Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und die Internetplattform Iversity haben die besten Konzepte für Massive Open Online Courses (Moocs) ausgezeichnet. Der Preis: 25.000 Euro für die Umsetzung des Konzepts. Unter den zehn Gewinnern sind sieben deutsche Hochschulen.

Drei Gewinner erzählen von ihren Erfahrungen mit den Online-Kursen.

ZEIT ONLINE: Herr Spannagel, wie sind Sie dazu gekommen, einen Mooc zu produzieren?

Christian Spannagel: Wir haben bereits Erfahrungen mit dem Flipped-Classroom-Konzept gemacht. Aber der Einsatz von Online-Werkzeugen und Multimedia-Materialien war bei uns immer auf die Präsenzlehre zugeschnitten.

ZEIT ONLINE: Was ist das Besondere bei einem Mooc?

Spannagel: Dass die Mooc-Studenten danach nicht in meiner Veranstaltung sitzen. Es ist schwierig, die Kommunikation und Interaktion einer Vorlesung in eine Online-Umgebung zu übertragen. Insbesondere in der Mathematik, wo man sich über geometrische Konstruktionen austauscht und zusammen Beweise erarbeitet. Die größte Schwierigkeit ist aber, die Studenten bei Laune zu halten.

ZEIT ONLINE: Wie schafft man das?

Spannagel: Ihre Neugierde wecken. Zum Beispiel ein Problem anhand einer Alltagssituation darstellen. Und die Aktivität der Studenten forcieren: Sie brauchen Aufgaben, mit denen sie sich Mathematik selbstständig erarbeiten können. Das geht nicht nur online, sondern beispielsweise auch mit einem einfachen Blatt Papier, das sie falten und mit dem sie experimentieren können.

Prof. Dr. Christian Spannagel ist Professor für Mathematik mit Schwerpunkt Informatik und Implementierung neuer Medien an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg