: Friedrich Heer

Symposion 600: Drei Tage im Mai

Es war die Studentenrevolte auf Wiener Art: Vor 50 Jahren organisierten einige Unruhestifter zum Uni-Jubiläum ein legendäres Symposion mit prominenten Referenten.

Österreich: Die schwarze Seele

Konservative sind stolz auf ihren ererbten Wertekanon. Doch oft sind sie ihrem linken Widerpart näher, als ihnen lieb ist

Ein leises Servus

Dem Wiener Vizekanzler ist nicht ganz wohl dabei. Er weiß, Jörg Haider, der deutschnationale Flügelmann der österreichischen Politik, redet ganz ähnlich.

Das Prinzip Angst

Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen, oder: am Ende des Zeitalters der Aufklärung

Bilder aus der Hölle

Theresienstadt – Auschwitz – Schwarzheide: Das waren die Leidensstationen des jungen tschechischen Künstlers Alfred Kantor in den Jahren 1941-1945.

Trotzig

Der Name Ludwig von Ficker ist bei uns, wenn überhaupt, allenfalls im Zusammenhang mit der Biographie Georg Trakls bekannt, des Salzburger Lyrikers, der sein Genie durch systematische Selbstzerstörung ruinierte.

Fernseh- Vorschau: Der Fall Österreich

Karl Kraus nannte Österreich eine „Experimentierstelle für Weltuntergänge“. Einen Satz, den Axel Corti wohl im Sinn gehabt haben mag, als er sich Franz Werfels Novelle „Eine blaßblaue Frauenschrift“ als Vorlage für seinen zweiteiligen Fernsehfilm wählte.

Krieg der Wörter

Kritischer Blick auf den neuen „Großen Brockhaus“, die dritte Enzyklopädie nach 1945

Warum ich Christ, Atheist, Agnostiker bin: Theologischer Dreikampf

Seltsam, wie die Haltungen sich verändert, ja umgedreht haben: Wenn vor hundert, vor zweihundert Jahren ein Atheist, ein Agnostiker und ein Christ sich unter ein Buchnach begeben hätten (illusionäre Vorstellung, jeder schrieb seine Bekenntnisse allein, polemisierte von Buch zu Buch), hätte man vom Christen wahrscheinlich am meisten Dogmatik, Intoleranz, Bekenntnissicherheit zu hören bekommen.

Autoren-UNO

Der Internationale PEN-Club mußte sich bei seinem vierzigsten Kongreß in Wien von mehreren Seiten schimpfen lassen, er sei eine UNO – und das ist heute beileibe kein Kompliment.

Prinzipien vor Prestige

Es war, als hätten die Posaunen von Jericho Wien erreicht: die künstlichen Wände zwischen Österreichs heiler Innenwelt und der heillosen Außenwelt stürzten ein.

Abroad • Del extranjero • De l’étranger : Jünger auf jeden Fall

Die Meinungen darüber, ob der österreichische PEN-Club vor einem neuen Anfang oder vor dem Ende steht, gehen auseinander. Bei der Neuwahl von Vorstand und Präsidium, die durch Alexander Lernet-Holenias (gegen Bölls Nobelpreisehrung gerichteten) Rücktritt als Präsident notwendig geworden war, ist Zwar eine „linke“ Liste mit Hilde Spiel als Spitzenkandidatin unterlegen, die Sozialdemokratsche „Arbeiter-Zeitung“ jedoch begrüßte den Wahlsieg des Lyrikers Ernst Schönwiese.

Verfolgung ohne Ende?

Peinliche Fragen eines Juden an die Christen – Zur „Woche der Brüderlichkeit“

Österreicher unter sich

Friedrich Heer ist einer der produktivsten Autoren deutscher Sprache. In kurzen Abständen folgt Band auf Band, und man schmälert diese Fruchtbarkeit nicht, wenn man anmerkt, daß sich die Themen gelegentlich überschneiden und immer wieder Stücke aus älteren Werken mit in die neuen eingebaut werden.

Ehebruch – kein Beinbruch

Der Poet und Mediziner Gottfried Bonn hat es auf die prägnante Formel gebracht: Die Ehe ist „eine Institution zur Lähmung des Geschlechtstriebes“.