Studienanfänger Chaostage vor dem Studium
Viele Studienanfänger bewerben sich an mehreren Orten. Das überfordert die Hochschulen. Das Hin und Her der Absagen, Zusagen und Nachrückverfahren stellt die Nerven aller auf eine harte Probe
Wer an der Universität zu Köln Medienwissenschaften studieren will, hat schlechte Karten: Im Wintersemester 2008/09 bewarben sich hier 5391 Interessierte auf gerade einmal 100 Studienplätze. Die werden aber nur an die Besten vergeben; wer also kein Einser-Abitur vorweisen kann, ist gut beraten, nicht allein darauf zu bauen. Stattdessen sollte er das tun, was alle tun: sich mehrfach bewerben, überall in der Republik. Das empfehlen auch Studienberater – obwohl sie wissen, dass so Tausende Studienplätze unbesetzt bleiben und es die Hochschulverwaltungen in ein Chaos stürzt, unter dem letztlich die Studienanfänger selbst leiden.
Das Bewerbungsverfahren zieht sich in zulassungsbeschränkten Studiengängen wie den Medienwissenschaften oft über Monate hin. Für 55 Prozent der Bachelorstudiengänge wählen die Universitäten und Fachhochschulen laut Hochschul-Rektoren-Konferenz (HRK) ihre Studenten selbst aus.
Wenn die Bewerbungen abgeschickt sind, nimmt das Chaos seinen Lauf. In Köln trudeln die Bewerbungsunterlagen traditionell Mitte Juli ein. Die Universität weiß aus Erfahrung, dass unter den Bewerbern auch solche sind, die nicht unbedingt nach Köln wollen. Die sich nur bewerben, um sicherzugehen, dass sie im Notfall einen Platz haben. Und die trotz der Zusage aus Köln doch lieber einen Platz in Berlin oder München annehmen, den sie ihrer guten Noten wegen wahrscheinlich ebenfalls bekommen.
Deshalb teilt die Hochschulverwaltung von vorneherein etwa 400 Bewerbern einen Platz in Medienwissenschaften zu, obwohl nur 100 zu vergeben sind. Meist sagen aber nicht einmal 100 zu. Also beginnt die nächste Runde: Die Nächstbesten werden angeschrieben – auch wenn deren Noten für den ursprünglichen Numerus clausus gar nicht ausreichten.
Das Chaos nimmt seinen Lauf. Denn in der Zwischenzeit treten einige derer, die ihren Studienplatz bereits angenommen haben, zurück, weil sie an einer anderen Hochschule angenommen wurden. Auch wer sich schon eingeschrieben hat, kann das tun – er ist mit seiner Immatrikulation nicht an die Hochschule gebunden. Bis Ende September werden sogar bereits gezahlte Studiengebühren wieder erstattet.
Wird auf diese Art ein Platz frei, bieten die Verwaltungen auch diesen wiederum dem Nächstbesten an. Der hat möglicherweise – weil er aus Köln lange nichts gehört hat – schon in Hamburg zugesagt, obwohl er lieber nach Köln wollte. Er sagt also seinen Studienplatz in Hamburg ab und nimmt den in Köln an, wodurch er wiederum die Verwaltung der Universität Hamburg in Bedrängnis bringt. Die Studienplatzvergabe gleicht einem Mikadospiel: Nimmt man einen heraus, fällt der ganze Haufen zusammen, und man muss von vorn anfangen.
Zwischen Juli und Oktober erhalten die Bewerber immer wieder Zu- oder Absagen von den Hochschulen, Informationen über Nachrückverfahren oder über ihre Platzierung auf Wartelisten – das stellt die Nerven auf die Probe.
- Datum 23.07.2009 - 09:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 06.05.2009 Nr. 01
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Ich kenne Leute die hatten einen Abischnitt von 2.4, weil ihre Eltern Ärzte sind:D
Naja, der hat dann 2 Semester lang Medienwissenschaften studiert, sprich jemandem den Platz weggenommen der das wohlmoeglich wirklich studieren wollte, nur um kein freiwilliges soziales Jahr zu leisten oder zum Bund zu gehen, und um natuerlich nicht als arbeitslos bzw. nichtstuhend abgestempelt zu werden.
Dann hat er halt gewartet bis er Medizin studieren konnte und mit Medienwissenschaften aufgehoert. Der wird dann Arzt und ich wunder mich nicht ueber so und so viele Fehloperationen.
Also, ich weiss ja nicht, aber irgendwie bringt es alles nichts, ausser Chaos, das mit dem NC, ZVS und allem Behoerdengang drumunddran!
- Nur um die Wartezeit zum Medizinstudium zu überbrücken, studiert niemand Medienwissenschaften oder sonst ein Fach. Zeiten, in denen man an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist, werden nämlich nicht als Wartesemester angerechnet. Wahrscheinlich dachte Ihr Bekannter tatsächlich, er würde mit Medienwissenschaften glücklich (womöglich auch als unbewusste Abgrenzung zu den Eltern).
- Ein Abitur mit 2,4 sagt so gut wie nichts über die Eignung zum Chirurgen aus. Da sind vor allem Auswendiglernen und handwerkliches Geschick gefragt.
- Die Auswahlverfahren erzeugen zwar ein Chaos, aber dass sie nichts bringen ist falsch. Fänden Sie es besser, wenn Jeder Alles studieren könnte, ohne Rücksicht auf Ressourcen an den Unis?
- Nur um die Wartezeit zum Medizinstudium zu überbrücken, studiert niemand Medienwissenschaften oder sonst ein Fach. Zeiten, in denen man an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist, werden nämlich nicht als Wartesemester angerechnet. Wahrscheinlich dachte Ihr Bekannter tatsächlich, er würde mit Medienwissenschaften glücklich (womöglich auch als unbewusste Abgrenzung zu den Eltern).
- Ein Abitur mit 2,4 sagt so gut wie nichts über die Eignung zum Chirurgen aus. Da sind vor allem Auswendiglernen und handwerkliches Geschick gefragt.
- Die Auswahlverfahren erzeugen zwar ein Chaos, aber dass sie nichts bringen ist falsch. Fänden Sie es besser, wenn Jeder Alles studieren könnte, ohne Rücksicht auf Ressourcen an den Unis?
- Nur um die Wartezeit zum Medizinstudium zu überbrücken, studiert niemand Medienwissenschaften oder sonst ein Fach. Zeiten, in denen man an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist, werden nämlich nicht als Wartesemester angerechnet. Wahrscheinlich dachte Ihr Bekannter tatsächlich, er würde mit Medienwissenschaften glücklich (womöglich auch als unbewusste Abgrenzung zu den Eltern).
- Ein Abitur mit 2,4 sagt so gut wie nichts über die Eignung zum Chirurgen aus. Da sind vor allem Auswendiglernen und handwerkliches Geschick gefragt.
- Die Auswahlverfahren erzeugen zwar ein Chaos, aber dass sie nichts bringen ist falsch. Fänden Sie es besser, wenn Jeder Alles studieren könnte, ohne Rücksicht auf Ressourcen an den Unis?
... sondern genauso Ingenieurwissenschaften und wahrscheinlich auch viele andere Studiengänge sind betroffen. Viel Arbeit, nicht ausgelastete Studiengänge und damit reichlich verschwendete Steuergelder sind die Folgen.
Warum braucht es Zeit bis 2011, ein System zu entwickeln, dass diese Probleme beseitigt?
Bei uns Physikern ist man um jeden Froh der kommt.
Jedes Jahr werden es immer weniger Absolventen und Anmeldungen.
Im Augenblick fehlen 3 komplette Abschlussjahrgänge in der deutschen Wirtschaft.
Warum werden in der Zeit solche Themen nicht angesprochen, warum geht es immer nur um pseudo äh Geisteswissenschaften.
...sicher, dass die Autoren wohl eher geisteswissenschaftlich vorgebildet sind.
Und das durchaus lückenhaft, sonst sollte die Betrachtungsweise etwas ganzheitlicher sein...
Das liegt vielleicht da dran, dass Physik in der Schule schlecht vermittelt wird. Ist leider auch so ein Fach, wo das eigene Verständnis doch sehr vom jeweiligen Lehrer abhängt.
dass die, welche schon da sind, sich so benehmen wie Sie (Ihr Nickname ist schon ganz passend gewählt - solche gesellschaft würde ich auch meiden wollen;-))
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
...sicher, dass die Autoren wohl eher geisteswissenschaftlich vorgebildet sind.
Und das durchaus lückenhaft, sonst sollte die Betrachtungsweise etwas ganzheitlicher sein...
Das liegt vielleicht da dran, dass Physik in der Schule schlecht vermittelt wird. Ist leider auch so ein Fach, wo das eigene Verständnis doch sehr vom jeweiligen Lehrer abhängt.
dass die, welche schon da sind, sich so benehmen wie Sie (Ihr Nickname ist schon ganz passend gewählt - solche gesellschaft würde ich auch meiden wollen;-))
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
...sicher, dass die Autoren wohl eher geisteswissenschaftlich vorgebildet sind.
Und das durchaus lückenhaft, sonst sollte die Betrachtungsweise etwas ganzheitlicher sein...
Das liegt vielleicht da dran, dass Physik in der Schule schlecht vermittelt wird. Ist leider auch so ein Fach, wo das eigene Verständnis doch sehr vom jeweiligen Lehrer abhängt.
dass die, welche schon da sind, sich so benehmen wie Sie (Ihr Nickname ist schon ganz passend gewählt - solche gesellschaft würde ich auch meiden wollen;-))
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
Zu meiner Zeit an der TU Chemnitz (ich hab voriges Jahr meinen Abschluss als Dipl.Inf. gemacht) herrschte in der Physik und Elektrotechnik geradezu familiäre Verhältnisse.
Dort gab es im Hauptstudium Vertiefungsrichtungen welche von 2-6 Studenten besucht wurden. Die Professoren bemührten sich wirklich rührend um ihre Schützlinge, gaben ihnen z.B. frei vor Prüfungen oder extra Nachhilfe und Frageeinheiten damit auch die Schwächeren den Stoff packen.
Schriftliche Prüfungen wurden teilweise innerhalb der Mittagspause korrigiert und die Ergebnisse konnte man noch am selben Tag erfahren (in der Informatik muss man schonmal 2-3 Monate warten).
Also, wer interesse an diesen (und vermutlich auch anderen) naturwissenschaftlich-technischen Fächern hat, und gern beste Betreuung will, sollte an die TU Chemnitz gehen. Die Physiker haben nebenbei ein neues Prunkgebäude bekommen und die Elektrotechnik wird auch gerade renoviert. Also schon beneidenswert.
Bei den Geisteswissenschaften sahs in Chemnitz aber genauso chaotisch aus wie überall.
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