: Europaparlament

Mal so, mal so und so nicht

Helmut Kohl ist „natürlich“ dafür, das Bundesverfassungsgericht anzurufen, „wenn die SPD in der Frage des Extremistenbeschlusses Schritte einleiten sollte, die die Verfassungsmäßigkeit der Bundesrepublik berühren“.

Das achte Weltwunder

Ich wollte die Nacht in Scilla verbringen, noch auf dem „Kontinent“, wie dieSizilianer sagen; aber die Autobahnausfahrt hoch überm Meer war wegen Bauarbeiten gesperrt.

Kein Düsseldorfer Tragi-Kommödchen

Wieder einmal hatte es, nicht ohne eigenes Verschulden, ein heftiges Gerangel um seine Nachfolge gegeben: Posser oder Rau, Halstenberg oder Farthmann? Damals feierte Heinz Kühn, dienstältester SPD-Ministerpräsident im bevölkerungsstärksten Bundesland, seinen 65.

Europäische Direktwahlen: Die Briten als Bremser

Premierminister James Callaghan hat recht behalten: Die vom britischen Unterhaus provozierte Verschiebung der europäischen Direktwahlen bedeutet, wie er vor einiger Zeit besänftigend vorhersagte, in der Tat „nicht das Ende der Welt“.

Europamüde Briten

Zum zweitenmal wird das Gesetz, das Europa-Direktwahlen ermöglichen soll, durchs britische Oberhaus gezogen – nicht so schleppend wie im Sommer, als es der Herbstpause zum Opfer fiel und neu eingebracht werden mußte, aber auch jetzt keineswegs mit Überzeugung, von Enthusiasmus ganz zu schweigen.

Atempause für Labour

Eingangs des Sommers sah die britische Regierung eine Zeitlang nicht gut aus: Die Mehrheit im Unterhaus fehlte, der Lohnpakt mit den Gewerkschaften lief aus, die Inflationsrate stieg wieder leicht an.

Andorra an der Alster?

Wer besser verstehen will, warum die SPD bei den Wählern zunehmend in Mißkredit gerät, dem wurde auf dem Hamburger Landesparteitag am vergangenen Wochenende ein Lehrstück vorgeführt.

Hart, weil schwach?

Frankreich hat unter Giscard d’Estaing dem gaullistischen Anspruch auf exklusive Führung in Westeuropa abschwören müssen, Deutschland trachtete unter Helmut Schmidt vergeblich danach, die Europäische Gemeinschaft der stabilitätspolitischen Räson zu unterwerfen.

Deutliche Worte aus der Provinz

Samstagmorgen in Hautefage. Ein Dorf und ein Tag wie aus dem Bilderbuch: In den Tälern der Corrèze liegt noch Nebel, die Sonne bricht zwischen den Wolken durch und bringt das Herbstlaub zum Leuchten, in der Ferne glänzt der erste Schnee auf den Gipfeln des Zentralmassivs.

BONNER BÜHNE: Keine Kolonnen mehr

An dem Fehlen eines mitreißenden Themas für die letzte Wahlkampfphase liegt es vor allem, daß in Bonn sämtliche Resonanzböden vibrieren, wenn sich ein solches Thema anzukündigen scheint.

Europa in Not

Europa hat derzeit nicht Saison. Weder die Regierungschefs noch die Außen- und Finanzminister haben in den Zusammenkünften der letzten Tage ihre Spesen verdient.

Europa in Nöten

Die neun Regierungschefs des Westeuropäischen Rates geraten am Donnerstag und Freitag dieser Woche in Luxemburg in Nöte: Giscard d’Estaings eigene Initiative für eine Direktwahl zum Europaparlament im Jahr 1978 ist bei den Gaullisten aufgelaufen.

Alles hängt am armen Röder

Herrscht Ruhe vor dem nächsten Sturm? Um die Vereinbarungen mit Polen ist es merkwürdig still geworden, seit der Orkan im Bundestag getost hat.

Europäer halten Wilson am Rock fest

Bei der Begegnung kurz vor Mitternacht läßt der Kanzler keine äußeren Anzeichen von Müdigkeit erkennen. Sein Gesicht ist leicht gerötet, seine Bewegungen sind unverkrampft.

Englische Engpässe: Der Dirigent Heath mußte absagen

Alle Jahre wieder, reist Edward Heath in seine Heimatstadt Broadstairs an der kentischen Nordseeküste. Als junger Mann erfand er dort das Weihnachtsliedersingen (Dirigent: Edward Heath), und seither hat er kein einziges Mal gefehlt.

Europäische Gemeinschaft: Von Solidarität keine Spur

Spätestens auf der Konferenz der Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft Mitte Dezember in Kopenhagen, so sagte Bundeskanzler Brandt vor dem Europaparlament, müsse Klarheit darüber geschaffen werden, wie es mit der europäischen Solidarität in der Erdölfrage bestellt sei.

Sehnsucht nach Westminster

Der ehrwürdige Lord Gladwyn beging eine Ungeheuerlichkeit. Nachdem das Plenum des Europäischen Parlaments geraume Zeit über den Text einer Nahost-Resolution debattiert hatte, erhob sich der Abgeordnete der britischen Liberalen und erklärte: „Ich sehe überhaupt keinen Sinn in der Verabschiedung dieser Entschließung.

Mosksau und die EG: Zaghaft in den sauren Apfel

Am 16. März 1957 ließ das sowjetische Außenministerium den NATO-Botschaftern eine Note überreichen, in der vor der unmittelbar bevorstehenden Unterzeichnung der Römer Verträge und der Schaffung einer westeuropäischen Wirtschaftsgemeinschaft gewarnt wurde.

Die Zehn im Gleichschritt

Die Aussicht auf den EWG-Gipfel im Oktober ist klarer, aber für alle, die sich von ihm eine grundlegende Reform der Gemeinschaftsinstitutionen versprachen, auch weniger verheißungsvoll geworden.

Fiat/Citroën: Die verbotene Ehe

De Gaulle sagte auf dem Pariser Automobilsalon: „Alles wird sich schon einrenken, weil es sich einrenken muß.“ Diesem Orakelspruch folgte zum Wochenende die Klarstellung: Fiat und Citroën dürfen zusammenarbeiten.