Ich stehe hier zwischen gefühlten 100 Kartons voll mit Büchern, Jacken, Geschirr und jeder Menge Zeug und fühle mich nutzlos. Bauch raus, Hände im Kreuz und immer schön Tipps geben, wo man das Regal am hübschesten anbringen sollte. Wir reden viel über die Wohnung, wir reden viel über die Klinik.       

Schwierig, weil ich gar nicht richtig weiß, worauf ich achten soll und mein Freund als Krankenpfleger vielleicht sogar ein wenig zu viel Einblick hat und zu viel weiß. "Das ist eine Riesenklinik, die machen neun Geburten pro Nacht, da bist du dann allein, das ist dir klar." oder "Hausgeburt?! Die Matratze können wir dann vergessen!" oder "Uniklinik?! Willst du, dass dich die Praktikanten entbinden?!"

Im Endeffekt haben wir uns darauf geeinigt, dass es eh auf die Hebamme ankommt und auf uns beide, wie entspannt wir sein können. Ich hätte gerne eine Klinik in der Nähe, wo ich im Falle eines Falles auch alleine gut hinkomme.         

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Die geplante Kreißsaalbesichtigung ist nichts geworden, der war belegt. Und dann war es wie immer, wenn viele Leute auf etwas warten müssen. Länger warten, als sie das für angemessen halten. Sie murren erst und verdrehen die Augen, dann wird gemeckert und angezweifelt, ob die zuständigen Leute ihre Arbeit auch richtig machen. Vorwürfe à la "Ja, ja, Kaffee trinken geht aber, ne?!".    

Ich dachte mir dann, wie sie das wohl finden würden, wenn die Hebammen andauernd rausrennen, während ihre Frauen ihre Kinder bekommen. Ihrer verschwitzen Frau, die schon völlig am Ende ist, sagen: "Halten Sie's mal noch bisschen drin, ich geh mal den Leuten den Kreißsaal zeigen, die warten da schon. Ach ja, und immer schön atmen. Und wenn die dann hier sind, nicht so laut schreien, ja. Wir wollen doch den Leuten keine Angst machen."