Warum denken viele, Studenten seien faul, verplant und nur auf Partys? Vielleicht schauen sie zu viel Fernsehen. Da treiben sich die Nerds und Biester, aber auch die Ehrgeizlinge und lüsterne Professoren rum. Wir haben uns in den fiktiven Unis der letzten Jahre umgesehen, in Kinofilmen, aber auch in Serien. Am Ende sind wir immer wieder auf dieselben Typen getroffen. Eine Typologie:

Das Partybiest ist die bekannte Ausprägung der Spezies "Student", das lehren uns zahllose Filme. Aber hey: Monatelange Ferien laden auch dazu ein, sein Jungsein zu zelebrieren. Hausarbeiten und Praktika gibt es da eher selten. Stattdessen ist Tag und Nacht Zeit, die Freiheit zu genießen und in entspannter Atmosphäre (andersgeschlechtliche) Gleichgesinnte kennenzulernen. Wann ist das schon besser möglich als beim hemmungslosen Feiern im Studentenwohnheim oder während gemeinsam verbrachter Ferien im Warmen (Spring Breakers)?

Doch Vorsicht: Zu viele Drogen-Exzesse und Zieh-dich-so-an-dass-du-gevögelt-wirst-Partys hinterlassen auf Dauer eine gewisse Leere (Die Regeln des Spiels). Und selbst wenn während einer einzigen Party Oz mit Heather schläft, Jim mit Michelle, Nadia mit Sherman und Stifler mit zwei vermeintlichen Lesben, kann es trotzdem passieren, dass in Person von Kevin am Ende einer leer ausgeht (American Pie 2). Wer will das schon? Da denkt man doch leicht wehmütig an die sechziger Jahre zurück, als man an der amerikanischen Ostküste noch im Rollkragenpulli knutschte und Alkohol und Toga-Partys den Gipfel der Ekstase bildeten (Ich glaub’, mich tritt ein Pferd).

  • Zu finden in allen Studienfächern, von Abenteuerpädagogik bis Zupfinstrumente
  • Typischer Satz: It’s Spring Break, bitches!
  • Lieblingsaccessoires: knappe Kleidung und Wodka-Mische
  • Das Partybiest zeigt uns: Lehrbücher sind nicht alles.

Der Nerd ist – komplementär zum Partybiest – der zweite, meist männliche Prototyp des Studenten: fachlich genial, aber völlig lebensunfähig. Ein IQ von 187 und zwei Doktortitel sind verliebt in die Quantentheorie, Sarkasmus und Zärtlichkeit bleiben hingegen ewige Rätsel. Der Nerd brilliert am Tech-Institut in Experimentalphysik oder fliegt ins All, ist im Alltag aber geschlagen durch Laktose-Intoleranz und Erdnussallergie und kaum zu leugnende autistische Züge (The Big Bang Theory). Das Glück des Nerds besteht darin, dass er zumeist harmlos und für seine Mitmenschen von hohem Unterhaltungswert ist. Manchmal schafft er es später gar zum Nobelpreis (A Beautiful Mind), eher selten gehört der klügste Kopf an der Uni einer unscheinbaren Reinigungskraft (Good Will Hunting).

  • Zu finden in den Studienfächern theoretische Physik, Mathematik, Informatik
  • Typischer Satz: Das steht so aber nicht in unserer Mitbewohnervereinbarung.
  • Lieblingsaccessoires: Ringelpullover und Actionfigur
  • Der Nerd zeigt uns: Auch Genies sind Menschen.