Studentenfrage : Welches Studienfach bietet die besten Jobchancen?

Welche Fachrichtungen bei Arbeitgebern gefragt sind, können Studienanfänger leicht herausfinden. ZEIT ONLINE zeigt, welche Daten und Studien man sich anschauen sollte.

"Ich will meine Studienwahl auch von späteren Jobchancen abhängig machen. Welche Daten und Studien sollte ich mir anschauen?", fragt die Abiturientin Michaela Cichon.

Liebe Michaela Cichon,

ein hilfreicher Startpunkt ist die Jobampel, die der Stern gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen erstellt. Sie bewertet die Aussichten für 26 Studienfächer mit den Farben Grün, Gelb, Orange und Rot. Die besten Berufsaussichten haben hiernach Studenten der Ingenieurwissenschaften, Informatik und Medizin. Wer ein Massenfach wie Jura und BWL wählt, hat es dagegen nicht so leicht.

Orientierung bietet auch die Bundesagentur für Arbeit. In ihrer alljährlichen Untersuchung "Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker" schlüsselt sie die Arbeitslosenquoten von Absolventen nach deren Hochschulabschluss auf. Außerdem informiert sie über die Zahl offener Stellen und zeigt, wie viele Studienanfänger es pro Studienfach gibt. Hilfreich ist auch der BIBB-Report vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Spätere Verdienstmöglichkeiten zeigen die Gehaltsstudien der Karriereberatung alma mater. Vor dem Abrufen müssen Sie sich allerdings kostenfrei registrieren. Ähnliche Informationen bietet auch der Absolventenlohnspiegel, der vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans Böckler Stiftung veröffentlicht wird. "Wir liefern außerdem detaillierte Informationen zu den Gehaltschancen von Akademikerinnen und Frauen in Führungspositionen", sagt WSI-Forscher Reinhard Bispinck.

Sich vor Studienbeginn über spätere Jobchancen zu informieren, kann vor Enttäuschungen bewahren. "Meine Empfehlung ist aber, die Studienwahl letztlich vor allem von den eigenen Interessen und Stärken abhängig zu machen", sagt der Arbeitsmarktforscher Enzo Weber. "Wer als Akademiker in einem Feld wirklich gut ist, wird auch im Arbeitsmarkt Erfolg haben."

Überhaupt ein Studium abzuschließen, ist übrigens die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote bei Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen lag zuletzt bei nur 2,4 Prozent.  

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Quellenangaben

Hallo Profdoc1,

danke für Ihren Hinweis. Allerdings bin ich noch nicht von Ihrem Korrekturvorschlag überzeugt. Haben Sie dazu eine Quellenangabe? Für mich sind 'Universität' und 'Hochschule' im Regelfall synonyme Begriffe.

Die Formulierung "Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen" habe ich übrigens vom IAB übernommen, das das wohl ähnlich sieht. Dort heißt es: "Die günstige Arbeitsmarktentwicklung bei den Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen hat sich weiter fortgesetzt" (Seite 3, http://doku.iab.de/kurzbe...).

Viele Grüße
Julian Kirchherr

Vollkommen korrekte Darstellung der Tatsachen

Denn die Fachhochschulen verleihen sich frechdreist ihre Bezeichnungen als "Hochschulen" einfach selbst.

Die inhaltlich/qualitativen Unterschiede zwischen Uni/TH/TU einerseits also den Hochschulen im eigentlichen Sinne und den FHs andererseits bestehen trotz Bologna immer noch, und eben auch formal.

Man schaue sich dazu auch einmal das Promotionsrecht der Unis an.

http://www.hrk.de/themen/...

Überzeugung

Sehr geerhter Herr Kirchherr,

leider geht es nicht um Ihre Überzeugung. Es geht um richtig oder falsch. Und falsch ist, dass nur eine Universität als Hochschule zu bezeichnen ist, denn auch eine FachHOCHSCHULE ist dem Oberbegriff der Hochschule zuzuordnen.
Und nur weil anscheinend weiterhin von Institutionen wie der IAB oder Unternehmen ständig diesen Fehler der Unterscheidung machen, ist dies noch lange nicht korrekt.
Es sind unterschiedliche Arten von Hochschulen, die mit unterschiedlichen Rechten ausgestattet oder mit unterschiedlichen Profilen aufwarten. Es sind aber Hochschulen. Und Hochschule ist man somit auch ohne Promotionsrecht.
Dies kann man im Normalfall auch durch Nachschlagen des Begriffes Hochschule in einem Lexikon o.ä. herausfinden.
Daher würde auch bitten diesen tatsächlichen Fehler zu korrigieren.

Vielen Dank!

Hochschulgesetze

Guten Abend, Herr Kirchherr,

gerne nenne ich Ihnen Quellen. Die Definition ist in den Hochschulgesetzen der Länder festgelegt, z.B. https://recht.nrw.de/lmi/.... Ich hoffe, Sie kommen daran. Zu finden auch bei der Hochschulrektorenkonferenz, usw. Der Begriff ist bundesweit einheitlich festgelegt. Das hat nichts mit Meinung oder Wunschdenken (Roter-Rainer) , usw. zu tun. Vgl. in diesem Zusammenhang bspl. auch das Urteil des BVG zur Freiheit in Forschung und Lehre http://www.bundesverfassu....

so, ich hoffe, dass ist geklärt.

Schhönen Abend noch

Die Quelle nicht ausgewertet

Vorweg dies: es geht nicht darum, die Fachhochschulen abzuwerten. Dafür haben in NRW schon CDU und vor allem die FDP mit dem von Ihnen verlinkten Gesetz gesorgt. Bologna führte übrigens in Deutschland dazu, dass die in den 70ern aus den Ingenieurschulen gegründeten Fachhochschulen in ihren Möglichkeiten beschnitten wurden, zum Schaden der Studierenden. Schloss man doch vorher ein ordentliches bis zu 8-semestriges Maschinenbau-, Elektrotechnik- oder Verfahrenstechnikstudium mit einer umfangreichen Diplomarbeit ab, welche die erreichte Qualifikation sachgerecht abbildete, sind die heutigen Studierenden auf 6 Semester eingeengt worden und erstellen eine Bachelorarbeit, die nicht an die früheren FH-Diplome heranreicht.

Das NRW-Gesetz bestätigt, dass die Fachhochschulen sich selbst als Hochschulen bezeichnen dürfen, wenn keine Verwechslung mit einer Universität möglich ist. Dazu nennen sie sich Hochschulen für angewandte Wissenschaft. So, als ob an den Universitäten keine angewandte Wissenschaft gelehrt würde. Das ist einfach ein Popanz, der aus der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Unterscheidung zwischen angewandter und reiner Wissenschaft erwächst.

Dazu ist die Einleitung des Biologen und Nobelpreisträgers Peter Medawar zu seinem Buch Die Kunst des Lösbaren recht interessant.
http://digi20.digitale-sa...

Das Problem mit diesen Ampeln

und Rankings in wasauchimmer ist, dass sie leider bei weitem nicht alle Studiengänge anzeigen. Können sie auch gar nicht, wenn sie nicht den Rahmen völlig sprengen sollen, und einige Fächer mit vielleicht nur ein paar hundert Studenten in ganz Deutschland liefern keine wirklich repräsentativen Zahlen, was die Arbeitsplatzaussichten angeht. Diese Fächer findet man in solchen Aufzählungen nicht, man muss dann jedesmal direkt die Uni fragen, wie die Aussichten sind. Wenn man denn die Studiengänge überhaupt findet...