: Erwin Chargaff

forum: Der Traum des Leuchtturmwärters

Einstein wusste: Junge Forscher brauchen Zeit und Ruhe zum Nachdenken. Heute ist Muße im Labor ein Fremdwort. Ein ZEIT-Forum über Geld und Genie, Pflicht und Verantwortung

Clowns im Labor

James Watson und Francis Crick hatten von Chemie keine Ahnung und den Nobelpreis im Kopf

Das Leben ist unberechenbar

Wie aus Datensalat die "Erbinformation" wurde. Über das Verhängnis der Bilder in der Wissenschaft

Das Gespenst Ethik

Die Ärzte sind überlastet. Was aber wäre ein guter Arzt? Klaus Dörner hat ein Lehrbuch nicht nur für angehende Mediziner geschrieben

Die neue Genmystik

Schon feiern Ahnungslose das Genom als Heilige Schrift und Grundlegung für ein neues Weltbild

BLICK IN ZEITSCHRIFTEN: Der Mut zu antizipieren

Das kalendarische Ritual hält die Welt zusammen. Es ermöglicht, die gesellschaftlichen Dissonanzen in gleichen Takt zu bringen, bringt die Liebenden zur rechten Zeit ins gemeinsame Bett, die Arbeitenden an ihre Geräte, die Mächtigen auf ihre Sitze, und es bewirkt, daß Journalisten da sind, um das Wahrgenommene aufzuzeichnen und es dem medialen Versammlungsort zuzuführen.

„Zwölfzylinder, schadstoffarm“

Auch in ihrem 21. Jahrgang bleibt die Jahresschrift für skeptisches Denken. Scheidewege ihren Zweifeln treu. Sie nennt die Natur noch beim Namen, reduziert sie nicht auf Umwelt, stellt den wissenschaftlich-technischen Fortschritt in Frage, hebt Verantwortlichkeit und Offenheit hervor.

Der Maler Klaus Fußmann erinnert sich an jenes Berlin der fünfziger Jahre, das er geliebt hat: das schäbige, jenseitige Berlin zwischen den Blöcken und zwischen den Zeiten: Bedenke, daß du tot warst

Wie groß die Stadt ist, sieht man erst von einem der hohen Türme, dem Funk- oder Fernsehturm. Weit lagern sich da die Häusermassen in die Ebenen hinaus, die Stadt verliert sich ringsum am Horizont: Berlin ist flach, liegt flach wie auf einer Tenne uns zu Füßen, ein Granulat aus ockrigen Kuben und rotbraunen Dreiecken.

In hoffnungsloser Lust

Erwin Chargaff, Jahrgang 1905, gebürtiger Wiener, Jude, Emigrant, Biochemiker, in den Vereinigten Staaten zu höchstem wissenschaftlichen Ansehen gelangt, hat in seinem autobiographischen Buch „Das Feuer des Heraklit“ (1979) eindringlich beschrieben, welches Erlebnis dem Schüler und Studenten die Lektüre der Fackel und Karl Kraus’ öffentliche Lesungen waren.

Helmut Kohl – oder: Die schönen Tage von Deutschland: Si und io

Und so wurde Andreas König von Neapel. Eine tolle Geschichte, ein toller Knabe. Manchem von uns Jüngeren, die wir in den süßen Sechzigern alphabetisiert wurden, mag er wohl aus dem Lesebuch noch in Erinnerung sein: der junge Hamburger Segeltuchflicker Andreas, den es an Bord der Kleinen Liebe in den Süden Italiens verschlug, wo er binnen vierzehn Tagen eine atemberaubende Karriere machte.

Alles auf dem Land

Man hört gelegentlich das Vorurteil, die Entwicklung der Literatur sei vcn Urbanität abhängig, wenn nicht gar durch sie bedingt; das Leben auf dem Land ergebe keine literaturfähigen Sujets.