstanden habe, kann man den Keks zum Kaffee essen, oder danach, wenn man mag - und verschiedene Geschmacksrichtungen sind vorgesehen. Da wird also durchaus weniger weggeworfen.
    Was Kaffee am potentiell weichen Keks betrifft, würde ich sagen, dass es ja genug Leute gibt, die alles mögliche Gebäck absichtlich in Kaffee tunken, und wenn das Rezept stimmt, warum sollte das nicht auch schmecken - die Oberseite bleibt, denke ich, auch mindestens immer knuspriger.
    - Ich finde die Idee jedenfalls gut, ich würde Kaffee plus Keks Kaffee plus Plastik sofort vorziehen.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Fragwürdiges Produkt"
  7. Ich bin skeptisch. Zwar mag ich sehr gerne Cookies, aber das Ganze hat zwei Haken.
    1.) Das Ei im Teig. Würde der Keks-Deckel zum Standard, dann hätte das einen enormen Verbrauch an Eiern zur Folge. Die müssten sicher billig sein, weil in der Massenproduktion alles günstig sein muss. Schaut euch doch einmal an, wie die Durchschnitts-Legehenne in der Massentierhaltung lebt. Das ist furchtbar! Geht nicht auch ein Teig, der frei ist von Ei?
    2.) Wenn man so ein Löchlein in den Deckel knabbert, dann wird doch der Kaffee beim Trinken permanent gesüßt, oder? Ich mag keinen Zucker in meinem Kaffee :(
    3.) Ob das wohl auch mit z.B. grünem Tee schmeckt?
    Fragen über Fragen...

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    4.) Der hygienische Aspekt.
    Die angestellten von irgendwelchen Coffee Shops ziehen bestimmt nicht erst frische Handschuhe an, ehe sie meinen Keks auf den Becher machen. Finde ich eklig. Dann würde ich das Ding nicht essen.
    Und wenn sie's doch täten, dann wäre ein riesiger Verbrauch von Gummihandschuhen die Folge.

  8. 4.) Der hygienische Aspekt.
    Die angestellten von irgendwelchen Coffee Shops ziehen bestimmt nicht erst frische Handschuhe an, ehe sie meinen Keks auf den Becher machen. Finde ich eklig. Dann würde ich das Ding nicht essen.
    Und wenn sie's doch täten, dann wäre ein riesiger Verbrauch von Gummihandschuhen die Folge.

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    In jeder Bäckerei geht es doch auch so (mit vorgeformten Handschuhen, in die man schnell reinschlüpfen kann)...

    ... mit dem man Verbrauchern Hygiene vorgaukelt: Diese Handschuhe erweisen sich in vielen Faellen als schiere Keimschleudern (ganz zu schweigen von dem, was sie im Dauergebrauch mit der Haut des Traegers anstellen). Ein schoener Artikel findet sich hier: http://sz-magazin.sueddeu...

    Aus persoenlicher Erfahrung kann ich sagen, dass waehrend meiner Messungen in der Mikrobiologie immer wieder fremde DNA aufgetaucht ist, die da schlicht nicht haette sein sollen. Irgendwann stellte ich fest, dass es die Handschuhe waren, die in einer offenen Schachtel im Labor standen. Nachdem ich nur noch die Haende gewaschen und auf besagte Handschuhe verzichtet habe hatte sich das Problem erledigt - und diese Messungen sind sensibler, als es ihr Koerper hoffentlich jemals sein wird.

    Die Idee mit den Keksen finde ich uebrigens grossartig! Hoffentlich gibt's das irgendwann auch fuer Tee?

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  • Schlagworte Kaffee | Müll
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