: Friedrich Heer

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FPÖ: Brauner Schatten über Österreich

Die ganze Welt reagiert auf Wahlerfolge der FPÖ jedes Mal, als marschierten schon Nazi-Horden durch Wien. Die Alpenländler haben allerdings das ihrige dazu beigetragen.

Ein leises Servus

Dem Wiener Vizekanzler ist nicht ganz wohl dabei. Er weiß, Jörg Haider, der deutschnationale Flügelmann der österreichischen Politik, redet ganz ähnlich.

Das Prinzip Angst

Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen, oder: am Ende des Zeitalters der Aufklärung

Bilder aus der Hölle

Theresienstadt – Auschwitz – Schwarzheide: Das waren die Leidensstationen des jungen tschechischen Künstlers Alfred Kantor in den Jahren 1941-1945.

Trotzig

Der Name Ludwig von Ficker ist bei uns, wenn überhaupt, allenfalls im Zusammenhang mit der Biographie Georg Trakls bekannt, des Salzburger Lyrikers, der sein Genie durch systematische Selbstzerstörung ruinierte.

Fernseh- Vorschau: Der Fall Österreich

Karl Kraus nannte Österreich eine „Experimentierstelle für Weltuntergänge“. Einen Satz, den Axel Corti wohl im Sinn gehabt haben mag, als er sich Franz Werfels Novelle „Eine blaßblaue Frauenschrift“ als Vorlage für seinen zweiteiligen Fernsehfilm wählte.

Österreich: Fast eine Nation

Von den Illyrern bis Kreisky: Friedrich Heers Suche nach der Identität seines Landes / Von Rolf Schneider

Krieg der Wörter

Kritischer Blick auf den neuen „Großen Brockhaus“, die dritte Enzyklopädie nach 1945

Warum ich Christ, Atheist, Agnostiker bin: Theologischer Dreikampf

Seltsam, wie die Haltungen sich verändert, ja umgedreht haben: Wenn vor hundert, vor zweihundert Jahren ein Atheist, ein Agnostiker und ein Christ sich unter ein Buchnach begeben hätten (illusionäre Vorstellung, jeder schrieb seine Bekenntnisse allein, polemisierte von Buch zu Buch), hätte man vom Christen wahrscheinlich am meisten Dogmatik, Intoleranz, Bekenntnissicherheit zu hören bekommen.

Autoren-UNO

Der Internationale PEN-Club mußte sich bei seinem vierzigsten Kongreß in Wien von mehreren Seiten schimpfen lassen, er sei eine UNO – und das ist heute beileibe kein Kompliment.

Prinzipien vor Prestige

Es war, als hätten die Posaunen von Jericho Wien erreicht: die künstlichen Wände zwischen Österreichs heiler Innenwelt und der heillosen Außenwelt stürzten ein.

Abroad • Del extranjero • De l’étranger : Jünger auf jeden Fall

Die Meinungen darüber, ob der österreichische PEN-Club vor einem neuen Anfang oder vor dem Ende steht, gehen auseinander. Bei der Neuwahl von Vorstand und Präsidium, die durch Alexander Lernet-Holenias (gegen Bölls Nobelpreisehrung gerichteten) Rücktritt als Präsident notwendig geworden war, ist Zwar eine „linke“ Liste mit Hilde Spiel als Spitzenkandidatin unterlegen, die Sozialdemokratsche „Arbeiter-Zeitung“ jedoch begrüßte den Wahlsieg des Lyrikers Ernst Schönwiese.

Österreicher unter sich

Friedrich Heer ist einer der produktivsten Autoren deutscher Sprache. In kurzen Abständen folgt Band auf Band, und man schmälert diese Fruchtbarkeit nicht, wenn man anmerkt, daß sich die Themen gelegentlich überschneiden und immer wieder Stücke aus älteren Werken mit in die neuen eingebaut werden.

Ehebruch – kein Beinbruch

Der Poet und Mediziner Gottfried Bonn hat es auf die prägnante Formel gebracht: Die Ehe ist „eine Institution zur Lähmung des Geschlechtstriebes“.

Der Krebsschaden unserer Kirchen

Über den Leser der 584 Seiten Text und 128 Seiten Anmerkungen bricht eine Sturmflut an Informationen herein, deren Umfang und Vielfalt sich in dem 27 Seiten starken Namensregister zeigt (das nicht einmal ganz vollständig ist: Abraham a Santa Clara und der evangelische Theologe Paul Althaus erscheinen im Text, nicht aber im Register).

Fernsehen:: Warten auf Naphta

In der Woche vor Weihnachten waren sie schon einmal zusammengekommen, die vier Matadore, und hatten die Klingen gekreuzt nun traten sie abermals unter Eugen Kogons Ägide in die Arena: Max Bense zunächst, ein Cartesianer vom Rhein, der den theologischen Tiefsinnigkeiten seiner Kondebattanten die schlichte Zuversicht, des zwei mal zwei bleibt vier entgegenhielt; Ernst Topitsch sodann, dessen Munde die grimmigsten Sentenzen wie Milch und Honig einströmten: Selbst die Zurechtweisungen nahmen sich im nasalierend-ärarischen Tonfall eher wie väterliche Zusprüche aus.