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Glyphosat: Vom Wundermittel zur potenziellen Gefahr

  • Glyphosat ist seit den siebziger Jahren der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter. Doch seit Jahren mehren sich Hinweise, dass die Substanz Mensch und Tier schaden könnte.
  • Im März 2015 veröffentlichte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) einen Bericht, demzufolge das Pflanzengift für den Menschen "wahrscheinlich krebserregend" sei. Andere Institute darunter das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) stufen Glyphosat allerdings als nicht akut gesundheitsgefährdend ein.
  • Vor diesem Hintergrund streitet die EU-Kommission, ob sie das Pflanzengift weiter zulassen soll. Bis Ende 2017 muss sie abstimmen, ob Glyphosat weiter und unter welchen Bedingungen in den Mitgliedstaaten eingesetzt werden darf. Gibt es keine Einigung, läuft die Zulassung am 15. Dezember ab. Danach dürfte der Unkrautvernichter nur noch sechs Monate vermarktet und maximal zwölf weitere Monate eingesetzt werden.
  • Inwiefern Glyphosat das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken, wird weiter debattiert: Zuletzt hatte im März 2017 die europäische Chemikalienagentur Echa mitgeteilt, es sei nicht als krebserregend zu bewerten. Im Mai 2016 war ein Fachgremium, an dem die WHO beteiligt war, zu dem Ergebnis gekommen: "Glyphosat ist nicht krebserregend."
  • Allerdings gibt es Vorwürfe, dass an den Bewertungen beteiligte Forscher zu einem von Pflanzenschutzmittel-Herstellern finanzierten Netzwerk gehören. Zudem soll Glyphosat-Hersteller Monsanto Forscher bezahlt haben, damit diese positiv über den Unkrautvernichter urteilen.

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