Hochschulranking So finde ich mein Fach

Studienanfänger können aus fast 9000 Studiengängen wählen. Eine Orientierungshilfe in fünf Schritten

Schritt 1: Was kann ich?

Wer eine Reise bucht, muss wissen, von welchem Bahnhof er losfahren will – selbst wenn er das Ziel noch nicht kennt. Ähnlich ist es mit der Studienwahl: Bevor man überlegt, wo man hinwill, muss man sich klarmachen, wo man steht. Was kann ich gut? Was tue ich gern? Was nicht? Diese Vorlieben, Stärken und Schwächen sollte man aufschreiben – ohne gleich an Berufe oder Studienfächer zu denken. Auf die Liste gehört das Lesen in der Freizeit genauso wie die Arbeit im Tierheim und das Schrauben am Fahrrad.

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Danach kann man das eigene Umfeld nach einer Einschätzung fragen. Oft kommen dabei Eigenschaften ans Licht, die einem selbst noch nicht aufgefallen sind. Die Freunde sagen zum Beispiel, dass man gute Partys organisiert. Und die Eltern wissen, dass man schon als Kind bei Streitereien vermittelt hat. Aus all dem lässt sich ein Gesamtprofil ableiten, dem sich Studien- und Berufsrichtungen zuordnen lassen.

Jetzt ist der Moment gekommen, um sich an die Profis zu wenden: Die Studienberater der Bundesagentur für Arbeit und der Hochschulen helfen, die eigenen Neigungen auszuloten und daraus die passende Studienrichtung abzuleiten. Viele Abiturienten erwarten, dass ein Berater ihnen am Ende des Gesprächs "ihr Fach" präsentiert. Das kann er aber nicht leisten, weil er den Ratsuchenden weniger gut kennt als dieser sich selbst. Ein guter Studienberater wird seinen Klienten mit gezielten Nachfragen bei seiner Suche unterstützen und mögliche eigene Interessen zurückstellen. Berater der Arbeitsagentur sollten neben dem Arbeitsmarkt auch die Neigungen des Ratsuchenden berücksichtigen, Studienberater der Hochschulen auch Studiengänge anderer Universitäten und Fachhochschulen erwähnen.

Für Zweifler kann ein Orientierungsseminar sinnvoll sein, das Arbeitsagenturen, Hochschulen und Institutionen wie die Evangelischen Akademien in Tutzing und Bad Boll anbieten. Bei der Erforschung von Wünschen und Fähigkeiten können Selbsteinschätzungstests helfen. Die Arbeitsagentur setzt den Berufswahltest Explorix ein, den man bei einer Beratung kostenlos, im Internet für 11,20 Euro machen kann. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass Fragebögen standardisiert sind und die Vorschläge deshalb nicht immer den eigenen Wünschen entsprechen müssen.

Schritt 2: Was will ich?

Hat man Antworten auf die Was-kann-ich-Frage gefunden, gilt es, die Studienrichtung zu finden, die dazu passt. Vielen Abiturienten fällt das schwer, weil sie befürchten, einen großen Fehler zu begehen. Schließlich stellen sie mit der Wahl des Studienfachs eine Weiche fürs Leben – vielleicht die wichtigste bisher.

Das ist aber kein Grund zur Panik: Kaum ein Studienfach legt den späteren Beruf fest. Zudem bietet das gestufte Studium Flexibilität: Bachelor-Studenten bekommen zunächst die Grundlagen ihres Fachs vermittelt und können im Anschluss entweder in den Beruf einsteigen, ihr Fachwissen mit einem Master-Studium vertiefen oder es durch einen fachfremden Master ergänzen. So ließe sich zum Beispiel ein Bachelor in Politikwissenschaft durch einen wirtschaftswissenschaftlichen Master of Business Administration erweitern. Zwar lässt sich nicht jeder Master mit jedem Bachelor kombinieren, aber auch nach dem ersten Abschluss gibt es noch eine Fülle von Optionen.

Wer aus den eigenen Stärken und Schwächen noch keinen konkreten Studienwunsch ableiten kann und nur weiß, dass er irgendwas mit Menschen, Sprachen oder Zahlen studieren möchte, der kann seine Suche im Internet fortsetzen: Das Berufenet der Arbeitsagentur liefert zu Oberbegriffen wie "Tourismus" oder "Natur" Berufsvorschläge inklusive Studienmöglichkeiten. Bei "Natur" sind das neben dem Biologiestudium ausgefallene Fächer wie Paläontologie, Mineralogie, Hydrologie oder Geoökologie.

Leser-Kommentare
  1. Ein mir bekannter Mediävist bot seit Jahren dasselbe Seminar des Titels "Höfische Minne" an, doch die Teilnehmerzahl wurde immer geringer. Heute nennt er es "Sexualität im Mittelalter" und hat wieder volle Säle. Außer dem Titel hat sich nichts gewandelt.

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