Wohnungsnot : Ramsauer will Wohnraum für Studenten schaffen

Freie Büros, leerstehende Kasernen: So soll Wohnraum für Studierende entstehen. Die Pläne des Ministers sind Monate alt. Jetzt will er das Problem "endlich anpacken".

Bundesbauminister Peter Ramsauer will die schwierige Wohnsituation von Studierenden lösen. Das Thema werde "endlich auf allen Ebenen angepackt", sagte der CSU-Politiker der Saarbrücker Zeitung. Im Bundesbauministerium beschäftigt sich heute ein Runder Tisch mit der Problematik. Dort werde Ramsauer ein Positionspapier vorlegen, das auch Handlungsanleitungen enthalte.

"Wir wollen ungenutzten Wohnraum für Studierende aktivieren, freie Büros und militärische Liegenschaften zu Studentenunterkünften umwandeln und zusätzliche Investitionen der Wirtschaft ankurbeln", sagte Ramsauer. Dabei setze der Bund auf Anreize, "etwa auf die Wiedereinführung der steuerlichen Abschreibung". Wichtig sei auch, dass die Kommunen Bauflächen ausweisen und Investoren mit offenen Armen empfangen würden.

Erstmals war der Runde Tisch im November vergangenen Jahres zusammengekommen. Nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks hat sich die Wohnungsnot unter Studenten seit Anfang des Jahres nicht gebessert. "Von den Notunterkünften in Turnhallen werden wir so schnell nicht wegkommen", sagte der Generalsekretär des Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde. Noch über das Jahr 2020 hinaus werde die Studierendenquote hoch sein.

Studentenwerk fordert neues Bund-Länder-Zuschussprogramm

Im Dezember 2012 hatte Ramsauer im Gespräch mit der ZEIT gesagt, dass schnell neuer Wohnraum für Studenten gefunden werde müsse. Schon damals warb er dafür, Kasernen und andere vom Bund nicht mehr genutzte Gebäude den Kommunen und Universitäten anzubieten. Für Neubauprojekte müsse es mehr staatliche Förderung geben, sagte der Minister auch damals.

Das Studentenwerk fordert seit Jahren die Neuauflage eines Bund-Länder-Zuschussprogrammes zum Bau von 25.000 preisgünstigen Wohnheimplätzen. "Wenn es nur um Erleichterungen für Investoren geht, sind wir skeptisch. Studenten brauchen preisgünstigen Wohnraum, Investoren denken eher an den Erlös", sagte Meyer auf der Heyde.

Zur Forderung des Studentenwerks sagte Ramsauer, der Bund unterstütze die Länder bereits bei der Wohnraumförderung. Seit 2007 habe der Bund insgesamt 3,6 Milliarden Euro investiert. "Mit diesen Hilfen lässt sich Beachtliches schaffen – auch für Studenten."

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Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Die richtige Zielgruppe?

Das ist natürlich eine nette Geste für uns Studenten, ich persöhnlich finde aber das (auch durch die hohen Wohnungskosten) arbeitende Prekariat "förderungswürdiger". Das klingt vielleicht etwas hart, aber für Studenten ist es vielleicht insofern einfacher mit den Wohnungskosten zu kalkulieren, dass man sich den Studienort theoretisch aussuchen kann und nicht gezwungen ist in München etc. zu studieren.

Der Studienortwechsel fällt defnitiv einfacher als den für sagen wir mal eine alleinerziehende Mutter, den Lebensmittelpunkt zu wechseln, auf Hilfe von Freunden und Verwandten zu verzichten und sich zusätzlich zur Arbeit und Erziehung noch ein neues soziales Umfeld aufbauen zu müssen. Für Studenten ist es zunächst ein Wechsel auf Zeit und man kommt quasi automatisch in ein vielfältiges Umfeld, wo es defnitv einfacher ist soziale Kontakte zu schließen und manch einer mag behaupten, dass für die Entwicklung ein grundlegender Tapetenwechsel gar nicht so verkehrt ist.

Wer als Student meint unbedingt in der Heimat oder an einer "Elite-Universität" studieren zu müssen, muss halt mit den finanziellen Konsequenzen rechnen (die meiner Meinung nach gemessen an anderen Ländern und durch das Wegfallen der Studiengebühren durchaus ertragbar sind). Im Osten und z.T. in etwas unbeliebteren Städten im Westen gibt es günstige Wohnungen und WGs ohne Ende.

Antwort

Das sollte auch eher ein Hinweis sein, dass es Probleme im Bereich sozialgerechtes Wohnen die erst recht angepackt werden sollten. Das ist irgendwo schon traurig, dass ich implizit den Verantwortlichen die Kompetenz abspreche beide Problembereiche adequat lösen zu können. Soziales Wohnen scheint in vielen Bereichen immer noch den Status "Heisse Luft" zu besitzen und den Status "Jetzt packen wirs an" nicht erreicht zu haben. Wenn man es so formuliert sagt der Herr Ramsauer eigendlich nichts anderes, als: Nach Jahren der Untätigkeit und des netten Daherredens fangen wir so langsam an die Probleme ersthaft anzugehen und das zufällig diekt vor der Wahl. Ich finde die Nachricht insgesamt sehr niederschmetternd.