Sie hatten sich gefetzt, bis einer auszog. Wer putzt wann, wie oft, und wer macht das öfter als andere? Malik El Bay weiß genau, warum die WG zerbrach, in der er vor zwei Jahren lebte. Saubermachen sei ihm halt bloß "halb-wichtig", der Züricher Student vergaß es daher gerne. 

Selbstredend gab es einen Putzplan. Doch der war zu unübersichtlich, zu steif. Das muss besser gehen, dachte der Schweizer damals und hat zum Wohle aller Wohngemeinschaften mit Freunden die App "Flatastic" entwickelt. Eine Idee, die ankommt. Landesweit haben nach eigenen Angaben bereits 10.000 Nutzer die App installiert. 

Nun ist sie im deutschen Store erhältlich, und zwar für iOS, Android und als Desktop-Version. Wie eine WG-Mama wacht Flatastic nicht nur über den Putzplan, sondern auch über Einnahmen, Ausgaben und die Einkaufsliste. 

Die WG kann jede Aufgabe einzeln verteilen. Mit wenigen Klicks lässt sich beispielsweise festlegen, wie oft geschrubbt werden soll. Denn nein, wann das nötig ist, erkennt Flatastic nicht. Meist denke jeder von sich, er würde am meisten putzen, sagt El Bay. Ein Trugschluss. "Die App schafft endlich Transparenz und verhindert damit Streit."      

Wer die Finger nicht von Staubsauger und Wischer lassen kann, darf gerne Aufgaben von anderen übernehmen. Solche Neuigkeiten können per "Shout" auf der Startseite verkündet werden. Zur Belohnung gibt’s Herzchen von den Mitbewohnern. Innerhalb der App lassen sich diese allerdings nicht umtauschen, aber dafür könnte sich im realen Leben eine Lösung finden, vielleicht Kaltgetränke oder eine reale Umarmung.    

Wenn’s ums Geld geht, ist die App genauer. So können alle Nutzer eine digitale Einkaufsliste erstellen. Nach dem Besuch im Supermarkt trägt der fleißige Einkäufer dann seine Ausgaben ein, jeder sieht, wie viel er für das Gemeinwohl ausgegeben hat. So sind manche Mitbewohner im Plus, andere im Minus. Die Übersicht ist praktisch, nur das alte Problem bleibt: Wie gleichen wir das aus? Hier bietet Flatastic keine automatische Lösung, aber immerhin eine Anleitung.

Die Bedienung der Smartphone-Anwendung ist simpel und einigermaßen intuitiv. Manchmal stellt sich allerdings die Frage: Was dauert länger? Das Fenster putzen oder die neue Aufgabe "Fenster putzen" erstellen?