Auslandsstudium Die Freiheit nutzen
Es muss nicht gleich ein komplettes Studium sein. Eine Station im Ausland aber gehört in jeden Lebenslauf. Sechs Modelle und eine Anleitung
Rechtzeitig anfangen
Es gibt rege und träge Studenten – wenn es um ein Auslandsstudium geht, ist der Unterschied besonders auffällig. Einer repräsentativen Umfrage des Hochschul-Informations-Systems zufolge macht gerade einmal jeder Vierte Station im Ausland. Jeder dritte Befragte gab an, er habe gar keinen Auslandsaufenthalt geplant. Bei den meisten scheiterten die Pläne aus Mangel an Zeit, Geld und Unterstützung. Dabei gibt es heute eine Vielzahl an Programmen, um den Studenten ihren Weg über die Grenze zu erleichtern, und Personalberater sagen, dass längst auch kleine Firmen Auslandsstationen im Lebenslauf erwarten.
Diese Übersicht stellt die sechs wichtigsten Modelle für einen Auslandsaufenthalt vor und gibt Tipps, damit das Vorhaben leicht gelingt.
Mal rauskommen: Auslandssemester
Erasmus ist das Zauberwort für Auslandssemester. Das Programm der Europäischen Union soll die Mobilität der Studenten fördern. Die meisten Fakultäten an deutschen Unis haben feste Verträge mit europäischen Partnerinstituten, in denen sie sich auf Kriterien für die Zusammenarbeit geeinigt haben. Erasmus-Studenten sind von Studiengebühren befreit, und die Seminare an der Gastuniversität lassen sich leichter in die Module zu Hause einpassen. Zudem erhalten die Studenten bis zu 200 Euro pro Monat als Stipendium – ohne dass das Bafög gekürzt wird. Bei Erasmus geht zudem die Bewerbung schneller über die Bühne als bei anderen Stipendienprogrammen. Sie ist in einem halben Jahr gut zu schaffen, wenn die Sprachkenntnisse ausreichen. Etwas mehr Zeit sollte einplanen, wer sein Auslandssemester auf eigene Faust organisiert.
Im Bachelorstudium ist der richtige Zeitpunkt für ein Auslandssemester das zweite Jahr. Im ersten müssen sich Studenten an der Hochschule zurechtfinden; im dritten steht die Abschlussarbeit an.
Zweigleisig fahren: Doppeldiplom
Viele Hochschulen bieten binationale, manchmal sogar trinationale Studiengänge an. Darunter sind nicht nur Sprach- und Kulturwissenschaften, sondern auch Studiengänge in Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Die Studenten absolvieren ihre Ausbildung teils an einer deutschen, teils an ausländischen Hochschulen und haben dann zum Beispiel ein deutsches und ein französisches Diplom. Das ist arbeitsintensiv, doch der Mehrfachabschluss entschädigt dafür.
- Datum 06.07.2009 - 17:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 06.05.2009 Nr. 01
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Auf die Bildungsexpansion der letzten Jahrzehnte folgt leider fast proportional die Bildungsinflation. Der Druck zur Höherqualifizierung fast als eine Art von Selbstzweck wird immer höher, schon die Überschrift dieses Artikels erzählt darüber unfreiwillig eine ganze Menge ("Eine Station im Ausland aber gehört in jeden Lebenslauf").
Es geht also nicht mehr um den guten alten Studienaufenthalt wo man mit Muse fremde Sprachen und Kulturen kennenlernt und sich als ganze Person weiterbildet sondern um ein weiteres Detail für Bewerbungsmappe und Interview. Das passt auch zur starken Tendenz der Verschuldung der Universitäten insgesamt, dem Zurückdrängen der Geisteswissenschaften.
Ich habe gleich einen mehrfachen Migrationshintergrund und muss mir gewiss von niemand vorwerfen lassen ich sei engstirnig und würde nicht über meinen Tellerrand schauen wollen - ich habe ja schon von "Haus aus" mehrere Teller in die ich ständig blicke. Aber ich sage ganz klar das Studium ist keine Zeit in der ich die Welt bereisen will, das muss auch "gestattet" sein. Wenn, dann will ich mir Zeit und Muse nehmen wo und wann ich will.
Das endgültige Paradox wird für mich an einer Tatsache deutlich: es ist empirisch erwiesen dass Migranten in Deutschland auch mit akademischem Bildungsabschluss und vergleichbaren Leistungen immer schlechtere Berufschancen haben als die deutschstämmige Vergleichsgruppe. "Obwohl" diese sogar, wie ich, von "Haus aus", schon "Auslandserfahrung" mitbringen - in mehreren "Kulturen" gleichzeitig leben, ihre Muttersprache oft nahezu genauso flüssig wie Deutsch sprechen (Migranten mit Studienerfahrung sprechen in der Regel keine Sprache besser als Deutsch). Also eigentlich all das mitbringen was angeblich der Grund dafür sei warum man besonderes Augenmerk auf Auslandsaufenthalte legen würde. Das ist umso mehr der Beleg dafür dass es sich um nichts als die übliche Bildungsinflation handelt.
Inzwischen gibt es schon den Ausbildungsberuf des "Fachmann für Systemgastronomie" und des "Gebäudereinigers" (früher sagte man dazu Burgerbrater und Putzkraft). Da ist irgendwie Augenmaß und Verhältnismäßigkeit verloren gegangen.
Sie haben absolut recht, wenn sie meinen, dass es für alle Menschen die gleichen Berufschancen geben sollte, sofern die Qualifizierung vergleichbar ist, nur:
Migrationshintergrund und Weltoffenheit - ich erkenne da keinen Kausalzusammenhang.
Auch sollte man nicht erwarten, dass einem ein Migationshintergrund als Auslandserfahrung angerechnet wird. Das wäre ziemlich absurd. Erwarten sie wirklich, dass einem "Ureinwohner" vorgeworfen werden soll, dass er "Ureinwohner" ist? Dafür kann er meist genauso wenig wie ein "Nicht-Ureinwohner" dafür, dass er einen unmittelbareren Migrationshintergrund hat. Und am Ende sind wir doch alle Migranten, nur differiert der Zeitpunkt der Migration um ein, zwei, 100 oder gar noch mehr Generationen.
Und was die Internationalität angeht, denke ich, dass bei einem Auslandsaufenthalt doch in erster Linie zählt, aus eigenem Antrieb und Interesse über den zuviel genannten Tellerrand schauen zu wollen..
Des Weiteren vermisse ich ein wenig den richtigen Betrachtungswinkel gegenüber Gebäudereinigern und Systemgastronomen. Klingt sehr herablassend.
Ich kann Ihnen nur zustimmen.
Die sog. Personalberater, Personaler und Arbeitsagenten gehen mir allmählich ziemlich auf den Senkel um es einmal höflich zu formulieren. Es ist die in gut gemeinte Ratschläge verpackte Unverschämtheit einem (jungen) Menschen vorzuschreiben, dass er sein Leben gefälligst nach den ökonomischen Interessen irgendwelcher Personalheinis zu richten hat. Und wehe wenn nicht, dann Sodom und Gomorra oder anders: Du bist selbst schuld, wenn du keinen "Job" findest.
Es gibt nun einmal solche, die eher heimatverbunden sind und ein überschaubares Umfeld brauchen und solche die es in die Ferne zieht. Das liegt in der NATUR DES MENSCHEN! Wenn das nicht mit der Wirtschaft vereinbar ist, zeigt das lediglich, dass die Wirtschaft menschenverachtend ist. Oder um es einzuschränken, die Personaler, Personalberater, Arbeitsagenten oder Führungskräfte die heute etwas fernab von Notwendigkeit zur Pflicht hochstilisieren, "weil es heute einfach Standard ist".
Liebe "Personalberater" hört auf immer diesen Mist wieder zu kauen und schaltet den eigenen Denkapparat ein. Die Statistiken über Auslandsaufenthalte unter Studierenden zeigen noch immer genau das Gegenteil. Und auch die Wirtschaft besteht nicht nur aus multinational agierenden "Gloubl Pläiern"
Der Großteil der "Führungskräfte" ist heute kaum mehr fähig ordentliches Deutsch zu sprechen. Da wäre es für den Einen oder Anderen besser gewesen er wäre zuhause geblieben. Leute, die pauschal Ausland fordern haben auch nichts von (ihrer eigenen) Kultur, Natur und Humanismus verstanden. Weshalb sie also zum Vorbild nehmen?
Lasst die Studierenden einfach lernen und sich BILDEN. Wir brauchen keine Leute, die sich auf ihren Lebenslauf etwas EINBILDEN.
(Das gilt auch für die Politik, Frau Schavan! Der Bachelor ist nicht gut, nur weil er europäisch diktiert wurde.)
Sie haben absolut recht, wenn sie meinen, dass es für alle Menschen die gleichen Berufschancen geben sollte, sofern die Qualifizierung vergleichbar ist, nur:
Migrationshintergrund und Weltoffenheit - ich erkenne da keinen Kausalzusammenhang.
Auch sollte man nicht erwarten, dass einem ein Migationshintergrund als Auslandserfahrung angerechnet wird. Das wäre ziemlich absurd. Erwarten sie wirklich, dass einem "Ureinwohner" vorgeworfen werden soll, dass er "Ureinwohner" ist? Dafür kann er meist genauso wenig wie ein "Nicht-Ureinwohner" dafür, dass er einen unmittelbareren Migrationshintergrund hat. Und am Ende sind wir doch alle Migranten, nur differiert der Zeitpunkt der Migration um ein, zwei, 100 oder gar noch mehr Generationen.
Und was die Internationalität angeht, denke ich, dass bei einem Auslandsaufenthalt doch in erster Linie zählt, aus eigenem Antrieb und Interesse über den zuviel genannten Tellerrand schauen zu wollen..
Des Weiteren vermisse ich ein wenig den richtigen Betrachtungswinkel gegenüber Gebäudereinigern und Systemgastronomen. Klingt sehr herablassend.
Ich kann Ihnen nur zustimmen.
Die sog. Personalberater, Personaler und Arbeitsagenten gehen mir allmählich ziemlich auf den Senkel um es einmal höflich zu formulieren. Es ist die in gut gemeinte Ratschläge verpackte Unverschämtheit einem (jungen) Menschen vorzuschreiben, dass er sein Leben gefälligst nach den ökonomischen Interessen irgendwelcher Personalheinis zu richten hat. Und wehe wenn nicht, dann Sodom und Gomorra oder anders: Du bist selbst schuld, wenn du keinen "Job" findest.
Es gibt nun einmal solche, die eher heimatverbunden sind und ein überschaubares Umfeld brauchen und solche die es in die Ferne zieht. Das liegt in der NATUR DES MENSCHEN! Wenn das nicht mit der Wirtschaft vereinbar ist, zeigt das lediglich, dass die Wirtschaft menschenverachtend ist. Oder um es einzuschränken, die Personaler, Personalberater, Arbeitsagenten oder Führungskräfte die heute etwas fernab von Notwendigkeit zur Pflicht hochstilisieren, "weil es heute einfach Standard ist".
Liebe "Personalberater" hört auf immer diesen Mist wieder zu kauen und schaltet den eigenen Denkapparat ein. Die Statistiken über Auslandsaufenthalte unter Studierenden zeigen noch immer genau das Gegenteil. Und auch die Wirtschaft besteht nicht nur aus multinational agierenden "Gloubl Pläiern"
Der Großteil der "Führungskräfte" ist heute kaum mehr fähig ordentliches Deutsch zu sprechen. Da wäre es für den Einen oder Anderen besser gewesen er wäre zuhause geblieben. Leute, die pauschal Ausland fordern haben auch nichts von (ihrer eigenen) Kultur, Natur und Humanismus verstanden. Weshalb sie also zum Vorbild nehmen?
Lasst die Studierenden einfach lernen und sich BILDEN. Wir brauchen keine Leute, die sich auf ihren Lebenslauf etwas EINBILDEN.
(Das gilt auch für die Politik, Frau Schavan! Der Bachelor ist nicht gut, nur weil er europäisch diktiert wurde.)
...als generell nützlichem Bestandteil des Studiums scheint sich überall hartnäckigst zu halten. Ich würde dem nicht unbedingt uneingeschränkt zustimmen, denn das übliche Halbjahr mit Erasmus ist eben zu kurz, um die Landessprache richtig zu erlernen (zumal die Kurse ja oft in Englisch stattfinden). Und die Studenten hocken, egal ob in Mailand, Madrid, Oslo oder Stockholm, oft in einem Wohnheim - zusammen mit anderen Erasmianern. Trinken und feiern lernen sie da sicher, ein wenig Landeskunde bleibt auch noch hängen, aber so richtig substanziell ist das nicht. Die halb erlernte Sprache wird dann im deutschen Alltag auch schnell wieder verlernt.
Was bleibt, sind ein paar nette Kontakte zu einer handvoll nichtdeutscher Studenten, die über den Rest des Studiums auch immer mehr zusammenschrumpfen. Und - wenn das Land eine gute Wahl war - der Wunsch, aus Deutschland auszuwandern. Auch wegen der teilweise abstrusen Anforderungen deutscher Arbeitgeber (gerne gepaart mit schlechter Bezahlung und unstetigen Arbeitsverhältnissen). Nützlich für den "Wissenschaftsstandort" Deutschland? Eher nicht.
Ich habe das Land auch direkt nach dem Abschluss verlassen. Und stelle beim Lesen solcher Artikel und beim Blick in deutsche Stellenangebote fest, dass es die richtige Entscheidung war.
Besonders witzig wird es übrigens, wenn man sich mal die Qualifikationen vieler Chefs anschaut, die neben einem "herausragenden" Studium, überdurchschnittlichen Fremdsprachenkenntnissen und Berufserfahrung auch nach dem Auslandsaufenthalt verlangen. Die haben oft genug schon herbe Probleme mit der englischen Sprache und das Ausland haben sie nur im Urlaub kennengelernt...
Selbstverständlich ist ein Auslandsaufenthalt enorm wertvoll, aber erst nachdem man bereits die Prinzipien der Zielsprache beherrscht. Wie jeder Sprachpädagoge Ihnen erklären kann, lernt man eine Sprache erst nachdem man die Grundbegriffe von Grammatik und Syntax (Satzkonstruktion) kennt. Danach kann man ins Ausland reisen, um diese Kenntnisse an Ort und Stelle zu perfektionieren. Sonst ist es nur Geldverschwendung.
Das stimmt nicht. Ich bin ohne ein Wort Italienisch zu können nach Bologna gegangen und habe die Sprache gleich vor Ort gelernt. Wenn etwas eine Zeit- und Geldverschwendung ist dann sind es Sprachkurse. Wer überlegt sich denn beim Sprechen Syntax und Grammatik? Das bringt einen nur ins Stocken. Sprachen sind lebendig und lassen sich nicht auswendig lernen oder begreifen. Sie leben aus Kontext, Lokalkultur und Gebräuchen. Erst wenn man sich in das hineinlebt lernt man eine Sprache - von Grund auf richtig.
komisch, dann hab ich ja wohl was falsch gemacht, für ein jahr nach finnland ohne finnischkenntnisse, (ok sowas wie hallo, ich heiße, danke und prost konnte ich ;-)) aber gelernt hab ich die sprache ziemlich schnell, auch ohne sprachpädagogen, wichtig ist bloss, dass man mit den leuten redet, und wenn man fehler macht dürfen die neuen freunde einen ruhig berichtigen, ansonsten haben sie aber recht, dass es besser wäre, wenn man schon die grundlagen kann, voraussetzung ist es nicht. und geldverschwendung ist ein auslandsaufenthalt nie...
Diese Methode zielt darauf ab eine Sprache so zu lernen, wie wir es mit inserer Muttersprache machen: Wir hören erstmal zu und lassen uns alles zeigen und Versuchen dann nachzusprechen. Alles ohne Grammatik oder Vokabelpauken. Das man eine Sprache nicht kann sollte NIEMALS ein Hindernis sein ein anderes Land, eine andere Kultur zu erfahren. Ich habe die erfahrung gemacht, dass man beim Hilfesuchen im Falle von Verständigungsschwierigkeiten die tollsten Leute kennenlernt.
Das stimmt nicht. Ich bin ohne ein Wort Italienisch zu können nach Bologna gegangen und habe die Sprache gleich vor Ort gelernt. Wenn etwas eine Zeit- und Geldverschwendung ist dann sind es Sprachkurse. Wer überlegt sich denn beim Sprechen Syntax und Grammatik? Das bringt einen nur ins Stocken. Sprachen sind lebendig und lassen sich nicht auswendig lernen oder begreifen. Sie leben aus Kontext, Lokalkultur und Gebräuchen. Erst wenn man sich in das hineinlebt lernt man eine Sprache - von Grund auf richtig.
komisch, dann hab ich ja wohl was falsch gemacht, für ein jahr nach finnland ohne finnischkenntnisse, (ok sowas wie hallo, ich heiße, danke und prost konnte ich ;-)) aber gelernt hab ich die sprache ziemlich schnell, auch ohne sprachpädagogen, wichtig ist bloss, dass man mit den leuten redet, und wenn man fehler macht dürfen die neuen freunde einen ruhig berichtigen, ansonsten haben sie aber recht, dass es besser wäre, wenn man schon die grundlagen kann, voraussetzung ist es nicht. und geldverschwendung ist ein auslandsaufenthalt nie...
Diese Methode zielt darauf ab eine Sprache so zu lernen, wie wir es mit inserer Muttersprache machen: Wir hören erstmal zu und lassen uns alles zeigen und Versuchen dann nachzusprechen. Alles ohne Grammatik oder Vokabelpauken. Das man eine Sprache nicht kann sollte NIEMALS ein Hindernis sein ein anderes Land, eine andere Kultur zu erfahren. Ich habe die erfahrung gemacht, dass man beim Hilfesuchen im Falle von Verständigungsschwierigkeiten die tollsten Leute kennenlernt.
Sie haben absolut recht, wenn sie meinen, dass es für alle Menschen die gleichen Berufschancen geben sollte, sofern die Qualifizierung vergleichbar ist, nur:
Migrationshintergrund und Weltoffenheit - ich erkenne da keinen Kausalzusammenhang.
Auch sollte man nicht erwarten, dass einem ein Migationshintergrund als Auslandserfahrung angerechnet wird. Das wäre ziemlich absurd. Erwarten sie wirklich, dass einem "Ureinwohner" vorgeworfen werden soll, dass er "Ureinwohner" ist? Dafür kann er meist genauso wenig wie ein "Nicht-Ureinwohner" dafür, dass er einen unmittelbareren Migrationshintergrund hat. Und am Ende sind wir doch alle Migranten, nur differiert der Zeitpunkt der Migration um ein, zwei, 100 oder gar noch mehr Generationen.
Und was die Internationalität angeht, denke ich, dass bei einem Auslandsaufenthalt doch in erster Linie zählt, aus eigenem Antrieb und Interesse über den zuviel genannten Tellerrand schauen zu wollen..
Des Weiteren vermisse ich ein wenig den richtigen Betrachtungswinkel gegenüber Gebäudereinigern und Systemgastronomen. Klingt sehr herablassend.
Ich kann Ihnen nur zustimmen.
Die sog. Personalberater, Personaler und Arbeitsagenten gehen mir allmählich ziemlich auf den Senkel um es einmal höflich zu formulieren. Es ist die in gut gemeinte Ratschläge verpackte Unverschämtheit einem (jungen) Menschen vorzuschreiben, dass er sein Leben gefälligst nach den ökonomischen Interessen irgendwelcher Personalheinis zu richten hat. Und wehe wenn nicht, dann Sodom und Gomorra oder anders: Du bist selbst schuld, wenn du keinen "Job" findest.
Es gibt nun einmal solche, die eher heimatverbunden sind und ein überschaubares Umfeld brauchen und solche die es in die Ferne zieht. Das liegt in der NATUR DES MENSCHEN! Wenn das nicht mit der Wirtschaft vereinbar ist, zeigt das lediglich, dass die Wirtschaft menschenverachtend ist. Oder um es einzuschränken, die Personaler, Personalberater, Arbeitsagenten oder Führungskräfte die heute etwas fernab von Notwendigkeit zur Pflicht hochstilisieren, "weil es heute einfach Standard ist".
Liebe "Personalberater" hört auf immer diesen Mist wieder zu kauen und schaltet den eigenen Denkapparat ein. Die Statistiken über Auslandsaufenthalte unter Studierenden zeigen noch immer genau das Gegenteil. Und auch die Wirtschaft besteht nicht nur aus multinational agierenden "Gloubl Pläiern"
Der Großteil der "Führungskräfte" ist heute kaum mehr fähig ordentliches Deutsch zu sprechen. Da wäre es für den Einen oder Anderen besser gewesen er wäre zuhause geblieben. Leute, die pauschal Ausland fordern haben auch nichts von (ihrer eigenen) Kultur, Natur und Humanismus verstanden. Weshalb sie also zum Vorbild nehmen?
Lasst die Studierenden einfach lernen und sich BILDEN. Wir brauchen keine Leute, die sich auf ihren Lebenslauf etwas EINBILDEN.
(Das gilt auch für die Politik, Frau Schavan! Der Bachelor ist nicht gut, nur weil er europäisch diktiert wurde.)
Das stimmt nicht. Ich bin ohne ein Wort Italienisch zu können nach Bologna gegangen und habe die Sprache gleich vor Ort gelernt. Wenn etwas eine Zeit- und Geldverschwendung ist dann sind es Sprachkurse. Wer überlegt sich denn beim Sprechen Syntax und Grammatik? Das bringt einen nur ins Stocken. Sprachen sind lebendig und lassen sich nicht auswendig lernen oder begreifen. Sie leben aus Kontext, Lokalkultur und Gebräuchen. Erst wenn man sich in das hineinlebt lernt man eine Sprache - von Grund auf richtig.
...denn er sagt erstmal überhaupt nichts aus. Eine etwas differenziertere Betrachtung täte dem übrigens auch recht gut. Am Beispiel des Auslandsstudiums: Ich denke es gibt durchaus Unterschiede zwischen dem Studenten der sich auf Suche nach neuem im Ausland die Herausforderung sucht (z.B. irgendeine sogenannte Eliteuni im Ausland, soll ja angeblich genug dort geben) oder wer in Ungarn ein Medizinstudium anfängt, weil in Deutschland der N.C. einen nicht hineingelassen. Das ist auch nur ein überspitztes Beispiel, aber aus dem Kontext gerissen steht auf beidem Auslandsstudium drauf, und man kann es in beide Richtungen lesen.
Persönlich hab ich ohne besondere Hintergründe im Ausland (genauer gesagt, in Frankreich) angefangen zu studieren, und bin im Moment in einem Austauschjahr in Südamerika. Dadurch hatte ich die Möglichkeit vier Jahre lang Austauschstudenten kennen zu lernen und das aus verschiedenen Blickwinkeln. Meine Erfahrung sagt mir dass man so ziemlich alles machen kann zwischen einem Partyjahr im Ausland und einer kulturellen Erfahrung, Fakt ist meines Erachtens auch dass das Studium so jede mögliche Rolle spielen kann. Ich finde das qualifiziert einen aber nicht mehr, und auch nicht weniger als jeden anderen. Für den Deutschen im Ausland, sagt mir meine Erfahrung dass um die 10% der Studienleistungen daheim wieder anerkannt werden, bei Austauschstudenten aus anderen Ursprungsländern funktioniert das meist besser (mein Austauschjahr im Moment wird mir zum Beispiel voll anerkannt). Das liegt vielleicht auch daran, dass in meinem Studiengang, dem Ingenieurswesen, die Deutschen einen gewissen Stolz haben und sich die Qualität dessen auch nicht verwässern lassen wollen. Das hat durchaus Vor- und Nachteile, weil sich die typischen Aktivitäten zu denen man als Student eben eigentlich Lust hätte, oft schlecht mit einem seriösen Studieren verbinden lassen, aber andererseits warum dann eigentlich als Student ins Ausland (mal abgesehen davon dass es die Lücke im Lebenslauf füllt die ein Aussteigerjahr gerissen hätte und man nebenher noch Geld vom Staat geschenkt bekommt...).
Dass einem ein Auslandsaufenthalt automatisch mehr Weltöffnung, Reife oder Selbstständigkeit bringt halte ich für eine ziemlich falsche Pauschalierung. Menschen die dazu nicht in der Lage sind werden das besonders im Ausland nicht erfahren, sondern nur ihren Standpunkt bestätigt sehen. Menschen die eine gewisse Neugier mitbringen, andere Kulturen zu erleben oder sein Leben selbst zu gestalten, werden dies mit oder ohne Auslandsaufenthalt schaffen.
Alles in allem, find ich es eine tolle Sache, dass es die Möglichkeit gibt im Ausland zu studieren, für ein Semester, ein Jahr, oder längere Zeit. Das man daraus irgendwelche Forderungen oder Normalisierungen ableiten kann, glaube ich kaum. Ein Auslandsstudium war irgendwann mal ein guter Indikator für gewisse Charaktereigenschaften, aber heutzutage macht das kaum mehr Sinn auf der Checkliste.
komisch, dann hab ich ja wohl was falsch gemacht, für ein jahr nach finnland ohne finnischkenntnisse, (ok sowas wie hallo, ich heiße, danke und prost konnte ich ;-)) aber gelernt hab ich die sprache ziemlich schnell, auch ohne sprachpädagogen, wichtig ist bloss, dass man mit den leuten redet, und wenn man fehler macht dürfen die neuen freunde einen ruhig berichtigen, ansonsten haben sie aber recht, dass es besser wäre, wenn man schon die grundlagen kann, voraussetzung ist es nicht. und geldverschwendung ist ein auslandsaufenthalt nie...
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