: Europa

China und die angelsächsischen Mächte

Während die Pariser Friedenskonferenz die Aufmerksamkeit der europäischen Völker magnetisch auf sich zieht, sind die Staatsmänner der Weltmächte über den europäischen Rahmen hinaus mit den dringenden Problemen beschäftigt, die der Ferne Osten, insbesondere China, bietet.

Kulturnachrichten

Am 19. September beginnen in Cannes die internationalen Filmfestvorführungen, zu denen fast alle filmschaffenden Länder ihre Spitzenleistungen schicken werden.

Womit sollen wir uns kleiden?

Der Industrieplan für Deutschland hatte die nahezu volle Beschäftigung der Textilindustrie vorgesehen, d. h., es war ein Leistungsumfang angestrebt, der auf der Verarbeitungsseite eben Bedarf von 10 kg je Kopf der Bevölkerung (einschließlich 2 kg für Export) zubilligte und auf der Erzeugungsseite die Produktion von sogenannten chemischen Fasern, also Zellwolle und Kunstseide, in Höhe von 186 000 t jährlich gestattete.

Raumpolitische Überschneidungen

Die Zukunft von Triest ist ein Musterbeispiel für eines der bisher ungelösten weltpolitischen Probleme: die völkerrechtliche Stellung von Gebieten, in denen die Interessen mehrerer Staaten und Völker sich räumlich überschneiden.

Seefischerei bleibt lebenswichtig

Normalerweise herrscht in der Welt Nahrungsmittelüberfluß. Diese Feststellung nützt uns im Augenblick zwar wenig, aber sie kann uns doch ein gewisser Trost für die Zukunft sein, denn eines Tages löst sich jede Mangelkrise wieder auf.

Blick aus England

Wie sieht es jenseits der Grenzen aus? Was denken die Menschen dort? Wohin streben sie? Der Blick von London schweift weit hinaus – über den Atlantischen Ozean von Kanada bis nach Argentinien, übers Mittelmeer, den Indischen Ozean, den pazifischen Raum, nach Moskau: und in der Fülle dieser Gefilde nimmt das deutsche Land nur ein kleines Eckchen ein.

Das neue Europa

Am 14. Juli 1789 stürmte die Bevölkerung von Paris die Bastille. Sie brach in die mittelalterche Festung der französischen Könige ein, sie rang in die Kerker und Verliese, in die ohne Urteil, ohne Möglichkeit der Verteidigung und vielfach auf Grund geheimer Anschuldigung die rieselten Geister der Nation geworfen worden waren, in denen ein Voltaire und ein Mirabeau eschmachtet hatten.

Dichter und Journalist

Wie um alles in der Welt habt ihr es fertiggebracht, euch in eine so fürchterliche Schlamastik zu setzen?“, fragt Peter de Mendelssohn, als er nach zwölfjährigem Exil im Mai 1945 die ersten Vertreter Deutschlands wiedersieht: Kriegsgefangene unter amerikanischer Bewachung.

Das Land der Freiheit

Am 4. Juli feiern die Bürger der Vereinigten Staaten ihren Nationalfeiertag. Vor 170 Jahren, am 4. Juli 1776, erklärten die Vertreter der 13 Kolonien zu Philadelphia ihre Unabhängigkeit vom englischen Mutterlande.

Der Versuch

In dem tiefsinnigen Gedicht des Engländers T. S. Eliot “East Coker“ steht die Zeile: “For us there is only the trying. The rest is not our business.

Griechenland zwischen zwei Wahlen

Am 31. März hat Griechenland sein Parlament gewählt; am 1. September soll auf englischamerikanische Empfehlung hin über die Rückkehr König Georgs abgestimmt werden.

Kurze Wirtschaftsmeldungen

Die Veredlungseinfuhr von Rohstoffen und sonstigen Waren nach Deutschland ist durch die Militärregierung allgemein zugelassen worden.

Feuilleton: Schiff des Friedens

Es ist schwer zu sagen, ob diese Reklamefahrten für den Film das Ende einer Idee sind, in der einmal der Ikarustraum der Menschen zum Ausdruck kam.

WOCHENÜBERSICHT

In Polen fand am Sonntag eine Volksabstimmung statt, zu der 10 1/2 Millionen ihre Stimmen abgaben. Die drei zur Entscheidung stehenden Fragen waren: Abschaffung des Senats, Beibehaltung der sozialen und wirtschaftlichen Reformen und Beibehaltung der neuen Westgrenze an der Oder- und Neiße-Linie.

Hindemith und Purcell

Es ist eine eigenaitige Beobachtung. In einer Zeit, da die Musik bemüht ist, das romantische Gewand abzustreifen, und da sie als tönende Schwester der Architektur nichts Außermusikalisches mehr ausdrücken will, bleiben die Komponisten dem Ballett treu, ja finden an ihm neuen Gefallen.

Hoffnung auf Paris

Seit dem 15. Juni verhandeln die Außenminister wieder in Paris. Sie haben die Fäden dort wieder aufgenommen, wo sie sie einen Monat vorher mit einem müden Verzicht aus der Hand haben gleiten lassen.

Polen stimmt ab

Nach Frankreich und Italien wird am 30. Juninunmehr auch Polen eine Volksabstimmung veranstalten. Die drei Tragen, auf die die Polen zuantworten haben werden, lauten: 1.

Abseits

Seit einiger Zeit wird in Deutschland wieder gewählt, es gibt Parteien, es gibt Ansätze zu einem parlamentarischen Leben, wir sind dabei, einen demokratischen Staat aufzubauen, in dem wir gleichberechtigt nebeneinander stehen und die Freiheit bewahren können, die wir als Geschenk der Welt zurückerhalten haben.

Ernährungskrise, realistisch betrachtet

Aus der Fülle der Nachrichten, die in den letzten Wochen über Besprechungen, Berichte und Beschlüsse zur Welternährungskrise an uns gelangt sind; läßt sich erkennen, daß man mehr und mehr zu einer realistischen Betrachtungsweise kommt, während zunächst, monatelang, sehr viel über Planung und Lenkung „in weltweitem Rahmen“ gesprochen, die Mangellage währenddessen immer verderblicher geworden war.

Strawinsky: Die Wege Igor Strawinskys

Nach langer Pause wurde in Hamburg eine Komposition von Igor Strawinsky aufgeführt: das Konzert in Es für Kammerorchester, „Dumbarton Oaks“, aus dem Jahre 1938.

Gedrosselte Textilwirtschaft

Der unlängst verkündete „Industrieplan“ wird Selbst in den alliierten Ländern dahin kommentiert, daß er große Gefahren nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa bringt.

Holländische Wahlen

Entgegen den Voraussagen der Wahlpropheten haben die holländischen Kammerwahlen vom 17. Mai an der innenpolitischen Struktur der Niederlande so gut wie nichts geändert.

Vertagte Entscheidung

Die Außenminister der Siegermächte haben sich in Paris nicht einigen können. Sie sind auseinandergegangen, ohne die Grundlagen für die von der ganzen Welt so heiß ersehnte Friedenskonferenz gelegt zu haben.

An der Krise vorbei

Die Außenministerkonferenz in Paris hat ihre erste Krise überwunden. Der britische Außenminister Bevin ist von seinem Flug nach London mit versöhnlichen Vorschlägen zurückgekommen, die den Fortgang der bereits scheinbar hoffnungslos festgefahrenen Verhandlungen ermöglichte.