: Günter Apel

„Arbeiten und Weiterlernen“

Viel Zeit zur Vorbereitung und Planung gab es nicht. Als sich 1985 abzeichnete, daß die Auszubildenden der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (HÖP) nach Abschluß ihrer Lehre auf keinen Fall mit einer Übernahme als Bibliothekassistent rechnen konnten, da gab es nur diesen einen Rettungsanker: Fortbildung bei Teilzeitbeschäftigung.

Verkehrte Welt

Es war einmal eine Zeit, da gab es in unserem Lande so wenig Kinder, daß ganze Schulen leer und viele Spielplätze unbenutzt blieben.

BONNER BÜHNE: Wende – diesmal literarisch

Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf; aber wer die Wahrheit weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“ Mit diesem Zitat Bert Brechts hat Heiner Geißler den Wahlkampf der CDU gegen die SPD eröffnet.

Der frühere Hamburger Schulsenator Günter Apel kritisiert, daß nach den Vorstellungen der Kultusminister die ehemalige Ostgrenze des Deutschen Reiches von 1937 auf allen Schulkarten erscheinen soll.: Bei deutschen Grenzen um die Ecke gedacht

Wie soll Deutschland in unseren Schulatlanten dargestellt werden? Wie halten wir es insbesondere mit der alten Ostgrenze von 1937? Diese Fragen, seit elf Jahren ungelöst, beschäftigten die Kultusministerkonferenz vor zwei Monaten, erneut.

„didacta ’77“ in Hannover: Nun lesen sie wieder

Ruhm und Resignation gleich im ersten offiziellen Wort. Dieses sei „vielleicht die größte Lehrmittelmesse der Welt“, meinte Wolfgang Mann, der Präsident des Deutschen Lehrmittel-Verbandes, zur Eröffnung der 15.

GEW: Allein auf weiter Flur

Bildung nach vorn“ – unter diesem Motto, das Tausende von Flugblättern und Hunderte von Plakaten und Transparenten schmückte, veranstaltete die Hamburger Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kürzlich eine Aktionswoche, die Eltern und Schüler, Lehrer und Politiker auf die Schulprobleme der Hansestadt aufmerksam machen sollte.

Zwang zur Einheit

Der „kooperative Föderalismus“ wird in letzter Zeit wieder häufiger beschworen. Besonders Kultusminister verwenden diese Formel gern.

Loch im Etat

Die Lehrer standen in leeren Klassen und blickten aus den Fenstern. Draußen diskutierten ihre Schüler mit Müttern und Vätern, zum Unterricht aber kamen sie nicht; denn das Palaver war organisiert: Schulboykott durch die Eltern.

Extremistenbeschluß: „Lieber keine Lehrer als diese“

In Hamburgs Schulen fehlen etwa 600 Lehrer.Trotz dieser Mangelsituation mag der SPD-Schulsenator Günter Apel nicht jeden Pädagogen beschäftigen – kurz entschlossen ließ er jetzt drei Junglehrer vom Dienst suspendieren.

Gegen die Zufälligkeiten des Numerus clausus: Zentralabitur

Tausende von Abiturienten werden es in diesen Tagen erfahren: Das Abitur hat seinen Sinn verloren. Als Nachweis einer abgeschlossenen Gymnasialbildung taugt es nicht mehr, weil es kaum begehrte Berufe gibt, für die eine solche abgeschlossene Gymnasialbildung etwas bedeutete.

Lehrermangel: Licht im Tunnel?

Im Saarland „ist die Situation traurig“, in Schleswig-Holstein „schwierig“; in Bremen ist sie wie in Berlin „zum Teil angespannt“, in Baden-Württemberg „durchaus nicht rosig“ – so äußern sich Kultusministerien über den Lehrermangel zu Beginn des Schuljahres ’73/74, und ähnlich ist es in den anderen Bundesländern auch (siehe Kasten).

Hamburger Bitdungspolitik: Schulreform mit Bedacht

Nun gibt es auch in Hamburg neue Richtlinien und Lehrpläne für die Schulen. Die Hansestadt ist nach Hessen das zweite Bundesland, in dem ein komplettes Reformwerk für den Unterricht vorliegt.

Schulpolitik: Neue Pädagogen

Vater versetzt, Kinder sitzengeblieben. Das ist ein geflügeltes Wort, das die negative Seite des Kulturföderalismus in der Bundesrepublik aufzeigt: Von Land zu Land verschiedene Fremdsprachen, Fächerkombinationen und Versetzungsrichtlinien, unterschiedliche Lehrbücher, Lehrpläne und Leistungsmessung.

Buh-Rufe im Parlament: Politik mit einem Buch

Jürgen Echternach, 34 Jahre und CDU-Oppositionsführer in der Hamburger Bürgerschaft, ließ schweres Geschütz auffahren und in der Parlamentssitzung der letzten Woche abfeuern.

Aggressiv und gleichgültig: Jugend 72

Sind deutsche Schüler nur noch brutale Rabauken? Diesen Eindruck suggerieren Schlagzeilen der letzten Zeit: „Schüler schlug Lehrer zusammen“ (Bild), „Gymnasiasten hausten wie Vandalen“ (Stuttgarter Zeitung), „In immer mehr Klassenzimmern macht das Faustrecht Schule“ (stern), „Ein Strick für den Lehrer – wie Gymnasiasten den Klassenkampf trainieren“ (Rheinischer Merkur).

ZEITMOSAIK

Der deutsche Pavillon auf der diesjährigen Biennale in Venedig wird mit den Werken nur eines Künstlers bestückt werden: Kommissar Dieter Honisch entschied sich für Gerhard Richter.

Fragwürdig

Der stellvertretende DAG-Bundesvorsitzende Günter Apel, 44, soll Schulsenator in Hamburg werden. Noch vor seiner Wahl hat ihm der Bürgerausschuß der Hansestadt mit Amtsantritt einen Pensionsanspruch von 24 Prozent der Senatorenbezüge verbindlich zugesichert.

Die leitenden Angestellten stehen im Mittelpunkt einer heftigen Kontroverse zwischen Gewerkschaften und Arbeit Kann der DGB ihre Interessen vertreten? Brauchen sie eigene Sprecherausschüsse? Bei der Ruhrkohle AG ist deswegen: Wem gehören die Technokraten?

Der Zustand ist fast gesetzwidrig. „Wir haben“, sagte Paul Stein, der Betriebsratsvorsitzende von Lurgi, „in unserem Betriebsrat zwei Handlungsbevollmächtigte, einer davon ist sogar stellvertretender Vorsitzender.

Leitende Angestellte: Zwischen den Stühlen

Die Gehälter der Arbeiter und Tarifangestellten“, so befand kürzlich das Magazin Wirtschaftswoche, „steigen rascher als die der Middle-Manager.