Prokrastination. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Prokrastinierer sehen fern, sie surfen bei Facebook oder betrinken sich. Andere putzen die Wohnung, gehen einkaufen oder melden sich mal wieder bei alten Freunden.

Prokrastiniert, also aufgeschoben, hat jeder schon mal. Besonders diejenigen, die keinen Chef im Nacken haben und sich ihre Arbeit frei einteilen können. Studenten zum Beispiel. Studien zufolge neigt jeder zweite Studierende dazu, die Dinge lieber morgen als heute zu erledigen. Jeder Fünfte zählt sich zu den chronischen Aufschiebern.

Für den Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister  ist das Aufschieben einer der Gründe, warum sich viele Bachelorstudenten so gestresst fühlen. Gemeinsam mit Kollegen aus mehreren deutschen Uni-Städten hat er Studenten gebeten, über fünf Monate hinweg am Ende jedes Tages ihre Arbeitszeit zu protokollieren. Auf etwa 36 Stunden schätzen Studenten in Befragungen ihre Arbeitsbelastung. Die Protokolle ergaben im Schnitt nur 23 Stunden. Und sogar nach dem Protokollieren glaubten die Studienteilnehmer noch, deutlich mehr gearbeitet zu haben.

An der Uni Münster hat man reagiert. Seit einiger Zeit können sich Studenten in einer Prokrastinationsambulanz beraten lassen. Deren Leiterin, Margarita Engberding, haben wir zu einem Google Hangout, einer Art Gruppen-Videochat, eingeladen.