Studium So geht’s zum Bachelor

Was jeder wissen muss, um sich an der Hochschule zurechtzufinden. Ein Leitfaden für das Studium

Was ist ein Bachelor?
Laut Hochschulrektoren- konferenz sind mittlerweile drei Viertel aller Studienangebote auf das Bachelor-Master-System umgestellt. Ausnahmen sind Jura, Medizin, Kunst, Musik und einige Lehramtsstudien- gänge. Die Mehrheit der Studienanfänger beginnt also ein grundständiges Studium, das meist nach drei Jahren mit dem Bachelortitel als erstem Hochschulabschluss endet. Die gängigsten Titel sind der Bachelor of Arts, der nach einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studium verliehen wird, und der Bachelor of Science für einen Abschluss in Natur- oder Ingenieurwissenschaften. Bei anderen Studiengängen wie etwa den Wirtschaftswissenschaften hängt es vom Studienprogramm ab, welcher Titel verliehen wird.

In den Naturwissenschaften studiert man in der Regel ein einzelnes Fach, in den Geistes- und Sozialwissenschaften und beim Lehramt wird häufig ein Zwei-Fach-Bachelor mit Haupt- und Nebenfach oder zwei gleichberechtigten Fächern angeboten. Wirtschaftswissenschaften etwa kann man entweder als Ein-Fach-Bachelor studieren oder in einem Zwei-Fach-Bachelor als Nebenfach, beispielsweise zu Germanistik.

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Was passiert in einem Modul?
Das Studium ist in einzelne Module unterteilt, die aus verschiedenen Veranstaltungen zu einem Thema bestehen. Ein Psychologiestudent zum Beispiel belegt im ersten Semester das Modul »Allgemeine Psychologie«, das aus Vorlesungen zu Wahrnehmung, Denken und Sprache sowie einem Seminar besteht. Die Vorlesung hält der Professor, die Studenten schreiben mit. Vorlesungen geben meist einen Überblick über ein Thema, das in einem Seminar vertieft wird.

Für Vorlesungen gibt es in der Regel keine Anmeldepflicht, für Seminare muss man sich wegen der begrenzten Teilnehmerzahl oft schon vor Semesterbeginn einschreiben. Bei Hochschulen mit vielen Studenten ist der Andrang groß, sodass man sich rechtzeitig um einen Platz bemühen sollte. Denn wer leer ausgeht, muss im schlimmsten Fall ein ganzes Jahr lang warten.

Seminare sollen die Studenten selbst mitgestalten: Sie arbeiten sich in die Literatur zum Thema ein, erarbeiten Diskussionsfragen und Thesen oder halten Referate, die sie allein oder in Arbeitsgruppen vorbereitet haben.

Seminare sind die gängige Veranstaltungsform in den Sozial- und Geisteswissenschaften. In Jura und den Wirtschaftswissenschaften gibt es stattdessen mehr Vorlesungen, die von Übungen begleitet werden. In Laborpraktika experimentieren Studenten naturwissenschaftlicher Fächer in kleineren Gruppen. Tutorien dienen der Nachbereitung von Seminaren oder Vorlesungen, sie werden meist von Studenten höherer Semester betreut. Psychologiestudenten beispielsweise üben Datenerhebung und Statistik; in experimentalpsychologischen Praktika arbeiten sie empirisch, führen also unter anderem Befragungen und Experimente durch.

Was sind Credit Points?
Wie in der Schule werden auch die Leistungen im Studium benotet – je nach Fach und Thema in Klausuren, Seminararbeiten, schriftlichen oder mündlichen Prüfungen und bisweilen auch in studentischen Projekten. Es werden Noten zwischen 1 und 5 vergeben; alles schlechter als 4,1 gilt als nicht bestanden. Die Ergebnisse sämtlicher Module werden zu einer Gesamtnote verrechnet, die später zusammen mit der Note für die Bachelorarbeit auf dem Abschlusszeugnis steht.

Neben dieser absoluten Note gibt es eine relative von A bis E nach ECTS, dem European Credit Transfer and Accumulation System. Dieses System soll die Noten an allen europäischen Unis vergleichbar machen. Ein A bekommen nur die besten zehn Prozent der Studenten, ein E die schwächsten zehn Prozent.

Leser-Kommentare
    • Topf86
    • 30.05.2009 um 21:47 Uhr

    Zeit Abonnement gekündigt.

    Ein dermaßen unkritischer Artikel, der nicht im GERINGSTEN die Probleme anspricht, die während des Studiums, insbesondere des BA Studiums auftreten, ist mir nichtmal auf der CHE Seite untergekommen.

    • tzeuch
    • 30.05.2009 um 22:20 Uhr
    2. dito

    Schon seit einem Jahr kaufe ich keine Zeit mehr. Grund: Unerträgliche, jegliche gehobene journalistische Standards missachtende Ba/Ma Berichterstattung. Davor von 2002-2008 wöchentlich treuer Kunde. Habe echt lange durchgehalten und finde die "Komplementär-Zeit" (Politik, Wissenschaft, ...) nach wie vor spannend.
    Sorry, als zahlender Kunde wurde ich nachhaltig abgeschreckt. Danke nochmal an die Chancen-Redaktion, kann mir jetzt jede Woche ein Zeit-Gedächtnis-Weizen leisten!

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  • Quelle DIE ZEIT, 06.05.2009 Nr. 01
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  • Schlagworte Hochschule | Bachelor | Bildungspolitik | Jura | Bildung
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